§§ AV DüV
Ausführungsverordnung DüV - Rote Gebiete, Gelbe Gebiete

Auszug aus der Gebietskulisse nach AV DüV 2021Zoombild vorhanden

AV DüV Gebietskulisse

Die Düngeverordnung (DüV) verpflichtet die Landesregierungen in § 13 a DüV, in Gebieten mit einer hohen Stickstoffbelastung des Grundwassers (sogenannte „rote Gebiete“) oder einer Eutrophierung von Oberflächengewässern mit Phosphor (sogenannte „gelbe Gebiete“) per Landesverordnung auszuweisen und für diese Gebiete zusätzliche Auflagen bei der Landbewirtschaftung und Düngung zu erlassen. Bestimmte Betriebe in wenig belasteten Gebieten können im Gegenzug Erleichterungen erhalten.

Rechtliche Vorgaben

Mit der „Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV)“ kommt die bayerische Landesregierung ihrer Pflicht nach, eine Gebietskulisse auszuweisen und Maßnahmen festzulegen. Die AVDüV wurde am 22.12.2020 vom bayerischen Ministerrat beschlossen und gilt seit 01.01.2021.

Ausführungsverordnung Düngeverordnung (AVDüV) Externer Link

Titelbild der Videos zur Ausweisung der Gebietskulisse
Filmreihe: Ausweisung von mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten
Drei kurze Videos erklären die Ermittlung der Gebietskulisse, die einzuhaltenden Auflagen sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen an die neuen Vorgaben.

Videos zur Ausweisung der roten und gelben Gebiete (AV DüV)

Ausweisung der Gebietskulissen

Ausweisung der mit Nitrat belastete Gebiete in Bayern (Rote Gebiete)

Karte: Rotes Gebiet nach AV DüV 2021Zoombild vorhanden

Karte der mit Nitrat belasteten Gebiete in Bayern

Grundwasser ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage für Mensch und Natur. Zum Schutz des Grundwassers werden Gebiete mit einer hohen Stickstoffstoffbelastung im Grundwasser als sogenannte "mit Nitrat belastete Gebiete" (rote Gebiete) ausgewiesen.
Die Gebietsausweisung basiert auf den Vorgaben der DüV und der AVV DüV. In die Ermittlung der Gebiete fließen Grundwasser-Messwerte, die Berechnung der Nitrataustragsgefährdung der Böden und landwirtschaftlichen Düngedaten ein. Mit der Ausweisung von besonders belasteten Gebieten können die strengeren Anforderungen auf diese Flächen begrenzt werden.

Ausweisung der mit Nitrat belasteten Gebiete - wie ist sie erfolgt?

Ausweisung der eutrophierten Gebiete (Gelbe Gebiete)

Karte: Gelbes Gebiet nach AV DüV 2021Zoombild vorhanden

Karte der eutrophierten Gebiete in Bayern

Eutrophierung ist ein verstärktes Wachstum von Wasserpflanzen und Algen in Gewässern, das durch eine Anreicherung des Wassers mit Nährstoffen, v.a. durch Phosphor, hervorgerufen wird. Zum Schutz von Oberflächengewässern werden Gebiete mit einer Eutrophierung in Flüssen und Seen als sogenannte "eutrophierte Gebiete" (gelbe Gebiete) ausgewiesen. Die Gebietsausweisung erfolgt nach den Vorgaben der DüV und der AVV DüV.

Ausweisung der eutrophierten Gebiete - wie ist sie erfolgt? (LfU) Externer Link

Anforderungen bei der Flächenbewirtschaftung

In Gebieten mit einer hohen Stickstoffbelastung des Grundwassers (rote Gebiete) oder einer Eutrophierung von Oberflächengewässern mit Phosphat (gelbe Gebiete) müssen zusätzliche Auflagen bei der Düngung eingehalten werden. Bestimmte Betriebe ohne Fläche in den belasteten Gebieten können im Gegenzug Erleichterungen erhalten. Die Maßnahmen und Erleichterungen sind in der bayerischen „Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV)“ festgeschrieben.
Traktor mit Mineraldüngerstreuer

Düngereduzierung

Gülleausbringung auf Ackerfläche

Grenze 170 kg N/ha

Zwischenfrucht mit Luzerne

Zwischenfruchtanbau

Bodennahe Gülleausbringung im Getreide-Stoppelacker

Herbstdüngung

verblühte Fläche im Schnee mit Tierspuren

Sperrfrist

Mann zieht Nmin-Bodenprobe

Stickstoffbodenprobe

Untersuchung einer Gülle-Probe

Wirtschaftsdünger-Untersuchung

Gewässerrandstreifen am Bach

Gewässerabstand

Anforderungen im mit Nitrat belastetem Gebiet (roten Gebiet)

Achtung rotes Gebiet nach AV Düv
Bei der Düngung im mit Nitrat belasteten Gebiet müssen die Landwirte auf allen landwirtschaftlich genutzten roten Flächen ihres Betriebs neun zusätzliche Auflagen eingehalten. Sieben Maßnahmen sind bundeseinheitlich (I-VII) und mindestens zwei Maßnahmen (VIII-IX) muss jedes Bundesland mittels der AV DüV selbst festlegen.
Auf den bayerischen roten Flächen sind folgende neun Maßnahmen einzuhalten:
Reduzierung der Gesamtsumme des ermittelten Stickstoffdüngebedarfs im Betriebsdurchschnitt der roten Flächen um 20 % (I)
  • Der Stickstoffdüngebedarf ist für alle landwirtschaftlich genutzten roten Flächen bis zum Ablauf des 31. März des laufenden Düngejahres zusammenzufassen und im Betriebsdurchschnitt der roten Flächen für alle Haupt- und Zweitfrüchte um 20 Prozent zu reduzieren.
    Somit darf im Schnitt der roten Flächen maximal 80 Prozent des errechneten N-Düngebedarfs gedüngt werden.
  • Wird der Düngebedarf einzelner Kulturen (z.B. Mais) oder Flächen später ermittelt, kann der Stickstoffdüngebedarf entweder einzelflächenbezogen um 20 Prozent gekürzt oder nachträglich in die gesamtbetriebliche Bedarfsermittlung aufgenommen werden. Bei letzterem muss jeweils ein neuer Durchschnitt gebildet werden.
  • Der Abzug der -20 % der gesamtbetrieblichen Bedarfsermittlung der roten Flächen muss am Ende des Düngejahres komplett verrechnet sein.
  • Rote Flächen, die nicht gedüngt, aber genutzt werden (z.B. Leguminosen, Kulap) fließen in den Betriebsdurchschnitt der roten Flächen ein.
  • Eine zulässige Herbstdüngung zur Winterung unterliegt selbst nicht der Reduktion, sie muss jedoch bei der Berechnung des Düngebedarfs und dessen 20%-igen Reduktion berücksichtigt werden.

Ausnahmen:

  • Von dieser Auflage befreit sind Betriebe und Flächen, die nach Düngeverordnung von der Düngebedarfsermittlung ausgenommen sind.
  • Von dieser Auflage sind zudem Betriebe ausgenommen, die im Durchschnitt der roten Feldstücken je Jahr maximal 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon maximal 80 kg je Hektar über mineralische Düngemittel ausbringen (160/80-Regelung). Bei organischen Düngern ist dabei der Gesamtstickstoff, nicht der verfügbare Stickstoff, anzusetzen.
    • Die 160/80 Regelung ist auch bei 0 kg N mineralischer und 160 kg N organischer Düngung eingehalten.
    • In manchen Betrieben ist die Reduzierung der 20 Prozent leichter umzusetzen als die 160/80-Regelung.
  • Bei roten Dauergrünland-Flächen muss die Stickstoffdüngung nicht reduziert werden, sofern das Dauergrünland nicht mehr als 20 Prozent der roten Fläche umfasst.
    • Die Grünlandflächen, die weiterhin nach Bedarf gedüngt werden dürfen, sind in iBalis entsprechend gekennzeichnet.
    • Die Ausnahme gilt nur für Dauergrünland, nicht für Feldfutterbau (Ackerfläche).

Berechnungshilfen:

  • In den beiden LfL- Programmen zur Düngebedarfsermittlung wird, neben der Obergrenze für die Stickstoffdüngung, eine auf die einzelbetrieblichen Anbauverhältnisse angepasste Düngeempfehlung unter Berücksichtigung der 20 Prozent Abschlag ausgeben. Gleichzeitig kann die Anwendung der 160/80-Regelung für den Betrieb überprüft werden.
    • Zweitfrüchte werden in den Düngebedarfsprogrammen nicht um 20 % gekürzt. Eine Kürzung bzw. Optimierung mit Zweitfrüchten ist grundsätzlich möglich und kann handschriftlich berücksichtigt werden.
Grenze 170 kg N/ha schlagbezogen (II)
  • Die Obergrenze 170 kg N/ha für die Ausbringung von organischen Düngemitteln ist im roten Gebiet nicht betriebsbezogen, sondern separat für jeden roten Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit eines Betriebes schlagbezogen einzuhalten.
  • Das Bezugsjahr der schlagbezogenen Grenze 170 kg N/ha ist das Düngejahr.
    • Das Düngejahr beginnt nach der Ernte der Hauptfrucht und endet mit der Ernte der nächsten Hauptfrucht. Bei Grünland und Feldfutterbau endet das Düngejahr mit der letzten Nutzung. Das Düngejahr innerhalb eines Betriebs kann auch mehr als 12 Monate umfassen.
  • Auf jedem Schlag bzw. jeder Bewirtschaftungseinheit dürfen im Mittel von zwei Düngejahren maximal 170 kg Stickstoff/ha und Jahr aus organischen Düngemitteln und organisch-mineralischen Düngemitteln aufgebracht werden.
  • Bei Kompost darf die aufgebrachte Menge auf drei Jahre aufgeteilt werden und somit je Schlag bzw. je Bewirtschaftungseinheit 510 kg/Hektar nicht überschreiten.

Ausnahme:

  • Von dieser Auflage sind Betriebe ausgenommen, die im Durchschnitt der roten Feldstücken je Jahr maximal 160 kg Gesamtstickstoff je Hektar und davon maximal 80 kg je Hektar über mineralische Düngemittel ausbringen (160/80-Regelung). Bei organischen Düngern ist dabei der Gesamtstickstoff, nicht der verfügbare Stickstoff, anzusetzen.
    • Die 160/80 Regelung ist auch bei 0 kg N mineralischer und 160 kg N organischer Düngung eingehalten.
    • In manchen Betrieben ist die Reduzierung der 20 Prozent leichter umzusetzen als die 160/80-Regelung.

Berechnungshilfe:

  • In den beiden LfL- Programmen zur Düngebedarfsermittlung „LfL Düngebedarf“ ist die Berechnung der schlagbezogenen Obergrenze 170 kg N/ha möglich.
Verlängerung der Sperrfristen (III, IV)
  • Die Sperrfrist für Dauergrünland, Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau beginnt auf roten Schlägen am 1. Oktober und endet mit Ablauf des 31. Januar.
    • Die Verschiebung der Sperrfrist für Dauergrünland, Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau ist auch für rote Feldstücke um bis zu vier Wochen später möglich. Hierzu sind die Bekanntmachungen des zuständigen AELF zu beachten.
  • Die Sperrfrist für Festmist von Huf- und Klauentieren oder Kompost beginnt am 1. November und endet mit Ablauf des 31. Januar.

Übersicht zu Sperrfristen auf roten Flächen

Einschränkung der Stickstoffdüngung im Sommer/Herbst (V, VI)
  • Verbot der N-Düngung von Wintergerste im Herbst
  • Verbot der N-Düngung von Winterraps im Herbst, wenn der verfügbare Bodenstickstoffgehalt mehr als 45 kg N je Hektar beträgt.
    • Der Nachweis erfolgt über eine Stickstoff-Bodenuntersuchung, die je Bewirtschaftungseinheit gezogen werden kann. Bei Winterraps ist im Sommer bei Nmin eine Probenahmetiefe von 60 cm festgelegt, bei EUF wie gewohnt 30 cm.
    • Für die Abgrenzung der Bewirtschaftungseinheit ist in diesem Fall ausschließlich die Vorkultur relevant. Im Sinne dieser Regelung zählen alle Getreidearten als eine Vorkultur; ebenso können alle Leguminosenarten als eine Vorkultur betrachtet werden.
    • Alternativ zu einer eigenen Untersuchung dürfen auch die hier in Tabelle 1 veröffentlichten Nmin-Werte für die Entscheidung, ob gedüngt werden darf oder nicht, herangezogen werden.
    • Die Düngebedarfsermittlung muss für die betreffenden Winterrapsflächen erst vor der Frühjahrsdüngung (unter Berücksichtigung der Herbstdüngung) gemacht werden. Dabei ist der Frühjahrs-Nmin zu verwenden.
Tabelle 1: Sommer-Nmin-Werte (kg N/ha) für Winterrapsflächen im Sommer/Herbst 2021
* Auf Flächen mit sehr geringen Erträgen z.B. Hagelschlag und nach Qualitätsweizen mit einer Spätdüngung über 80 kg N/ha ist der Sommer Nmin-Wert über 45 kg N/ha, weshalb auf diesen Flächen eine Düngung (ohne eigenen Nmin-Wert unter 45 kg N/ha) nicht erlaubt ist.
Vorfrucht vor Winterraps (Hauptfrucht Ernte 2021)Nmin Wert (0 – 60 cm) in kg/haRapsdüngung bis 60 kg Nges/ha auf roten Flächen möglich?
Gemüse, Körnerleguminosen, Feldfutterbau> 45 kgNein
Getreide und alle sonstigen Kulturen *≤ 45 kgJa
  • Über Festmist von Huf- und Klauentieren oder Komposte darf auf Zwischenfrüchten ohne Futternutzung nicht mehr als 120 kg N/Hektar gedüngt werden.
  • Auf Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau darf im Zeitraum von 1. September bis Sperrfristbeginn maximal 60 kg N/Hektar aus flüssigen organischen Düngemitteln ausgebracht werden.
  • Verbot der Düngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung
    • Der Einsatz der Zwischenfrucht als Gärsubstrat in Biogasanlagen stellt keine Futternutzung dar!
    • Eine Zwischenfrucht mit Futternutzung kann auch zur Abgabe an andere Betriebe angebaut werden.
    • Eine Ausnahmegenehmigung zur letztmaligen Düngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung im Sommer/Herbst 2021 ist möglich.

Ausnahmegenehmigung zur letztmaligen Düngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung im Sommer/Herbst 2021:

  • Betriebe, die einen Bauantrag für zusätzlichem Lagerraum von flüssigen Wirtschaftsdüngern gestellt haben und der Bau noch nicht abgeschlossen werden konnte, können eine Ausnahmegenehmigung zur letztmaligen Düngung von Zwischenfrüchten ohne Futternutzung im Sommer/Herbst 2021 beim zuständigen AELF beantragen.
  • Der Befreiungsantrag beinhaltet
    • die Bestätigung der zuständigen Baubehörde, dass ein Bauantrag für zusätzlichen Lagerraum gestellt wurde
    • einen Auszug der zu befreienden Flächen aus dem aktuellen Mehrfachantrag
    • die Begründung, warum die Errichtung des Lagerraums noch nicht abgeschlossen werden kann und warum der Betriebsinhaber diesen Umstand nicht zu vertreten hat
  • Die Ausnahme gilt nur für den erzeugenden Betrieb und die im Antrag angegebenen Aufbringungsflächen. Beantragen können die Ausnahme
    • der Bauantragsteller bzw. jeder Landwirt, der als Gesellschafter an einem Betrieb beteiligt ist, der die Lagerkapazitäten schafft. Der Gesellschaftervertrag ist bei der Antragstellung beizufügen.
    • Biogasanlagen, die die Lagerkapazität erhöhen, ohne jeglichen Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Betrieben. Sie können den Antrag für die Ausbringung auf landwirtschaftliche Flächen anderer Betriebe stellen, sofern sie die Ausbringung auf die Flächen übernehmen
  • Der Bauantrag muss vor der Düngung der Zwischenfrucht gestellt worden sein. Der Eingangsstempel der Gemeinde ist ausreichend.
  • Unter diese Ausnahme fallen auch beantragte Errichtungen oder Erweiterungen von Anlagen zur Aufbereitung von flüssigen Wirtschaftsdüngern wie z. B. fest installierte Trocknungs- oder Separierungsanlagen, sofern sich durch die geplante Aufbereitung der Lagerraumbedarf für flüssige Wirtschaftsdünger reduziert.
Anbau von Zwischenfrüchten vor allen Sommerkulturen (VII)
  • Sommerungen dürfen nur mit Düngemitteln mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff gedüngt werden, wenn im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut und diese bis 15. Januar nicht umgebrochen wurde.
    • Als Umbruch sind alle Bodenbearbeitungen zu verstehen, die zu einer Zerstörung der Wurzelschicht und damit zu einer Mineralisierung führen (z.B. Pflügen, Grubbern).
    • Im Sinne des mit der Regelung bezweckten Gewässerschutzes sollte die Zwischenfrucht so lange wie möglich nicht oberflächlich bearbeitet/zerstört werden.
  • Ob in roten Gebieten eine Zwischenfrucht angebaut werden muss, betrifft nur die Düngung der Hauptfrucht-Sommerung. Die Düngung nach der Sommerung ist unwesentlich.
  • Saatgutbelege sollten für den Fall, dass die ZWF nicht gelingt, als Nachweis aufbewahrt werden.
    • Misslingt die Zwischenfrucht, sodass im Winter/Frühjahr keine Zwischenfrucht erkennbar sein wird, ist dies dem örtlichen AELF durch Vorlage der Saatgutbelege bis 15. November zu melden.
  • Ausfallrapsbestände nach Winterraps können als Zwischenfrucht gewertet werden, wenn der Pflanzenbestand bzw. das Massenwachstum einem normalem Zwischenfruchtbestand entspricht.
  • Anders lautende Vorgaben, wie z.B. bei Erosionsschutz in CC2 oder Greening werden durch die Regelungen zur verpflichtenden Zwischenfrucht nicht aufgehoben.

Ausgenommen sind:

  • Flächen mit Vorfruchternte/Zweitfruchternte nach dem 1. Oktober sowie
  • Flächen mit einem langjährigen Niederschlagsmittel unter 550 mm
    • In Bayern gibt es nur sehr vereinzelt Gebiete mit weniger als 550 Millimeter Niederschlag. Die Gebiete werden von der LfL auf Gemarkungsebene bekannt gemacht werden. Die Ermittlung erfolgt nach den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) (10jähriges Mittel).
Zusätzlich sind auf den roten Feldstücken in Bayern folgende zwei Maßnahmen einzuhalten:
Bodenstickstoffuntersuchung (VIII)
  • Der im Boden verfügbare Stickstoff ist grundsätzlich bei Hauptfrüchten auf allen Feldstücken bzw. Bewirtschaftungseinheiten (ausgenommen mehrschnittiger Feldfutterbau und Grünland) jährlich zu ermitteln.
  • Die zugelassenen Untersuchungsverfahren zur Ermittlung des im Boden verfügbaren Stickstoffs sind die Nmin-Methode und die Elektro-Ultrafiltrations-Methode (EUF).
  • Für jede Hauptfrucht-Kultur ist mindestens eine Nmin- oder EUF-Probe zu ziehen. Das Ergebnis ist bei der Düngebedarfsermittlung des beprobten Feldstücks bzw. der beprobten Bewirtschaftungseinheit zu verwenden.
    • Die Bodenstickstoffuntersuchung muss von einer bayerischen roten Fläche stammen.
    • Die gleiche Fruchtart (z.B. Winterweizen mit unterschiedlichen Produktionsverfahren oder Körnermais und Silomais oder Speise-, Stärke-, Früh-, Veredelungskartoffeln) benötigt nur eine Probe, aber zwei Düngebedarfsermittlungen.
    • Nur bei Gemüse: Im Rahmen der Kleinflächenregelung (Zusammenfassung von Kulturen unter 0,5 ha bis max. 2,0 ha) müssen entweder ein durchschnittlicher N-Bedarfswert gebildet werden oder für drei ausgewählte Gemüsekulturen Düngebedarfsermittlungen vorliegen. Pro Düngebedarfsermittlung muss eine Bodenprobe gemacht werden.
  • Für die weiteren nitratgefährdeten Feldstücke einer Kultur kann die Ermittlung des im Boden verfügbaren Stickstoffs mit dem N-Simulationsverfahren der LfL unabhängig einer Bodenprobe erfolgen.
    • Die simulierten Nmin-Werte sind in der Düngebedarfsermittlung nur für die jeweilige Fläche zu verwenden.
  • Für Hopfen, Wein, Spargel und einige Sonderkulturen kann der Nmin-Wert nicht simuliert werden, sondern muss immer über eine Nmin-Probe untersucht werden.
  • Bei Gemüse (mit Schnittlauch und Petersilie, aber ohne Spargel und Kartoffel) ist eine Nmin-Untersuchung mit Schnellmessmethoden auf Reflektometerbasis (z. B. RQ-Flex-Gerät, Nitracheck) möglich. Zusätzlich ist die ionenselektive Nitratbestimmungsmethode der Erzeugerringe zugelassen.

Ausnahme:

  • Von dieser Auflage befreit sind Betriebe und Flächen, die nach § 10 Abs. 3 DüV von der Verpflichtung zur Düngebedarfsermittlung ausgenommen sind.
  • Fruchtarten auf roten Flächen, die auf weniger als einem Hektar (Summe aller roten Flächen mit dieser Fruchtart) im Betrieb angebaut werden, benötigen nicht zwingend eine N-Bodenuntersuchung. In diesen Fällen ist eine N-Simulation für diese Fläche/Flächen ausreichend.
  • Wenn im roten Gebiet das Bodenstickstoff-Untersuchungsergebnis noch nicht vorliegt, kann mit dem veröffentlichten vorläufigen Nmin-Wert gerechnet werden. Die Bodenprobe muss aber vor der Düngung gezogen worden sein. Der untersuchte Wert muss dann in der Düngebedarfsermittlung nachgetragen werden.
Wirtschaftsdüngeruntersuchung (IX)
  • Der bezogen auf die Stickstoffmenge (kg N) mengenmäßig bedeutendste Wirtschaftsdünger oder Gärrückstand des Betriebes ist vor dem Aufbringen jährlich nasschemisch auf Gesamtstickstoff, verfügbaren Stickstoff und Phosphat im Labor zu untersuchen. Alternativ können die im LfL-Lagerraum Programm bzw. Biogasrechner berechneten Werte verwendet werden.
  • Die Nährstoffgehalte müssen zum Zeitpunkt der Ausbringung bekannt sein.
  • Die ermittelten Inhaltsstoffe sind für die Düngebedarfsermittlung aller roten Flächen des Betriebes zu verwenden und nach der Düngung in der Dokumentation zu berücksichtigen.
  • Ist der aufgenommene Wirtschaftsdünger der bedeutendste Dünger und wird dieser auf roten Flächen ausgebracht, muss für diesen Dünger eine Untersuchung vorliegen.
  • Das vorliegende Untersuchungsergebnis darf grundsätzlich nie älter als ein Jahr sein.
    • Wenn die Gülleuntersuchung noch nicht vorhanden ist, kann mit Standartwerten gerechnet werden. Die DBE muss korrigiert werden, wenn die Untersuchungswerte vorliegen.

Ausnahme:

  • Von dieser Auflage befreit sind Betriebe bis max. 750 kg Anfall an Gesamtstickstoff aus Wirtschaftsdüngern pro Jahr, die gleichzeitig keinen Wirtschaftsdünger aufnehmen.

Anforderungen im eutrophierten Gebiet (gelbes Gebiet)

Gelbes Gebiet nach AV DüV
Betriebe müssen für alle eutrophierten Feldstücke folgende zwei zusätzliche landesspezifische Maßnahmen durchführen:
Anbau von Zwischenfrüchten vor allen Sommerkulturen (I)
  • Sommerungen dürfen nur mit Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Phosphat gedüngt werden,
    • wenn bis 15. Januar eine Stoppelbrache einer Getreidevorfrucht vorhanden war oder
    • wenn im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut und diese bis 15. Januar nicht umgebrochen wurde.
    • Als Umbruch sind alle Bodenbearbeitungen zu verstehen, die zu einer Zerstörung der Wurzelschicht und damit zu einer Mineralisierung führen (z.B. Pflügen, Grubbern). Im Sinne des mit der Regelung bezweckten Gewässerschutzes sollte die Zwischenfrucht so lange wie möglich auch nicht oberflächlich bearbeitet/zerstört werden.
  • Ob in gelben Gebieten eine Zwischenfrucht angebaut werden muss, betrifft nur die Düngung zu Hauptfrucht-Sommerung. Die Düngung, die nach der Sommerung folgt, ist unwesentlich.
  • Saatgutbelege sollten für den Fall, dass die ZWF nicht gelingt, als Nachweis aufbewahrt werden.
    • Misslingt die Zwischenfrucht, sodass im Winter/Frühjahr keine Zwischenfrucht erkennbar sein wird, ist dies dem örtlichen AELF durch Vorlage der Saatgutbelege bis 15. November zu melden.
  • Ausfallrapsbestände nach Winterraps können als Zwischenfrucht gewertet werden, wenn der Pflanzenbestand bzw. das Massenwachstum einem normalem Zwischenfruchtbestand entspricht.
  • Anders lautende Vorgaben, wie z.B. bei Erosionsschutz in CC2 oder Greening werden durch die Regelungen zur verpflichtenden Zwischenfrucht nicht aufgehoben.

Ausgenommen sind:

  • Flächen mit Vorfruchternte/Zweitfruchternte nach dem 1. Oktober sowie
  • Flächen mit einem langjährigen Niederschlagsmittel unter 550 mm
    • In Bayern gibt es nur sehr vereinzelt Gebiete mit weniger als 550 Millimeter Niederschlag. Die Gebiete werden von der LfL auf Gemarkungsebene bekannt gemacht werden. Die Ermittlung erfolgt nach den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) (10jähriges Mittel).
Erweiterte Abstände zu Oberflächengewässern (II)

Gewässerabstand bei der Düngung gelber Flächen

Hangneigung < 5 %
Bei der Aufbringung von phosphathaltigen Düngemitteln auf ebenen Feldstücken sind grundsätzlich 5 Meter Gewässerabstand zur Böschungsoberkante einzuhalten.
  • Beim Einsatz von Exakttechnik (Streubereite = Arbeitsbreite/Grenzstreueinrichtung) reduziert sich der Abstand auf 1 Meter bzw. auf 3 Meter bei 5 % bis < 10 % Hangneigung
Hangneigung von 5 % bis < 10 %
Auf geneigten Feldstücken mit 5 % bis < 10 % Hangneigung innerhalb der ersten 20 Metern gelten im Abstand von 3 bis 20 Meter folgende zusätzlichen Vorgaben:
  • auf unbestellten Ackerflächen nur bei sofortiger Einarbeitung innerhalb des Abstands,
  • auf bestellten Ackerflächen
    • mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr, bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung;
    • ohne Reihenkultur nach Buchstabe a nur bei hinreichender Bestandsentwicklung
    • nach Anwendung von Mulch- oder Direktsaatverfahren.
Hangneigung von 10 % bis < 15 %
Auf stark geneigten Feldstücken mit 10 % bis < 15 % Hangneigung innerhalb der ersten 30 Meter zur Böschungsoberkante darf auf den ersten 10 Metern keine Düngung erfolgen. Im Abstand von 10 bis 30 Meter gelten folgende zusätzlichen Vorgaben:
  • auf unbestellten Ackerflächen nur bei sofortiger Einarbeitung innerhalb des Abstands,
  • auf bestellten Ackerflächen
    • mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr, bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung;
    • ohne Reihenkultur nach Buchstabe a nur bei hinreichender Bestandsentwicklung
    • nach Anwendung von Mulch- oder Direktsaatverfahren.
  • auf Acker- und Grünlandflächen darf eine Düngegabe nicht größer als 80 kg/ha sein. Ist der Düngebedarf höher, sind die Düngegaben entsprechend aufzuteilen.
Hangneigung ab 15 %
Auf stark geneigten Feldstücken mit mindestens 15 % Hangneigung innerhalb der ersten 30 Meter zur Böschungsoberkante darf auf den ersten 10 Metern keine Düngung erfolgen. Im Abstand von 10 bis 30 Meter gelten folgende zusätzlichen Vorgaben:
  • auf unbestellten Ackerflächen nur bei sofortiger Einarbeitung innerhalb der Gesamtfläche,
  • auf bestellten Ackerflächen
    • mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr, bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung;
    • ohne Reihenkultur nach Buchstabe a nur bei hinreichender Bestandsentwicklung
    • nach Anwendung von Mulch- oder Direktsaatverfahren.
  • auf Acker- und Grünlandflächen darf eine Düngegabe nicht größer als 80 kg/ha sein. Ist der Düngebedarf höher, sind die Düngegaben entsprechend aufzuteilen.

Erleichterungen im wenig belasteten Gebieten

Wasserschutzgebiet
Betriebe ohne rote oder gelbe Feldstücke können von Erleichterungen Gebrauch machen, sofern weniger als 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) des Betriebes in Wasserschutzgebieten liegt.
  • Anhebung der Grenzen für Aufzeichnungspflichten (Düngebedarfsermittlung, Dokumentation) von 15 auf 30 ha LF (ohne Flächen nach § 10 Abs. 3, Nr. 1 und 2 DüV)), sofern max. 110 kg Gesamt-N/ha LF aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft jährlich anfallen, max. 3 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren angebaut und keine Wirtschaftsdünger oder Gärrückstände aufgenommen werden.
  • Rinderhaltende Betriebe > 3 GV/ha mit ausreichend Grünland brauchen auch ab 2020 mindestens sechs Monate Gülle-Mindestlagerkapazität. Die genaue Berechnung der erforderlichen Lagerkapazität erfolgt auf Basis der Anteile der Rinderhaltung sowie des Grünlandes der Betriebe im Rahmen des Lagerraumprogrammes der LfL.

Umsetzung in der Praxis/im eigenen Betrieb

Betriebsbezogene Informationen für Landwirte durch iBALIS

Landschaft mit landwirtschaftlichen Betrieb im Hintergrund

Landwirtschaftlicher Betrieb

Im öffentlich zugänglichen KartenviewerAgrar sowie in der Feldstückskarte des zugangsgeschützten Bereichs vom iBALIS gibt ein Layer Auskunft zur Betroffenheit einer Fläche. Die Gebietskulissen können unter „rote/gelbe Gebiete (AVDüV)“ in der Feldstückskarte eingesehen werden.
Jeder Betrieb erhält in iBALIS eine Übersicht seiner roten und gelben Feldstücke sowie Informationen zu den zusätzlichen Maßnahmen. Die roten Feldstücke sind zudem im FNN mit dem Zusatz „rot (AVDüV)“, die gelben Feldstücke mit dem Zusatz „gelb (AVDüV) gekennzeichnet. Zudem werden auf einer eigenen Übersicht alle betroffenen Feldstücke angezeigt. So hat der Landwirt einen schnellen Überblick, auf welchen Feldstücken die zusätzlichen Auflagen einzuhalten sind.
Die Auflistung der betroffen Feldstücke wird durch Informationen zu den zusätzlichen Auflagen ergänzt.

iBalis – betriebsbezogene Flächeninformationen Externer Link

Betriebliche Anpassungsmöglichkeiten an die rechtlichen Anforderungen im Bereich Düngung und Nährstoffhaushalt

Ausgaben des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts

Aktuelle Informationen im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt

Über das Jahr hinweg werden jahreszeitlich aktuelle Themen im Bereich Düngung und betrieblichen Nährstoffhaushalt im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erläutert. Neuerungen und beschlossene Länderregelungen zur Düngeverordnung (DüV), Stoffstrombilanz (StoffBilV), Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger (WDüngV) u.ä. werden zeitnah bekannt gegeben.
In der 2020 veröffentlichten DüV-Serie werden betriebliche Anpassungs- und Umsetzungsmöglichkeiten im Pflanzenbau als auch in der Tierhaltung aufgezeigt.

DüV-Artikelserie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW)

Forschungsergebnisse zur Umsetzung der rechtlichen Anforderungen im Bereich Düngung und Nährstoffhaushalt

Nährstoffkreislauf im landwirtschaftlichen BetriebZoombild vorhanden

Nährstoffkreislauf im landwirtschaftlichen Betrieb

An der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft werden regelmäßig Forschungsprojekte durchgeführt, im Rahmen der Düngegesetzgebung den Nährstoffhaushalt landwirtschaftlicher Betriebe zu optimieren. Dazu zählen vor allem der effiziente Einsatz von Dünge- und Futtermitteln und die Vermeidung von Nährstoffverlusten.

Forschungsergebnisse im Bereich Nährstoffhaushalt Externer Link