Forschungs- und Innovationsprojekt
Untersuchungen zur Optimierung der Nährstoffsalden in Futterbaubetrieben (Nährstoffsaldo Rind)

Grashäcksler und Traktor mit Anhänger bei der Ernte

Aussagefähige Stoffstrombilanzen im Rahmen der Stoffstrombilanzverordnung sind in Bayern für Futterbaubetriebe im Gegensatz zu Veredelungsbetrieben nicht verfügbar. Eine Stallbilanzierung für rinderhaltende Betriebe ist bislang nicht etabliert.

Wenn man davon ausgeht, dass Betriebe bei Zugrundelegung von Standardwerten und des Grobfutterfaktors bisher keine Probleme mit der Nährstoffbilanz nach Dünge-Verordnung (DüV) hatten, so dürften unter den Bedingungen der Stoffstrombilanzierung (eigene Werte), bei gleichbleibender Fütterungspraxis Probleme auftreten. Die Effizienzparameter werden bisher kaum beachtet. Reaktionen werden also erst erfolgen, wenn eine Stoffstrombilanz verpflichtend für alle Betriebe eingeführt ist. Schon seit 2018 führen alle Landwirte, die mehr als 50 Großvieheinheiten (GVE) oder mehr als 30 ha landwirtschaftliche Fläche (LF) haben, bereits eine Stoffstrombilanz durch. Ab 2023 betrifft dies alle Landwirte mit mehr als 20 ha LF und 50 GVE.
Es sind keine aussagekräftigen Stoffstrombilanzen für rinderhaltende Betriebe als Grundlage für eine zukunftsgerichtete Rinderhaltung und entsprechende Beratung in Bayern vorhanden. Stallsalden für rinderhaltende Betriebe würden es ermöglichen, dass betriebsindividuelle Verfahren mit niedrigem Stickstoff- und Phosphor-Einsatz bei der Ermittlung des Nährstoffanfalls im Betrieb berücksichtigt werden können.

Zielsetzung

Kühe beim Fressen
Da bisher wenig Kenntnisse vorliegen, wie bayerische rinderhaltende Betriebe bezüglich der Vorgaben der Stoffstrombilanzierung abschneiden, soll in einem ersten Teil aussagekräftige Stoffstrombilanzen für rinderhaltende Betriebe als Grundlage für eine zukunftsgerichtete Rinderhaltung und entsprechende Beratung erstellt werden.
Um betriebsindividuelle Situationen auf den Betrieben darzustellen, ist die Etablierung eines Stallsaldos für Rinder vorgesehen. Dieser würde es im Rahmen der DüV und Stoffstrombilanzverordnung ermöglichen, dass betriebsindividuelle Verfahren mit niedrigem N-/P-Einsatz bei der Ermittlung des Nährstoffanfalls im Betrieb berücksichtigt werden können.
Die Datenerfassung und Berechnung eines Stallsaldos soll digital gestützt werden und auf Praxistauglichkeit getestet werden.

Methodik

  • Beteiligung von 11 Milchvieh- und 5 Rindermast-Praxisbetrieben, die Futterbaubetriebe in Bayern mit unterschiedlichen Situationen (Größe, Futtergrundlage) widerspiegeln. Zusätzlich erfolgt die Miteinbeziehung eines Bayerischen Staatsgutes.
  • Stoffstrombilanzierung bei den beteiligten Betrieben für das Jahr 2021 und 2022
  • Entwicklung einer EDV-gestützen Stallsaldierung für rinderhaltende Betriebe
  • Evaluierung der Maßnahmen und Wissenstransfer

Zwischenergebnisse

Der durchschnittliche Anteil der N-Zufuhr aus Futtermitteln lag in den Projektbetrieben im Jahr 2022 bei durchschnittlich 52 %. Der durchschnittliche Anteil aus Mineraldünger im Jahr 2022 betrug 29 %. Wie zu erwarten war der größte Anteil des N-Outputs bei Rindermastbetrieben mit durchschnittlich 47 % der Verkauf der Tiere. Bei den Milchvieh- bzw. Bio-Milchviehbetrieben war dies der Verkauf der Milch mit 58 % bzw. 77 %.
Bei Phosphor lag der mittlere Eintrag aus Futtermitteln noch höher als bei Stickstoff. Dieser betrug im Mittel 80 %. Der durchschnittliche Anteil der P-Zufuhr aus Mineraldünger betrug in den Rindermastbetrieben und Milchviehbetrieben 10 %. Der größte Anteil des P-Outputs war bei den Rindermastbetrieben mit durchschnittlich 52 % der Verkauf der Tiere. In den Milchviehbetrieben war der größte Anteil des P-Outputs mit durchschnittlich 56 % und in den Bio-Milchviehbetrieben 74 % der Verkauf der Milch.

Projektinformation
Projektleitung: Dr. H. Schuster
Projektbearbeitung: U. Schachner
Laufzeit: 01.01.2022 - 31.12.2023
Kooperation: Bayerische Staatsgüter, Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Förderkennzeichen: A/21/05