Übersicht
Düngebedarfsermittlung

Jeder Pflanzenbestand hat seinen individuellen Nährstoffbedarf. Stickstoff ist der Nährstoff mit den größten Ertrags- und Qualitätseinflüssen. Aber er kann neben Phosphat auch schnell zu einem Umweltproblem werden. Für eine wirtschaftliche und umweltverträgliche Pflanzenproduktion ist daher eine von der Menge und vom Zeitpunkt optimale Stickstoff- und Phosphatdüngung notwendig. Die DüV schreibt vor dem Aufbringen von wesentlichen Nährstoffmengen an Stickstoff oder Phosphat eine schriftliche Düngebedarfsermittlung vor.

Bodennahe Gülleausbringung auf Getreidestoppeln.

Aktuelles zur Düngebedarfsermittlung 2026
Die beiden LfL-Programme zur Düngebedarfsermittlung stehen ab Dezember 2025 für das Düngejahr 2026 zur Verfügung. Ist die Dokumentation für das Düngejahr 2024/25 abgeschlossen, können die Düngeplanungen für die Düngesaison 2026 beginnen.

Fragen?

Eine Frau am Computerarbeitsplatz tippt in einen Taschenrechner, der vor ihr auf den aufgeschlagenen Unterlagen liegt.

Büroarbeit
Foto: Angelika Warmuth

Bitte beachten Sie die Anleitungen zu und in den Programmen. Dort finden Sie auf die meisten Fragen eine Antwort.
Bei Fragen zu den Programmen wenden Sie sich an Ihr zuständiges Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten oder an den Verbundpartner in Ihrer Nähe.

Kontakte für Beratung und Unterstützung

Informationen zur Düngebedarfsermittlung

Veröffentlichte Nmin-Werte befinden sich am Ende dieser Seite

EDV-Düngeprogramme

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft stellt kostenlose EDV-Programme für die Düngebedarfsermittlung zur Verfügung.

LfL Düngebedarf Online – Düngebedarfsermittlung (Onlineprogramm) mit Simulation des Nmin-Werts und Düngedokumentation

Eingabemaske des Programms LfL Düngebedarf OnlineZoombild vorhanden

LfL Düngebedarf Online

Mittels des Onlineprogramms "LfL Düngebedarf" ist eine schriftliche Düngebedarfsermittlung möglich. Neben Stickstoff kann hier auch die Düngung mit Phosphat und Kali geplant werden. Der Ausdruck der Düngebedarfsermittlung dient als Nachweis bei einer Betriebskontrolle. Die Flächendaten können automatisch aus iBalis geladen werden.
Zudem kann auf den Ackerschlägen der Nmin-Wert simuliert werden und nach der Düngung die ausgebrachte Düngegabe dokumentiert und aufsummiert werden.

Onlineprogramm zur Düngebedarfsermittlung mit Simulation des Nmin-Werts

LfL Düngebedarf Excel – Düngebedarfsermittlung (Excelprogramm) und Düngedokumentation

Eingabemaske des Programms LfL Düngebedarf ExcelZoombild vorhanden

LfL Düngebedarf Excel

Das Onlineprogramm "LfL Düngebedarf" ermöglicht eine schriftliche Düngebedarfsermittlung für Ackerkulturen und Grünland gemäß DüV. Der PDF-Ausdruck dient als Nachweis bei einer Betriebskontrolle. Zudem kann der Nmin-Wert simuliert sowie die ausgebrachte Düngung aufgezeichnet und dokumentiert werden.

Excelprogramm zur Düngebedarfsermittlung und Erläuterungen

DSNonline – Düngeberatungssystem Stickstoff

Auf Grundlage einer eigenen Nmin-Bodenuntersuchung bietet das Düngeberatungssystem Stickstoff (DSN) zu den wichtigsten Ackerkulturen eine detaillierte Stickstoffdüngeempfehlung.
Zusammen mit dem Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung (LKP) und den Erzeugerringen für pflanzliche Produktion organisiert die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft das Düngeberatungssystem Stickstoff (DSN).

DSNonline – Düngeberatungssystem Stickstoff

Formulare zur Aufzeichnung der Düngung

Erträge

Erträge für die Düngebedarfsermittlung

Der Düngebedarf ist auf Grundlage der betriebsspezifischen Erträge zu ermitteln (fünfjähriges Ertragsmittel). Da die Erträge beim erstmaligen Anbau einer Kultur im Betrieb oftmals unbekannt sind, können nachfolgend aufgelistete Erträge bei der Düngebedarfsermittlung verwendet werden. Zur Berechnung der Landkreiserträge wurden bis 2024 ausschließlich die Daten des Bayerischem Landesamt für Statistik (LfStat) verwendet. Bei Landkreisen und kreisfreien Städten mit fehlenden Erträgen wurden die bayerischen Mittelwerte verwendet. Ab dem Düngejahr 2025 werden zusätzlich die Ertragsdaten aus den bayerischen Exaktversuchen herangezogen und damit die fehlenden Landkreiserträge des LfStat ergänzt. Von welchem Landkreis der Ertrag genommen werden kann, entscheidet der Flächensitz. Bei Flächen in mehreren Landkreisen kann aber auch der Betriebssitz als Entscheidungskriterium herangezogen werden.

Die Verwendung von eigenen Erträgen in der Düngebedarfsermittlung ist möglich, diese können wie folgt ermittelt und nachgewiesen werden:
- mittels Verkaufsbelege
- Plausibilisierung durch verfütterte Mengen (LKV-Auswertung) oder Futterrationsberechnung
- Ertragsmessung durch Feldhäcksler oder Mähdrescher
- über eine Fuhrwerkswaage

Nmin-Werte

Bodenprobe zur Untersuchung des Nmin-Werts

Eine Frau steht auf einem Acker und entnimmt eine Bodenprobe, vor ihr stehen drei bunte Plastikeimer.

Ziehen einer Nmin-Bodenprobe

Die Düngeverordnung sieht vor dem Aufbringen wesentlicher Nährstoffmengen eine Ermittlung der im Boden verfügbaren Stickstoff- und Phosphatmengen vor. Für verfügbaren Stickstoff gilt dies im Ackerbau für den Zeitpunkt der Düngung, mindestens aber jährlich.
Nmin-Werte können durch das Ziehen eigener repräsentativer Bodenproben ermittelt, aus den Veröffentlichungen entnommen oder simuliert werden.

Erläuterungen zur Nmin-Probenahme und Termine

Simulation des Nmin-Werts

Schema zur Verwendung des Nmin-Wert in Abhängigkeit von der Fläche.Zoombild vorhanden

Verwendung des Nmin-Werts

Der Nmin-Wert eines Feldstücks kann mit und ohne der Grundlage einer gezogenen Bodenprobe simuliert werden. Bei der Simulation des Nmin-Werts handelt es sich um eine integrierte Funktion in DSN und im Onlineprogramm "LfL Düngebedarf". Für Hopfen, Wein, Spargel und einige Sonderkulturen kann kein Nmin-Wert simuliert werden.

Informationen zur N-Simulation

Veröffentlichte Nmin-Werte

Ausgaben des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts

Ausgaben des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts

Für die wichtigsten Ackerkulturen werden hier auf der Seite und im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt Nmin-Werte veröffentlicht. Von welchem Regierungsbezirk der Nmin-Wert genommen werden kann, entscheidet der Flächensitz. Es kann aber auch der Betriebssitz als Entscheidungskriterium herangezogen werden.
Die vorläufigen Werte können für eine frühzeitige Düngebedarfsermittlung verwendet werden. In Jahren mit außergewöhnlichen Witterungsbedingungen während der Wintermonate ist es jedoch ratsam, die Berechnungen im Frühjahr auf Grundlage der endgültigen Nmin-Werte zu aktualisieren, um gegebenenfalls bei der Düngung reagieren zu können.
Bei Grünland und mehrschnittigem Feldfutterbau sind keine Nmin-Gehalte notwendig.
Der Ausdruck der hier veröffentlichten Nmin-Werte oder des entsprechenden Wochenblattartikels erfüllt die Aufzeichnungspflicht zur Ermittlung des Nmin-Wertes.

Aktuelle Nmin-Artikelserie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW)

Zu den nachfolgenden genannten Terminen werden die Nmin-Gehalte veröffentlicht:

Vorläufige WerteEndgültige Werte
Wintergetreide, Raps1. Dezember1. März
Sommergetreide, Rüben,
sonstige Fruchtarten
1. Dezember15. März
Kartoffeln, Mais1. Dezember1. April

Nmin-Werte 2026

Tabelle 1: Hauptfrüchte mit einer tiefen (0–90 cm) Durchwurzelung des Bodens (kg N/ha)
Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Oberfranken Mittelfranken Unterfranken Schwaben
Hauptfrucht Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
W-Raps43444142394140
W-Gerste57595749475348
Triticale, W-Roggen54594850465248
W-Weizen, Dinkel51526056505948
S-Weizen, Durum, S-Roggen, S-Raps62535559566056
Z-Rüben, F-Rüben60525055575352
Silomais, Körnermais61675657585752
Sonstige Fruchtarten62535454555857
Bei einer Durchwurzelungstiefe des Bodens von circa 60 cm sollten nur 75 Prozent vom Nmin-Gehalt angesetzt werden.
Bei einer Durchwurzelungstiefe des Bodens von circa 30 cm sollten nur 45 Prozent vom Nmin-Gehalt angesetzt werden.
Tabelle 2: Hauptfrüchte mit einer mittleren (0-60 cm) Durchwurzelung des Bodens (kg N/ha)
Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Oberfranken Mittelfranken Unterfranken Schwaben
Hauptfrucht Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
S.-Gerste, Hafer49373837404747
Sonnenblumen, Lein50444648455147
Kartoffeln43414340364442
Sonstige Fruchtarten46394040414342
-- bedeutet, dass keine oder eine nicht ausreichende Anzahl an Untersuchungen vorliegt.
Bei einer Durchwurzelungstiefe des Bodens von circa 30 cm sollten nur 60 Prozent vom Nmin-Gehalt angesetzt werden.
Bei Kulturen, die in der Tabelle nicht aufgeführt sind (zum Beispiel Spargel), dürfen entsprechend der Durchwurzelung die Werte für sonstige Fruchtarten verwendet werden.