Einsatzumfang von Glyphosat
Die Entwicklung des Einsatzes von Glyphosat ist einzigartig und mit keinem anderen Herbizid oder Pflanzenschutzmittel vergleichbar. Seit dem Einführungsjahr 1974 hat sich die weltweite jährliche Einsatzmenge etwa um den Faktor 265 erhöht. Bei einem jährlichen Absatz von ca. 800 bis 850 Tausend Tonnen (Stand: 2026) im Bereich der Landwirtschaft kann rechnerisch jeder zehnte Hektar Ackerland mit einer durchschnittlichen Glyphosataufwandmenge behandelt werden.
International
Weltweit liegt der Einsatzschwerpunkt von Glyphosat in der Landwirtschaft, weibei ein hoher und zunehmender Anteil in Glyphosat-resistenten Kulturen verwendet wird. Die ausschlaggebenden Faktoren für den weiterhin zunehmenden Einsatz von Glyphosat, mit einer jährlichen Zuwachsrate von ca. 3-4 %, sind der zunehmende Anbau von Roundup-Ready®-Kulturen und Anbauverfahren mit stark reduzierter Bodenbearbeitung bis hin zu reinen Direktsaatanbau. Häufig handelt es sich auch um eine Kombination beider Faktoren, wie etwa im Ackerbau von Nord-, Südamerika und Australien. Die Gründe für den zunehmenden Einsatz sind sowohl ökonomischer als auch ökologischer Natur (z.B. Bodenschutz, Wasserverbrauch). Die wichtigsten Glyphosat-resistenten Kulturen sind Mais, Soja und Baumwolle. Eine weitere Zunahme des Glyphosat-Einsatzes erfolgt vor allem in den Wachstumsmärkten im asiatisch-pazifischen Raum.
Europa
Europa
Der Anteil am weltweiten Verbrauch beträgt für Europa nur 4 % bzw. rund 44 Tausend Tonnen pro Jahr. Da der Anteil der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche in Europa ca. 3,7 % beträgt, liegt der Glyphosat-Verbrauch in Europa auf dem Niveau des weltweiten Durchschnittsverbrauchs, obwohl in Europa Glyphosat-resistente Kulturen keine Rolle spielen. Der Hauptkonsum findet in Ländern Südeuropas im Obst- und Gemüsebau statt. Die Länder Spanien, Italien, Frankreich und auch Polen haben im Vergleich zu Deutschland einen deutlich höheren Verbrauch an Glyphosat. Die Anwendung erfolgt in Europa zum Großteil im Obst-, Gemüse- und Weinbau (ca. 40 %), gefolgt von Getreidebau (ca. 20 %). Weitere Ackerbaukulturen wie Raps, Sonnenblumen und Sojabohnen haben einen gleichwertigen Einsatzanteil von rund 5 %. Die Anwendung von Glyphosat im Maisanbau ist in Europa trotz des beträchtlichen Anbauumfangs mit ca. 2,5 % vergleichsweise gering.
Der Anteil am weltweiten Verbrauch beträgt für Europa nur 4 % bzw. rund 44 Tausend Tonnen pro Jahr. Da der Anteil der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche in Europa ca. 3,7 % beträgt, liegt der Glyphosat-Verbrauch in Europa auf dem Niveau des weltweiten Durchschnittsverbrauchs, obwohl in Europa Glyphosat-resistente Kulturen keine Rolle spielen. Der Hauptkonsum findet in Ländern Südeuropas im Obst- und Gemüsebau statt. Die Länder Spanien, Italien, Frankreich und auch Polen haben im Vergleich zu Deutschland einen deutlich höheren Verbrauch an Glyphosat. Die Anwendung erfolgt in Europa zum Großteil im Obst-, Gemüse- und Weinbau (ca. 40 %), gefolgt von Getreidebau (ca. 20 %). Weitere Ackerbaukulturen wie Raps, Sonnenblumen und Sojabohnen haben einen gleichwertigen Einsatzanteil von rund 5 %. Die Anwendung von Glyphosat im Maisanbau ist in Europa trotz des beträchtlichen Anbauumfangs mit ca. 2,5 % vergleichsweise gering.
Deutschland
2008 wurde ein Spitzenabsatz von jährlich 7.600 t Wirkstoff erreicht. Seither ist eine Trendwende erkennbar. Die Absatzmenge von 4.101 t/J. in 2024 liegt auf dem Niveau der Jahre 2020-2022. In Deutschland dominiert im Gegensatz zu dem durchschnittlichen europäischen Verhältnis der Einsatz im Ackerbau (ca. 70 %) im Vergleich zum Obst-, Gemüse- und Weinbau (ca. 20 %). Nach einer umfangreichen Betriebserhebung aus 2014/15 im deutschen Ackerbau erfolgt der Einsatz von Glyphosat vorwiegend als Stoppelanwendung nach der Ernte (ca. 60 % Anteil der Anwendungen) gegenüber dem Einsatz zur Saat der Folgekultur (ca. 35 %). Die Vorerntebehandlung, primär im Getreidebau, ist dagegen absolut nachrangig (ca. 6 %). In der Summe lag die Einsatzintensität im Durchschnitt bei 37 % der Ackerfläche in Deutschland. Im Verhältnis der Ackerkulturen dominiert bei der Stoppelbehandlung der Einsatz nach Winterraps, bei der Vorsaatbehandlung die Anwendung zu Zuckerrüben und Mais. Eine Analyse auf Betriebsebene zeigt, dass der Glyphosateinsatz von Verfahren der konservierenden Bodenbearbeitung bestimmt wird. Neben den Boden- und Erosionsschutz sind ein Herbizid-Resistenzmanagement und eine möglichst effiziente Betriebsorganisation (AK/ha) Faktoren für den Glyphosateinsatz in größeren Betrieben.
Bayern
Zoombild vorhanden
Glyphosat-Anwendungsgebiete und -Anwendungsumfang in der bayerischen Landwirtschaft
Für den Glyphosat-Einsatz in Bayern gibt es keine offizielle Statistik. Die Anwendung kann allerdings aus Erfahrungen der Beratungspraxis, Markterhebungen und repräsentativen Stichproben weitgehend sicher abgeleitet werde. Hiernach liegt der Anwendungsschwerpunkt bei der Stoppel-/Nacherntebehandlung mit ca. 140.000 ha nach Getreide und Raps, sowie der Vorsaat-/Vorauflaufanwendung mit ca. 80.000 ha zu Getreide und Mais. Die Anwendungen im Nachernte-/Vorsaatverfahren im Feldgemüseanbau, die Einzelpflanzenbehandlung und die Narbenabtötung zur umbruchlosen Grünlanderneuerung, der Einsatz zum Acker-Fuchsschwanz Resistenzmanagement sowie zur Rekultivierung sind mit jeweils ca. 2 – 6 Tausend Hektar relativ unbedeutend. Spezielle Anwendungen die Narbenabtötung zur Grünlanderneuerung gehen aufgrund der aktuellen Rechtslage im Bereich des Naturschutzes stark zurück.
Mit einem potenziellen Einsatzumfang von ca. 240 Tausend Hektar und einem Verbrauch von rund 160 t/Jahr (Stand: 2024) liegt die Anwendungsquote in Bayern bei etwa 4,3 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Damit liegt die Einsatzintensität in Bayern erheblich unter dem bundesweiten Durchschnitt von etwa 18,5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche.
Mit einem potenziellen Einsatzumfang von ca. 240 Tausend Hektar und einem Verbrauch von rund 160 t/Jahr (Stand: 2024) liegt die Anwendungsquote in Bayern bei etwa 4,3 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Damit liegt die Einsatzintensität in Bayern erheblich unter dem bundesweiten Durchschnitt von etwa 18,5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

