Düngung
Häufig gestellte Fragen zur Düngeverordnung (FAQ)

Stand: 18.10.2018

Sie erhalten Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Düngeverordnung.

Neue und überarbeitete Fragen

Gibt es aufgrund der trockenheitsbedingten Ertragsausfälle 2018 eine Sonderregelung für die Nährstoffbilanz 2018?
Ja. Aufgrund der Trockenheit gibt es für die Nährstoffbilanz 2018 Sonderregelungen.
(Stand: 17.10.2018)

Trockenheit 2018 und Düngeverordnung Externer Link

Wann gilt eine Untersaat als Zwischenfrucht, die gedüngt werden kann?
Stand: 17.10.2018

Eine Untersaat gilt als Zwischenfrucht, wenn

  • die Ernte der Deckfrucht vor 15. September erfolgt und
  • der Pflanzenbestand mindestens eine Bodenbedeckung von 30 % aufweist und
  • der Pflanzenbestand mindestens 6 Wochen stehen bleibt und
  • der Leguminosenanteil des Pflanzenbestands (Körner/m²) höchstens 75 % beträgt.

1. Düngeplanung (N, P)

1.1 Düngeplanung allgemein

Gibt es aufgrund der trockenheitsbedingten Ertragsausfälle 2018 eine Sonderregelung für die Düngebedarfsermittlung 2019?
Ja. Weicht das Ertragsniveau 2018 um mehr als 20 % vom Ertragsniveau des Jahres 2017 ab, können für die Berechnung des dreijährigen Durchschnitts die Erträge von 2017, 2016 und 2015 berücksichtigt werden.
(Stand: 08.08.2018)

Trockenheit 2018 und Düngeverordnung Externer Link

Was muss ich bei Düngemaßnahmen nach der Ernte 2018 beachten?
Im Bayerischen Wochenblatt (208. Jg., (2018), Heft 27, Seite 41-42) ist dazu eine Zusammenfassung erschienen. Der Artikel kann hier nachzulesen werden.
(Stand: 16.07.2018)

DüV-Artikelserie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW)

Welche Aufzeichnung zur Düngung muss im Sommer/Herbst 2018 gemacht werden?
Bei 2. Hauptfrüchten, die gedüngt werden dürfen und sollen, ist eine Düngebedarfsermittlung notwendig. Die Berechnung ist im zur Verfügung stehenden Excelprogramm „Düngebedarfsermittlung“ möglich.
Wird eine Zwischenfrucht mit < 75 % Leguminosengehalt oder eine Hauptfrucht nach der 30/60 Regelung gedüngt, sind die ausgebrachten Mengen an organischem Dünger aufzuzeichnen und bei der im Frühjahr vor der 1. Düngung zu erstellenden Bedarfsermittlung zu berücksichtigen.
(Stand: 16.07.2018)
Welche Aufzeichnung zur Düngung muss im Herbst 2017 gemacht werden?
Die ausgebrachten Düngemengen sind aufzuzeichnen und bei der zu Jahresbeginn zu erstellenden Bedarfsermittlung zu berücksichtigen. Dies gilt nur für den Herbst 2017.
Ist die Düngeplanung mittels der EUF-Bodenuntersuchung zugelassen?
Die EUF-Bodenuntersuchung mit der darauf beruhenden Düngebedarfsermittlung ist zugelassen.
(Stand: 16.07.2018)

1.2 Programm und Berechnung

Gibt es ein Programm zur Düngebedarfsermittlung nach Vorgabe der neuen Düngeverordnung?
Ein Programm zu Düngebedarfsermittlung ist auf der LfL-Internetseite „Düngebedarfsermittlung“ zu finden.
(Stand: 22.02.2018)

Düngebedarfsermittlung Stickstoff und Phosphat 2018

An was liegt es, dass im Excelprogramm „Düngebedarfsermittlung“ #Name oder #Makro angezeigt wird?
Für ein fehlerfreies Arbeiten mit diesem Excelprogramm muss eine Programmversion von EXCEL vorliegen, die 2010 oder später erschienen ist.
Werden diese Fehlermeldungen angezeigt, verwenden Sie entweder kein Excel (sondern z. B. Open Office oder Linux) oder Ihre Excelversion ist vor 2010 erschienen.
(Stand: 22.02.2018)
Ich habe keine eigenen Ertragsaufzeichnungen. Woher weiß ich, welchen Ertrag ich in meiner Düngebedarfsermittlung ansetzen muss?
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft stellt für die wichtigsten Ackerkulturen auf Landkreisebene Durchschnittserträge zur Verfügung. Von welchem Landkreis der Ertrag genommen werden kann, entscheidet der Flächensitz. Es kann aber auch der Betriebssitz als Entscheidungskriterium herangezogen werden.
(Stand: 22.02.2018)

Düngebedarfsermittlung Stickstoff und Phosphat 2018 Externer Link

Ich habe keine eigene Nmin-Untersuchung. Woher weiß ich, welchen Nmin-Wert ich in meiner Düngebedarfsermittlung ansetzen muss?
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft stellt Nmin-Werte zur Verfügung. Von welchem Regierungsbezirk der Nmin-Wert genommen werden kann, entscheidet der Flächensitz. Es kann aber auch der Betriebssitz als Entscheidungskriterium herangezogen werden.
(Stand: 22.02.2018)
Kann ein eigenes Nmin-Untersuchungsergebnis für alle Schläge bzw. Bewirtschaftungseinheiten des Betriebes verwendet werden? Oder kann diese Probe nur für den einen beprobten Schlag/die eine Bewirtschaftungseinheit verwendet werden?
Eine Nmin-Untersuchung je Kultur und Betrieb genügt. Diese kann für weitere Schläge mit der gleichen Kultur verwendet werden. Die Düngeplanung muss jedoch je Kultur für jeden Schlag/Bewirtschaftungseinheit berechnet werden.
(Stand: 29.01.2018)
Kann die DSN-Stickstoffdüngeempfehlung eines Schlages auch für andere Schläge bzw. Bewirtschaftungseinheiten verwendet werden?
Erfüllen weitere Schläge die Voraussetzung, mit dem untersuchten Schlag zu einer Bewirtschaftungseinheit zusammengefasst zu werden, so gilt die DSN-Düngeempfehlung für alle Schläge dieser Bewirtschaftungseinheit.
Bei weiteren Schlägen des Betriebes mit der gleichen Kultur, die aber nicht zu dieser Bewirtschaftungseinheit gezählt werden können, kann der eigene Nmin-Wert als Grundlage für eine separate Stickstoffdüngebedarfsermittlung herangezogen werden.
(Stand: 22.02.2018)
Darf bei der tatsächlichen Düngung der Kultur die in der Düngeplanung berechnete Düngebedarfsmenge überschritten werden?
Der berechnete Stickstoffdüngebedarf ist die standortbezogene Obergrenze, die für die Kultur während der gesamten Vegetation gilt. Der Bedarf darf auf Teilgaben aufgeteilt und ausgebracht werden.
Bei der Durchführung der Düngung darf i.d.R. der ermittelte Düngebedarf in der Gesamtsumme (Summe der Teilgaben) nicht überschritten werden.
Was ist eine Bewirtschaftungseinheit?
Eine Bewirtschaftungseinheit ist gegeben, wenn folgendes zutrifft
bei Stickstoffdüngung: gleiche Kultur mit gleichen Ertragserwartungen und Verwendungszweck, gleiche Vorfruchtwirkung, Bodenart, gleiche Herbstdüngung, gleiche org. Düngung (Vorjahr und Anwendungsjahr);
bei Phosphatdüngung: gleiche Kultur mit gleichen Ertragserwartungen, gleiche Versorgungsstufe, wobei die Stufen A + B zusammengefasst werden können.
Können Schläge bei der Düngebedarfsermittlung, die im Vorjahr geteilt wurden (zwei Kulturen), wieder zu einem Schlag zusammengefasst werden?
Ja. Bei der Düngebedarfsermittlung ist die Wirkung aus dem Vorjahr (Vorfrucht, Düngung) anteilig zu berechnen bzw. die Vorfrucht mit dem größten Anteil an dieser Fläche anzusetzen.
(Stand: 27.03.2018)
Bei E-Weizensorten ist der N-Sollwert um 30 kg N/ha höher als bei A-Sorten: Muss man einen Nachweis über die Erlangung höherer Eiweißwerte erbringen? Was passiert, wenn trotz höherer N-Düngung bei E-Weizen nicht die erforderlichen Eiweißwerte erreicht werden?
Der höhere Stickstoffbedarfswert von E-Weizen ist rein über die angebaute Weizensorte nachzuweisen. Die Eiweißgehalte des Weizens spielen hier keine Rolle.
Was ist eine Hauptfrucht?
Hauptfrucht ist die Frucht, die im Mehrfachantrag steht.
Was ist eine Zweitfrucht (2. Hauptfrucht)?
Eine 2. Hauptfrucht ist eine Kultur, die wie eine Hauptfrucht gedüngt werden darf, aber aufgrund der Anbau- und Erntezeiten nicht im Mehrfachantrag erscheint.
Entweder ist die Saat vor 01.08. (bzw. Ernte der Deckfrucht) und die Ernte vor 31.12. oder die Ernte im Frühjahr, wobei der Saattermin ohne Bedeutung ist.
(Stand: 11.01.2018)
Muss der Stickstoffdüngebedarf auch für eine Zweitfrucht ermittelt werden?
Ab 2018 muss auch für eine 2. Hauptfrucht eine Düngebedarfsermittlung gerechnet werden.
(Stand: 11.01.2018)
Landwirt A macht mit Landwirt B einen Bewirtschaftungsvertrag für die Fläche B. Wer muss die Düngebedarfsermittlung für die Fläche B erstellen? Wer gibt die Fläche B in seiner Nährstoffbilanz an? Wer darf die Fläche für seine Berechnung der 170 kg-Grenze miteinbeziehen?
Der Landwirt, der den Mehrfachantrag gestellt hat ist für die Fläche verantwortlich und muss deshalb die notwendigen Aufzeichnungen vorlegen können.
(Stand: 11.01.2018)

1.3 Düngeplanung Zwischenfrucht

Welche Voraussetzungen muss eine Zwischenfrucht erfüllen, damit sie im Herbst 2018 gedüngt werden darf?
Die Zwischenfrucht muss mit den praxisüblichen Saatmengen bis 15.09. bestellt werden und muss mindestens 6 Wochen stehen. Der Leguminosenanteil der Zwischenfrucht (Körner/m²) darf höchstens 75 % betragen.
Die Düngung zur Zwischenfrucht muss der Etablierung der Kultur dienen, das heißt, es sollte die organische Düngung vor der Saat eingearbeitet werden oder bis spätestens 14 Tage nach der Saat gegeben werden. Eine Düngebedarfsermittlung ist für Zwischenfrüchte nicht notwendig.
(Stand: 11.07.2018)
Mit welcher Düngemenge darf eine Zwischenfrucht im Herbst gedüngt werden?
Wenn eine Zwischenfrucht alle Voraussetzungen erfüllt (siehe oben), darf sie mit insgesamt nicht mehr als 30 kg Ammoniumstickstoff (NH4) oder 60 kg Gesamtstickstoff (Nges) je Hektar im Herbst gedüngt werden.
Wann gilt eine Untersaat als Zwischenfrucht, die gedüngt werden kann?
Stand: 17.10.2018

Eine Untersaat gilt als Zwischenfrucht, wenn

  • die Ernte der Deckfrucht vor 15. September erfolgt und
  • der Pflanzenbestand mindestens eine Bodenbedeckung von 30 % aufweist und
  • der Pflanzenbestand mindestens 6 Wochen stehen bleibt und
  • der Leguminosenanteil des Pflanzenbestands (Körner/m²) höchstens 75 % beträgt.
Haben Zwischenfrüchte mit einem Leguminosenanteil im Herbst einen Düngebedarf?
Nein, Zwischenfrüchte mit einem Leguminosenanteil > 75 % (Körner je m²) haben keinen Düngebedarf.
(Stand: 11.01.2018)
Wann gilt eine Zwischenfrucht bei der Düngebedarfsermittlung als abgefroren?
Grundsätzlich gilt die Deklaration des Saatguts (abfrieren oder winterhart).
In Ausnahmefällen kann auch der tatsächliche Zustand im Frühjahr angesetzt werden, z. B. Senf ist im Frühjahr nicht abgefroren.
(Stand: 11.01.2018)

1.4 Düngeplanung Getreide

Ein Landwirt hat aus seiner Triticale GPS-Silage machen lassen. Nun möchte er auf dieser Fläche ein Hafergemenge zur weiteren Futternutzung säen. Das Gemenge wird im Herbst geerntet. Darf das Gemenge nach Bedarf gedüngt werden?
Ja. Wenn das Hafergemenge vor dem 1. August gesät und bis zum 31. Dezember geerntet wird, handelt es sich um eine Zweitfrucht (2. Hauptfrucht). Eine Zweitfrucht darf nach Bedarf gedüngt werden.
(Stand: 11.01.2018)
Wie und wann darf Winterroggen, der im Frühjahr als Grünroggen geerntet wird, gedüngt werden?
Da der Winterroggen im Frühjahr geerntet wird, ist der Winterroggen hier eine Zweitfrucht (2. Hauptfrucht) und keine Zwischenfrucht. Winterroggen als Hauptfrucht bzw. Zweitfrucht darf im Herbst nicht gedüngt werden.
Im Frühjahr ist eine Düngung nach Bedarf möglich.
(Stand: 11.01.2018)
Wie und wann darf Winterroggen, der im Frühjahr nicht geerntet, sondern eingearbeitet wird, gedüngt werden?
Der Winterroggen ist in diesem Fall eine Zwischenfrucht, weil er nicht geerntet wird. Er darf im Herbst mit 30 kg NH4/60 kg Nges je Hektar gedüngt werden, wenn er bis zum 15. September gesät wurde.
Wird er später gesät, greift die Sperrfrist und er darf im Herbst nicht gedüngt werden.
(Stand: 11.01.2018)
Welche Folgen hat es, wenn Winterroggen, der im Herbst gedüngt wurde, im Frühjahr (nochmal gedüngt wird sowie) geerntet wird?
Es liegt eine Ordnungswidrigkeit vor.

1.5 Düngeplanung Leguminosen

Dürfen Körnerleguminosen mit Festmist gedüngt werden?
Ja, Körnerleguminosen haben einen Stickstoffdüngebedarfswert von 0 - (60) kg N je Hektar. Der Stickstoffbedarfswert ist ertragsunabhängig.
In Ausnahmefällen kann in der Düngebedarfsermittlung für Körnerleguminosen auch statt 0 kg N ein Stickstoffbedarfswert von 60 kg N/ha ansetzt werden, der aber ausschließlich über Wirtschaftsdünger gedeckt werden darf.
(Stand: 18.07.2018)
Wie und wo kann ich eine Düngebedarfsermittlung für Körnerleguminosen, die gedüngt werden sollen, berechnen?
Der Düngebedarf kann im Excel-Programm „Düngebedarfsermittlung sonstige Ackerkulturen“ berechnet werden. Unter dem Arbeitsblatt „Bedarfswert_sonstiges“ kann der Bedarfswert für die Hauptfrucht Körnerleguminosen eingegeben werden. Die eingetragene Körnerleguminose, z.B. Ackerbohne, erscheint anschießend im Arbeitsblatt „Bedarfswert sonstiges“ zur Düngebedarfsermittlung.
(Stand: 27.03.2018)
Welchen Stickstoffdüngebedarf haben Luzerne und Klee?
Luzerne und Klee haben einen Stickstoffbedarfswert von 0 - (30) kg N je Hektar. In Ausnahmenfällen kann ein Stickstoffbedarfswert von 30 kg N/ha angesetzt werden, der ausschließlich über Wirtschaftsdünger gedeckt werden darf.
(Stand: 18.07.2018)
Wie kann für Klee und Luzerne eine Düngebedarfsermittlung mit einem Stickstoffbedarfswert von 30 kg N berechnet werden?
Die Eingabe zur Düngebedarfsermittlung ist in dem Arbeitsblatt „mehrschnittigen Feldfutterbau“ als „Luzernegras 70 % Leguminosen“ oder „Kleegras 70 % Leguminosen“ möglich. Bei der Eingabe eines Ertrags von 200 dt Frischmasse wird im Programm ein Düngebedarf von 30 kg N/ha berechnet.
(Stand: 26.03.2018)
Wie und wann darf Perserklee oder Alexandrinerklee als Zwischenfrucht/2.Hauptfrucht, die im Herbst zur Futtergewinnung genutzt wird, gedüngt werden?
Obwohl die beiden Kleesorten im Herbst geerntet werden, dürfen sie im Herbst nicht gedüngt werden. Klee ist eine Leguminose und hat als Reinsaat einen Stickstoffdüngebedarf von 0 kg N je Hektar.
(Stand: 27.03.2018)

1.6 Düngeplanung mehrschnittiger Feldfutterbau und Grünland

Darf Weidelgras, das vor 1. August gesät und im Herbst sowie im Frühjahr geerntet wird, im Herbst nach Bedarf gedüngt werden?
Ja, es darf im Herbst wie auch im Frühjahr nach Bedarf gedüngt werden.
Auch wenn eine späte zweite Herbsternte erfolgt, darf nur bis Ende September gedüngt werden. Danach ist der Stickstoffbedarf von Weidelgras gleich 0 kg N je Hektar.
(Stand: 27.11.2017)
Darf Weidelgras, das bis zum 15. September gesät und im Herbst geerntet wird, im Herbst nach Bedarf gedüngt werden?
Nein. Weidelgras, das zwischen 1. August und 15. September gesät wird, darf mit 30 kg NH4/60 kg Nges je Hektar bis Ende September gedüngt werden.
(Stand: 27.11.2017)
Welche Folgen hat es, wenn das Weidelgras, das im Frühjahr gedüngt wurde, nicht geerntet wird?
Keine, wenn darauf eine Hauptfrucht mit Düngebedarf folgt.
(Stand: 11.01.2018)
Darf Weidelgras, das bis zum 15. September gesät wurde und das 1. Mal im Frühjahr geerntet wird, im Herbst gedüngt werden?
Nein. Weidelgras, das im Herbst nicht geerntet wird, darf im Herbst nicht gedüngt werden.
Wann gilt eine Kultur als mehrjähriger Feldfutterbau?
Ein mehrjähriger Feldfutterbau liegt vor, wenn die Kultur vor 15. Mai gesät wurde und zweimal im Mehrfachantrag erscheint.
(Stand: 27.11.2017)
Darf mehrjähriges Szarvasi-Gras im Herbst gedüngt werden?
Szarvasi-Gras wie auch andere mehrjährige Energiepflanzen stehen im Normalfall mindestens zweimal im Mehrfachantrag. Wurden die mehrjährigen Energiepflanzen vor 15. Mai gesät, dürfen sie im Herbst gedüngt werden. Voraussetzung ist dabei, dass sie tatsächlich mindestens zwei Jahre im Mehrfachantrag stehen.
(Stand: 11.01.2018)
Darf im Herbst nach der letzten Schnittnutzung von mehrjährigem Feldfutterbau eine Güllegabe erfolgen und noch im gleichen Jahr für eine Ansaat im Frühjahr umgebrochen werden?
In diesem Fall darf keine Düngung erfolgen.
(Stand: 27.11.2017)
Wann ist im Herbst eine Düngung nach dem letzten Schnitt möglich?
Eine Düngung nach dem letzten Schnitt ist bei Grünland und mehrjährigem Futterbau möglich (je Hektar maximal 30 kg NH[sub]4[sub]-N bzw. 60 kg Gesamt-N), wenn im kommenden Frühjahr eine Nutzung erfolgt.
Beim überjährigen Feldfutter ist eine Düngung nach dem letzten Schnitt nicht möglich.
(Stand: 11.01.2018)
Wie und wann ist eine Düngung im Grünland bzw. mehrjährigem Feldfutterbau nach dem letzten Schnitt anzurechnen?
Die Düngung nach dem letzten Schnitt im Herbst wird dem Folgejahr und nicht dem aktuellen Düngejahr zugerechnet. Die Anrechnung erfolgt wie bei einer Frühjahrsgabe.
(Stand: 27.11.2017)

1.7 Düngeplanung organische Düngung

Wann ist Kompost im Sinne der DüV Kompost?
Es muss ein Kompostierungsprozess (Abbauprozess mit Prozesstemperatur) durchlaufen sein. Die Bioabfallverordnung beschreibt den Prozess wie folgt:
Im Verlauf der aeroben hygienisierenden Behandlung muss eine Temperatur von mindestens 55 °C über einen möglichst zusammenhängenden Zeitraum von 2 Wochen, von 60 °C über 6 Tage oder von 65 °C über 3 Tage auf das gesamte Rottematerial einwirken.
Wirtschaftsdünger bleiben auch nach aerober Behandlung Wirtschaftsdünger (gem. Düngegesetz) und werden nicht zu Kompost im Sinne der DüV.
(Stand: 27.11.2017)
Ab wann darf auf eine unbestellte Fläche, auf die im Frühjahr Mais gebaut werden soll, Gülle ausgebracht werden?
Eine Güllegabe ist ab 15. März möglich. Bei der Zugabe eines Nitrifikationshemmers (NI) ist die Gülleausbringung ab 1. März möglich.
(Stand: 22.02. 2018)
Welcher Nährstoffgehalt darf für die Düngebedarfsermittlung bei Mischgülle von Milchvieh und Schweinen verwendet werden?
Nährstoffgehalte org. Dünger, die durch Ausscheidungen verschiedene Tierarten anfallen, können anteilig des Anfalls berechnet werden. Eine Untersuchung ist nicht notwendig. Die Berechnung darf nur nach Zahlen der Basisdaten Tabelle 5 erfolgen.
(Stand: 16.07.2018)

Basisdaten (Düngeberatung/Düngeverordnung)

Wie oft und wann muss ich meinen Biogasgärrest untersuchen?
Biogasanlagen, die Gärrest abgeben, müssen zu jedem Hauptabgabetermin (in der Regel 3x/Jahr) ihren Gärrest untersuchen lassen. Wird der Gärrest nur auf betriebseigenen Flächen ausgebracht, muss der Gärrest mind. 1x/Jahr untersucht werden.
(Stand: 16.07.2018)

2. Regelungen zur Ausbringung

Was ist eine hinreichende Bestandsentwicklung im Rahmen der Vorgaben zum Gewässerabstand?
Ein Getreidebestand ist ab BBCH 30 hinreichend entwickelt.
Der Bestand von anderen Kulturen ist ab einer Bodenbedeckung von 70 % hinreichend entwickelt.
Ab wann ist eine Fläche schneebedeckt?
„Als schneebedeckt gilt ein Boden, dessen Oberfläche durch Schneeauflage nicht mehr zu erkennen ist. Schneebedeckte Teilflächen eines Schlages sind somit bei der Aufbringung auszunehmen.“
(Stand: 22.03.2018)
Darf auf gefrorenen Boden Festmist von Huf- und Klauentieren ausgebracht werden, wenn der Acker gepflückt ist?
Nein. Eine Düngung mit Stallmist und Kompost auf gefrorenen Boden ist OHNE grüne Pflanzendecke NICHT erlaubt.
(Stand: 22.02.2018)
Welche Regelungen gelten für die Ausbringung von Hopfenhäcksel im Herbst?
Die Sperrfrist wird für alle Flächen, auf denen Rebenhäcksel ausgebracht wird, um zwei Wochen nach hinten verschoben.
Rebenhäcksel darf anteilig auf die Flächen ausgebracht werden, wobei die ausgebrachte Rebenhäckselmenge je Hektar höchstens die Höhe des Anfalls je Hektar betragen darf.
Bei Anwendung dieser Regeln muss eine überwinternde Zwischenfrucht angebaut werden/sein, die bis 1. Mai des Folgejahres stehen bleibt und die zwischen zwei Hopfenreihen mindestens eine Breite von einem Meter aufweist.
Wann sollte die überwinternde Zwischenfrucht im Hopfen gesät werden?
Damit die Zwischenfrucht bis zum 1. Mai mit einem Meter Breite zwischen zwei Hopfenreihen einen gut entwickelten Bestand bildet, sollte die Zwischenfrucht entweder zeitig vor der Hopfenernte oder nach dem Ausbringen des Rebenhäcksel gesät werden.
Was ist, wenn beim Düngen der Mindestabstand zu Oberflächengewässern unterschritten wird?
Es ist ein Verstoß gegen die Düngeverordnung.
(Stand: 27.11.2017)

3. Obergrenzen (170 kg N/ha)

Was ist im Rahmen der 170 kg-Grenze bei der Ausbringung von organischen Düngern zu beachten?
Bei der Berechnung der 170 kg-Grenze sind alle organischen und organisch-mineralischen Düngemittel zu berücksichtigen. Bei Gärresten ist neben dem tierischen Anteil jetzt auch der pflanzlichen Anteile mit einzubeziehen.
Die 170 kg N/ha-Grenze ist die maximal aufbringbare Menge an Gesamtstickstoff, die während eines Düngejahres im Durchschnitt je Hektar auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche des Betriebs über organische und organisch-mineralische Düngemittel ausgebracht werden kann.
Ich nehme Stroh auf. Muss ich die aufgenommene Strohmenge in die Berechnung der 170 kg Grenze einbeziehen?
Nein, Stroh zählt nicht in die 170 Grenze, egal ob es aufgenommen oder abgegeben wird.
(Stand: 27.03.2018)

4. Sperrfristen

Gilt Ausfallraps weiterhin als Zwischenfrucht?
Ja, Ausfallraps ist eine Zwischenfrucht, wenn der Pflanzenbestand bzw. das Massenwachstum einem normalen Zwischenfruchtbestand entspricht und mindestens 6 Wochen auf dem Acker steht.
Gilt Ausfallgetreide als Zwischenfrucht?
Nein, Ausfallgetreide ist keine Zwischenfrucht.
Ist Mais eine Getreidevorfrucht?
Nein.
Sind bei der Regelung der Düngung von max. 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff die Ausbringverluste bereits berücksichtigt/abgezogen?
Die 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff ist die Düngemenge, die zum Feld gefahren wird. Sie berechnet sich aus dem Nährstoffgehalt des Düngers nach Abzug der Stall- und Lagerungsverluste. Die Ausbringverluste dürfen hier nicht abgezogen werden. Die Düngemenge, die bei der Pflanze ankommt, ist kleiner als 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff.
(Stand: 11.01.2018)
Gelten für separierte feste Gärrückstände oder den festen Anteil von separierter Gülle die Sperrfristen von Festmist?
Nein, es gelten die gleichen Sperrfristen wie für Gülle und flüssigen Gärrest.
Zu welchen Kulturen ist das Ausbringen von Festmist nach der Ernte der Hauptfrucht bis zur Sperrfrist erlaubt?
Festmist von Huf- und Klauentieren kann bis zu Beginn der Sperrfrist am 15. Dezember auf allen Flächen mit einem Düngebedarf im Folgejahr ausgebracht werden.
(Stand: 19.10.2017)
Darf Saatgut mit stickstoffhaltiger Beizung oder stickstoffhaltiges Spurennährstoffdüngemittel/Pflanzenschutzmittel in der Sperrfrist ausgebracht werden?
Wenn der enthaltene Stickstoff nur ein Nebenbestandteil ist (passiver Stickstoff) und maximal 5 kg N je Hektar ausgebracht werden, ist eine Anwendung in der Sperrfrist erlaubt.
Welche Sperrfrist gilt für eine Kultur, die als mehrjähriges Feldfutter geplant ist, aber erst nach 15. Mai gesät wurde?
Erfolgt die Saat/Ernte der Deckfrucht nach 15.5. und ist ein mehrjähriger Anbau geplant, gilt im Ansaatjahr noch die Ackersperrfrist. In den Folgejahren gilt dann die Sperrfrist für Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau.
(Stand: 27.11.2017)
Welche Sperrfrist gilt der Grassamenvermehrung?
Bei Grassamenvermehrung gilt die Sperrfrist des mehrjährigen Feldfutterbaus, wenn die Vorgaben des mehrjährigen Feldfutterbaus erfüllt sind.
(Stand: 27.11.2017)
Wann gilt auf einer Fläche die Sperrfrist für Gemüse-, Erdbeer- und Beerenobstkulturen?
Die Sperrfrist (1. Dez. bis 31. Jan.) gilt für Gemüse-, Erdbeer- und Beerenobstflächen.
Diese Flächen liegen vor, wenn die stehende Kultur auf der Fläche Gemüse, Erdbeeren bzw. Beerenobst ist. Ohne Gemüse, Erdbeeren bzw. Beerenobst (z. B. nach Ernte der letzten Gemüsekultur) ist die Fläche eine Ackerfläche, und es gelten die Sperrfristen für landwirtschaftliches Ackerland.
(Stand: 27.11.2017)

5. Nährstoffvergleich

Gibt es aufgrund der trockenheitsbedingten Ertragsausfälle 2018 eine Sonderregelung für die Nährstoffbilanz 2018?
Ja. Aufgrund der Trockenheit gibt es für die Nährstoffbilanz 2018 Sonderregelungen.
(Stand: 17.10.2018)

Mehr Externer Link

Ist der Nährstoffvergleich nach der alten oder der neuen DüV zu erstellen?
Der Nährstoffvergleich ist je nach Kalenderjahr bzw. Düngejahr entsprechend zu erstellen:
Kalenderjahr 2017: nach Vorgabe alter DüV
Kalenderjahr 2018: nach Vorgabe DüV 2017
Wirtschaftsjahr: 2016/17: nach Vorgabe alter DüV
Wirtschaftsjahr: 2017/18: nach Vorgabe DüV 2017

Grünlandwirtschaftsjahr 01.05.17 bis 30.04.18: nach Vorgabe alter DüV möglich
(Stand: 18.10.2017)
Wie muss Kompost im Nährstoffvergleich eingegeben werden?
Die Nährstoffmengen, die mittels Kompost im Sinne der DüV (siehe oben) ausgebracht werden, müssen im Nährstoffvergleich zu 100 % angegeben werden. Die EDV-Programme berechnen anschließend automatisch eine Anrechnung von 30 %.
(Stand: 16.07.2018)
Bis wann muss der Nährstoffvergleich erstellt sein, wenn ich dazu verpflichtet bin?
Der Nährstoffvergleich muss spätestens am 31. März vorliegen. Dabei ist egal, ob er für das vergangene Kalenderjahr oder für das vergangene Wirtschaftsjahr gerechnet wird. Als Nachweis für die rechtzeitige Berechnung zählt das Erstellungsdatum auf dem Ausdruck.
(Stand: 16.07.2018)
Wie kann und darf ich Mindererträge in der Nährstoffbilanz berücksichtigen?
Bei Hagelschaden kann der Durchschnittsertrag, der zu erwarten gewesen wäre, eingesetzt werden. Bei Nachsaat einer anderen Kultur darf entweder der Durchschnittsertrag der verhagelten Kultur oder der tatsächliche geerntete Ertrag der verhagelten Kultur + der Ertrag nachgesäten Kultur angesetzt werden.
Sind aufgrund von anderen Ereignissen als Hagelschaden, z. B. Trockenheit, Mäusefraß, die Erträge geringer, ist in der Nährstoffbilanz der tatsächlich geerntete Ertrag einzusetzen.
Die Kontrollwerte der Nährstoffbilanz müssen im 3-jährigen Durchschnitt eingehalten werden. Ergebnisse der Einzeljahre mit höheren und geringeren Erträgen sollten sich damit ausgleichen.
(Stand: 16.07.2018)
Welche zugeführten Nährstoffe muss ich in der Nährstoffbilanz angeben?
Beim Nährstoffvergleich muss die gesamte Nährstoffzufuhr erfasst werden. Einzige Ausnahme sind die nicht deklarierten Nährstoffmengen im Schwarz- und Carbokalk. Diese müssen beim Nährstoffvergleich nicht angerechnet werden, wenn praxisübliche Kalkmengen ausgebracht werden. Die Zugabe von Stickstoff in allen anderen Fällen muss bei der Nährstoffbilanz angerechnet werden.
(Stand: 16.07.2018)
Muss ich eine Stoffstrombilanz rechnen?
Wer eine Stoffstrombilanz rechnen muss, kann anhand des Schemas im Kapital „Stoffstrombilanz nach Hof-Tor-Ansatz“ auf der Internetseite „Nährstoffvergleich im landwirtschaftlichen Betrieb“ ermittelt werden.
(Stand: 16.07.2018)

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6. Lagerkapazität

Ist die Lagerkapazität des Festmistes vom Nährstoffgehalt und dem Strohanteil des Mistes abhängig?
Ja. Bei höherem Strohanteil wird auch der Anfall höher.
(Stand: 11.01.2018)
Ist die Lagerkapazität des Festmistes vom Nährstoffgehalt und dem Strohanteil des Mistes abhängig?
Ja. Bei höherem Strohanteil wird auch der Anfall höher.
(Stand: 11.01.2018)
Kann über Güllelagerungsverträge Lagerkapazität nachgewiesen werden?
Schriftliche Verträge zur Güllelagerung können als Belege für die Lagerkapazität angerechnet werden.
Ist Feldrandlagerung von Geflügelmist möglich?
Nein. Nur der Mist von Huf- und Klauentieren darf am Feldrand gelagert werden.
(Stand: 27.11.2017)
Kann ich durch Gülleseparierung Lagerkapazität einsparen?
Gülle bleibt auch nach der Separation Gülle und wird nicht zu Festmist. Das heißt, die Lagerkapazität im Betrieb muss so groß sein, dass der gesamte Gülleanfall ("flüssigen und festen Anteil") gelagert werden kann. Durch die Separation wird der benötigte Platz in der Güllegrube zwar kleiner, dafür muss aber eine entsprechend große Lagerstätte für den separierten trockenen Gülleanteil nachgewiesen werden.
(Stand: 11.01.2018)
Der Beispielsbetrieb hat Milchviehhaltung mit einer Biogasanlage. Die Milchviehgülle wird in die Biogasanlage eingebracht. Die Stall- und Lagerverluste bei Rindergülle betragen 15 % und bei Biogasgärrest 5 %. Dürfen bei der Milchviehgülle die 15 % abgezogen werden, dann wird die Rindergülle in die Biogasanlage eingebracht und dürfen dann nochmal 5 % abgezogen werden, oder dürfen nur einmalig 15 % oder nur einmalig 5 % abgezogen werden?
Es dürfen einmalig 15 % abgezogen werden.
(Stand:11.01.2018)
Wann spricht man von einer „leichten Rinderrasse“?
Eine leichte Rinderrasse liegt vor, wenn das Lebendgewicht der Kuh maximal 500 kg beträgt.
Leichte Rassen werden in erster Linie in der Mutterkuhhaltung und für Extensivflächen gehalten, z. B. Hinterwälder, Galloway, Schottische Hochlandrinder, Dexter, Fjäll-Rind, Zwergzebus, Yaks, u.a.. Aber auch Jersey als Milchviehrasse gehört zu den leichten Rassen.
(Stand: 11.01.2018)

7. Länderregelungen zur DüV (evtl. ab 2019)

Welche zusätzlichen Maßnahmen gelten in den Roten und Grünen Gebieten?
Die Gespräche, welche Maßnahmen in den Roten und Grünen Gebieten gelten sollen, sind noch nicht abgeschlossen. Eine Bekanntgabe der Maßnahmen wird 2018 erwartet.
(Stand: 16.07.2018)