Milchvieh Fütterung

Kühe am Fressgitter Grub

Die Ausgestaltung der Fütterung beeinflusst die Kosten und die Leistungen in der Milchviehhaltung maßgeblich. Eine gezielte Fütterungsstrategie, in der die betriebseigenen Futtermittel optimiert werden und gezielt ergänzt werden, ist daher unverzichtbar.

In den folgenden Kapiteln werden grundsätzliche Informationen zur Milchviehfütterung gegeben sowie die bisherigen Ergebnisse aus den Fütterungsversuchen des Instituts dargestellt.

Neue Versorgungsempfehlungen nach GfE 2023

Kühe am Fressgitter mit Futter
Die neuen Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen (GfE 2023) bringen nicht nur Anpassungen bei den Versorgungsempfehlungen mit sich, sondern auch eine Umstellung bei der Futterbewertung. Die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus allen Bereichen der Tierernährung. Ihr Ziel ist es, ein Diskussionsforum zu bieten, auf dem Wissenschaftler untereinander Probleme erörtern und gemeinsam nach Lösungen suchen können. Das überarbeitete und im September 2023 von der GfE veröffentlichte Futterbewertungssystem und die darauf aufbauenden Bedarfsempfehlungen wird als GfE (2023) bezeichnet..

Eiweißversorgung

blühende Luzernepflanze
In der Milcherzeugung kommt der Eiweißversorgung auf Grund steigender Leistungen, den Kosten für Futtereiweiß, der Reduzierung der N-Ausscheidungen und dem Trend zu heimischen Eiweißfuttermitteln zunehmende Bedeutung zu. Der größte Teil des Eiweißbedarfs wird dabei über die Grobfuttermittel, besonders durch die Fütterung von Grasprodukten, abgedeckt. In den folgenden Ausführungen finden Sie weiter führende Informationen.

Futteraufnahme

Kuh am Fressgitter
Alle Betriebszweigauswertungen im Bereich der Milchviehhaltung zeigen, dass hohe Leistungen aus dem betriebseigenen Grobfutter die Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung positiv beeinflussen. Dies gilt bei steigenden Preisen für die Futtermittel in noch stärkerem Maß. Auf der anderen Seite sollte gerade bei steigenden Milcherlösen und hohen Futtermittelpreisen das Leistungsvermögen möglichst ausgeschöpft werden. Von zentraler Bedeutung ist hier die Futteraufnahme. Eine Reihe an Veröffentlichungen, Vorträgen und Untersuchungen geben wertvolle Hinweise zur Abschätzung und Steigerung der Futteraufnahme.

Grobfutter

Festwalzen von Maissilage in zwei Fahrsilos
In der Milchviehhaltung basiert die gesamte Produktion auf dem in der Regel im eigenen Betrieb erzeugten Grobfutter. Von der Fläche aus gesehen dominiert hier in Deutschland eindeutig das Grünland; hierbei wiederum in erster Linie das Dauergrünland. Eine starke Konkurrenz hat das Grünland im Silomais. Dies hat seinen Grund in den hohen Erträgen, den hohen Futterqualitäten, der Sicherheit der Produktion und den Unterschieden in den Kosten. Die vorliegenden Beiträge legen die Anforderungen an die Grasprodukte bei den verschiedenen Produktionssystemen der Milchviehhaltung dar und geben Hinweise für die Fütterung von Grünfutter und der Weidehaltung. Anhand einer Checkliste kann das Optimierungspotential für das betriebseigene Grobfutter abgeleitet werden.

Fütterungsstrategien

17770 Grafik Gesamtfutteraufnahme
Unter Beachtung der Vorgaben sind für den Einzelbetrieb unterschiedliche Fütterungsstrategien möglich und mit Erfolg zu verwirklichen. Zu beachten sind hierbei zunächst die betrieblichen Rahmenbedingungen, wie z. B der Standort. Auch die maschinelle Ausstattung des Betriebes - Automatisches Melksystem, Ausstattung mit Kraftfutterautomaten, Futtermischwagen, automatische Grundfuttervorlage - wird die Wahl des Fütterungssystems beeinflussen. In den nachfolgenden Beiträgen finden sich entsprechende Hinweise, wie innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen das Fütterungssystem am jeweiligen physiologischen Stadium der Kuh auszurichten ist.

Milchviehfütterung im Ökolandbau

Ackerbohnen_2
Viele Fütterungsgrundsätze des konventionellen Landbaus sind auf die Fütterung im ökologischen Landbau übertragbar, dennoch gibt es einige Besonderheiten, die berücksichtigt werden müssen. Im Wesentlichen betrifft dies die Versorgung mit Eiweißfuttermitteln, da der Einsatz von Extraktionsschroten nicht zugelassen ist. Alternativen sind der Einsatz von Körnerleguminosen und die effektive Nutzung des Grünlandaufwuchses.

Versuchsergebnisse

Wiegetrog Kuh Grub
Die Durchführung von Fütterungsversuchen ist ein zentraler Aufgabenbereich am Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft. Ein wesentliches Element ist dabei die exakte Beschreibung der Futteraufnahme und der Versorgung mit Energie und Nährstoffen unter den jeweiligen Fütterungsbedingungen. Erfasst werden diese Daten über automatische Futterwiegetröge, die entsprechenden Nährstoffuntersuchungen werden am Futtermittellabor in Grub durchgeführt.
Ziel ist es, dem Landwirt anhand der Untersuchungsergebnisse sehr schnell Antwort auf aktuelle Fragestellungen aus der Praxis geben zu können. Neben Fragen zum Energie- und Nährstoffbedarf der Tiere betrifft dies vor allem die Einsatzmöglichkeiten spezifischer Futtermittel unter Beachtung der ökonomischen Rahmenbedingungen. Auf der nachfolgenden Seite sind die wichtigsten Versuchsergebnisse aus dem Bereich Milchviehfütterung dargestellt.