Ackerbohnen

Ackerbohnen
Die Ackerbohne zählt zu den Leguminosen und wird zu fast dreiviertel unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus angebaut. Die Fähigkeit der Leguminosen Luftstickstoff über die Knöllchenbakterien zu binden und der nachfolgenden Kultur zur Verfügung zu stellen, ist für den ökologischen Landbau ausschlaggebend.

1. Anbau

Im Jahr 2017 wurden in Bayern knapp 8.500 ha Ackerbohnen angebaut. Der Anbau ist flächendeckend, mit Schwerpunkten in den Landkreisen Regensburg, Kehlheim und Landshut. In Versuchen haben sich mehrjährige mittlere Erträge von ca. 50 dt/ha ergeben.
Ackerbohnen haben im Gegensatz zu Sojabohnen nur einen geringen Fettgehalt von ca. 2 %.

Informationen des Instituts für Pflanzenbau zum Anbau und Sortenwahl bei Ackerbohnen

2. Inhaltsstoffe pro kg TM im Vergleich zu Sojaextraktionsschrot (nach ZIFO 2014)

 AckerbohnenRapsextraktionsschrot (RES)
Trockenmasse [g]880900
Rohasche [g4077
Rohprotein [g]295392
nXP [g]194254
UDP [%]151)35
Lysin [g]1821
Methionin [g]2,07,6
NEL [MJ]8,67,1
ME [MJ]13,811,8
Stärke und Zucker [g]45179
Rohfett [g]1636
Rohfaser [g]90143
Kalzium [g]1,68,7
Phosphor [g]4,813,6
Natrium [g]0,20,5
Kalium [g]12,415,4
1) Kann durch thermische Behandlung erhöht werden

3. Beachte

  • Tanninhaltige Sorten haben eine etwas geringere Verdaulichkeit, dafür jedoch einen höheren UDP-Gehalt. Die im Vergleich mit Sojabohnen deutlich geringeren Gehalte an Proteaseinhibitoren (5 %) spielen in der Rinderfütterung keine Rolle.
  • Ackerbohnen haben weniger Rohprotein, Aminosäuren und Mineralstoffe als Rapsextraktionsschrot, sind jedoch identisch im Energiegehalt. Dieser beruht auf dem hohen Gehalt an Stärke, was in der Gesamtration beachtet werden muss.
  • Ackerbohnen können Rapsextraktionsschrot und Getreide teilweise ersetzen (1 kg Ackerbohnen entsprechen ca. 0,2 kg Getreide und 0,8 kg Rapsextraktionsschrot).
  • Um den nötigen Eiweißgehalt zu erzielen und gleichzeitig den Stärkegehalt der Gesamtration zu begrenzen, sollten Ackerbohnen zusammen mit einem zweiten Eiweißfutter eingesetzt werden.
  • Da Ackerbohnen relativ reich an Lysin, aber arm an Methionin sind, bringt die Ergänzung mit Rapsextraktionsschrot eine deutliche Verbesserung der Eiweißwertigkeit.
  • Ackerbohnen müssen geschrotet oder zerquetscht gefüttert werden.

4. Einsatzempfehlungen

NutzungsrichtungEinsatzempfehlungerprobte Höchstmenge
Aufzuchtrind, FresserIn Mischung 50/50 mit Rapsextraktionsschrot50 % im Kraftfutter
MilchkuhIn Mischung 50/50 mit Rapsextraktionsschrot4 kg
Mastrinder ab 200 kgIn Mischung 50/50 mit Rapsextraktionsschrot50 % im Kraftfutter