Monoglyceride mittelkettiger Fettsäuren im Futter von abgesetzten Ferkeln, Auswirkungen auf Futteraufnahme und Leistung

Ferkel am Trog
Der Einsatz kurzkettiger Fettsäuren im Futter hat sich zur Stabilisierung von Gesundheit und Leistung beim Ferkel bewährt. Neben kurzkettigen Fettsäuren wird auch der Einsatz mittelkettiger Fettsäuren diskutiert. Diese werden nicht als freie Fettsäure, sondern gebunden an Glycerin als Gemisch aus Mono- und Diglyceriden angeboten. Den Monoglyceriden wird unter anderem eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben. In vorausgegangenen Fütterungsversuchen mit Ferkeln in Schwarzenau stand hauptsächlich Monolaurin, das Monoglycerid der Laurinsäure im Fokus. In vorliegender Versuchsreihe wurde ein Produkt mit Monoglyceriden verschiedener mittelkettiger Fettsäuren getestet.

Versuchsdurchführung

Es wurden zwei Fütterungsversuche mit Ferkeln am Versuchs- und Bildungszentrum für Schweinehaltung in Schwarzenau durchgeführt. Dazu wurden jeweils 192 abgesetzte, schwanzkupierte Ferkel nach Lebendmasse Abstammung und Geschlecht ausgewählt und gleichmäßig auf folgende Versuchsgruppen aufgeteilt:
  • Kontrolle
  • Zusatz von Monoglyceriden (0,3 Prozent in der Futtermischung)
Pro Versuchsgruppe wurden 96 Tiere in 8 Buchten zu je 12 Tieren auf Kunststoffspalten ohne Einstreu gehalten. Das Futter wurde mittels einer Spotmixanlage breiig vorgelegt. Es bestand aus Getreide, Sojaextraktionsschrot, Pflanzenöl, Mineralfutter und Fumarsäure. Die Versuche begannen mit dem Absetzen und gliederten sich in zwei Fütterungsphasen von jeweils 3 Wochen Dauer.

Ergebnisse

Versuch 1

In Versuch 1 mussten alle 192 eingestallten Tiere aufgrund einer Infektion gegen Ende der 1. Fütterungsphase medikamentös behandelt werden. Insgesamt fielen zwei Tiere der Kontroll- und drei Tiere der Monoglyceridgruppe aus.

In nachfolgender Tabelle sind die täglichen Zunahmen, der Futterverbrauch sowie der Futteraufwand für die einzelnen Fütterungsphasen sowie für die gesamte Dauer von Versuch1 zusammengestellt.
  KontrollgruppeMonoglyceride
Tägliche Zunahme (g)Phase 1281287
Tägliche Zunahme (g)Phase 2633682
Tägliche Zunahme (g)gesamt453480
Futterverbrauch (g)Phase 1475449
Futterverbrauch (g)Phase 211231128
Futterverbrauch (g)gesamt791780
Futteraufwand (kg/kg)Phase 11,691,56
Futteraufwand (kg/kg)Phase 21,781,65
Futteraufwand (kg/kg)gesamt1,751,63
In Fütterungsphase 1 wurde mit 281 beziehungsweise 287 Gramm täglichen Zunahmen kein signifkanter Effekt der Monoglyceride festgestellt. In der 2. Fütterungsphase nach Ausbruch der Krankheitswelle unterschieden sich die täglichen Zunahmen mit 633 Gramm in der Kontroll- und 682 Gramm in der Monoglyceridgruppe signifikant. Im Versuchsmittel wurde ein signifikanter Einfluss mit 453 Gramm (Kontrolle) und 480 Gramm (Monoglyceride) täglichen Zunahmen knapp verfehlt

Auf den Futterverbrauch ließ sich im Versuchsmittel sowie in allen Fütterungsphasen kein signifikanter Effekt der Monoglyceridzulage feststellen. Im Versuchsmittel wurden in der Kontrollgruppe 791 und in der Monoglyceridgruppe 780 Gramm Futter pro Tier und Tag verbraucht.

Die Zulage der Monoglyceride verbesserte im Versuchsmittel sowie in allen Fütterungsphasen den Futteraufwand pro kg Zuwachs signifikant. In Fütterungsphase 1 belief sich der Futteraufwand pro Kilogramm Zuwachs auf 1,56 Kilogramm in der Monoglycerid- und auf 1,69 Kilogramm in der Kontrollgruppe. In der 2. Fütterungsphase betrugen die Werte 1,65 Kilogramm (Monoglyceride) und 1,78 Kilogramm (Kontrolle). Im Mittel des Versuchs wurde ein Futteraufwand von 1,63 Kilogramm in der Monoglyceridgruppe und von 1,75 Kilogramm in der Kontrollgruppe pro Kilogramm Zuwachs ermittelt.

Versuch 2

In Versuch 2 wurden insgesamt 23 Tiere medikamentös behandelt, elf Tiere der Kontroll- und zwölf Tiere der Monoglyceridgruppe. Hauptursache war Husten. In Versuch 2 fiel kein Tier krankheitsbedingt aus, zwei Tiere der Kontrollgruppe wurden wegen Minderwachstums (Kümmerer) nicht in die Auswertung einbezogen.

In nachfolgender Tabelle sind die täglichen Zunahmen, der Futterverbrauch sowie der Futteraufwand für die einzelnen Fütterungsphasen sowie für die gesamte Dauer von Versuch 2 zusammengestellt.
  KontrollgruppeMonoglyceride
Tägliche Zunahme (g)Phase 1336324
Tägliche Zunahme (g)Phase 2624646
Tägliche Zunahme (g)gesamt477481
Futterverbrauch (g)Phase 1518480
Futterverbrauch (g)Phase 210841059
Futterverbrauch (g)gesamt794762
Futteraufwand (kg/kg)Phase 11,541,48
Futteraufwand (kg/kg)Phase 21,741,64
Futteraufwand (kg/kg)gesamt1,671,58
Die Zulage der Monoglyceride beeinflusste weder im Versuchsmittel noch in den einzelnen Fütterungsphasen die täglichen Zunahmen signifikant. Im Mittel des Versuchs wurden Tageszunahmen von 477 Gramm in der Kontrollgruppe und 481 Gramm in der Monoglyceridgruppe erzielt.

Auch wenn im Mittel zwischen 762 und 794 Gramm Futter pro Tier und Tag abgerufen wurden, waren die Unterschiede statistisch nicht abzusichern. In der Betrachtung der einzelnen Fütterungsphasen waren ebenfalls keine signifikanten Effekte festzustellen.

In Fütterungsphase 1 zeigte sich mit 1,48 Kilogramm in der Monoglyceridgruppe und 1,54 Kilogramm in der Kontrollgruppe noch kein signifikanter Effekt auf den Futteraufwand pro Kilogramm Zuwachs. In Fütterungsphase 2 sowie im Versuchsmittel verbesserte die Monoglyceridgabe den Futteraufwand signifikant. In Fütterungsphase 1 belief sich dieser auf 1,64 Kilogramm in der Monoglycerid- und auf 1,74 Kilogramm in der Kontrollgruppe. Im Versuchsmittel lagen die entsprechenden Werte bei 1,58 Kilogramm (Monoglyceride) und bei 1,67 Kilogramm (Kontrolle).

Schlussfolgerung

In beiden Versuchen führte die Zulage von Monoglyceriden zu einer Verbesserung des Futteraufwandes pro Kilogramm Zuwachs. Auf die täglichen Zunahmen zeigte sich in Versuch 2 kein Effekt. Bei den gesundheitlich angeschlagenen Ferkeln von Versuch 1 wurden in der 2. Fütterungsphase signifikant höhere tägliche Zunahmen bei Zulage der Monoglyceride registriert. In der gesamten Aufzuchtperiode wurde das Signifikanzniveau bei den Tageszunahmen nur knapp verfehlt. Der Einsatz von Monoglyceriden stellt eine Möglichkeit dar, die Leistungen bei gesundheitlichen Problemen zu optimieren. Dabei sind aber auch die Kosten für diese Produkte mit zu berücksichtigen.