Pilzkrankheiten in Winterweizen – Monitoring
Aktuelle Hinweise vom 11.05.2026
Mit ersten Schauern, lokal auch heftigen Gewittern mit Sturm und Hagel, endete eine bayernweite, mehr als zwei Wochen anhaltende Trockenperiode. Im Mittel aller Wetterstation des LfL-Messnetztes fielen bis Donnerstagmittag 12 mm, vor allem in Ober- und Unterfranken an mehreren Stationen auch mehr als 30 mm. Im nördlichen Schwaben und Oberbayern, wie auch in weiten Teilen Niederbayerns waren die Regensummen dagegen meist nur einstellig, teils blieb es sogar ganz trocken. Hier besteht jedoch Hoffnung auf neuerlichen Regen, der nach einem erneut trockenen, sommerlich warmen Wochenende für die nächste Woche vorhergesagt ist.
Die Mehrzahl der Weizenbestände standen am Montag im 2 oder 3-Knotenstadium (BBCH 32/33), dort werden in der nächsten Woche die Fahnenblätter geschoben. Die Proben vom Montag weisen weiterhin auf nahezu befallsfreie Bestände hin. Meist findet sich nur auf einem Blatt der jeweils 30 untersuchten Pflanzen mal ein alter Septoria-Fleck oder eine Gelbrostpustel. Weit entfernt von Bekämpfungsschwellen. Für Septoria müssten dazu 40 % der Blätter F-4, aktuell meist das dritte oder vierte Blatt von oben, Septoria zeigen. Dies erreichten bislang lediglich zwei Schläge in den Landkreisen Augsburg und Landsberg am Lech. Fällt dort zugleich genügend Regen, der die Flächen auch noch am Folgetag nass hält, ist mit Neuinfektionen zu rechnen, eine erste Maßnahme damit sinnvoll. Für alle weiteren Monitoringschläge in Bayern trifft das aktuell noch nicht zu. Und auch beim Gelbrost, der in dieser und in der Vorwoche an vier Standorten, bei den Sorten KWS Emerick, LG Optimist Polarkap und Patras, an je einer Pflanze gefunden wurde, droht bei diesen als resistent eingestuften Sorten keine unmittelbare Gefahr. Eine Behandlung wird hier erst empfohlen, sollte jede dritte Pflanze erste Pusteln zeigen oder im Bestand kleine Befallsnester auftreten, wie sie etwa in bislang unbehandelten Triticaleschlägen zuletzt häufiger gemeldet werden.
Ab BBCH 32 führen die Labors der beteiligten Ämter auch einen Färbetest an Halmbasisabschnitten durch, mit dem sich Pilzmyzel des Halmbrucherregers nachweisen lässt. In diesem frühen Stadium ist der Erreger mit bloßen Augen dort nicht sichtbar. Unter allen bayernweiten Proben hat bislang kein Standort die Schwelle von 20 Prozent Befallshäufigkeit überschritten. Die lange Trockenheit der letzten Wochen schmälert das Halmbruchrisiko zudem deutlich. Das deckt sich auch mit den schlagspezifischen Halmbruchprognosen unter www.isip.de, die aktuell ein erhöhtes Risiko in der Regel nur an Standorten mit anfälliger Sorte, Wintergetreidevorfrucht und Saatterminen bis Anfang Oktober berechnen. Also auch hier eine weitgehend entspannte Situation.
Aktuell auch nur an vier Standorte überschritt der Mehltau die Bekämpfungsschwelle. Dies ist der Fall, sobald sechs von zehn Pflanzen erste Mehltaupusteln aufweisen. Alle Schläge liegen in Ober- oder Mittelfranken, dreimal stand die anfälligere Sorte LG Optimist im Anbau, einmal die Sorte Exsal. Nach den Regenfällen sollte hier nochmals auf frische Pusteln kontrolliert und im Bedarfsfall behandelt werden.
Ist in Ausnahmefällen eine Maßnahme allein gegen stärkeren Mehltau nötig, eignet sich dazu (Aufwandmengen jeweils je ha) 0,8 l Vegas Plus, mit 1,2 l Pronto Plus deckt man zusätzlich ersten Gelbrost mit ab, noch breiter wirksam, auch mit Halmbruch- oder Septoriawirkung, sind zum Beispiel 1,0 l Input Classic (oder Cherokee Neo, Flexure, Hint), 1,0 l Input Triple, 1,5 l Delaro Forte, 0,8 l Verben oder 1,25 l Xenial.
In der überwiegenden Zahl der sehr gesunden Weizenschläge, wie auch für die vier Dinkelschläge im Monitoring, kann das Ende der Regenfälle aber getrost abgewartet werden, regelmäßige Kontrollen genügen.
Auf den Trockenstress der letzten beiden Wochen, dazu die anhaltend großen Tag-/Nacht-Temperaturunterschiede, teils Bodenfröste oder der Einsatz von Wachstumsregler, reagieren zahlreiche Sorten weiterhin mit unspezifischen, rein abiotischen, teils auch großflächigen Blattflecken oder chlorotischen Blattspitzen. In den Versuchen fallen hier unter anderem die Sorten Adrenalin, Asory, Axioma, Campesino, Filius, Informer, Intensity, Kumpel oder SU Shamal auf, sowie zahlreiche Dinkelsorten. Wichtig hierbei: Auf den Flecken lassen sich keinerlei pilzliche Strukturen finden. Eine kleine Lupe kann hier für Sicherheit sorgen. Pilzbefall erkennt man an abwischbaren Pusteln (Mehltau, Rost) oder für Septoria, an den typischen kleinen schwarzen Fruchtkörpern im Innern der Flecken. So lassen sich im Zweifelsfall unnötige Behandlungen vermeiden, denn gegen reine Stressflecken haben Fungizide keine Wirkung.
Weitere Hinweise zu Strategien und Fungiziden finden Sie in den untenstehenden Informationen:
Prognose Halmbruchkrankheit (SIMCERC)
Prognose Winterweizenkrankheit (SIG)
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