Forschungs- und Innovationsprojekt
Reallabor an Rott und Inn

Landwirtin und Berater am Feldrand vor einer blühenden Zwischenfrucht

Foto: Angelika Warmuth

Das Reallabors an Rott und Inn will die Ertragssicherheit und Resilienz im Ackerbau steigern. Durch einen gemeinsamen Entwicklungsprozess mit Praxis, Wissenschaft und weiteren Akteuren agiert das Reallabor als ''Motor'' einer nachhaltigen Transformation mit Vorbildcharakter.

Hintergrund

grünes Logo auf weißem Hintergrund Reallabor Rott und Inn
Zunehmende Wetterextreme, steigende Anforderungen im Pflanzenschutz und Schwankungen auf den Agrarmärkten setzen den bayerischen Ackerbau unter Druck. Gleichzeitig erschweren Regulierungen und gesellschaftliche Erwartungen die wirtschaftliche Planung vieler landwirtschaftlicher Betriebe. Der Umgang mit diesen Herausforderungen, der häufig mit vielfältigen Zielkonflikten verbunden ist, erfordert nicht nur partielle Anpassungen auf Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe, vielmehr bedarf es eines Transformationsprozesses hin zu resilienteren und nachhaltigeren Betriebssystemen, die in der Konsequenz auch eine höhere Ertragssicherheit bei tragfähiger Rentabilität und gesellschaftlicher Akzeptanz aufweisen.
Auf Grundlage des Zukunftsvertrags Landwirtschaft entsteht am LfL Standort Ruhstorf a. d. Rott das vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geförderte Living Lab "Reallabor an Rott und Inn“ im Einzugsbereich der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Rott und Inn.
In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern Universität Passau und Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sollen bisherige Forschungsfragen auf den Flächen der landwirtschaftlichen Praxis Anwendung finden und die Vernetzung zwischen den verschiedenen Interessensgruppen, den sogenannten Steakholdern der Region, gestärkt und ausgebaut werden.

Ziele und Motivation

Das Hauptziel des Reallabors an Rott und Inn ist unter anderem die Ertragssicherheit und Resilienz im Ackerbau zu steigern. Am LfL-Standort Ruhstorf und darüber hinaus wurden zu diesem Themenkomplex langjährige Versuchsinfrastrukturen und weitere Projektformate etabliert, aus denen wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen wurden. Diese fließen im Reallabor in einen Co-Creation-Prozess mit Landwirten, Beratern, Verbänden und Vertretern der Wertschöpfungskette ein. Das Ergebnis ist ein acker- und pflanzenbauliches Maßnahmenportfolio, verbunden mit Werkzeugen zum Risikomanagement. Auf Demobetrieben erfolgt der Praxistest als Voraussetzung für die Skalierung in die Fläche.

Im Fokus stehen dabei:

  • Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes
  • Notwendige Adaption der Pflanzenbausysteme
  • Ressourcenschutz
  • Ertragsstabilität unter Klimaextremen
Das Reallabor agiert als ''Motor'' auf dem Weg zu einer nachhaltigen Transformation und es wird über seine Grenzen hinaus Vorbildcharakter aufweisen.

Methode

Der Transformationsprozess erfordert eine Systemorientierung, die nur durch interdisziplinäre - und transdisziplinäre Ansätze erreicht werden kann. Partizipative Ansätze sind unabdingbar, um Akzeptanz auf Seiten der Landwirtschaft und weiterer Stakeholder sicherzustellen und verschiedene Wissensressourcen zu integrieren.
Ein zentraler Innovationsansatz im Projekt ist der Aufbau eines Demobetriebsnetzes, um die Praxistauglichkeit direkt bei den späteren Anwendern zu testen und den Wissensaustausch zwischen Landwirtinnen und Landwirten zu fördern.
Durch die Einbindung weiterer Projektpartnern wie z.B. den Ringen junger Landwirte und Landfrauen, Interessensgruppierungen, Ämtern und der Beratung wird zudem die Verankerung in der Landwirtschaft, gesichert.

Darstellung der im Reallabor an Rott und Inn mitwirkenden Projektpartner

Ergebnisse

Einige der erwarteten Erkenntnisgewinne für Landwirtschaft und Gesellschaft sind:

  • Ertragsstabiler Pflanzenbau unter Klimaextremen
  • Anwendbares Betriebliches Risikomanagement
  • Ressourcenschutz und Biodiversität stärken
  • Reduzierung Pflanzenschutzmitteleinsatz
  • Stärkung des Ackerbaustandortes Bayern
  • Vernetzung von Produzenten und Konsumenten
  • Praxisnahe Handlungsoptionen für resiliente regionale Wertschöpfungsketten
  • Wissensgrundlagen betrieblichen Entscheidens
Zudem werden Erkenntnisse gesammelt, um zukünftig Forschungsinnovationen leichter in der Praxis etablieren zu können.
Geplant ist ein Maßnahmenbeginn auf den Demobetrieben ab Frühjahr 2026, sodass mit ersten Ergebnissen Ende 2026 gerechnet werden kann.

Aktuelles

Am 05. März 2026 findet das erste Reallabor Stakeholder Forum statt.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Projektinformation
Projektleitung: Dr. Markus Gandorfer
Projektteam: Alexandra Mühlbauer, Liliia Köster, Eva Resl, Eva-Maria Brunlehner, Julia Saller, Florian Ebertseder, Johannes Burmeister, Klaus Gehring, Andrea Winterling, Dr. Peer Urbatzka, Dr. Lorenz Hartl, Ulla Konradl, Dr. Beat Vinzent, Dr. Gesa Busch, Peter Reutter, Prof. Dr. Anna Henkel, PD Dr. Katrin Hirte, Bianca Bär, Klara Brachmann, Hakon Albers, Julius Tischer
Laufzeit: 01.05.2025 bis 30.06.2029
Projektpartner: Prof. Anna Henkel, Lehrstuhl für Soziologie mit Schwerpunkt Techniksoziologie und nachhaltige Entwicklung, Universität Passau Prof. Gesa Busch, Professur für Food Consumption and Wellbeing, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Förderkennzeichen: A/25/06

Anfragen unter:
E-Mail: reallabor@lfl.bayern.de