Düngebedarfsermittlung 2019

Jeder Pflanzenbestand hat seinen individuellen Nährstoffbedarf. Stickstoff ist der Nährstoff mit den größten Ertrags- und Qualitätseinflüssen. Aber er kann neben Phosphat auch schnell zu einem Umweltproblem werden. Für eine wirtschaftliche und umweltverträgliche Pflanzenproduktion ist daher eine von der Menge und vom Zeitpunkt optimale Stickstoff- und Phosphatdüngung notwendig. Die DüV schreibt vor der ersten Aufbringung dieser Nährstoffe eine schriftliche Düngebedarfsermittlung vor.

Ausnahmeregelung für die erste Düngegabe im Frühjahr 2019

Aufgrund der Neuerungen 2019, die vor allem in roten Gebieten zusätzliche Bodenstickstoff- und Wirtschaftsdüngeruntersuchungen erfordern und diese bisher in vielen Fällen noch nicht vorliegen, wurde festgelegt, dass im Falle einer Betriebskontrolle fehlende Düngebedarfsermittlungen oder Untersuchungsergebnisse auf Bodenstickstoff bzw. Wirtschaftsdüngeruntersuchungen ausnahmsweise in ganz Bayern (unabhängig von der Gebietskulisse der AVDüV) bis zum 15. März 2019 nachgereicht werden können. Die erste Düngegabe kann somit ausnahmsweise ohne vorherige schriftliche Düngebedarfsermittlung erfolgen. Als Orientierung zur Bemessung der Ausbringmenge sind in diesem Fall die veröffentlichten Nmin-Werte heranzuziehen. Die schriftliche Düngebedarfsermittlung ist aber unverzüglich und spätestens bis 15. März nachzuholen, sobald die Untersuchungsergebnisse vorliegen und das Onlineprogramm zur Bedarfsermittlung zur Verfügung steht.

EDV-Düngeprogramme

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft stellt kostenlose EDV-Programme für die Düngebedarfsermittlung zur Verfügung.
Bei Fragen zu den Programmen wenden Sie sich an Ihr zuständiges Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Düngebedarfsermittlung für alle Kulturen (Onlineprogramm)

Logo LfL Düngebedarf
Mittels des Onlineprogramms ist eine schriftliche Düngebedarfsermittlung für Kulturen des Ackers und des Grünlands möglich. Neben Stickstoff kann hier auch die Versorgung mit Phosphat und Kali geplant werden. Die Mehrfachantragsdaten werden automatsch geladen. Der Ausdruck der Düngebedarfsermittlung dient als Nachweis bei einer Betriebskontrolle.
Simulation des Nmin-Werts
Mit diesem Programm kann der Nmin-Wert simuliert werden. Auf roten Flächen muss mindestens je Fruchtart eine Stickstoff-Bodenuntersuchung vorliegen. Für die restlichen roten Flächen mit der gleichen Kultur kann der Nmin-Wert simuliert werden.

Düngebedarfsermittlung Stickstoff und Phosphat für Acker- und Grünland (Excelprogramm)

Mittels des Excelprogramms ist eine schriftliche Düngebedarfsermittlung für Kulturen des Ackers und des Grünlands möglich. Neben Stickstoff kann hier auch die Phosphatdüngung geplant werden.
Ein automatisches Laden von Mehrfachantragsdaten ist nicht möglich. Der Ausdruck dient als Nachweis bei einer Betriebskontrolle.
Für ein fehlerfreies Arbeiten mit diesem Excelprogramm muss eine Excelversion vorliegen, die 2010 oder später erschienen ist. Wenn ältere Versionen oder andere Tabellenkalkulationsprogramme (z. B. Open Office) verwendet werden, rechnet das Programm unvollständig und zeigt die Fehlermeldung #Name oder #Makro an.

Excel-Programm zur Berechnung der Düngebedarfsermittlung für max. folgende Anzahl von Bewirtschaftungszeiten:
48 Acker, 8 mehrschnittiger Fruchtbau, 16 Grünland, 8 Zweitfrucht und 8 Zwischenfrucht

Excel-Programm Düngebedarfsermittlung 2019, Stand: 17.01.2019 xls 2,1 MB

Erweitertes Excel-Programm zur Berechnung der Düngebedarfsermittlung für max. folgende Anzahl von Bewirtschaftungseinheiten:
80 Acker, 16 mehrschnittiger Fruchtbau, 32 Grünland, 16 Zweitfrucht und 8 Zwischenfrucht.

Erweitertes Excel-Programm Düngebedarfsermittlung 2019, Stand: 17.01.2019 xls 1,8 MB

Excel-Programm zur Berechnung der Düngebedarfsermittlung für Trauben, Heil- und Gewürzpflanzen und sonstige Ackerkulturen

Excel-Programm Düngebedarfsermittlung sonstige Ackerkulturen 2019, Stand: 17.01.2019 xls 1,4 MB

Das Programm steht in den ersten Februartagen zur Verfügung.

DSNonline – Düngeberatungssystem Stickstoff für Ackerkulturen

Auf Grundlage einer eigenen Nmin-Bodenuntersuchung bietet das Düngeberatungssystem Stickstoff (DSN) zu den wichtigsten Ackerkulturen eine detaillierte Stickstoffdüngeempfehlung.

Erträge (Orientierung) zur Düngebedarfsermittlung 2019

Der Düngebedarf ist auf Grundlage der betriebsspezifischen Erträge zu ermitteln. Da die Erträge oftmals unbekannt sind, können nachfolgend aufgelistete Erträge bei der Düngebedarfsermittlung verwendet werden.

Wichtige Ackerkulturen: Erträge auf Landkreisebene pdf 102 KB

Nmin-Gehalte Ackerkulturen 2019

Bei Grünland und mehrschnittigem Feldfutterbau sind keine Nmin-Gehalte notwendig.
Zu den nachfolgenden genannten Terminen werden die Nmin-Gehalte veröffentlicht:
Vorläufige Werte Endgültige Werte
Wintergetreide, Raps, Zweitfrüchte 30. Januar 1. März
Sommergetreide, Rüben,
sonstige Fruchtarten
28. Februar 15. März
Kartoffeln 10. März 1. April
Mais 15. März 10. April
Die vorläufigen Werte können für eine frühzeitge Düngebedarfsermittlung verwendet werden.
Wenn der endgültige Nmin-Wert um mehr als 10 kg N/ha höher als der vorläufige Nmin-Wert ist, muss die Düngeplanung angepasst werden.

Nmin-Werte

Tabelle 1: Hauptfrüchte mit einer tiefen (0-90 cm) Durchwurzelung des Bodens (kg N/ha)
Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Oberfranken Mittelfranken Unterfranken Schwaben
Hauptfrucht Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
W-Raps40444555464263
W-Gerste53625353446065
Triticale, W-Roggen65676160596075
W-Weizen, Dinkel66697293677077
S-Weizen, Durum, S-Roggen, S-Raps
Z-Rüben, F-Rüben
Silomais, Körnermais
Spargel 2. und 3. Jahr
Spargel ab 4. Jahr
Sonstige Fruchtarten
Bei einer Durchwurzelungstiefe des Bodens von circa 60 cm sollten nur 75 Prozent vom Nmin-Gehalt angesetzt werden.
Bei einer Durchwurzelungstiefe des Bodens von circa 30 cm sollten nur 45 Prozent vom Nmin-Gehalt angesetzt werden.
Tabelle 2: Hauptfrüchte mit einer mittleren (0-60 cm) Durchwurzelung des Bodens (kg N/ha)
Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Oberfranken Mittelfranken Unterfranken Schwaben
Hauptfrucht Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
S.-Gerste, Hafer
Sonnenblumen, Lein
Kartoffeln
Spargel 1. Jahr
Sonstige Fruchtarten
-- bedeutet, dass keine oder eine nicht ausreichende Anzahl an Untersuchungen vorliegt.
Bei einer Durchwurzelungstiefe des Bodens von circa 30 cm sollten nur 60 Prozent vom Nmin-Gehalt angesetzt werden
Tabelle 3: Zweitfrüchte haben eine mittlere (0-60 cm) Durchwurzelung des Bodens (kg N/ha). Zweitfrüchte sind z.B. Grünroggen vor Silomais oder Weidelgras nach Wintergerste.
Oberbayern Niederbayern Oberpfalz Oberfranken Mittelfranken Unterfranken Schwaben
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Vor-
läufig
End-
gültig
Zweitfrucht42454349414352
Bei einer Durchwurzelungstiefe des Bodens von circa 30 cm sollten nur 60 Prozent vom Nmin-Gehalt angesetzt werden.

Überblick über Werte Nmin des Vorjahres

Bei Grünland und mehrschnittigem Feldfutterbau sind in der Düngebedarfsermittlung keine Nmin-Gehalte notwendig. Für Hauptfrüchte und Zweitfrüchte (2. Hauptfrucht) wurden 2018 folgende Nmin-Werte veröffentlicht:

Nmin-Werte im Jahr 2018 (PDF) pdf 253 KB

Nmin-Artikelserie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt

Der Ausdruck der hier veröffentlichten Nmin-Werte oder des entsprechenden Wochenblattartikels erfüllt die Aufzeichnungspflicht zur Ermittlung des Nmin-Wertes.

Aktuelle Nmin-Artikelserie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW)