Welchen Fasermix für Ferkel?

Fasermix für Zuchtsauen

Fasermix

Die Faserversorgung beziehungsweise Faserbewertung beim Schwein insbesondere beim Ferkel gewinnt aufgrund der aktuellen Diskussion um das Tierwohl immer mehr an Bedeutung. Um Rohfasergehalte von etwa 5 Prozent zu erreichen, wird häufig der bei den tragenden Zuchtsauen verwendete Fasermix auch ins Ferkelaufzuchtfutter eingemischt. Derartige, für tragende Zuchtsauen konzipierte Fasermixe zeichnen sich durch hohe Gehalte an quellfähigen und zum Teil sehr teueren Komponenten aus. Darüber hinaus verteuert die energetische Aufwertung zum Beispiel durch Pflanzenöl ein faserreiches Ferkelfutter zusätzlich. Deshalb wurde ein preiswerter Fasermix mit anderen zum Teil weniger quellfähigen Faserkomponenten beim Ferkel getestet.

Versuchsdurchführung

Der Versuch wurde am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Schweinehaltung in Schwarzenau durchgeführt. Dazu wurden 192 Ferkel ausgewählt und nach Lebendmasse, Geschlecht und Abstammung gleichmäßig auf folgende Behandlungsgruppen aufgeteilt:
  • Kontrollgruppe: „Hochwertiger" Fasermix für Zuchtsauen
  • Testgruppe: „Einfacher" Fasermix
Die Zusammensetzung der Fasermixe geht aus nachfolgender Tabelle hervor. Beide Fasermixe wiesen einen Rohfasergehalt von 19 Prozent auf.
Fasermix, "hochwertig" Fasermix, "einfach"
Trockenschnitzel (%) 30,0 17,5
Weizenkleie (%) 15,0 24,0
Melasse (%) 1,0 1,0
Sojabohnenschalen (%) 24,0 0,0
Apfeltrester (%) 30,0 0,0
Luzernegrünmehl (%) 0,0 19,0
Haferschälkleie (%) 0,0 18
Sonnenblumenextraktionsschrot (%) 0,0 16,2
Weizengrießkleie (%) 0,0 3,0
Kalk, Salze, Fette (%) 0,0 1,3

Die wichtigsten Ergebnisse

In nachfolgender Tabelle sind die wichtigsten Ergebnisse des Versuchs zusammengefasst. Die täglichen Zunahmen waren in der Gruppe mit dem „einfachen“ Fasermix mit 515 Gramm signifikant höher als in der Gruppe mit dem „hochwertigen“ Fasermix und 490 Gramm. Der Futterverbrauch war in der Gruppe mit dem „hochwertigen“ Fasermix um 30 Gramm (876 gegenüber 846 Gramm) höher. Dieser Unterschied konnte statistisch nicht abgesichert werden. Statistisch günstiger war der Futteraufwand bei Einsatz des „einfachen“ Fasermixes mit 1,63 gegenüber 1,78 Kilogramm Futter pro Kilogramm Zuwachs.
Kontrolle
"Hochwertiger" Fasermix
Testgruppe
"Einfacher" Fasermix
Tägliche Zunahmen (g) 490 515
Verbrauch an Futter (g/Tier) 876 846
Futteraufwand (kg Futter/kg Zuwachs) 1,78 1,63

Zusammenfassung und Fazit

Der „einfache Fasermix“ ohne Obsttrester und Sojabohnenschalen führte im Fütterungsversuch zu signifikant höheren Aufzuchtleistungen und statistisch absicherbaren günstigeren Futter-und Energieeffizienzzahlen. Zudem war er um etwa 7 Euro pro Dezitonne preiswerter. Der Futterverbrauch wurde durch die Art des Faserträgers nur wenig beeinflusst. Ein speziell für Zuchtsauen konzipierter Faserträger mit zum Teil teuren und sehr quellfähigen Komponenten scheint zur Fasererhöhung im Ferkelfutter weniger geeignet zu sein
Projektinformation
Projektleiter: Dr. W. Preißinger
Projektbearbeiter: G. Propstmeier, S. Scherb
Laufzeit: Juli 2015 bis Oktober 2016