Forschungs- und Innovationsprojekt
Untersuchungen zur Optimierung der Nährstoffsalden in Futterbaubetrieben (Nährstoffsaldo Rind)

Grashäcksler und Traktor mit Anhänger bei der Ernte

Aussagefähige Stoffstrombilanzen im Rahmen der Stoffstrombilanzverordnung sind in Bayern für Futterbaubetriebe im Gegensatz zu Veredelungsbetrieben nicht verfügbar. Eine Stallbilanzierung für rinderhaltende Betriebe ist bislang nicht etabliert.

Wenn man davon ausgeht, dass Betriebe bei Zugrundelegung von Standardwerten und des Grobfutterfaktors bisher keine Probleme mit der Nährstoffbilanz nach Dünge-Verordnung (DüV) hatten, so dürften unter den Bedingungen der Stoffstrombilanzierung (eigene Werte), bei gleichbleibender Fütterungspraxis Probleme auftreten. Die Effizienzparameter werden bisher kaum beachtet. Reaktionen werden also erst erfolgen, wenn eine Stoffstrombilanz verpflichtend für alle Betriebe eingeführt ist. Aktuell ist von der Bundesregierung ein Vorziehen der Verpflichtung auf 2022 in Diskussion. Es sind keine aussagekräftigen Stoffstrombilanzen für rinderhaltende Betriebe als Grundlage für eine zukunftsgerichtete Rinderhaltung und entsprechende Beratung in Bayern vorhanden. Stallsaldos für rinderhaltende Betriebe würden es ermöglichen, dass betriebsindividuelle Verfahren mit niedrigem Stickstoff- und Phosphor-Einsatz bei der Ermittlung des Nährstoffanfalls im Betrieb berücksichtigt werden können.

Zielsetzung

Kühe beim Fressen
Da bisher wenig Kenntnisse vorliegen, wie bayerische rinderhaltende Betriebe bezüglich der Vorgaben der Stoffstrombilanzierung abschneiden, soll in einem ersten Teil aussagekräftige Stoffstrombilanzen für rinderhaltende Betriebe als Grundlage für eine zukunftsgerichtete Rinderhaltung und entsprechende Beratung erstellt werden.
Um betriebsindividuelle Situationen auf den Betrieben darzustellen, ist die Etablierung eines Stallsaldos für Rinder vorgesehen. Dieser würde es im Rahmen der DüV und Stoffstrombilanzverordnung ermöglichen, dass betriebsindividuelle Verfahren mit niedrigem N-/P-Einsatz bei der Ermittlung des Nährstoffanfalls im Betrieb berücksichtigt werden können.
Die Datenerfassung und Berechnung eines Stallsaldos soll digital gestützt werden und auf Praxistauglichkeit getestet werden.

Methodik

  • Beteiligung von 10 Milchvieh- und 5 Rindermast-Praxisbetrieben, die Futterbaubetriebe in Bayern mit unterschiedlichen Situationen (Größe, Futtergrundlage) widerspiegeln. Zusätzlich erfolgt die Miteinbeziehung eines Bayerischen Staatsgutes.
  • Stoffstrombilanzierung bei den beteiligten Betrieben für das Jahr 2021
  • Entwicklung einer EDV-gestützen Stallsaldierung für rinderhaltende Betriebe
  • Evaluierung der Maßnahmen und Wissenstransfer

Ergebnisse

Erste Ergebnisse über den Status Quo auf den Projektbetrieben sind im Frühjahr 2023 zu erwarten.

Projektinformation
Projektleitung: Dr. H. Schuster
Projektbearbeitung: E. Velasco
Laufzeit: 01.01.2022 - 31.12.2022
Kooperation: Bayerische Staatsgüter, Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Förderkennzeichen: A/21/05