Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit spezieller Silage-Verdichtungstechnik

landwirtschaftliches Fahrzeug

Verdichterrad für Silage der Firma Stehr

Um stabile und qualitativ hochwertige Silagen zu erzeugen ist es notwendig einige wichtige Silierregeln zu beachten. Neben einer raschen und schmutzarmen Ernte, ausreichendem Trockenmassegehalt im Bereich von 30 - 38 % TM, sowie einer sorgfältigen Folienabdeckung, spielt auch die Verdichtung im Silo eine entscheidende Rolle.

Eine gute Verdichtung von Silagen hat einen deutlichen Einfluss auf die aerobe Stabilität nach dem Öffnen des Silos. Nur wenn gut verdichtet wird kann gewährleistet werden, dass wenig Sauerstoff, welcher die Vermehrung von Hefen und Schimmelpilzen mit der Folge von Nacherwärmung fördert, in den Silostock eindringt. Daher wurde an der Versuchsstation Grub bei der Maisernte 2010 ein Vergleich von Verdichtungsverfahren durchgeführt.

Versuchsanstellung

Am 22.09.2010 wurde der Mais siliert. Zum Einsatz kam ein zehnreihiger Selbstfahrhäcksler mit einem 7,5 m breiten, reihenunabhängigen Maisgebiss. Es wurden gleichzeitig zwei Silos befüllt. In einem Silo (rechts) kam ein Radlader mit 15,3 t Eigengewicht zum Einsatz. Im anderen Silo (links) wurde ein Verdichterrad mit Stampffüßen (Bild 1), angebaut am Schlepper mit 16,9 t Gesamtgewicht eingesetzt. Die beiden zu befüllenden Silos waren baugleich (Bild 2), mit Seitenwänden plus Rückwand und hatten ein Fassungsvolumen von je rd. 480 m3.Die Erntemengen wurden über die Fuhrwerkswaage erfasst. Mit einer Bergeleistung von ca. 780 dt Mais je Stunde wurden beide Silos gleichmäßig befüllt. Es wurde kein Siliermittel eingesetzt. Silierbeginn war 08:00 Uhr morgens, bereits um 18:15 Uhr war das Silo rechts (Radlader) voll. Beim Silo links (Verdichterrad) dauerte die Befüllung 1,5 Stunden länger, da hier die Verteilung des Materials Probleme bereitete. Ursache hierfür war vor allem die geringere Wendigkeit des Gespannes sowie das zu niedrige Schild am Schlepperfrontanbau (Bild 3).
landwirtschaftliches Fahrzeug auf dem Feld im Einsatz

Bild 1: Verdichterrad mit Zusatzgewicht

zwei Silos

Bild 2: baugleiche Silos während des Befüllens

Traktor vor einem Gebäude

Bild 3: hydraulisch in der Breite verstellbares Verteilschild im Frontanbau

Traktor fährt zwischen zwei Silos

Bild 4: hydraulisch in der Breite verstellbares Verteilschild im Frontanbau

Ergebnisse

Um das Risiko einer Nacherwärmung und Schimmelbildung so gering wie möglich zu halten sollte bei einer Maissilage mit 35 % TM-Gehalt die Lagerdichte bei mind. 260 – 275 kg TM/m3 liegen. Diese Werte wurden von beiden Verfahren erreicht, im oberen Bereich der Silos jedoch verfehlt. Die geringen ermittelten Lagerdichten am Ende des linken Silos fallen besonders auf. Hier konnte der Walzschlepper mit Verdichterrad bei Vorwärtsfahrt nicht ausreichend verdichten. Dazu wäre ein zusätzliches Wendemanöver nötig gewesen, welches aufgrund der erwähnten Probleme beim Verteilen jedoch nicht in Frage kam.
Die Temperatur im Silostock sollte nicht über 20 °C ansteigen, dann nämlich sprechen wir von Nacherwärmung, die immer mit Energie- und Qualitätsverlusten einhergeht. Im Bereich der geringsten Verdichtung war mit knapp 25 °C eine deutliche Nacherwärmung festzustellen.

Fazit

Der Einsatz des Verdichterrades ermöglicht gute Verdichtungen die sogar über den angestrebten Orientierungswerten liegen können. Als Einsatzgebiet sind allerdings große, nach vorne und hinten offene Silos, mit ausreichend Bewegungsraum für das Gespann besser geeignet als die Versuchssilos. Bei einem engen Silo mit Rückwand stößt dieses im wahrsten Sinne des Wortes an seine Grenzen, insbesondere im (rück-)wandnahen Bereich war es nicht möglich ausreichend zu verdichten. Beim Räumschild sehen wir Nachbesserungsbedarf, damit weniger Zeit bei der Verteilarbeit auf der Strecke bleibt. Mögliche Vorteile gegenüber anderen Walzfahrzeugen könnte das Verdichterrad eventuell in weiterführenden Versuchen unter Beweis stellen, wenn es bei entsprechenden Siloformen häufiger „Bodenkontakt“ hat.

Ausführlicher Bericht: Leistungsfähigkeit spezieller Silage-Verdichtungstechnik pdf 318 KB