Ergebnisse des bayernweiten Monitorings auf Verzwergungsviren bei Getreide

Durch Virusbefall verzwergte Getreidepflanze

Durch Virusbefall verzwergte Getreidepflanze

Als Hilfestellung für den Landwirt wird am Institut für Pflanzenschutz der LfL seit Jahren ein Verzwergungsvirusmonitoring im Ausfallgetreide durchgeführt. Es wird in enger Kooperation mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) durchgeführt.

Das Monitoring liefert aktuelle Aussagen zum regionalen Auftreten der Verzwergungsviren, ist aktuelle Entscheidungshilfe bei möglicherweise notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen und hilft unnötige Insektizidapplikationen zu vermeiden. Das Befallsgeschehen variiert von Jahr zu Jahr. Die Auswirkungen eines Jahrs mit massivem Virusauskommen können noch Jahre später spürbar sein wie uns der Jahrhundertsommer 2003 lehrte. Prognosen sind schwierig, da die Witterung als primärer Einflussfaktor über längere Zeit nicht prognostizierbar ist, umso wichtiger sind aktuelle Erhebungen. Über die Jahre hinweg werden mit unserem Monitoring zudem Erkenntnisse zur langfristigen Entwicklung des Befallsgeschehens gesammelt, wichtige Impulse für die Züchtung toleranter oder gar resistenter Sorten können davon ausgehen.

Zunehmende Gefahr durch Verzwergungsviren - auch ein Resultat des Klimawandels?

Der Befall mit Verzwergungsviren kann zu massiven wirtschaftlichen Verlusten im Getreideanbau führen. Eine Verschärfung der Virussituation ergibt sich bei Frühsaaten des Wintergetreides und längeren warm-trockenen Perioden im Herbst, die zu einer Verlängerung des Zeitraums führen, in denen Infektionen gesetzt werden können. Warm-trockene Perioden im Herbst resultieren zudem in einer erhöhten Aktivität der Virus-übertragenden Blattläuse und insbesondere der wärmeliebenden Zikaden und damit in einer gesteigerten Infektionsgefahr. Der Klimawandel leistet also über die Zunahme infektionsfördender Bedingungen seinen Anteil an der sich verschärfenden Problematik. Extreme Hitze und langanhaltende Trockenheit im Sommer können aber, insbesondere bei den Blattläusen, zum Zusammenbruch der Population führen und so das Gegenteil bewirken.
Die Verzwergungsviren und ihre Überträger
Gelbverzwergungsviren
Bei den Gelbverzwergungsviren (Yellow dwarf virus, YDV) treten verschiedene Serotypen auf, die von verschiedenen Blattlausarten übertragen werden. Im Rahmen unseres Monitorings werden folgende Serotypen nachgewiesen und unterschieden:
  • BYDV-MAV (Barley yellow dwarf virus = Gerstengelbverzwergungsvirus): Überträger Grosse Getreideblattlaus, Macrosiphum avenae (= Sitobion avenae)
  • BYDV-PAV: Überträger Haferblattlaus, Rhopalosiphum padi, und Grosse Getreideblattlaus, Macrosiphum avenae (= Sitobion avenae)
  • BYDV-RPV: Überträger Haferblattlaus, Rhopalosiphum padi (= CYDV; Cereal yellow dwarf virus = Getreidegelbverzwergungsvirus)
Getreideverzwergungsviren
Die beiden Stämme des Getreideverzwergungsviren, Weizen- und Gersten-Stamm, werden seit einiger Zeit als zwei unterschiedliche Viren geführt:
  • WDV (Wheat dwarf virus = Weizenverzwergungsvirus)
  • BDV (Barley dwarf virus = Gerstenverzwregungsvirus)
WDV und BDV werden durch die Zwergzikade Psammotettix alienus übertragen.
Gezielte Bekämpfung der Virusüberträger
Die Bekämpfung der Blattlausvektoren sollte nur Bekämpfungsschwellen-abhängig erfolgen. Ein Insektizideinsatz vor dem Erreichen der Bekämpfungsschwelle sichert keine wirtschaftlichen Mehrerträge; außerdem ist aus Gründen des erhöhten Risikos der Resistenzbildung gegenüber den eingesetzten insektiziden Wirkstoffen und des Umweltschutzes von allzu häufigen Insektizidapplikationen abzuraten. Bekämpfungswürdig anzusehen sind 20 % mit Blattläusen befallene Pflanzen ab dem 2-3 Blattstadium des Getreides, bei Frühsaaten (Auflauf vor dem 25. September) 10 % befallene Pflanzen. Zu kontrollieren sind dazu etwa 100 Pflanzen, nicht nur am Feldrand. Bei warmen Temperaturen lassen sich die Blattläuse meist gut im Gegenlicht auf den Blättern erkennen, bei kühler Witterung verstecken sie sich dagegen am Blattgrund.
Für die Bekämpfung von Zikaden sind derzeit keine Insektizide zugelassen, so dass deren direkte Bekämpfung nicht möglich ist. Ackerbauliche Maßnahmen können hier zum Einsatz kommen.

Ackerbauliche Hinweise zur Minderung der durch Verzwergungsviren verursachten Schäden

Monitoring-Strategie
Von den sieben Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) mit Fachzentrum Pflanzenbau der bayerischen Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken werden im Herbst insgesamt 420 Blattproben im Ausfallgetreide genommen: Dabei werden in jedem Regierungsbezirk sechs Standorte mit jeweils 60 Pflanzen beprobt. Die Probenahme wird zufällig durchgeführt, Pflanzen mit auffälligen Symptomen werden nicht bevorzugt beprobt. Die Proben werden unverzüglich an die LfL in das virologische Labor geschickt und einzeln mit ELISA auf die verschiedenen Serotypen des Gelbverzwergungsvirus (BYDV-MAV, -PAV, CYDV) und das Weizenverzwergungsvirus (WDV/BDV) getestet.

Virusnachweis

Einzelpflanzentestung
Für den Virusnachweis werden in unserem Monitoring Einzelpflanzen getestet. Diese Vorgehensweise ermöglicht Aussagen zur Befallshäufigkeit auf einen Schlag und ist deshalb der Testung von Sammelproben vorzuziehen.
ELISA als Nachweismethoden
Der Virusnachweis erfolgt serologisch mit dem ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay) unter Verwendung spezifischer Antikörper. Die verschiedenen Antikörper erlauben eine Differenzierung von BYDV-MAV, BYDV-PAV und BYDV-RPV (=CYDV). Eine Unterscheidung zwischen WDV und BDV ist mit dem ELISA nicht möglich.

Monitoring im Ausfallgetreide 2018

Seit vielen Jahren wird an der LfL ein Monitoring auf Verzwergungsviren im Ausfallgetreide durchgeführt, das auch im Herbst 2018 in enger Kooperation mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) fortgeführt wurde. Den Landwirten soll damit ein Überblick über die aktuelle Befallssituation gegeben werden, um möglicherweise notwendige Bekämpfungsmaßnahmen ableiten zu können. Langfristig gesehen sollen Aussagen über die Entwicklung des Befallsgeschehens möglich sein.
Rückblick und Ausgangssituation
Der sich 2016 abzeichnende Trend einer Zunahme des Befalls mit Verzwergungsviren im Ausfallgetreide, insbesondere mit dem Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV), setzte sich 2017 nicht fort; nur ca. ein Viertel der untersuchten Proben wurde im Herbst 2017 positiv auf Verzwergungsviren getestet. Eine mögliche Ursache war der in Bayern kalte Winter 2016/2017, der eine Überwinterung von Blattläusen nicht begünstigt hatte. Der Winter 2017/2018 war dagegen ein milder Winter mit viel Niederschlag und Sonnenschein, auch wenn Bayern mit 0,5 °C (-1,0 °C) das eindeutig kälteste Bundesland war (Quelle: DWD). Die Voraussetzung für eine Überwinterung von Virusvektoren in das Frühjahr 2018 hinein waren also günstig. Doch wie war dann die Virusbefallssituation tatsächlich?

Monitoring im Herbst 2018
Im Zeitraum vom 04.09. bis 17.09.2018 schickten die sieben ÄELF mit Fachzentrum Pflanzenbau die aus dem Ausfallgetreide gezogenen Monitoringproben ein. Dabei wurden jeweils zehn Pflanzen an je sechs Standorten zufällig beprobt, insgesamt wurden also 420 Proben genommen. Die Proben wurden an die LfL in das virologische Labor gesandt und zur Ermittlung der jeweiligen Befallshäufigkeiten einzeln mit ELISA auf die verschiedenen Serotypen des Gelbverzwergungsvirus (BYDV-MAV, -PAV, CYDV) und das Weizenverzwergungsvirus (WDV/BDV) getestet. Die ELISA-Untersuchungen waren am 28.09.2019 abgeschlossen, so dass den Landwirten die aktuellen Ergebnisse zeitnah zur Verfügung gestellt werden konnten.

Ergebnisse des Monitorings im Ausfallgetreide 2018

IPS 2c_Virusmonitoring 2018_Befall+Nicht-Befall_TorteZoombild vorhanden

Anteil befallener und nicht befallener Pflanzen im Verzwergungsvirusmonitoring 2018

Befallszunahme gegenüber 2017
Von den 420 eingereichten Proben wiesen ca. 40 % Befall mit Verzwergungsviren auf; rund 4 % waren mit BYDV/CYDV befallen und rund 37 % mit WDV/BDV. 2017 waren dagegen nur insgesamt 24 % der Proben Virus-positiv, 4 % der Proben waren mit BYDV/CYDV und 22 % mit WDV/BDV infiziert. Die Tendenz der Zunahme des WDV-Befalls setzt sich nun schon seit 2015 fort, allerdings gibt es hierbei deutliche lokale Unterschiede; der BYDV/CYDV-Befall bleibt dagegen auf einem sehr geringen Niveau.
Verteilung des Befalls mit Verzwergungsviren in den sieben bayerischen Regierungsbezirken Zoombild vorhanden

Verteilung des Befalls mit Verzwergungsviren in den sieben bayerischen Regierungsbezirken (Grafik: S. Weigand)

Auch 2018 dominierte WDV - aber mit regionalen Unterschieden
Aufgrund des außerordentlich warmen und trockenen Sommers waren die Bedingungen für die wärmeliebenden WDV/BDV-übertragenden Zikaden sehr günstig, so dass mancherorts viele Zikaden und auch massiver WDV/BDV-Befall zu beobachten war. Insgesamt waren 37 % der Proben WDV/BDV-positiv. Da die Zikaden nur schwer zu beobachten sind, zeigte sich jedoch keine Korrelation des festgestellten Zikadenaufkommens mit dem WDV/BDV-Befall, d.h. es gab auch Befall, wenn keine Zikaden gesichtet wurden.

Obwohl die Witterung in den Regionen nicht groß unterschiedlich war, waren dennoch deutliche regionale Unterschiede im Befallsaufkommen zu verzeichnen. Schwerpunktmäßig waren vor allem die tendenziell trockeneren Regionen Frankens und der Oberpfalz betroffen. In der Oberpfalz waren sogar mehr als 80 % der Proben WDV/BDV-positiv. In Schwaben waren hingegen lediglich 7 % der Proben WDV/BDV-infiziert.
Befall mit Verzwergungsviren in den sieben  Regierungsbezirken BayernsZoombild vorhanden

Befall mit Verzwergungsviren in den sieben Regierungsbezirken Bayerns

Bayernweit war das Auftreten von BYDV unbedeutend - ausgenommen Oberbayern, hier war ein Anteil von immerhin 17 % der Proben mit BYDV infiziert und an drei der sechs beprobten Schläge waren befallene Einzelpflanzen zu finden.

Das BYDV-/CYDV-Befallsaufkommen ist gegenüber 2016, als 40 % der Proben positiv waren, deutlich rückläufig; das Befallsniveau 2018 war vergleichbar mit 2017. Demzufolge waren nur 3 % der Proben ausschließlich mit BYDV-/CYDV infiziert, Doppelinfektionen mit BYDV/CYDV und WDV/BDV waren mit einem Anteil von 1 % noch seltener. Ähnlich wie 2015 verhinderten auch 2018 langanhaltende Hitze und Trockenheit eine Ausbreitung des BYDV/CYDV-Befalls: Blattlauspopulationen konnten sich nicht aufbauen oder brachen frühzeitig zusammen. Blattlausvektoren, die Infektionen im Ausfallgetreide hätten setzen könnten, waren demzufolge nicht in großer Zahl vorhanden.
Befall mit Verzwergungsviren in den sieben Regierungsbezirken Bayerns an jeweilssechs Standorten: BefallsspannenZoombild vorhanden

Befall mit Verzwergungsviren in den sieben Regierungsbezirken Bayerns an jeweils sechs Standorten: Befallsspannen

Auch innerhalb eines Regierungsbezirks waren zwischen den beprobten Standorten deutliche Unterschiede im Befallsniveau zu verzeichnen. Waren in Schwaben zwischen 0 und 30 Prozent der Proben an den verschiedenen Standorten infiziert, so lag der Anteil positiver Proben in der Oberpfalz zwischen 60 und 100 %. In Mittelfranken zeigten sich die Standortunterschiede am deutlichsten, hier betrug die Befallsspanne 0 bis 100 %.

Wie gefährdet sind die neuen Bestände in Herbst 2018?

Das Ausfallgetreide ist wichtigstes Virusreservoir. Der Befall im Ausfallgetreide liefert deshalb einen frühen Hinweis auf das zu erwartende Infektionsrisiko in den jungen Beständen. Doch nur wenn die Witterungsbedingungen es zulassen und ausreichend virusbeladene Blattläuse oder Zwergzikaden aus dem Ausfallgetreide in die Winterungen einfliegen, droht letztlich Gefahr. Besonders gefährdet sind stets die zuerst auflaufenden Wintergetreidebestände in einer Flur sowie wärmebegünstigte, windgeschützte Lagen (Waldränder, Hecken, Südhänge). Bei ungünstiger, kühl-feuchter Witterung bricht die Aktivität der Zikaden rascher ein als die der Blattläuse, was das WDV-Risiko deutlich mildert.

Für ein geringes Risiko spricht derzeit:

  • die zurückliegende und weiter anhaltende Trockenheit
  • das sehr späte, teils verzögerte Auflaufen des Ausfallgetreides
  • die sehr frühe Silomaisernte, weit vor Auflauf der Winterungen (keine „grüne Brücke“ für BYDV/CYDV möglich)
  • das geringe Auftreten von Getreideblattläusen

Für ein höheres Risiko spricht derzeit:

  • die WDV-Belastung im Ausfallgetreide
  • die weiter vorhergesagten milden Temperaturen ohne Nachtfröste („goldener Oktober“)
  • viel Ausfallgetreide in nur lückig aufgelaufenen Zwischenfrüchten und im Raps
  • viele Zwischenfruchtmischungen mit hohen Gräseranteilen (Wirtspflanzen)
Bekannte Gegenmaßnahmen
Wichtigste vorbeugende Maßnahme ist das konsequente, mechanische Beseitigen des Ausfallgetreides. Ohne diese „grüne Brücke“ sinkt das Virusrisiko erheblich. Dies ist besonders im Hinblick auf das WDV-Risiko bedeutsam, da im Gegensatz zur Blattlausbekämpfung keine ausreichend wirksamen Insektizide gegen Zikaden zugelassen sind. Wichtig sind in jedem Fall eigene Bestandeskontrollen, um die Notwendigkeit von Insektizidmaßnahmen zu prüfen. Blattlauszählungen ab dem Zwei- bis Drei-Blatt-Stadium an mindestens 50 Pflanzen verteilt über den Gesamtschlag sind dafür erforderlich. Besonders gut gelingt das Zählen der Blattläuse an einem sonnigen Nachmittag, wenn sich die ansonsten oft am Blattgrund versteckten Tierchen gut im Gegenlicht auf den Blätter erkennen lassen.

Als Bekämpfungsschwellen gelten für Blattläuse als Virusvektoren

  • Normalsaat: Blattlausbefall an 20 % der Pflanzen
  • Frühsaat: Blattlausbefall an 10 % der Pflanzen.

Monitoring im Ausfallgetreide 2017

Wie in den Vorjahren wurde auch im Herbst 2017 in enger Kooperation mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) ein Monitoring auf Verzwergungsviren im Ausfallgetreide durchgeführt, um den Landwirten einen Überblick über die Befallssituation zu ermöglichen und möglicherweise notwendige Bekämpfungsempfehlungen davon abzuleiten.
Ausgangssituation
Das Befallsaufkommen war im vorhergegangenen Herbst 2016 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht: Der BYDV/CYDV-Befall erreichte mit 40 % ein Niveau wie seit 2007 (79 %) nicht mehr. Auch der Anteil WDV-infizierter Proben war mit 12 % angestiegen. Dagegen waren im Herbst 2015 nur 1 % der Proben mit BYDV/CYDV infiziert und lediglich 9 % mit WDV/BCV. Mit einer ansteigende Tendenz der Verzwergungsvirusinfektionen war also für 2017 zu rechnen.
Monitoring im Herbst 2017
Jedes der sieben ÄELF mit Fachzentrum Pflanzenbau führte im Zeitraum vom 04.09.-18.09.17 die Probennahme im Ausfallgetreide durch. Dabei wurden jeweils zehn Pflanzen an je sechs Standorten zufällig beprobt, insgesamt wurden also 420 Proben genommen. Die Proben wurden an die LfL in das virologische Labor gesandt und zur Ermittlung der jeweiligen Befallshäufigkeiten einzeln mit ELISA auf die verschiedenen Serotypen des Gelbverzwergungsvirus (BYDV-MAV, -PAV, CYDV) und das Weizenverzwergungsvirus (WDV/BDV) getestet. Die ELISA-Untersuchungen waren am 28.09.2017 abgeschlossen, so dass den Landwirten die aktuellen Ergebnisse zeitnah zur Verfügung gestellt werden konnten.

Ergebnisse des bayernweiten Monitorings im Ausfallgetreide - Herbst 2017

Überblick über das Auftreten von Verzwergungsviren in den sieben bayerischen Regierungsbezirken im Ausfallgetreide 2017Zoombild vorhanden

Überblick über das Auftreten von Verzwergungsviren in den sieben bayerischen Regierungsbezirken im Ausfallgetreide 2017

Geringerer Befall als 2016
Insgesamt ist im Herbst 2017 der Anteil mit Verzwergungsviren infizierten Pflanzen mit knapp 25 % im Vergleich zu 2016 mit 48 % positiven Pflanzen eher gering. Der sich in den Vorjahren abzeichnende Trend einer Zunahme von BYDV/ CYDV-Infektionen setzte sich also nicht fort. Eine mögliche Ursache könnte der in Bayern kalte Winter 2016/2017 sein: Er war mit -0,7 °C in etwa durchschnittlich kalt, wodurch eine Überwinterung von Blattläusen nicht begünstigt wurde. Dagegen lag im Winter 2015/2016 die Durchschnittstemperatur in Bayern mit 2,7 °C deutlich über -1,0 °C, dem vieljährigen Mittelwert der internationalen klimatologischen Referenzperiode (Zeitraum 1961 bis 1990; Quelle: DWD) und war somit förderlich für eine Überwinterung der Blattlausvektoren. Die Voraussetzung für Virusbefall waren damit 2017 schlechter als im Jahr 2016.
Befall mit Verzwergungsviren im Ausfallgetreide 2017: Prozentuale Verteilung der verschiedenen VerzwergungsvirenZoombild vorhanden

Befall mit Verzwergungsviren im Ausfallgetreide 2017

Im Herbst 2017 dominierte das Weizenverzwergungsvirus
Im Gegensatz zu 2016, als ein beträchtlicher Anteil von 40 % der Pflanzen mit durch Blattläuse übertragbare Gelbverzwergungsviren infiziert war, dominierte im Herbst 2017 das durch die Zikaden Psammotettix alienus übertragene Weizenverzwergungsvirus (WDV/BDV): Im Herbst 2017 war der Anteil WDV/BDV-positiver Proben mit ca. 22 % im Vergleich zu 2016 mit 12 % positiven Proben fast doppelt so hoch.
Der Virusbefall schwankte an den verschiedenen Standorten: an einem Standort waren 100 % der Proben infiziert, an anderen keine einzige.Zoombild vorhanden

Der Virusbefall schwankte an den verschiedenen Standorten

Deutliches Nord-Süd-Gefälle
Der Anstieg des Befalls mit dem Weizenverzwergungvirus (WDV/BDV) ist ausschließlich dem hohen Befallsaufkommen in Mittel- und Unterfranken geschuldet. Generell lässt sich festhalten, dass der Anteil Verzwergungsviren-positiver Proben deutlich zwischen den Standorten schwankte und sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zeigte: So waren 63 % der Proben aus Mittelfranken (standortabhängige Befallsspannweite 40-90 %) und 52 % der Proben aus Unterfranken (10-100 %) mit Verzwergungsviren infiziert, bei den Einsendungen der anderen Regierungsbezirke waren es nur 3 bis 17 % der Proben. Eine Korrelation mit dem Vektorenaufkommen (Blattläuse und Zikaden) ließ sich nicht feststellen. Standortbezogen kann eine auf der Schadschwelle basierende Bekämpfung der Blattläuse sinnvoll sein.

Monitoring im Ausfallgetreide 2016

Wie in den Vorjahren wurde auch im Herbst 2016 in enger Kooperation mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) ein Monitoring auf Verzwergungsviren im Ausfallgetreide durchgeführt, um den Landwirten einen Überblick über die Befallssituation zu ermöglichen und möglicherweise notwendige Bekämpfungsempfehlungen davon abzuleiten.
Ausgangssituation
2015 lag der Befall im Ausfallgetreide mit Verzwergungsviren, als Folge des extrem trockenen und heißen Sommers, der die Blattlauspopulationen zusammenbrechen ließ, auf einem geringen Niveau: Nur 9,3 % von 420 untersuchten Ausfallgetreideproben waren mit dem Weizenverzwergungsvirus infiziert und lediglich 0,2 % der Proben mit Gelbverzwergungsviren; das Aufkommen an Gelbverzwergungsviren war so gering wie nie zuvor in den seit 2007 kontinuierlich durchgeführten Virusuntersuchungen. Der darauffolgende Winter 2015/2016 war dann überdurchschnittlich mild, so dass damit zu rechnen war, dass Virusüberträger (Blattläuse für Gelbverzwergungsviren und Zikaden für Weizenverzwergungsviren), die den extremen Sommer überstanden hatten, gut überwintern konnten.
Monitoring im Herbst 2016
Jedes der sieben ÄELF mit Fachzentrum Pflanzenbau führte im Zeitraum vom 12.09.-19.09.16 die Probennahme im Ausfallgetreide durch. Dabei wurden jeweils zehn Pflanzen an je sechs Standorten zufällig beprobt, insgesamt wurden also 420 Proben genommen. Die Proben wurden an die LfL in das virologische Labor gesandt und zur Ermittlung der jeweiligen Befallshäufigkeiten einzeln mit ELISA auf die verschiedenen Serotypen des Gelbverzwergungsvirus (BYDV-MAV, -PAV, CYDV) und das Weizenverzwergungsvirus (WDV/BDV) getestet. Die ELISA-Untersuchungen waren am 06.10.2016 abgeschlossen, so dass den Landwirten die aktuellen Ergebnisse zeitnah zur Verfügung gestellt werden konnten.

Ergebnisse des bayernweiten Monitorings im Ausfallgetreide - Herbst 2016

Der Befall mit Verzwergungsviren in Bayern war unterschiedlich in den einzelnen Regierungsbezirken.Zoombild vorhanden

Überblick über das Auftreten von Verzwergungsviren in den sieben bayerischen Regierungsbezirken im Ausfallgetreide 2016

Ein ähnlich hoher Befall im Ausfallgetreide trat zuletzt im Herbst 2007 in Bayern auf
Das Befallsaufkommen war im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher; dies beruht vor allem auf dem gestiegenen Befall mit Gelbverzwergungsviren: Erstmals seit mehreren Jahren lag der Gelbverzwergungsvirusbefall wieder über dem Befall mit Weizenverzwergungsvirus. So wurden in diesem Herbst 40 % BYDV/CYDV-positive und 12 % WDV-positive Proben ermittelt gegenüber 1 % BYDV/CYDV-infizierten Proben und 9 % WDV/BCV-infizierten Proben im Herbst 2015. Der BYDV/CYDV-Befall erreichte mit 40 % ein Niveau wie seit 2007 (79 %) nicht mehr. Eine Ursache dürfte in dem relativ milden Winter 2015/2016 liegen, der ein Überleben virustragender Blattläuse ermöglicht hat. Laut DWD lag die Durchschnittstemperatur in Bayern im Winter 2015/16 bei 2,7 °C und damit deutlich über -1,0 °C, dem vieljährigen Mittelwert der zur Zeit gültigen internationalen klimatologischen Referenzperiode (Zeitraum 1961 bis 1990).
Der prozentuale Anteil mit Verzwergungsviren infizierter Pflanzen schwankte zwischen maximal 77 % und minimal 20 %.Zoombild vorhanden

Verzwergungsvirusmonitoring 2016: Prozentualer Anteil mit Verzwergungsviren infizierten Proben

Der Anteil Verzwergungsviren-positiver Proben schwankte zwischen den ÄELF von 20 % (AELF Rosenheim) bis 77 % (AELF Regensburg). Eine Korrelation der Befallshäufigkeit mit dem Vektorenaufkommen (Blattläuse und Zikaden) ließ sich nicht feststellen: Virusbefall ließ sich auch an den Standorten nachweisen, an denen die Vektoren unauffällig waren.
Die im Verzwergungsvirusmonitoring 2016 festgestellten Befallshäufigkeiten an den verschiedenen Standorten schwankten. an drei Standorten trat kein Befall auf, an vier Standorten waren alle Proben infiziert.Zoombild vorhanden

Verzwergungsvirusmonitoring 2016: Befallshäufigkeiten mit Verzwergungsviren an den verschiedenen Standorten

Standortabhängig wurden unterschiedliche Befallshäufigkeiten festgestellt; bei den Proben des AELF Ansbach variierte der Befall an den beprobten Standorten sogar zwischen 0 und 100 %. Der höchste BYDV/CYDV-Befall wurde an den Proben der ÄELF Bayreuth (70 %) und Regensburg (65 %) gefunden. Der vergleichsweise höchste WDV/BDV-Befall trat bei den Proben der ÄELF Regensburg (25 %), Deggendorf (25 %) und Ansbach (23 %) auf. An nur drei von insgesamt 42 Standorten trat kein Befall auf, an vier Standorten waren alle Proben infiziert.

Monitoring im Ausfallgetreide 2015

Wie in den Vorjahren wurde auch im Herbst 2015 ein Monitoring auf Verzwergungsviren im Ausfallgetreide durchgeführt. Den Landwirten soll damit ein Überblick über die Befallssituation mit Verzwergungsviren im Getreide ermöglicht werden. Zudem können Empfehlungen für möglicherweise notwendige Bekämpfungsmaßnahmen davon abgeleitet werden.
146 Getreideproben mit Verdacht auf Verzwergungsvirusbefall wurden im Frühjahr 2015 untersucht. 79 % der Proben waren mit Verzwergungsviren infiziert, dabei enthielten 76 % BYDV/CYDV und nur neun Proben WDV. Bei insgesamt 5 Proben lagen Mischinfektionen vor.Zoombild vorhanden

Das Auftreten von Verzwergungsviren im Getreide im Frühjahr 2015

Ausgangssituation im Frühjahr 2015
Nach vielen Jahren ohne Schäden wurden im Frühjahr 2015 vermehrt die typischen Schadsymptome eines Befalls mit Verzwergungsviren beobachtet. Insgesamt wurden 146 Proben mit Verdacht auf Verzwergungsviren zur Untersuchung eingereicht. In 79 % der Proben waren Virusinfektionen im Frühjahr nachweisbar und zwar vor allem bei Wintergerste sowie vereinzelt auch an früh gesätem Winterweizen. Schwerpunkt der Schäden im Frühjahr waren die fränkischen Anbauregionen. Davon ausgehend war für den Herbst mit Verzwergungsvirusbefall zu rechnen.
Wie erfolgte das Monitoring im Herbst?
Von den sieben Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Fachzentrum Pflanzenbau der bayerischen Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken wurden Pflanzen zur Virustestung an die LfL gesandt. Die Probenahme erfolgte zufällig. Dabei wurden auf jeweils sechs Flächen je Regierungsbezirk von je zehn Pflanzen Blattproben genommen. Die Proben wurden im Zeitraum vom 14.09.15 bis zum 21.09.15 gezogen. Die Untersuchungen waren am 01.10.2015 abgeschlossen, so dass den Landwirten zeitnah die aktuellen Ergebnisse zur Verfügung stehen.
Die Proben wurden einzeln mit ELISA auf das Vorhandensein von Gelbverzwergungsviren und Verzwergungsviren analysiert. Im Einzelnen wurde dabei auf die beiden Serotypen MAV und PAV des Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley yellow dwarf virus-MAV bzw. Barley yellow dwarf virus-PAV = BYDV-MAV, BYDV-PAV) untersucht sowie auf das Getreidegelbverzwergungsvirus (Cereal yellow dwarf virus = CYDV). Bei den Verzwergungsviren wurde auf die Verzwergungsviren WDV und BDV getestet, ohne dabei eine Unterscheidung zwischen dem WDV, dem Weizenverzwergungsvirus, und BDV, dem Gerstenverzwergungsvirus, vorzunehmen, da das eingesetzte Nachweisverfahren eine Differenzierung zwischen beiden Viren nicht zulässt. Nachfolgende ist immer WDV/BDV gemeint, wenn von WDV die Rede ist.

Ergebnisse des bayernweiten Monitorings im Ausfallgetreide - Herbst 2015

Ergebnisse aus dem bayernweiten Herbstmonitoring auf Verzwergungsviren im Ausfallgetreide 2015. Nur 9 % aller Proben waren mit Verzwergungsviren infiziert. Im Gegensatz zum Frühjahr dominierte das Weizenverzwergungsvirus.Zoombild vorhanden

Regionales Auftreten von Verzwergungsviren im Ausfallgetreide 2015

Extreme Hitze und Trockenheit verhinderten eine Ausbreitung des Virusbefalls
Trotz des sich im Frühjahr abzeichnenden Virusbefalls waren im Herbst von den bayernweit 420 Blattproben, die von insgesamt 42 Ausfallgetreideschlägen im Zeitraum vom 14. bis 21. September zufällig entnommen worden waren, nur knapp 10 % mit Verzwergungsviren infiziert. Offensichtlich haben extreme Trockenheit und Hitze dem Aufbau von Verzwergungsvirusinfektionen entgegengewirkt. Ursächlich steht damit mit Sicherheit das geringe Aufkommen von Virusüberträgern (Blattläuse bei BYDV und Zikaden bei WDV) in Verbindung: Bedingt durch die lang andauernde Hitzeperiode konnte sich kein starker Blattlausbefall aufbauen; in den Beständen vorhandene Populationen brachen frühzeitig zusammen.
In 39 von 420 Proben war das Weizenverzwergungsvirus (WDV) nachweisbar. Der Befall mit WDV lag mit einer Häufigkeit von 9,3 % befallener Proben auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, wenngleich WDV in allen Regierungsbezirken mit Ausnahme von Schwaben zu finden war. Im Durchschnitt trat das WDV auf jedem dritten Ausfallgetreideschlag auf; in Oberbayern und Niederbayern war jeweils nur ein Schlag von sechs beprobten Schlägen betroffen, in Unterfranken zwei Schläge, in Oberfranken und in der Oberpfalz waren es drei Schläge und in Mittelfranken vier.
Ergebnisse aus dem bayernweiten Herbstmonitoring auf Verzwergungsviren im AusfallgetreideBefall mit Verzwergungsviren in den Jahren 2007 bis 2015. 2007 war das Jahr mit dem bislang stärksten Befall.Zoombild vorhanden

Befall mit Verzwergungsviren in den Jahren 2007 bis 2015

In nur einer einzigen Probe des Regierungsbezirks Oberbayern war das Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) zu finden, alle anderen waren BYDV-negativ, obwohl im Frühjahr BYDV das vorherrschende Virus gewesen war. Der BYDV-Befall war mit einer Befallshäufigkeit von 0,2 % sogar so gering wie nie zuvor in den seit 2007 kontinuierlich durchgeführten Virusuntersuchungen.
Wichtig für den Praktiker
Trotz des sich Anfang Oktober abzeichnenden insgesamt geringen Befallsrisikos, war als wichtigste vorbeugende Maßnahme weiterhin das Ausfallgetreide als „grüne Brücke“ konsequent zu beseitigen. Bei günstiger Witterung kann die Aktivität der Virus-übertragenden Blattläuse und Zikaden schnell zunehmen. Die zuerst auflaufenden jungen Bestände werden von Blattläusen und Zikaden als attraktive Stickstoffquellen bevorzugt angeflogen. Trockenheitsbedingt ist das Angebot an sonstigen Wirtspflanzen gering. Das tatsächliche Auftreten der Überträger in den Beständen ist regelmäßig zu erfassen. Da in manchen Regionen 2015 der Winterweizen nahezu zeitgleich mit der Wintergerste auflief, waren beide Kulturen zu kontrollieren. Falls Blattläuse in den Beständen auftraten, war die Entscheidung über einen Insektizideinsatz ausschließlich am Besatz im jeweiligen Bestand auszurichten.

Monitoring im Ausfallgetreide 2014

Um den Landwirten einen Überblick über die Befallssituation mit Verzwergungsviren im Getreide zu verschaffen und Empfehlungen für möglicherweise notwendige Bekämpfungsmaßnahmen davon abzuleiten, wurde auch im Herbst 2014 ein Monitoring auf Verzwergungsviren im Ausfallgetreide durchgeführt. Von den sieben Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Fachzentrum Pflanzenbau der bayerischen Regierungsbezirke wurden von jeweils 6 Flächen von je 10 zufällig ausgewählten Pflanzen Blattproben zur virologischen Untersuchung an die LfL gesandt. Die Probenahme erfolgte im Zeitraum vom 08.09.14 bis zum 25.09.14. Die Proben wurden einzeln mit ELISA auf das Vorhandensein von Gelbverzwergungsviren und Verzwergungsviren analysiert. Im Einzelnen wurde dabei auf die beiden Serotypen MAV und PAV des Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley yellow dwarf virus-MAV bzw. Barley yellow dwarf virus-PAV = BYDV-MAV, BYDV-PAV) untersucht sowie auf das Getreidegelbverzwergungsvirus (Cereal yellow dwarf virus = CYDV). Bei den Verzwergungsviren wurde auf den Verzwergungsvirus“komplex“ WDV/BDV getestet, ohne dabei eine Unterscheidung zwischen dem WDV, dem Weizenverzwergungsvirus, und BDV, dem Gerstenverzwergungsvirus, vorzunehmen.

Ergebnisse des Monitorings im Ausfallgetreide - Herbst 2014

Von den insgesamt 420 getesteten Pflanzen waren 15 % mit BYDV/CYDV infiziert und 18 % mit WDV/BDV. 10 % aller Pflanzen waren dabei nur mit BYDV/CYDV infiziert, 14 % nur mit WDV und 4 % enthielten zugleich die Gelbverzwergungsviren BYDV/CYDV und die Verzwergungsviren WDV/BDV. 72 % der Pflanzen trugen keine Viren. Auf annähernd 60 % aller Schläge war Befall diagnostizierbar. Regionale und insbesondere schlagspezifische Unterschiede waren zu verzeichnen. In Mittelfranken und Unterfranken wurde jeweils auf allen 6 beprobten Schlägen Befall festgestellt, in der Oberpfalz auf 5 von 6 beprobten Schlägen. Entsprechend waren in diesen Bezirken auch die Anteile positiv getesteter Pflanzen am höchsten: Von den 60 untersuchten Pflanzen waren in Unterfranken 68 % positiv, in Mittelfranken 47 % und in der Oberpfalz 53 %. In Schwaben, Oberbayern, Niederbayern und Oberfranken waren auf 1 bis 3 Schlägen Verzwergungsviren zu finden; die Anteile mit Verzwergungsviren infizierter Pflanzen lagen in diesen Bezirken bei 2 bis 13 %. Aber auch innerhalb der verschiedenen Regierungsbezirke kam es zu standortabhängigen Befallsunterschieden: So lag beispielsweise in Mittelfranken die WDV-Befallshäufigkeit auf den Schlägen zwischen 10 % und 80 %, in Unterfranken zwischen 8 % und 70 %; die BYDV-Befallshäufigkeit in der Oberpfalz bewegte sich zwischen 0 % und 50 %. Eine Abhängigkeit vom beobachteten Vektorenaufkommen konnte nicht festgestellt werden.
Übersicht über das Auftreten der Verzwergungsviren im Ausfallgetreide im Herbst 2014

Übersicht über das Auftreten der Verzwergungsviren im Ausfallgetreide im Herbst 2014

Übersicht über die Anzahl von Standorten mit Befall mit Verzwergungsviren im Ausfallgetreide im Herbst 2014.

Übersicht über die Anzahl von Standorten mit Befall mit Verzwergungsviren im Ausfallgetreide im Herbst 2014.

Vergleich mit den Vorjahren 2010 bis 2013

Säulendiagramm zur Entwicklung des Befalls mit VerzwergungsvirenZoombild vorhanden

Entwicklung des Befalls mit Verzwergungsviren im Ausfallgetreide in den Jahren 2010 bis 2014

Im Vergleich zum Vorjahr (2013) war der Anteil befallener Schläge deutlich höher: Während 2013 auf nur 14 % Verzwergungsviren detektiert wurden, waren es 2014 immerhin 60 %. Die Befallshäufigkeit mit Gelbverzwerungsviren (BYDV/CYDV) bzw. mit Verzwergungsviren (WDV/BDV) auf den verschiedenen Schlägen lag 2013 zwischen 0 und 50 %, 2014 zwischen 0 % und 70 %. Auch der Anteil positiver Pflanzen war 2014 insgesamt höher als 2013: Während 2013 3 % bzw. 4 % der Pflanzen BYDV/CYDV- bzw. WDV/BDV-positiv waren, waren 2014 15 % der Pflanzen mit BYDV/CYDV infiziert und 18 % mit WDV/BDV. Verglichen mit den Jahren 2010 bis 2013 zeichnete sich im Herbst 2014 in Bayern ein Trend zu einem stärkeren Aufkommen von Gelbverzwergungsviren ab.

Monitoring im Frühjahr 2013

Auch im Frühjahr 2013 fand in enger Kooperation mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein bayernweites Monitoring auf Gerstenschlägen statt, um die Befallshäufigkeit der Verzwergungsviren zu erfassen und die Dringlichkeit von Bekämpfungsmaßnahmen abschätzen zu können. Insgesamt wurden 48 über ganz Bayern verteilte Schläge beprobt. Untersucht wurden in der Regel 20 randomisiert von einem Schlag genommene Pflanzen, die einzeln auf die verschiedenen Verzwergungsivren mittels ELISA getestet wurden. Untersucht wurde auf den Verzwergungsvirus“komplex“ WDV/BDV (eine Differenzierung wurde nicht vorgenommen) sowie die beiden Serotypen PAV und MAV des Gelbverzwergungvirus BYDV und das Gerstengelbverzwergungsvirus CYDV.

Ergebnisse des Monitorings im Frühjahr 2013

Insgesamt wurden bayernweit 960 Einzelpflanzen von 48 Gerstenschlägen auf Verzwergungsviren untersucht. Pro Schlag wurden 20 Pflanzen analysiert. Die Befallshäufigkeiten bei den Weizen-/Gerstenverzwergungsviren lagen zwischen 0 und 25 % befallener Pflanzen, bei den Gelbverzwergungsviren zwischen 0 und 5 %. Insgesamt waren 0,4 % aller untersuchten Pflanzen mit Gelbverzwergungsviren infiziert und 3,3 % mit Weizen-/Gerstenverzwergungsviren. Trotz allem war auch der Befall mit Weizen-/Gerstenverzwergungsviren als eher gering einzustufen. CYDV wurde nicht gefunden, es traten aber die beiden BYDV-Serotyen PAV und MAV auf. Die Befallshäufigkeiten schwankten von Schlag zu Schlag, regionale Aussagen waren kaum zu treffen. Erneut zeigte sich die Notwendigkeit eines großen Monitorings, da der Befall von Region zu Region unterschiedlich ist. Die Ergebnisse der Analysen im Einzelnen können Sie aus der nachfolgenden Präsentation entnehmen.

Ergebnisse des Monitorings im Frühjahr 2013 1,3 MB

Monitoring im Ausfallgetreide 2013

Im Herbst 2013 wurde erneut in Zusammenabreit mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein bayernweites Monitoring im Ausfallgetreide auf die Verzwergunsviren durchgeführt, um das Gefährdungspotenzial für spätere Infektionen in den neu ausgesäten Beständen ausgehend von den Anbauflächen der vorhergehenden Saison und die Notwendigkeit von Bekämpfungsmaßnahmen abschätzen zu können. Aus jedem der 7 Regierungsbezirke wurden zur Feststellung der Befallshäufigkeit von jeweils 6 Flächen jeweils 10 Einzelpflanzen zur Untersuchung eingesandt, insgesamt wurden also 42 Schläge in das Monitoring einbezogen. Die ersten Proben wurden am 09.09., die letzen am 27.09. genommen. Untersucht wurde mit DAS-ELISA auf den Verzwergungsvirus“komplex“ WDV/BDV (eine Differenzierung wurde nicht vorgenommen) sowie die beiden Serotypen PAV und MAV des Gelbverzwergungvirus BYDV und das Gerstengelbverzwergungsvirus CYDV.

Ergebnisse des Monitorings im Ausfallgetreide - Herbst 2013

Der Befall mit Verzwergungsviren im Ausfallgetreide war als gering einzustufen. Insgesamt waren weniger als 3 % aller 420 getesteten Pflanzen mit BYDV infiziert, CYDV wurde nicht nachgewiesen. Der Anteil WDV/BDV-befallener Pflanzen war geringer als 4 %. Regionale und insbesondere schlagspezifische Unterschiede waren dennoch zu verzeichnen. Die Befallshäufigkeiten auf den verschiedenden Schlägen für BYDV und WDV lagen zwischen 0 und maximal 50 %, wobei auf 36 der insgesamt 42 beprobten Schläge keinerlei Befall mit Verzwergungsviren diagnostiziert wurde. Insgesamt waren bezogen auf die Regierungsbezirke zwischen 0 und 12 % aller untersuchten Pflanzen BYDV positiv und zwischen 0 und 17 % WDV/BDV-positiv.

Ergebnisse des bayernweiten Monitorings im Ausfallgetreide pdf 853 KB

Monitoring im Frühjahr und Sommer 2012

In Frühjahr/Sommer 2012 fand erneut ein bayernweites Monitoring auf Gerstenschlägen statt, um die Befallshäufigkeit der Verzwergungsviren zu erfassen und die Notwendigkeit von Bekämpfungsmaßnahmen davon ableiten zu können. Untersucht wurden in der Regel 20 Proben von einem Schlag, die einzeln auf die verschiedenen Verzwergungsviren mit ELISA untersucht wurden werden. Getestet wurde auf die BYDV-Serotypen MAV und PAV, auf CYDV und WDV/BDV (eine Differenzierung zwischen WDV udn BDV wurde dabei nicht vorgenommen). Zusätzlich wurden auf den fünf Versuchsstandorten der ÄELF in Bayern, die den Rahmenplanversuch (= RPL) 840 betreuen, in den Frühsaatparzellen ohne Insektizidbehandlung 100 Pflanzproben entnommen und diese auf Verzwergungsvirenbefall untersucht.

Ergebnisse des Monitorings im Frühjahr und Sommer 2012

Durch Zikaden übertragene Getreideverzwergungsviren (WDV/BDV ) waren im Frühjahr/Sommer 2012 auf Gerstenschlägen häufiger anzutreffen als die durch Blattläuse übertragenen Gerstengelbverzwergungsviren (BYDV/CYDV). Der WDV-Befall lag bei maximal 25 % befallener Gerstenpflanzen. BYDV-Befall konnte auf den meisten Flächen nicht festgestellt werden. Der WDV-Überträger, die Zwergzikade Psammotettix alienus, konnte auf den Monitoringflächen nicht gefunden werden. Der Anteil BYDV/CYDV-tragender Blattläuse war sehr gering. Ein großes Monitoring ist sinnvoll, da sich der Befall regional erheblich unterscheidet. Die genaue Vorgehensweise beim Monitoring und die Ergebnisse der Analysen im Detail können Sie aus der nachfolgenden Präsentation entnehmen.

Ergebnisse der Untersuchungen auf Verzwergungsviren im Getreide im Frühjahr und Sommer 2012

Monitoring im Ausfallgetreide im Herbst 2012

Von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurden im Herbst 2012 bayernweit von insgesamt 44 Schlägen mit Ausfallgetreide jeweils 10 Einzelpflanzen genommen und im virologischen Labor der LfL auf die Verzwergungviren Barley yellow dwarf virus (Gerstengelbverzwergungsvirus, Serotypen MAV und PAV) und Cereal yellow dwarf virus (Getreidegelbverzwergungsviren) sowie auf Wheat dwarf virus/Barley dwarf virus (Weizenverzwergungsvirus/Gerstenverzwergungsvirus) einzeln mit dem ELISA untersucht. Auch Blattläuse und Zikaden wurden gesammelt und zur Bestimmung und Virusanalyse über PCR an die LfL gesandt.

Ergebnisse des Monitorings im Ausfallgetreide - Herbst 2012

Der Anteil BYDV/CYDV-infizierter Pflanzen im Ausfallgetreide war 2012 mit 4 % etwas geringer als 2011 mit 5 % befallener Pflanzen. 2012 gab es mehr WDV-positive Pflanzen im Ausfallgetreide als BYDV-/CYDV-infizierte Pflanzen, jedoch blieb das Niveau gegenüber letztem Jahr annähernd gleich (2011: 36 %, 2012: 35 %)
Regionale Unterschiede waren auch 2012 erkennbar. Das Monitoring der Zikade Psammotettix alienus, dem Vektor von WDV, ist weiterhin problematisch, da sich die Zikaden nur schwer fangen lassen und sie nicht sicher bestimmt werden können. Es gibt derzeit kein zugelassenes Insektizid, mit dem Zikaden sicher bekämpft werden können. Die Ergebnisse der Analysen im Einzelnen können Sie aus der nachfolgenden Präsentation entnehmen.

Monitoring im Ausfallgetreide im Herbst 2012

Allgemeine Hinweise