Ölfrüchte
Landessortenversuche Raps

Ein länderübergreifend organisiertes Sortenversuchswesen garantiert eine objektive Prüfung der neuesten EU weit angebotenen Sorten. Standortangepasste Sorten sind der Grundstein für eine wirtschaftliche und umweltgerechte Produktion.

Versuchsberichte

Gescheiteltes Rapsfeld kurz vor der ErnteZoombild vorhanden

Exakte und verlustarme Ernte: Rapsversuche werden von Hand gescheitelt

Die Rapsaussaat der Landessortenversuche 2018 erfolgte an sechs Standorten im Zeitraum vom 23. bis 28. September unter idealen Bedingungen. Ausnahme bildete der Standort Söllitz. Die Trockenheit führte hier zu einem qualitativ schlechten Aufgang, dazu verschlämmte ein Platzregen die Parzellen. Im Laufe der Vegetation bis hin zur Ernte verbesserte sich der Bestand, kämpfte aber immer wieder mit Schwierigkeiten bis hin zum Auftreten von Kohlhernie. Dies gab dann letztendlich den Ausschlag den Standort aus der Wertung zu nehmen. Der Standort Arnstein (Unterfranken) wurde kurzfristig nach Gädheim (Kreis Hasfurth) verlegt, da in Arnstein aufgrund der Trockenheit keine Aussaat möglich gewesen wäre. In Gädheim hingegen kam es kurz vor der Saat zu einem starken Niederschlagsereignis, so dass die Rapssamen in ein feuchtes Saatbett gelegt werden konnten. In Südbayern in Pettenhofen wurde der Versuch mit einem optimalen Mulchsaatbett angebaut.
An allen fünf wertbaren Standorten liefen die Versuche gleichmäßig und gut auf. Die lange anhaltende Vegetation 2018 führte größtenteils zu frohwüchsigen Beständen. Die Bestände kamen ohne Schäden aus dem milden Winter und entwickelten sich im warmen und trockenen Frühjahr gut. Ab dem 16. April kam es zum Blühbeginn. Der kühle und nasse Mai führte zu einer lang anhaltenden Blüte von bis zu 5 Wochen. Juni und Juli waren vor allem in Franken verstärkt durch Trockenheit geprägt, was sich teilweise in einer verringerten Schotenausbildung niederschlug. Der Schädlingsdruck hielt sich in Grenzen. In Pettenhofen kam es im Herbst zu einem hohen Erdflohbefall, im Frühjahr wurde die Bekämpfungsschwelle der Stängelschädlinge überschritten und in Oberhummel die der Rapsglanzkäfer. Aufgrund der trocknen Herbstbedingungen hielt sich Phomabefall sehr in Grenzen, Sklerotina trat nur vereinzelt auf. Zwischen dem 17. und 25. Juli wurden die Versuche beerntet.
Mit im Mittel 51,4 dt/ha wurde ein besserer Ertrag als im Vorjahr gedroschen, das langjährige Mittel wird aber nicht erreicht.

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