Futterwirtschaftliche Beratung in Hochwasserregionen

Ueberschwemmte Wiese
Bei Überflutung mit Schmutzwasser sind nicht nur Grünfutterbestände und Feldfrüchte, sondern auch Futtervorräte betroffen. Vergessen wird jedoch häufig, dass möglicherweise auch das Tränkewasser in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gerade bei hofeigenen Brunnen sollte dies als erstes überprüft werden. Durch eine Überschwemmung kann verschmutztes Wasser in die Fassung eindringen oder durch einen Erdrutsch Leitungen beschädigt werden.
Deshalb sind die Versorgung und die Qualität des Tränkewassers unbedingt zuerst zu überprüfen. Im Notfall muss eine Leitung aus der Trinkwasserversorgung gelegt werden.
Als nächstes sind die Futtervorräte zu kontrollieren. Hier gilt generell: Silagen aus Fahrsilos, Heu, Ballensilage, Stroh, Körner und Schrot, in die Schmutzwasser eingedrungen ist, sowie vom Hochwasser überschwemmte Futterbestände und Vorräte sind bei erkennbarer Verschmutzung für Futterzwecke unbrauchbar.
Dagegen sind Trockenfuttermittel, die Feuchtigkeit gezogen haben entweder sofort zu verfüttern oder wieder lagerfähig zu konservieren, z.B. durch Trocknung oder Bereitung von Sodagrain mittels Zusatz von Propionsäure oder Futterharnstoff.

Mehr zum Thema

Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz/Boden
Verwertung und Entsorgung Futtervorräte

Die hohen Niederschlagsmengen im Mai und Anfang Juni 2016 führten auf Acker- und Grünlandflächen vielfach zu Schäden durch Überschwemmungen. Die nachfolgenden Empfehlungen gelten grundsätzlich bei Überschwemmungen während der Vegetationsperiode. Sie dienen als Anhaltspunkte für die richtige Vorgehensweise vor Ort. Mehr