Pilzkrankheiten in Sommergerste – Monitoring

Aktuelle Hinweise vom 21.05.2026

Mitte dieser Woche endete das wechselhaft-kühle Wetter, für die kommenden Tage ist trocken-warme Hochdruckwitterung vorhergesagt, ab dem Pfingstwochenende mit bayernweit sommerlichen Temperaturen, teils über 30 Grad. Weiterer Regen ist dagegen nicht in Sicht. Für viele Standorte, wo es im Mai nur wenige Tropfen gab, droht damit, nach der nur kurzen Entspannung, erneut Trockenstress, der schon das gesamte Frühjahr prägte. Das belegen die Daten des Agrarmeteorologischen Messnetzes der LfL. Bis Mittwoch dieser Woche erreichte die Regensumme für den Mai im bayernweiten Mittel nur 30 mm, bei einer weiten Spanne von 10 bis 74 mm. Viele Standorte stehen damit bei nur einem Drittel oder weniger der langjährig üblichen Regenmenge für einen Mai. Wegen der kleinräumigen Schauer finden sich die ausgeprägten Unterschiede in nahezu allen Regionen. Ähnlich unterschiedlich wie die Regenmengen ist vor Ort auch der Infektionsdruck für viele Krankheiten. Dies gilt es bei den aktuellen Kontrollen zu beachten.
Die Sommergersten hatten zu Wochenbeginn in der Regel das 2- oder 3-Knotenstadium (BBCH 32/33) erreicht, bei frühen Beständen und Lagen spitzte das Fahnenblatt (BBCH 37).
Bis auf einen Bestand im Landkreis Neumarkt mit der Sorte Amidala, wo die Schwelle für Netzflecken erreicht wurde, zeigten die Sommergersten vom Montag kaum Befall mit Krankheiten. Auf einzelnen Standorten findet sich allenfalls leichter Anfangsbefall mit Mehltau, Netzflecken oder Rhynchosprium-Blattflecken, hier meist deutlich unterhalb der Bekämpfungsschwellen. Ab BBCH 31 wird dazu nach Pilzbefall auf den beiden Blattetagen F-3 und F-4 gesucht. In BBCH 31 ist das in der Regel das zweite und dritte voll entwickelte Blatt von oben. Kontrollen der sehr kleinen Pusteln des Zwergrostes sollten am gesamten Haupttrieb erfolgen. Die Schwellen sind erreicht, wenn jede fünfte Pflanze Befall mit Netzflecken aufweist, jede zweite mit Mehltau oder Rhynchosporium-Blattflecken, oder drei von zehn Haupttriebe ersten Zwergrost-Befall zeigen.
Nur in Ausnahmefällen könnte bereits in der Schossphase der Sommergerste, bei Befall über den Schwellenwerten und neuerlichem Regen, der allerdings in den nächsten Tagen nicht in Sicht ist, eine Behandlung nötig werden. Dazu eigenen sich, breit wirksam mit Fokus Netzflecken, zum Beispiel 0,6 l Input Classic, 0,6 l Input Triple, 1,2 l Delaro Forte, 0,5 l Verben, 1,0 l Xenial, ohne starken Mehltau zum Beispiel auch 0,8 l Balaya, 150 g Prothioconazol über eines der zahlreichen Prothioconazol-Solo-Präparaten, wie 0,6 l Aurelia, Joust, Tokyo oder Traciafin (Aufwandmengen jeweils je ha).
In der Mehrzahl der sehr gesunden Bestände kann man sich auf weitere Kontrollen beschränken und die weitere Entwicklung in Richtung Einmalbehandlung abwarten, die frühestens ab vollständig entwickeltem Blattapparat (BBCH 39) sinnvoll ist.
Weitere Hinweise zu Strategien und Fungiziden finden Sie in den untenstehenden Informationen: