Einen Schnitt voraus – mit dem LfL-Aufwuchsmonitoring
Bayernweite Aufwuchsuntersuchungen zum ersten Schnitt im Grünland und Kleegras 2026 – Noch ist es ruhig auf den Wiesen

Gras mit Metermaß zur Messung der Aufwuchshöhe

Beginn des LfL-Aufwuchsmonitorings zum 1.Schnitt 2026: Wachstumsstimmung auf den Grünlandflächen noch verhalten

Der optimale Schnittzeitpunkt ist entscheidend für die Qualität von Silagen. Mit Hilfe der bayernweiten Aufwuchsuntersuchungen soll die richtige Entscheidung für den 1. Schnitt vereinfacht werden. Auch in diesem Jahr findet wieder das bayernweite Aufwuchsmonitoring der LfL zum 1. Schnitt statt.

Wind, Trockenheit und kühle Temperaturen dämpfen noch die diesjährigen Frühlingsgefühle bei den Gräsern, trotzdem ist es jetzt schon wichtig die Entwicklung der Bestände zu beobachten. Denn die Basis für eine zufriedenstellende Grobfutterqualität sind hohe Gehalte an Rohprotein (CP) und Energie (NEL; ME). Diese verändern sich zügig mit dem Beginn des Graswachstums. Je nach Gräserzusammensetzung, Witterung und Wasserverfügbarkeit im Oberboden startet die Verholzung (ADFom-Gehalt) in den Pflanzen bereits hoch und steigt dann sprunghaft an. Dadurch fallen die Gehalte an Rohprotein und Energie schnell ab - obwohl die Gräser äußerlich noch nicht "schnittreif" aussehen. Daher richtet sich der optimale Schnittzeitpunkt beim Gras zur Silageproduktion nicht nach dem Massewachstum, sondern nach dem passenden Anteil an Rohprotein, Energie und Struktur (ADFom).
Um somit den idealen Zeitraum für den 1.Schnitt am eigenen Betrieb richtig einschätzen zu können, findet dieses Jahr wieder das LfL Aufwuchsmonitoring statt. In den kommenden Wochen werden dazu in ganz Bayern auf Praxisbetrieben, sowohl konventionell als auch ökologisch bewirtschaftet, wöchentlich Probeschnitte im Grünland und Kleegras durchgeführt. Dabei wird zum einen anhand der abgemähten Fläche und dem Gewicht des Mähguts der Trockenmasseertrag (TM-Ertrag) pro Hektar ausgerechnet und zugleich der wöchentliche Zuwachs bestimmt. Zum anderen werden im LfL-Futtermittellabor in Grub die im Gras enthaltenen Inhaltsstoffe analysiert und Energiegehalte abgeleitet. Damit kann die tatsächliche Entwicklung der Bestände in Hinblick auf Rohnährstoffe und TM-Ertrag/ha Woche für Woche erhoben und gut prognostiziert werden.
Karte der Agrargebiete BayernZoombild vorhanden

Karte der Agrargebiete Bayern

Die ersten Ergebnisse der Wiesen- und Kleegrasproben werden ab der nächsten Woche veröffentlicht. Die bayernweiten Untersuchungsergebnisse sind dabei in Agrargebiete zusammengefasst. Die Einordnung der einzelnen Regionen Bayerns zu den Agrargebieten erfolgt nach klimatischen und geografischen Gegebenheiten (siehe Karte).

Wie funktioniert das?

Durch wöchentliche Probenahmen von Wiesen- und Kleegrasbeständen mit anschließender Nährstoffuntersuchung im Labor kann die Entwicklung der Bestände anhand der Inhaltsstoffe verfolgt werden.

Wer kann daran teilnehmen?

Mitmachen können Betriebe, sowohl konventionell als auch ökologisch bewirtschaftet, aus ganz Bayern mit Grünland bzw. Kleegrasflächen (Namen werden nicht veröffentlicht). Den Teilnehmern fallen keine Kosten für Porto und Laboruntersuchung an.

Was wird benötigt?

Von der LfL werden bereitgestellt : Probenbeutel, Versandboxen, Portomarken und Anleitung zur Probenanmeldung.
Selbst bereitgestellt werden muss:
  • Für den Standort repräsentative Wiese oder Kleegrasfläche (mind. 50% Kleeanteil)
  • (Motor-)Sense, Balkenmäher oder Kreiselmähwerk (kein Rasenmäher)
  • Meterstab/Maßband, Rechen, Waage

Wie erfolgt die Probenahme?

Das Aufwuchsmonitoring startet bei einer Aufwuchshöhe von 8 bis 10 cm – circa Anfang bis Mitte April (genauer Beginn wird bei Teilnahme bekannt gegeben).

Ablauf:

  • Probe immer sonntags oder montags auf der ausgewählten Fläche abmähen (Flächenbedarf: 1. Probenahme ca. 9-12 m2, weitere Probenahmen ca. 4-8 m2)
  • Mähgut wiegen und eine Mischprobe per Post an das LfL-Labor Grub schicken
  • Mischprobe im Online Laborprogramm „web-FuLab“ anmelden
  • Erstteilnehmer erhalten ein Erklärvideo zum Ablauf der Probenahme
Ende
Die wöchentliche Probenahme endet zwei Wochen, nachdem auf dem Betrieb siliert wurde.

Was bekommen die teilnehmenden Betriebe?

  • Wöchentliche Nährstoffergebnisse der eigenen Aufwuchsproben
  • Zusätzlich als Dankeschön: Kostenlose Untersuchung einer separaten Futterprobe auf Inhaltsstoffe, Gärparameter und Mineralstoffe

Institut für Tierhaltung, Tierernährung und Futterwirtschaft (ITF), Barbara Misthilger
Tel.: 08161 8640-7431
E-Mail: barbara.misthilger@LfL.bayern.de

Mehr zum Thema

Grünland

Grünland umfasst ca. ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Bayerns. Es dient in erster Linie der Produktion von Futter und damit der Erzeugung von Milch und Fleisch. Daneben trägt es zum Schutz von Boden und Grundwasser bei, ist ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere und prägt das Landschaftsbild wesentlich. Mehr

Kulturlandschaft & Biodiversität

Flora und Fauna der Kulturlandschaft stehen in enger Wechselwirkung mit der Landbewirtschaftung. Zur Erhaltung und Entwicklung von Biodiversität und einer lebenswerten Landschaft betreiben wir Forschung und entwickeln Grundlagen-Konzepte. Mehr