Institut für Pflanzenschutz
Jahresbericht 2025 – Monitoring und Bekämpfung von Quarantäneschadorganismen

Der Arbeitsgruppe IPS 4d obliegt die Erhebung und Bekämpfung von Quarantäneschaderregern in Bayern. Im Rahmen des Nationalen Monitoringprogramms koordiniert IPS 4d jährlich die Erhebungen auf die entsprechenden Unionsquarantäne-schädlinge durch die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF). Wird in Bayern Befall mit einem Unionsquarantäneschädling festgestellt, dann richtet IPS 4d bei Bedarf ein abgegrenztes Gebiet (Quarantänezone) ein und ist in diesem für die Bekämpfung zuständig. Ziel der Bekämpfung des Befalls ist die Wiederausrottung bzw., wenn diese nicht mehr möglich ist, die Eindämmung des Schädlings.

Weitere Funde des Japankäfers in Fallen in Bayern

Karte mit Fallenstandorten in BayernZoombild vorhanden

Fallenstandorte in Bayern (gelb) sowie bisherige Funde (rot); Grafik: Fieldmaps App (ISIP)

In Bayern wurden 2024 die ersten amtlich bestätigten Nachweise getätigt, jeweils zwei männliche Käfer gingen in Fallen bei Lindau und Kiefersfelden. Im vergangenen Jahr wurden weitere Japankäfer in Bayern gefangen. Insgesamt 13 Käfer bei Lindau in vier verschiedenen Fallen und zwei weitere Käfer beim Grenzübergang Kiefersfelden in zwei verschiedenen Fallen. Besonders hervor sticht der Fallenstandort Oberhochsteg bei Lindau mit insgesamt 10 Käfern, die im Laufe der Saison in derselben Falle gefangen wurden. Zusätzlich wurden dort auf österreichischer Seite in unmittelbarer Nähe fünf weitere Männchen gefangen.

Ergriffene Maßnahmen zur Klärung der Ansiedelung einer Käferpopulation

Die LfL führte daraufhin gemeinsam mit dem AELF Augsburg verschiedene Erhebungen verteilt über die ganze Saison in der näheren Fallenumgebung durch. Neben mehreren visuellen Kontrollen der Vegetation auf Fraßschäden bzw. adulte Käfer wurde die nebenstehende Wiesenfläche mit Keschern abgesucht. Im September wurden an etwa 40 Stellen um die fängige Falle Grabungen auf Larven vorgenommen. Gegen Ende des Jahres wurde mit sechs Spürhunden das Umfeld der fängigen Falle abgesucht mit dem Ziel, Engerlinge des Japankäfers im Boden zu finden. Weil trotz all dieser Maßnahmen bislang keine etablierte Population von Popillia japonica bei Oberhochsteg nachgewiesen werden konnte und es sich bei den gefangenen Käfern ausschließlich um Männchen handelte, wurde bislang von der Ausweisung eines abgegrenzten Gebiets abgesehen.

Vorbereitungen für den Ausbruch des Japankäfers in Bayern

Geruchsprope von Japankärverlarven wird Spürhund präsentiert.Zoombild vorhanden

Einem Spürhund wird vor dem Start der Suche die Geruchsprobe für Larven des Japankäfers präsentiert.

Um schon im Jahr 2025 möglichst gut vorbereitet zu sein, führte die LfL im vergangenen Jahr insgesamt drei Simulationsübungen mit den in die Bekämpfungsmaßnahmen eingebundenen Behörden zum Ausbruch des Japankäferbefalls in Bayern durch. Im Jahr 2026 wird das inzwischen knapp 100 Fallen starke Fallennetz in Bayern weiter ausgebaut. Insbesondere ist die Überwachung weiterer Flughäfen und Flugplätze vorgesehen, welche Waren- oder Personenverkehr aus Befallsländern aufweisen. Zusätzlich sollen weitere Risikostandorte wie Campingplätze und Autobahnraststätten in Grenznähe zu Österreich und Baden-Württemberg mit Fallen bestückt werden.