Pilzkrankheiten in Winterweizen – Monitoring
Aktuelle Hinweise vom 30.04.2026
Die anhaltende Trockenheit, lokale Nachtfröste noch in dieser Woche, Tag-Nacht-Temperaturgradienten von mehr als 20 Grad, intensive Sonneneinstrahlung und ein stetiger Wind, der die relative Luftfeuchte ab Mittag weit unter 40 % drückt, setzt auch die Getreidebestände unter Stress, vor allem auf leichteren Standorten. Nach einem trockenen Wochenende mit frühsommerlichen Temperaturen, werden ab nächster Woche erste Regenfälle erwartet. Erst dann richtet sich der Fokus auch wieder auf mögliche Krankheiten im Getreide, denn hier herrschte in der Trockenheit der letzten Wochen quasi Stillstand.
Die meisten Weizenbestände standen am Montag im 1-Knotenstadium (BBCH 31), teils im 2-Knotenstadium (BBCH 32), wenn sich der zweite Knoten bereits mehr als zwei Zentimeter vom ersten abgehoben hat. Die meisten Bestände waren zu Wochenbeginn nahezu frei von Krankheiten, so dass in der Mehrzahl der Fälle getrost die angekündigten Regenfälle abgewartet werden können und regelmäßige Bestandskontrollen genügen. Selbst, wenn jetzt erste Niederschläge einsetzen: Krankheiten fallen nicht mit den Regentropfen in die Bestände. Diese müssen sich, je nach Erreger, erst in den kommenden zwei bis drei Wochen neu aufbauen. Fehlt dafür, wie heuer bei der langjährig wichtigsten Weizenkrankheit Septoria tritici der nötige Ausgangsbefall, weil dieser mit den älteren Blättern mittlerweile oft abgestorben ist, wird diese wichtige Krankheit in den nächsten Wochen auch völlig ausbleiben. Einzig der Mehltau überschritt an fünf fränkischen Standorten die Bekämpfungsschwelle, sobald mehr als sechs von zehn Pflanzen erste Mehltaupusteln aufweisen. Viermal stand die anfälligere Sorte LG Optimist im Anbau, einmal die Sorte Exsal. Solange es trocken bleibt, droht hier keine schnelle Ausbreitung. Dichte Bestände, vor allem an Waldrändern und windgeschützten Lagen, sollten aber genauer beobachtet werden. Alle weiteren Krankheiten sind bislang kaum von Bedeutung. Erste Gelbrostpusteln wurde in zwei Schlägen gefunden, im Landkreis Roth bei der Sorte LG Optimist und im Landkreis Donau-Ries bei der Sorte Patras, je nur auf einer der 30 untersuchten Pflanzen. Da beide keine gelbrostanfälligen Sorte sind, genügt hier eine weitere Beobachtung. Eine Behandlung wird frühestens empfohlen, sobald jede dritte Pflanze erste der, typisch streifenförmig angeordneten Gelbrostpusteln zeigt oder im Bestand kleine Befallsnester entstehen. Auch die anfängliche Befürchtung, dass heuer in Deutschland ein ähnliches Gelbrostjahr im Weizen droht, wie in Großbritannien schon 2025, können aktuelle Hinweise aus den Züchterhäusern bereits im Vorfeld widerlegen. Das dafür verantwortliche Yr15-Resistenzgen, das von der neuen Gelbrostrasse überwunden wird, ist im deutschen Weizensortiment, im Gegensatz zu vielen britischen oder französischen Sorten, nicht vorhanden.
Ist in Ausnahmefällen, insbesondere mit neuem Regen ab der kommenden Woche, eine Maßnahme allein gegen stärkeren Mehltau nötig, eignet sich dazu (Aufwandmengen jeweils je ha) 0,8 l Vegas Plus, mit 1,2 l Pronto Plus deckt man zusätzlich ersten Gelbrost mit ab, noch breiter wirksam sind 1,0 l Input Classic (oder Cherokee Neo, Flexure, Hint), 1,0 l Input Triple, 1,5 l Delaro Forte, 0,8 l Verben oder 1,25 l Xenial.
In der überwiegenden Zahl der sehr gesunden Schläge können die Regenfälle abgewartet werden, regelmäßige Kontrollen genügen.
Weitere Hinweise zu Strategien und Fungiziden finden Sie in den untenstehenden Informationen:
Prognose Halmbruchkrankheit (SIMCERC)
Prognose Winterweizenkrankheit (SIG)
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