Pressemitteilung – 07. Juli 2026, Ruhstorf a.d.Rott
Der Wiesenmeister 2026 ist gefunden – LfL und BN ehren engagierte Bauern für artenreiche Wiesenbewirtschaftung

Das artenreiche Grünland ist für die Erhaltung vieler selten gewordener Wiesenpflanzen und Insekten von enormer Bedeutung. Bei der Wiesenmeisterschaft werden bereits seit 2009 besonders engagierte Bäuerinnen und Bauern für den Erhalt und die Bewirtschaftung artenreicher Wiesen und Weiden ausgezeichnet. In diesem Jahr fand die Wiesenmeisterschaft im niederbayerischen Isar-Inn-Hügelland statt. Bei einer Festveranstaltung in Ruhstorf wurden 36 Betriebe für ihre vorbildliche artenreiche Wiese oder Weide von Stephan Sedlmayer, dem Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), und Hubert Weiger, dem Ehrenvorsitzenden des BUND Naturschutz in Bayern (BN), ausgezeichnet.

Gruppenfoto Wiesenmeisterschaft 2026Zoombild vorhanden

Die Sieger der Wiesenmeisterschaft 2026: v.l. Stephan Sedlmayer (Präsident LfL), Anna Nagl (stellvertret. Landrätin Rottal Inn), Max Hitzenberger (3. Platz), Anton Kargel (Vertreter für den Sieger), Konrad Neumaier und Merle Neumaier-Spindler (5. Platz) Prof. Dr. Martin Wiesmeier (stellvertr. Institutsleiter) Prof. Dr. Hubert Weiger (Ehrenvorsitzender Bund Naturschutz)

„In Bayern ist nur noch etwa ein Fünftel des genutzten Grünlands wirklich artenreich. Diese Flächen sind ein wichtiger Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge, blühende Pflanzen und viele Vogelarten – ihr Erhalt ist ein zentraler Beitrag der Landwirtschaft zum Schutz unserer Biodiversität. Die Landwirtinnen und Landwirte, die wir heute auszeichnen, setzen sich genau dafür täglich ein: mit viel Einsatz, Know-how und Verantwortung für uns alle. Sie sind echte Wiesenmeister“, sagte LfL-Präsident Stephan Sedlmayer.

Hubert Weiger, BN-Ehrenvorsitzender, dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Wiesenmeisterschaft: „Mit großem Einsatz und viel Herzblut engagieren Sie sich für den Erhalt unserer artenreichen Wiesen und Weiden. Diese wertvollen Lebensräume sind unverzichtbar für die biologische Vielfalt sowie für den Schutz von Boden, Klima und Wasser. Die intensive und oft mühevolle Pflege dieses Grünlands verdient höchste gesellschaftliche Anerkennung – und eine verlässliche, ausreichende finanzielle Unterstützung für unsere Bäuerinnen und Bauern.“
„Wenn Landwirtschaft und Naturschutz gut zusammenarbeiten – egal ob bio oder konventionell – hilft das entscheidend, die Artenvielfalt zu erhalten. Die Wiesenmeisterschaft zeigt seit Jahren, wie gut das gelingen kann“, so Weiger.

36 Betriebe aus den Landkreisen Dingolfing-Landau, Rottal-Inn und Passau (südlich der Donau) haben sich in diesem Jahr an dem Gemeinschaftsprojekt von BN und LfL beteiligt. Die Wiesen wurden zunächst nach einem Punktesystem für Artenvielfalt, Kulturlandschaftswert und nach landwirtschaftlichen Kriterien wie Futterertrag und landwirtschaftlichem Nutzungskonzept bewertet. Fünf Wiesen kamen in die engere Auswahl und wurden von einer Fachjury mit Expertinnen und Experten aus Naturschutz und Landwirtschaft begutachtet. Jetzt wurden die Gewinner bei einer Festveranstaltung in Ruhstorf für ihre vorbildliche Wiesenbewirtschaftung geehrt.

Die Sieger der Wiesenmeisterschaft 2026:

Wiesenmeister 2026 ist der Betrieb Stieberger aus Ottering im Landkreis Dingolfing-Landau. Die Landwirtsfamilie betreibt einen Ackermischbetrieb und Milchviehhaltung im Haupterwerb. Ein großer Teil des Grünlands wird extensiv bewirtschaftet, darunter auch größere Flächen im Königsauer Moos, teilweise mit Doppelmesserbalken.
Die prämierte Wiese „Josefiberg“ ist ca. 0,5 Hektar groß und überzeugte die Jury vor allem durch große Artenvielfalt. Zu den mindestens 44 gefundenen Arten gehören die Wiesen-Flockenblume, Wilde Möhre, Kartäusernelke, Echtes Labkraut, Witwenblume, Margerite, Wilder Dost (Oregano), Kuckuckslichtnelke, Wiesen-Platterbse, Hornklee, Feldklee, Feldsalat und vieles mehr. Der Aufwuchs wird direkt im Betrieb verfüttert.

Die Erstplatzierten der Wiesenmeisterschaft 2026 erhielten einen Preis im Wert von 500 €.

Den zweiten Platz erhielten Ludwig und Janina Harlander aus Hartdobel/Stubenberg im Landkreis Rottal-Inn. Der kleine Biobetrieb im Nebenerwerb setzt auf Mutterkuhhaltung mit Dexter-Rindern, Ziegen und Hühnerhaltung.
Der hofnahe, ca 2,5 Hektar große „Kräuterberg“ zeichnet sich durch eine sehr steile Hanglage aus, wird ein- oder zweischürig mit Balkenmäher gemäht und muss teilweise mit den Holzrechen in Handarbeit bearbeitet werden. Kennzeichnende Arten auf der mit über 60 Arten sehr artenreichen Wiese sind: Wiesen-Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wilde Möhre, Witwenblume, Rauer Löwenzahn, Herbst-Löwenzahn, Wiesen-Salbei, Kleiner Wiesenknopf, Kreuzblümchen, Thymian, Wiesen-Platterbse, Hornklee, Purgier-Lein, Kümmelblättrige Silge etc.
Als Preis für den zweiten Platz erhielten die Bewirtschafter einen Gutschein im Wert von 300 € für den Aufenthalt in einem Biohotel.

Der dritte Platz ging an Max Hitzenberger und Sonja Helmrich aus Hennersberg/Reut, Landkreis Rottal-Inn. Der Ackermischbetrieb im Nebenerwerb arbeitet als Biobetrieb und baut derzeit eine Kamerunschaf-Herde auf.
Die prämierte „Straßfeldwiesen“ (1,5 ha) liegt in einem größeren Feuchtkomplex mit Quell- und Grabenstrukturen, wird schonend gemäht und nicht gedüngt. Kennzeichnende Arten der insgesamt 45 Arten fassenden Artenliste sind: Frauenmantel, Sumpf-Dotterblume, Kohldistel, Wiesen-Pippau, Ferkelkraut, Bach-Nelkenwurz, Mädesüß, Rauer Löwenzahn, Herbst-Löwenzahn, Kuckuckslichtnelke, Wiesen-Platterbse u.a. (45 Arten gelistet).

Reinhard Feldmeier aus Wadelsberg/Reut im Landkreis Rotall-Inn belegte den vierten Platz. Der Ackermischbetrieb bewirtschaftet zu einem Drittel Grünland, das in den Heuverkauf geht.
Die gepachtete „Gartmeierwiese“ ist ca. 2 Hektar groß und hat zum Teil eine steile Hanglage. Sie wird ohne Düngung oder Pflanzenschutz bewirtschaftet. Kennzeichnende Arten (insgesamt mehr als 40 Arten): Frauenmantel, Büschel-Glockenblume, Wiesen-Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Mausohr-Habichtskraut, Ferkelkraut, Margerite, Prunelle, Knöllchensteinbrech, Thymian, Hornklee, Feldklee u.a.

Platz fünf der diesjährigen Wiesenmeisterschaft ging an Konrad Neumaier und Merle Neumaier-Spindler aus Peterskirchen im Landkreis Rottal-Inn. Der Nebenerwerb im Aufbau setzt auf Milchschafe, bisher mit Fleischdirektvermarktung. Eine kleine Manufaktur für Milchprodukte ist im Aufbau.

Alle weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wiesenmeisterschaft erhielten ebenfalls Anerkennungspreise, Urkunden und eine Liste der Pflanzenarten, die auf ihrer Wiese erfasst wurden.

Für Rückfragen: Dr. Sabine Heinz, LfL-Institut für Agrarökologie
Tel. 08161 8640-5825
E-Mail: Wiesenmeisterschaft@lfl.bayern.de

Blühende Straßfeldwiese mit Glockenblumen

Blühende Straßfeldwiese mit Glockenblumen (Foto: I.Steidl)

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Josefiberg Anfang Mai 2026

Josefiberg Anfang Mai 2026 (Foto: I.Steidl)

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Landwirt Johann Stieberger auf seiner prämierten Wiese

Landwirt Johann Stieberger auf seiner prämierten Wiese Josefiberg (Foto: I.Steidl)

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Panoramabild blühende Wiese

Margeriten und Kuckuckslichtnelken auf einer artenreichen Wiese in Niederbayern (Foto: I. Steidl)

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Gruppenfoto Wiesenmeisterschaft 2026

Die Sieger der Wiesenmeisterschaft 2026: v.l. Stephan Sedlmayer (Präsident LfL), Anna Nagl (stellvertret. Landrätin Rottal Inn), Max Hitzenberger (3. Platz), Anton Kargel (Vertreter für den Sieger), Konrad Neumaier und Merle Neumaier-Spindler (5. Platz) Prof. Dr. Martin Wiesmeier (stellvertr. Institutsleiter) Prof. Dr. Hubert Weiger (Ehrenvorsitzender Bund Naturschutz)

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Gruppenfoto der Gewinner der Wiesenmeisterschaft 2026

Gruppenfoto der Gewinner der Wiesenmeisterschaft 2026

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Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist das Wissens- und Dienstleistungszentrum für die Landwirtschaft in Bayern. Sie ist dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus unmittelbar nachgeordnet und erarbeitet Entscheidungsgrundlagen für Landwirte und Berater sowie die Politik und Verwaltung. Die Hauptstandorte der LfL sind Freising und Grub-Poing. Ihre Aufgabenfelder sind die anwendungsorientierte Forschung, die Ausbildung, die Beratung und der Hoheitsvollzug. Mit Ihrer Arbeit unterstützt die LfL eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft sowie eine vielfältige Kulturlandschaft.