Forschungs- und Innovationsprojekt
Intensität in der Bullenmast mit Braunvieh (Brown Swiss) und Fleckvieh

Braunvieh- und Fleckviehfresser im Stall
Die derzeit in Deutschland gültigen Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung der Mastrinder sind über 20 Jahre alt und beschränken sich auf die Rassen Fleckvieh und Schwarzbunte. Auf Grund der relativ großen Bedeutung der Rasse Braunvieh in der Milchviehhaltung in Bayern stehen jedoch auch männliche Braunviehbullen für die Mast zur Verfügung.

Zielsetzung

Da zur Ausgestaltung der notwendigen Fütterungsintensität bei Braunviehbullen keine Informationen vorliegen und die Empfehlungen zur Versorgung insgesamt nicht aktuell sind, soll in einer Reihe von 3 Fütterungsversuchen der Einfluss unterschiedlicher Energie- und Nährstoffgehalte der Ration vergleichend für die Rassen Braunvieh und Fleckvieh überprüft werden.

1. Versuch
Methode

Für einen ersten Fütterungsversuch wurden 36 Braunvieh- und 35 Fleckviehbullen mit einem mittleren Gewicht von 234 kg und einem Alter von 158 Tagen unter Berücksichtigung von Rasse, Alter und Gewicht auf 2 Fütterungsgruppen aufgeteilt. Die Bullen der ersten Fütterungsgruppe wurden über eine Totale Mischration (TMR) auf Basis Maissilage, Maiskornsilage, Kraftfutter und Stroh mit einem kalkulierten Energiegehalt von 11,8 MJ ME/kg TM versorgt. Für die Tiere der zweiten Fütterungsgruppe wurde die Ration durch einen höheren Strohanteil und Variation des Kraftfutteranteils und der Kraftfutterzusammensetzung auf einen Energiegehalt von 11,3 MJ ME herabgesetzt. Der Rohproteingehalt der TMR wurde im Mastverlauf in 3 Phasen an den sinkenden Bedarf der Bullen angepasst. Die Schlachtung der Bullen erfolgte bei einem einheitlichen Alter von knapp 490 Tagen.
Erfasst wurden die tierindividuelle Futteraufnahme, die Gewichtsentwicklung, die Rückenfettdicke und Schlachtleistungsmerkmale.

1. Versuch
Ergebnisse

Die letzten Bullen wurden im Dezember 2016 geschlachtet. Nach ersten Auswertungen erreichten die Fleckviehbullen Zunahmen von über 1700 g/Tag, bei den Braunviehbullen lag der tägliche Zuwachs über 100 g niedriger. Deutlich wird die wesentlich schlechtere Handelsklasseneinstufung der Braunviehbullen im Vergleich zum Fleckvieh. Die Differenzierung in den Leistungsdaten im Vergleich der zwei Fütterungsvarianten fällt niedriger aus als erwartet, was darauf hindeutet, dass die angestrebte Spreizung im Energiegehalt der Ration nicht vollständig erreicht wurde.
Projektinformation
Projektleitung: Dr. T. Ettle
Projektbearbeitung: A. Obermaier, P. Edelmann
Laufzeit: 11/2015-12/2017