Japankäfer: Vorbeugung und Bekämpfung (Maßnahmen, Regelungen)
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So zeigt sich ein Befall durch den Japankäfer an Weinreben. Foto: Luca Gaggini, EPSD Schweiz
Der Japankäfer ist ein meldepflichtiger Quarantäneschädling, der auf EU-Ebene geregelt wird. Aufgrund seines sehr breiten Wirtspflanzenspektrums stellt er ein erhebliches Risiko für Landwirtschaft, Gartenbau, Weinbau, Forst und natürliche Ökosysteme dar. Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Verbreitung des Japankäfers und einer erfolgreichen Bekämpfung ist die rechtzeitige Erkennung seines Auftretens.
Monitoring
Ziel der Überwachung ist es, einen Befall frühzeitig zu erkennen, damit schnell geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Wird festgestellt, dass der Japankäfer sich in einem Gebiet etabliert hat, wird ein abgegrenzter Bereich (Quarantänezone) ausgewiesen, in dem gezielte Bekämpfungsmaßnahmen durchführt werden.
Visuelle Untersuchungen/Bodenuntersuchungen
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Bodenuntersuchungen nach Japankäferlarven. Foto: Nicolas Smola, LfL
Im Rahmen des Japankäfermonitorings führt der Pflanzenschutzdienst visuelle Kontrollen der Vegetation durch, bei denen gezielt nach typischen Fraßschäden und nach adulten Käfern gesucht wird. Zusätzlich werden geeignete Flächen mit Keschern abgesucht, um vorhandene Tiere zu erfassen. Im Rahmen von Bodenuntersuchungen werden Larven im Erdreich aufgespürt, um somit den Schädling auch in frühen Entwicklungsstadien nachweisen zu können.
Pheromonfallen
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Mit Lockstoffen in den Fallen werden die Japankäfer gefangen. Foto: Nicolas Smola, LfL
Lockstofffallen, sogenannte Pheromonfallen, ziehen durch spezielle Düfte Insekten an. Japankäferfallen enthalten sowohl das weibliche Sexualpheromon des Käfers, welches hauptsächlich die männlichen Käfer anlockt, als auch verschiedene Fraßlockstoffe (sog. Kairomone), welche beide Geschlechter in einem ähnlichen Verhältnis anziehen. Pheromonfallen für den Japankäfer werden während der Flugzeit der Käfer bayernweit an Risikostandorten durch den Pflanzenschutzdienst aufgestellt und regelmäßig überwacht. Der Einsatz von Pheromonfallen mit Japankäferlockstoff ist ausschließlich dem Pflanzenschutzdienst vorbehalten.
Bekämpfung
Beim Fund eines Japankäfers obliegt der LfL die Abgrenzung eines Gebiets (Quarantänezone) und ist in diesem für die Bekämpfung zuständig. Das JKI (Julius Kühn-Institut) weist dabei auf verschiedene Bekämpfungsansätze hin. Um eine Tilgung des Käferbefalls zu gewährleisten, müssen in der Regel mehrere Ansätze kombiniert werden.
Biologische Gegenmaßnahmen
Zur Bekämpfung der Larven im Boden können parasitische Nematoden wie Heterorhabditis bacteriophora ausgebracht werden. Dieses Verfahren wird in betroffenen Regionen, wie Italien und der Schweiz, bereits erfolgreich angewendet. Auch eine Bekämpfung mit entomopathogenen Pilzen wie Metarhizium robertsii ist möglich.
Mechanische Gegenmaßnahmen
Mechanische Verfahren zielen auf die Reduktion der im Boden lebenden Entwicklungsstadien ab. Der Einsatz von Motorfräsen kann Larven und Puppen deutlich reduzieren. In lokal stark befallenen Gebieten besteht zudem die Möglichkeit, Flächen während des Sommers mit Folien abzudecken, um das Ausfliegen der Käfer und eine erneute Eiablage zu verhindern.
Chemische Gegenmaßnahmen
Eine Bekämpfung adulter Käfer ist grundsätzlich mit Insektiziden möglich, jedoch stehen dafür nur eingeschränkt Mittel zur Verfügung. Im Jahr 2025 wurden für einige Kulturen Notfallzulassungen für Präparate mit den Wirkstoffen Acetamiprid und Cyantraniliprole erteilt. Darüber hinaus können Lockstofffallen, die mit synthetischen Pheromonen und Kairomonen arbeiten, im Rahmen sogenannter „attract-and-kill“-Systeme eingesetzt werden, um die Käfer gezielt anzulocken und anschließend mit einem Insektizid zu benetzen.

