Forschungs- und Innovationsprojekt
Integrierte Unkrautkontrolle im Ackerbau

RoboterZoombild vorhanden

Einsatz autonomer Systeme bzw. Robotik

Die vorwiegend chemische Unkautregulierung im konventionellen Ackerbau steht unter einer gesellschaftlichen und politischen Kritik. Die politischen Ziele sind langfristig den Herbizideinsatz erheblich zu reduzieren und die Biodiversität im Ackerbau zu steigern. Diese Herausforderungen werden im Rahmen eines umfangreichen Dauerfeldversuchsprogramms an zwei Standorten in Bayern untersucht.

Ziel

Die Unkrautbekämpfung im konventionellen Ackerbau erfolgt bisher nahezu ausschließlich durch den Einsatz von Herbiziden. Durch primär wirtschaftlich orientierte Fruchtfolgen und Produktionsverfahren werden hohe Unkrautbesatzdichten und schwer bekämpfbare Problemunkräuter bis hin zur Entwicklung von herbizidresistenten Populationen geduldet und bei Bedarf durch den Einsatz von Glyphosat reguliert. Mit dem Forschungsprojekt werden neue Unkrautregulierungskonzepte entwickelt und auf ihre ökonomische und ökologische Leistungsfähigkeit überprüft. Ziel ist die Unkrautregulierung im Ackerbau mit einen erheblich reduzierten Herbizidaufwand bis hin zum Verzicht auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Herbiziden durchführen zu können.

Methode

An zwei Standorten in Südbayern (Ruhstorf a.d. Rott) und Nordbayern (Schwarzenau) werden unterschiedliche Unkrautregulierungskonzepte in einer viergliedrigen Marktfruchtfolge vergleichend untersucht:
  • Unbehandelte Kontrolle
  • Gezielter Herbizideinsatz (Vergleichsstandard)
  • Mechanische Unkrautregulierung
  • Kombinierte mechanisch-chemische Unkrautregulierung
  • Einsatz autonomer Systeme bzw. Robotik
Als Co-Faktor erfolgt die Grundbodenbearbeitung tiefgründig wendend durch regelmäßigen Pflug-Einsatz oder tief mischend durch Grubber-Bearbeitung. Die Feldversuche werden in ortstreuen Großparzellenanlagen unter jährlich vollständiger Fruchtfolge durchgeführt. Neben der Unkrautregulierungsleistung werden weitere ökologisch Parameter im Bereich der Bodenphysik, Bodenmikrobiologie und Biodiversität untersucht.
Kombinierte mechanisch-chemische Unkrautregulierung durch Striegel-Technik

Striegel-Technik

Mechanische Unkrautregulierung durch sensorgesteuertes Hacken

Sensorgesteuertes Hacken

Ergebnis

Die Versuchsanlagen sind an den Standorten Ruhstorf a.d. Rott und Schwarzenau mit der Ansaat von Winterweizen und den Zwischenfrüchten für die Sommerungen gestartet. In Schwarzenau wird eine Herbizidbehandlung als Vergleichsstandard vorgenommen; ansonsten werden die weiteren Regulierungsmaßnahmen im Frühjahr 2021 in den Sommerungen (Mais, Sojabohne) und als Frühjahrsbehandlungen im Winterweizen durchgeführt.

Projektinformation
Projektleitung: Klaus Gehring, Institut für Pflanzenschutz, Herbologie
Projektbearbeitung: Michael Koy, Stefan Thyssen, IAB, ILT, Pflanzenbau-Versuchszentrum Nord-West-Bayern
Projektpartner: Bayerische Staatsgüter (BaySG) am Standort Schwarzenau, Pflanzenbau-Versuchszentrum Nord-West-Bayern
Laufzeit: 01.06.2020 - 01.04.2025
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Förderkennzeichen: A/19/03