Umsetzung der gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) – Fischetikettierung und Rückverfolgung

Umsetzung der gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) durch Verbesserung der Kontrolle der Rückverfolgbarkeit sowie Sensibilisierung der Marktbeteiligten und der Öffentlichkeit

Das Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte ist seit mehreren Jahren mit dem Vollzug der Fischetikettierungsvorschriften und der Rückverfolgbarkeit von Fisch und Fischprodukten betraut. Seit 14.12.2014 wurden durch eine EU-Verordnung die Mindestangaben auf den Begleitpapieren und der Verpackung von Fischereierzeugnissen erweitert. Jährlich kommen neue Fischarten auf den Markt. Ein durchgängiges Kontrollsystem sowie eine entsprechende daten- und informations-technische Vernetzung mit den Behörden anderer Bundesländer oder Mitgliedstaaten sind nur begrenzt vorhanden. Diese Umstände bedingen eine unbefriedigende Umsetzung bei den Kontrollen. Bei Marktbeteiligten aber auch in der Öffentlichkeit herrscht immer wieder Mangel an Informationen über die Notwendigkeit illegale Fischerei zu bekämpfen, bzw. darüber welche Maßnahmen hierzu bereits vorgesehen sind.

Ziel

Ziel des Projektes ist es die Ziele der GFP optimaler umzusetzen und damit den Umfang illegaler Fischerei und Fischvermarktung zu reduzieren.

Methode

Dieses Ziel soll durch folgende Maßnahmen erreicht werden:
In einem ersten Maßnahmenpaket werden die Kontrollen verbessert, indem die EDV-Erfassung der Marktbeteiligten sowie die Erfassung und Auswertung der durchgeführten Kontrollen neu strukturiert werden. Außerdem wird eine eigene oder bei einer anderen Einrichtungen bereits vorhandenen Bilddatenbank, bei der auch die in diversen EU-Verordnungen geregelten Fangbeschränkungen und Vermarktungsnormen bei jeder Fischart hinterlegt sind, aufgebaut und erweitert.
Zusätzlich wird eine bei anderen Einrichtungen bereits vorhandene DNA-Datenbank genutzt und erweitert, sodass Verstöße durch Angabe falscher Fischarten zweifelsfrei festgestellt werden können. Des Weiteren werden die Kontrolleure in Bezug auf die Erkennung der verschiedenen Fischarten, Herkunft und Fangbeschränkungen (durch BLE, Fischinstitute, etc.) und die Nutzung der geschilderten Datenbanken geschult.
In einem zweiten Maßnahmenpaket erfolgt die Information und Sensibilisierung der Marktbeteiligten und der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit, illegale, unangemeldete und unregulierte Fischerei durch die entsprechenden Rechtsakte und Vollzugsmaßnahmen der GFP zu bekämpfen. Dabei wird auch die Information über die behördlich vorgesehenen Maßnahmen vermittelt.

Ergebnisse

Bisherige Ergebnisse zeigen eine erfolgreiche Umsetzung sowohl in der Verbesserung des Kontrollsystems als auch in der Sensibilisierung der Öffentlichkeit.
Im ersten Maßnahmenpaket brachte die Neustrukturierung des Kontrollsystems neue Verfahrens- und Arbeitsanweisungen mit sich, wobei die Kontrollen bedarfsgerechter strukturiert und die Prüfprotokolle mehrfach optimiert wurden. Zur Erfassung der Vor-Ort-Kontrollen wurde das EDV-Kontrollprogramm umstrukturiert sowie teilweise neu programmiert. Mit der neuen EDV-Version lassen sich alle relevanten Kennzeichnungsmerkmale erfassen sowie Analysen der Kontrollen durchführen.
Das zweite Maßnahmenpaket betreffend lassen sich ebenfalls Erfolge verzeichnen. Die Veröffentlichung der Broschüre zur Kennzeichnung von Fisch und Fischereierzeugnissen erwies sich als ein wichtiges Instrument zur Sensibilisierung der Marktbeteiligten. Die Broschüre wird bei Vor-Ort-Kontrollen zur Information und Belehrung ausgehändigt und enthält alle wichtigen Informationen über die richtige Kennzeichnung. Die Rückmeldung zu dieser Broschüre ist sehr positiv und stößt auf gute Akzeptanz bei den Marktbeteiligten.
Nächste Schritte sind die Erarbeitung einer Risikoanalyse zur Optimierung der Kontrollen, weitere Anpassungen der EDV-Datenbank sowie die Untersuchung von DNA-Proben zur Artidentifizierung. Die Authentizitätsprüfung spielt bei der Umsetzung von Rückverfolgbarkeitskontrollen eine wichtige Rolle, weshalb ein einheitliches Kontrollsystem etabliert werden soll.

Die richtige Kennzeichnung von Fisch- und Fischereierzeugnissen - LfL-Broschüre zum Ausdrucken pdf 3,2 MB

Projektinformation
Projektleitung: Dr. Andrea Grimm
Projektbearbeitung: Edda Isla Ramirez
Laufzeit: November 2016 bis Juli 2020
Finanzierung: Europäischer Meeres- und Fischereifonds (EMFF)