Pilzkrankheiten in Triticale – Monitoring

Aktuelle Hinweise vom 29.05.2026

Die in weiten Teilen Bayerns schon seit März vorherrschende Trockenheit erreichte mit der Hitzeperiode ab Pfingstsamstag bis Mitte der Woche ihren aktuellen Höhepunkt. Mehrere Tage mit Höchsttemperaturen über 30 Grad, sehr hohe Einstrahlung, ohne einen Tropfen Regen, setzten nicht nur die Getreidebestände unter erheblichen Stress. Dies gilt vor allem für leichtere Böden und zentrale Regionen Bayerns. Denn während es in Unter- und Oberfranken zuletzt noch am 13. und 14. Mai lokal ergiebig regnete, im südlichen Schwaben und Oberbayern zwischen dem 14. und 19. Mai, waren es in den übrigen Landesteilen oft nur wenige Tropfen, teils blieb es erneut vollkommen trocken. Nur wenn dort der Regen, der für das Wochenende und die Folgetage angekündigt ist, auch reichlich ausfällt, lassen sich mögliche Trockenschäden noch vermeiden. Von pilzlichen Schaderregern ging dagegen unter der anhaltenden Trockenheit der letzten Tage keinerlei Gefahr aus. Sollte nun tatsächlich eine längere Feuchteperiode folgen, könnte im Einzelfall manch Krankheit nochmals spät auftreten. Je nach Erreger, Ausgangsbefall, Regenmengen und Sorteneigenschaften ist dies bei möglichen Abschlussmaßnahmen zu beachten.
Die meisten Triticale hatte zu Wochenbeginn die Ähren weitgehend geschoben (BBCH 55-59), frühe Bestände standen bereits in der Blüte (BBCH 61-65). Im Blattbereich war bislang, je nach Sorte, anfangs vor allem Befall mit Mehltau, später teils auch mit Gelbrost und Rhynchosporium zu finden. Vereinzelt waren auch schon Bekämpfungsschwellen überschritten. In Ausnahmefällen war daher in Triticale heuer eine Behandlung noch vor dem Ährenschieben ratsam. Auf späten Braunrost, vor allem in der anfälligeren Sorte Lombardo, ist in bislang unbehandelten Beständen bis zum Ende der Blüte weiter zu achten.
Auch für viele bislang blattgesunde Bestände bleibt, ab Beginn der Blüte noch die Abwägung, ob eine abschließende Fusariumbehandlung nötig ist. Die deutlich gestiegenen Temperaturen und die Gewitterneigung ab dem Wochenende erhöhen hier das Infektionsrisiko deutlich. Allerdings dürften bis zum Eintreffen der ersten Niederschläge frühe Bestände das Ende der Blüte (BBCH 69) bereits erreicht haben, womit kaum noch eine Infektionsgefahr besteht. Wo allerdings Bestände zum Regen noch in der Blüte stehen und ein schlagspezifisches Risiko vorliegt, also Ernterückstände vor allem von Mais auf der Bodenoberfläche liegen und gleichzeitig mittel oder stärker fusariumanfällige Sorten, wie Lombardo, Presley, Ramdam, Trias oder Tributo angebaut werden, ist eine Behandlung ratsam.
Zur Fusariumbehandlung mit zusätzlicher Schutzwirkung auf den oberen Blattapparat eignen sich reine Azolpräparate, wie zum Beispiel 1,25 l Input Classic (oder Cherokee Neo, Flexure, Hint), 1,0 l Prosaro (oder Horizon Pro), 1,5 l Navura oder 1,0 l Verben, sowie in Triticale zugelassene Prothioconazol-, Metconazol-, oder Tebuconazol-Solopräparate. Dort wo noch kein Carboxamid eingesetzt wurde, sind breitwirksam gegen Fusarium ebenso Elatus Era oder Skyway Xpro möglich, sowie unabhängig von der Vorbehandlung, auch Univoq (Aufwandmengen jeweils je ha). Je nach Präparat lässt sich hierbei die Fusariumwirkung bei der zugelassenen späten Absicherung gegen Braunrost nutzen.
Mit der Blüte endet auch das Monitoring in Triticale.
Weitere Hinweise zu Strategien und Fungiziden finden Sie in den untenstehenden Informationen:

Prognose Halmbruchkrankheit (SIMCERC)

Prognose Triticalekrankheiten (SIG)