Ökologische Schweinefütterung

Zuchtsau mit Ferkeln im Auslauf
Eine Arbeitsgruppe bestehend aus staatlichen Beratern, Beratern der Ökoverbände Naturland und Bioland, aus Mitarbeitern des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums für ökologischen Landbau Kringell sowie des Instituts für Tierernährung und Futterwirtschaft hat die Fütterung in Bayerns schweinehaltenden Ökobetrieben über zwei Wirtschaftsjahre festgehalten. Aus den Analysendaten aller vorhandenen Einzelfutter wurde eine Ökofutterdatenbank aufgebaut. Mittels Rationsanalysen wurde die Fütterungsqualität erfasst und bewertet.
Ökofutter haben etwa 10 % weniger Rohprotein und folglich auch weniger Aminosäuren als konventionelle Futter. Die Qualität vermeintlich bester Eiweißfutter war eingeschränkt. Viele Betriebe verwenden zu wenige Futtertypen, füttern so am Bedarf vorbei und teuer. Anspruchsvollere Rationstypen wie Ferkelfutter, Vormastfutter, Säugefutter sind oft nicht ausbalanziert. In mehreren Ferkelfütterungsversuchen wurde gezeigt, dass auch unter der Vorgabe 100 % Öko sinnvolle Rationen machbar und höchste Aufzuchtleistungen realisierbar sind. Mit dreimal täglicher Fütterung der Saugferkel an Stelle einmal konnten die Absetzgewichte der Ferkel nach 42 Säugetagen um 2 kg gesteigert werden. Gleichzeitig wurden deren Mütter entlastet. Sie hatten rund 5,5 kg weniger Gewichtsverlust in der Säugezeit. Auch unter Ökobedingungen ist Phasenfütterung der Ferkel möglich und bringt ca. 3.- € Futterkostenersparnis pro Ferkel.
Insgesamt ist mit „100 % Öko“-Vorgabe die Fütterung teurer. Es werden deshalb Vorschläge zur Sicherstellung der Eiweißfuttermittel in Qualität und Quantität gemacht.
Als Beratungshilfe gingen die Öko-Futterwerte sowie zahlreiche Rationsbeispiele in die erstellte Ökofütterungsfibel ein.Darin sind alle Aspekte der bedarfsgerechten, umweltschonenden und tiergesundheitsfördernden Fütterung der Ökoschweine zusammengefasst.

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Arbeitsschwerpunkt der LfL
Ökologischer Landbau

Die Forschung und Entwicklung zum ökologischen Landbau wird an der LfL seit ihrer Gründung im Jahr 2003 als Querschnittsaufgabe (Arbeitsschwerpunkt) organisiert. An den 9 Instituten der LfL wurden im Zeitraum 2008-2013 rund 50 Forschungsprojekte zum ökologischen Landbau in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Praxisbetrieben und der Ökolandbau-Beratung in Bayern bearbeitet. Mehr