Institut für Pflanzenschutz
Jahresbericht 2025 – Herbologie: Integriertes Unkrautmanagement (IWM) Projekt
Zoombild vorhanden
Sensorhacke in Soja
Das Projekt Integriertes Unkrautmanagement (IWM) wird seit 2021 an zwei Versuchsstandorten in Bayern durchgeführt. In Ruhstorf a.d.Rott (Südbayern) und Schwarzenau (Nordbayern) wird eine Fruchtfolge aus Winterweizen, Silomais, Winterweizen und Sojabohnen angebaut. Diese Fruchtfolge wird an beiden Versuchsstandorten jährlich vollständig durchgeführt. Die Versuche sind als randomisierte Blockanlagen mit Großparzellen (200 m²) angelegt und werden mit Standardgeräten bewirtschaftet.
In der Studie wurde die Wirksamkeit von chemischer, integrierter (chemisch und mechanisch) sowie mechanischer Unkrautbekämpfungsstrategien in Kombination mit zwei Bodenbearbeitungssystemen (Pflug, wendend vs. Grubber, konservierend) bewertet. Die Hauptziele waren die Bewertung der Unkrautbekämpfungsleistung, der Ertragsabsicherung, der Auswirkungen auf die Bodengüte und Biodiversität sowie der wirtschaftlichen Effizienz.
Unterschiede im Unkrautspektrum der Versuchsstandorte
Die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen eine starke standortspezifische Dynamik der Unkrautflora. In Ruhstorf dominierten Gänsefuß-Arten (Chenopodium spp.) und die Gemeine Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli). In Schwarzenau waren neben dem Weißen Gänsefuß (Chenopodium album) die Spreizende Melde (Atriplex patula) und die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) stärker verbreitet. Während die Unkrautbedeckung bei rein mechanischer Unkrautbekämpfung in Ruhstorf signifikant zunahm, was auf eine Anpassung der Unkrautsamenbank an die Regulierungsmethode hindeutet, blieb die Unkrautdichte in Schwarzenau stabiler.
Unterschiede vor allem bei der Effizienz der Unkrautkontrollmaßnahmen
Die Wirksamkeit der Unkrautbekämpfung variierte deutlich zwischen den einzelnen Behandlungsmethoden: Die chemische Bekämpfung erzielte durchweg hohe Erfolge (über 90 % Effizienz), während die integrierten Strategien ein mittleres, aber variableres Niveau (Ø 76 %) erreichten. Am wenigsten wirksam war die mechanische Bekämpfung (Ø 55 %), die zudem wetterabhängig war. Es wurden keine signifikanten Unterschiede bei der Unkrautbekämpfung zwischen den verschiedenen Bodenbearbeitungssystemen beobachtet. Dies deutet auf eine nur geringfügige, kurzfristige Rolle des Pflügens im Vergleich zur reduzierten Bodenbearbeitung hin. Bodenuntersuchungen ergaben, dass die reduzierte Bodenbearbeitung in Südbayern ohne Einbußen möglich ist, während das Pflügen in Nordbayern kurzfristige Vorteile bei der Wasserinfiltration und Belüftung bot. Im Durchschnitt wurden die Ernteerträge bisher nicht signifikant durch die Methoden der Unkrautbekämpfung und Bodenbearbeitung beeinflusst.
Geringe Unterschiede bei der Wirtschaftlichkeit der Verfahren
Maßgeblich für die Kosten der Verfahren war der jeweilige Arbeitszeitbedarf. Die chemische Unkrautbekämpfung erzielte die höchste Wirtschaftlichkeit (Direkt- und arbeitskostenfreie Leistung, DAL von 1.971 €/ha), gefolgt von der integrierten Bekämpfung (Ø 1.932 €/ha). Die rein mechanische Unkrautbekämpfung erzielte die niedrigste Wirtschaftlichkeit (Ø 1.822 €/ha) und wies einen signifikanten Unterschied zur chemischen Bekämpfung auf. Die Art der Bodenbearbeitung hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit. Die begleitenden Studien in den Bereichen Bodenphysik, Bodenmikrobiologie und Biodiversität zeigen bisher keinen wesentlichen Einfluss der Faktoren Unkrautbekämpfung und Bodenbearbeitung.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt "Integrierte Unkrautkontrolle im Ackerbau"

