Rückblick: 1. Praxistag von DigiMilchPro

Automatische Fütterung im Einsatz beim DigiMilchPro PraxistagZoombild vorhanden

Automatische Fütterung beim DigiMilchPro Praxistag

Wir bringen Forschung und Praxis zusammen, lautet ein zentrales Versprechen von DigiMilchPro. Deswegen veranstaltet das Projekt zur Erforschung von Digitalisierung in der Milcherzeugung Praxistage.

Auf diesen Veranstaltungen erhalten interessierte Landwirte, Firmenvertreter, Wissenschaftler und Pressevertreter einen praxisbezogenen Einblick in die Forschungsbereiche und den aktuellen Stand der Arbeit von DigiMilchPro, können sich vernetzen und die praktische Anwendung digitaler Technik im gastgebenden Betrieb besichtigen.

Gastgebender Betrieb

Landwirt Josef Schwarz und Maria Schneider (DigiMilchPro) vor einem ScheunentorZoombild vorhanden

Landwirt Josef Schwarz und Maria Schneider (DigiMilchPro)

Die erste Ausgabe der DigiMilchPro-Praxistage fand am 16. Juni 2026 auf dem Betrieb von Josef Schwarz in 85777 Jarzt/Fahrenzhausen statt. Der Betrieb verfügt als Milchviehzuchtbetrieb über ca. 100 Melkende und Nachzucht. Betriebsleiter Schwarz setzt zwei automatische Melksysteme, automatische Fütterung und Entmistungsroboter als digitale Technik in der Innenwirtschaft ein. Er betreibt zudem eine 325 kW Biogasanlage, separiert die Gülle und bringt sie mit Gülletrac aus.

Stimmen zum Praxistag

Josef Schwarz (Betriebsleiter des Praxistag-Betriebes): "Ich stelle meinen Betrieb sehr gerne zur Verfügung. Ich war früher selbst viel unterwegs, habe viel angeschaut und bin heute in der günstigen Position, dass ich meinen Wunschbetrieb verwirklicht habe. Also öffne ich meinen Betrieb für andere, die sich bei mir den technischen Fortschritt anschauen wollen."

Max Riesberg (Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt): "Das war ein sehr produktiver Vormittag mit sehr vielen Informationen auf einem interessanten Betrieb mit ausgeklügeltem Management."

Maria Schneider (Projektkoordination DigiMilchPro): "Ich habe vor allem von den anwesenden Landwirten sehr gutes Feedback für unseren Praxistag erhalten. Unsere Gäste haben sowohl dem Betriebsleiter als auch den Forscherinnen und Forschern viele und tief gehende Fragen gestellt. Das hat gezeigt, dass unsere Themen und Fragestellungen für die Praktiker relevant sind."

Inhalte

Kühe stehen am Futtertisch im Milchviehstall des Betriebes von Josef SchwarzZoombild vorhanden

Milchviehstall des Betriebes von Josef Schwarz

Beim kostenlosen Praxistag standen nach der ausführlichen Betriebsbesichtigung die DigiMilchPro-Themen Datenmanagement und Datenvernetzung im Feld, KI-Einsatz zur Verbesserung des Tierwohls und Weidemanagement im Milchviehbetrieb auf dem Programm. Im Anschluss gab es noch einen Mittagsimbiss und reichlich Gelegenheit zum Austausch unter den Teilnehmern.

Datenmanagement und Datenvernetzung im Feld

Informationsposter zum Thema Grünland in einer ScheuneZoombild vorhanden

Informationsposter zum Thema Grünland

Maria Schneider und Valeria Ernst (beide Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft LfL) fassten zum einen die Ergebnisse aus dem Bereich "Sensorgestützte Ertragsermittlung" des Vorgängerprojektes DigiMilch zusammen. Zum anderen stellten sie ihre weiterführenden Forschungsansätze vor: Sie möchten herausfinden, wie man DigiMilch-Daten und bei DigiMilchPro neu erhobene Daten in der Praxis für teilflächenspezifische Bewirtschaftung nutzen kann. Dazu werden sie am Markt verfügbare Software mit Fokus auf Grünland testen und Versuche auf Partnerbetrieben durchführen.

Gesundheitsmonitoring beim Milchvieh

Menschen bei einem Vortrag von DigiMilchPro auf einem Hof am PraxistagZoombild vorhanden

Forschung, Firmen und Praktiker kommen zusammen

Dr. Sarah Hertle (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft LfL) und Nikita Genze (HSWT) erläuterten vor allem die Forschungsvorhaben zum Thema Lahmheit. Die Forscher wollen bis 2028 ergründen, ob dieses Symptom, das in der Praxis den Landwirt Geld kostet und das Tier leiden lässt, mittels einer Kombination aus Videoaufnahmen aus dem Stall, KI-Unterstützung und verschiedener Parameter, die über Sensoren von der Kuh direkt erfasst werden, frühzeitig und zuverlässig erkannt und dann schneller behandelt werden kann.

AMS und Weide

Forscherinnen und Zuhörer bei einem Vortrag von DigiMilchPro in einer ScheuneZoombild vorhanden

Vortrag AMS, Weidehaltung und virtuelle Weidezäune

Agnes Sixt (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft LfL) und Vera Blumenthal (LMU) erläuterten bisherige Forschungsergebnisse zur Kombination von AMS und Weidehaltung und stellten die geplante Forschung zum Thema virtuelle Weideizäune vor. Frau Sixt konnte aufzeigen, dass es für Frage nach der optimalen Zusammenstellung von AMS und Weide keine Patentlösung gibt, sondern für jeden Betrieb ein individuelles Konzept erarbeitet werden sollte. Frau Blumenthal erläuterte den Forschungsansatz zu virtuellen Weidezäunen sowie potenzielle Vorteile für das Weidemanagement und die Haltungsbedingungen, erklärte rechtliche Grundlagen und Bedenken aus dem Tierschutzgesetz und beantwortete Fragen zum Stand der Technik virtueller Weidezäune sowie zu deren Anwendung weltweit.
Ziel der Forschung im Rahmen von DigiMilchPro ist die Entwicklung von Empfehlungen für einen tiergerechten, sicheren und praxistauglichen Einsatz virtueller Weidezäune.