Untersuchungen über die Silierbarkeit von Pressschnitzeln

Anschnittsfläche von einem Siloschlauch mit 3 Probe-Bohrlöchern

Anschnittsfläche von einem Siloschlauch mit Pressschnitzelsilage nach der Probenahme

Untersuchungen über die Silierbarkeit von Pressschnitzeln mit unterschiedlichen Trockenmassegehalten und die Wirksamkeit eines chemischen Siliermittels zur Steigung der aeroben Stabilität

Pressschnitzel mit höheren Trockenmassegehalten haben gegenüber handelsüblichen Qualitäten Vorteile hinsichtlich ihrer Transportwürdigkeit, aber sind sie auch vergleichsweise gut silierbar?

Zielsetzung

Ziel der Untersuchung ist die Prüfung der Silierbarkeit und der aeroben Stabilität von Pressschnitzeln mit unterschiedlichen Trockenmassegehalten im Praxismaßstab (Folienschläuche und Fahrsilo). Zusätzlich soll die Wirksamkeit eines chemischen Siliermittels zur Verbesserung der aeroben Stabilität geprüft werden.

Methodik

Ausgangsmaterial: Pressschnitzel können mittlerweile gegenüber der „handelsüblichen“ Qualität (PSS 28) auf eine Trockenmasse von über 30% abgepresst werden. Die Siliereignung wird im Projekt mit dem Verfahren der Schlauchsilierung (Silopresse und LKW-Schlauchsilierung) geprüft. Bei dem Siliermittel handelt es sich um ein chemisches Produkt mit Wirkungsrichtung 2 (Verbesserung der aeroben Stabilität).
Pressschnitzel mit handelsüblicher Trockenmasse (28 %, PSS 28) und mit höherer Trockenmasse (>30 %, PSS >30) werden zeitgleich nach folgendem Schema in Folienschläuche mit gleicher Öffnungsrichtung siliert:
BezeichungAusgangs-
material
VerfahrenBehandlung
Bud28PSS 28Schlauchpresse-
Bud28PSS 28SchlauchpresseSiliermittel
Bud>30PSS >30Schlauchpresse-
Bud>30PSS >30SchlauchpresseSiliermittel
LKW>30PSS >30LKW-Schlauch-
LKW>30PSS >30LKW-SchlauchSiliermittel
7 Pressschnitzelschläuche mit gleicher ÖffnungsrichtungZoombild vorhanden

Geöffnete Pressschnitzelsilageschläuche mit gleicher Öffnungsrichtung (Westen)

Die Öffnung der Silos erfolgt im Sommer, so dass die Prüfung bei hohen Außentemperaturen unter größtmöglichem „Hitzestress“ erfolgen kann. Nach der Probenahme (Nährstoffe, Gärparameter, mikrobiologischer Besatz, Temperatur, Verdichtung, aerobe Stabilität) wird auf eine tägliche Silageentnahme verzichtet und die Anschnittsflächen offen stehen gelassen. Nach 7 Tagen wird die alte Anschnittsfläche beprobt, durch Entnahme von ca. einem Meter eine frische Anschnittsfläche geschaffen und die Beprobung wiederholt. Die jeweils entnommenen Mengen sind für die weiteren Probenahmetermine und jeden Schlauch gleich. Dieses Verfahren wird bis zur 4. Probenahme wiederholt, wobei hier lediglich eine Beprobung der alten Anschnittsfläche erfolgt.

Ergebnisse

Mit ersten Ergebnissen wird Anfang 2017 gerechnet.
Projektinformation
Projektleiter: M. Schneider
Projektbearbeiter: G. Rößl, L. Hitzelsperger
Laufzeit: November 2015 bis Dezember 2017
Projektpartner: BAG Budissa Agroservice GmbH, Süd-Treber GmbH, Südzucker AG Mannheim, International Silage Consultancy

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