Forschungs- und Innovationsprojekt
Untersuchungen über die Silierbarkeit von Pressschnitzeln

Anschnittsfläche von einem Siloschlauch mit 3 Probe-Bohrlöchern

Anschnittsfläche von einem Siloschlauch mit Pressschnitzelsilage nach der Probenahme

Untersuchungen über die Silierbarkeit von Pressschnitzeln mit unterschiedlichen Trockenmassegehalten und die Wirksamkeit eines chemischen Siliermittels zur Steigung der aeroben Stabilität

Pressschnitzel mit höheren Trockenmassegehalten haben gegenüber handelsüblichen Qualitäten Vorteile hinsichtlich ihrer Transportwürdigkeit, aber sind sie auch vergleichsweise gut silierbar?

Zielsetzung

Ziel der Untersuchung ist die Prüfung der Silierbarkeit und der aeroben Stabilität von Pressschnitzeln mit unterschiedlichen Trockenmassegehalten im Praxismaßstab (Folienschläuche und Fahrsilo). Zusätzlich soll die Wirksamkeit eines chemischen Siliermittels zur Verbesserung der aeroben Stabilität geprüft werden.

Methodik

In den Jahren 2015 und 2016 wurden frische Pressschnitzel mit unterschiedlichen TM-Gehalten (28 % und 45 %) aus Zuckerfabriken der Südzucker AG, Mannheim gewonnen und in Folienschläuche siliert. Die Prüfung der Siliereignung wurde mit dem Verfahren der Schlauchsilierung durchgeführt, zum einen mit einer Rotorabfüllanlage (RT 8000, Budissa Bag GmbH) und zum anderen durch direkte Übergabe aus dem LKW (nur 45 % TM), der mit horizontalen Verdichtungsschnecken ausgestattet war (Süd-Treber GmbH). Für die Verbesserung der aeroben Stabilität wurde ein chemisches Siliermittel geprüft (Xtrasil excel HD, KONSIL Europe GmbH). Der flüssige Zusatz enthielt Kaliumsorbat (154 g/l), Natriumbenzoat (257 g/l) und Ammoniumpropionat (57 g/l) und wurde mit 1,5 l/t bzw. 2,0 l/t (nur 2016, Rotorabfüllung, 45 % TM) dosiert. Je Variante wurde ein Folienschlauch mit 20-25 t frischen Pressschnitzeln befüllt und anschließend mindestens 6 Monate im Freien gelagert. Eine Übersicht des Versuchsdesigns ist in der Tabelle zusammengefasst dargestellt:
Versuchsdesign zur Prüfung des Einflusses von Trockenmasse, Siliermittel und Verdichtungstechnik auf Mikrobiologie und aerobe Stabilität von Pressschnitzelsilage
SiliertechnikTMSiliermittel*Jahr 2015Jahr 2016
Rotor28 %-xx
28 %+xx
 45 %-xx
 45 %+xx
 45 %++-x
LKW45 %-xx
 45 %+xx
* + = 1,5 l/t, ++ = 2 l/t
GrafikZoombild vorhanden

Punkte für die Messung der Verdichtung

Die Öffnung der Silos erfolgte im Sommer, so dass die Prüfung bei hohen Außentemperaturen unter größtmöglichem „Hitzestress“ erfolgen konnte. Am frischen Anschnitt wurde mit Hilfe eines Hohlbohrers (3,32 l Volumen) an drei Messpunkten (siehe Abbildung 1) Probenmaterial entnommen. Dabei wurden Inhaltsstoffe, Gärparameter, mikrobiologischer Besatz, Temperatur und Verdichtung bestimmt. Die Bestimmung der aeroben Stabilität (ASTA) der beprobten Silage erfolgte nach den Prüfrichtlinien der DLG (2018). Dabei wurde entnommenes Material in einen luftdurchlässigen Becher mit einem Temperaturlogger gefüllt und in einem Konstanttemperaturraum (20 °C) gelagert. Die Silage galt bis zum Beginn einer anhaltenden Temperaturerhöhung von > 3 K über der Umgebungstemperatur als stabil.
7 Pressschnitzelschläuche mit gleicher ÖffnungsrichtungZoombild vorhanden

Geöffnete Pressschnitzelsilageschläuche

Auf eine tägliche Silageentnahme wurde verzichtet und die Anschnittflächen wurde offenstehen gelassen. Nach 7 Tagen wurde die alte Anschnittfläche beprobt, durch Entnahme von ca. einem Meter wurde eine frische Anschnittfläche geschaffen und die Beprobung wiederholt. Die jeweils entnommenen Mengen waren für die weiteren Probenahmetermine und jeden Schlauch gleich.

Ergebnisse

SäulendiagrammZoombild vorhanden

Aerobe Stabilität in Abhängigkeit Pressschnitzelsilage

In den Versuchen konnte festgestellt werden, dass sich Pressschnitzel mit einem höheren TM-Gehalt (45 %), wie auch die Standardware (28 % TM), mit dem Verfahren der Schlauchsilierung als gut silierbar erwiesen und zufriedenstellende Gärqualitäten aufzeigten. Der Einsatz der Rotorabfüllmaschine führte zu einer höheren Verdichtung (299 kg TM/m³) als in den LKW-Schläuchen (245 kg TM/m³). Ein schneller aerober Verderb durch Hefen und Pilze kann durch den Einsatz des chemischen Siliermittels verhindert werden, welches homogen und in ausreichender Menge aufgetragen werden muss. Wenn dies gewährleistet ist, können auch Pressschnitzel mit höheren TM-Gehalten direkt vom LKW in Schläuche siliert werden.

Projektinformation
Projektleiterin: M. Schneider
Projektbearbeiter: G. Rößl, L. Hitzlsperger
Laufzeit: November 2015 bis Dezember 2017
Projektpartner: BAG Budissa Agroservice GmbH, Süd-Treber GmbH, Südzucker AG Mannheim, International Silage Consultancy

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