Forschungs- und Innovationsprojekt
optiKuh2: Fütterung, Zucht, Tiergesundheit – Optimale Bedingungen für die Milchkuh

Logo optikuh2 mit Logos der Projektpartner

Nutzung der optiKuh-Daten zur Verbesserung der Haltung von Milchkühen durch eine aktuellere Modellierung der Futteraufnahme und Nutzung von Futtereffizienz und Robustheit in Zucht und Tiergesundheitsmanagement

"optiKuh2" ist ein deutsches Verbundprojekt mit dem Ziel, weitere Verbesserungen für die Milchkuh zu erforschen und in der Praxis zu realisieren. Dafür werden die Bereiche Fütterung, Zucht und Tiergesundheit umfassend beleuchtet.
Die Gesamtkoordination des Projekts liegt beim Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Grub.

Zielsetzung

Die Milcherzeugung ist der Bereich in der deutschen Landwirtschaft mit dem größten Anteil an der Wertschöpfung und dem höchsten Arbeitskräfte- und Flächeneinsatz. Weiterhin in Diskussion steht die Intensität der Milcherzeugung hinsichtlich Tierwohl und negativer Umweltwirkung. Für die Akzeptanz und Zukunftsfähigkeit der Milchkuhhaltung in Deutschland gilt es daher, Lösungsansätze für die aufgezeigte Problematik zu finden. Die Diskussion der vorliegenden Ergebnisse zur optimalen Intensität der Milchkuhfütterung im Rahmen des Ausgangsprojekts optiKuh in Wissenschaft, Beratung, Wirtschaft und Praxis hat großes Interesse geweckt. Sie hat den Fokus auf weitere Fragen gelenkt, die mit den vorliegenden Daten bearbeitet werden können. Hierbei stehen insbesondere übergreifende Fragestellungen zu Futteraufnahme, Futtereffizienz und Stoffwechselstabilität und deren züchterischen Beeinflussung in Rede. Konkrete Anwendungen für die Praxis stehen im Vordergrund.

Forschung im Verbund

Im Projekt optiKuh hatte sich 15 Partner zusammengeschlossen, um gemeinsam der Frage nachzugehen, wie sich Tiergesundheit und Tierwohl in der Milchproduktion weiter verbessern lassen, das Klima geschont und zugleich die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden kann. Nun widmen sich drei der damaligen Projektpartner mit Unterstützung der anderen weiteren und vertiefenden Untersuchungen.
Das Projekt optiKuh2 ist für eine Laufzeit von 21 Monaten geplant. Der offizielle Startschuss war am 01. September 2019 mit den zuvor zugesendeten Zuwendungsbescheiden an die Kooperationspartner durch den Projektträger Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE).

Methode

Kühe am Fressgitter Grub
Der Titel von optiKuh2 lautet „Nutzung der optiKuh-Daten zur Verbesserung der Haltung von Milchkühen durch eine aktuellere Modellierung der Futteraufnahme und Nutzung von Futtereffizienz und Robustheit in Zucht und Tiergesundheitsmanagement“.
In optiKuh2 fließen alle Daten der 12 deutschen Versuchseinrichtungen aus optiKuh ein. Ein wesentlicher Punkt war die am Einzeltier erfasste Futteraufnahme. Aus diesen Daten und den Informationen zum Tier und zum Futter lässt sich auch auf die zu erwartende Futteraufnahme bei der Milchkuh schließen. Die möglichst gute Vorschätzung der Futteraufnahme ist eine Voraussetzung für eine optimale Fütterung von Milchkühen. Die bereits seit Jahren in Praxis und Forschung verwendete Schätzgleichung von Gruber et al. (2004) wird daher an einem aktuellen Datenmaterial überprüft und aktualisiert, die Rationsprogramme entsprechend angepasst.
Effizienzmerkmale in der Rinderzucht zielen auf die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz sowie auf die Reduktion von Emissionen und anderen Umweltwirkungen ab. Dafür ist eine möglichst gesamtheitliche Betrachtung der Milchkuh notwendig, um das Energiedefizit der Milchkühe im ersten Drittel der Laktation nicht zu verschärfen. Welche Effizienzmerkmale eignen sich also für die Zucht? Wie sieht die effiziente Kuh aus?
Eine weitere Arbeitsgruppe macht sich auf die Suche nach der „robusten“ Kuh. Doch wie erkennt man robuste Kühe? Hier soll eine App Tiermedizinern in der Praxis helfen, das Erkrankungsrisiko einzelner Tiere verlässlich einzuschätzen. Dies unterstützt wiederum ein tierindividuelles Management für mehr Tierwohl und Tiergesundheit.
Ein weiterer Punkt stellt die züchterische Umsetzung dar. Wie sind Merkmale für Futteraufnahme, Effizienz und Tiergesundheit für die züchterische Bearbeitung geeignet? Neben diesen Fragestellungen werden auch neue Ansätze zum Energiebewertungssystem überprüft.

Detaillierte Informationen über Projektpartner und Teilprojekte

Die gemeinsame Homepage zu den Projekten optiKuh und optiKuh2 gewährt der breiten Öffentlichkeit detaillierte Informationen zu den einzelnen Arbeitspaketen und den verschiedenen Projektpartnern.

Internetangebot des Verbundprojekts optikuh Externer Link

Finanzierung des Projekts

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 379 Tausend Euro. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit einer Förderquote von 83,1 % (315.227 Euro) finanziell unterstützt.

Logo Kombimarke BLE und ptBLE

Projektinformation
Projektleitung: Prof. Dr. H. Spiekers
Projektbearbeitung: Dr. Maria Ledinek, Silvia Holzinger, Dr. Thomas Ettle
Laufzeit: September 2019 - Mai 2021
Finanzierung: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Projektpartner:
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL Bayern), Freising
Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), Halle
Förderverein-Biotechnologieforschung e.V. (FBF), Bonn
Weitere eingebundene Einrichtungen:
LAZBW Aulendorf
FBN, Leibniz-Institut für Nutztierbiologie, Dummerstorf
HBLFA Raumberg-Gumpenstein, Irdning-Donnersbachtal, Österreich
Institut für Tierzucht und Tierhaltung der Universität Kiel, (CAU)
Institut für Tierernährung des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Braunschweig
Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf, Triesdorf
Landwirtschaftskammer NRW, Abteilung Tierproduktion, VBZL Haus Riswick, Kleve
Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Futterkamp
Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung Hofgut Neumühle
LLG Sachsen-Anhalt, Zentrum für Tierhaltung und Technik Iden
TiDa Tier und Daten GmbH, Brux
TU Dortmund, Fakultät für Statistik, Dortmund
Universität Hohenheim, Tierernährung, Stuttgart-Hohenheim
Förderkennzeichen: 2819113219