Praxisinformationen
Analysen zum Zuchtprogramm 2018 bei Fleckvieh und Braunvieh

Neben den mittleren Zuchtwerten nach Besamungsstationen, der Entwicklung der Zuchtwerte über die vergangenen Jahre (genetische Trends) und Zahlen aus der Exterieurbewertung wird auch auf stark eingesetzte Bullenväter, Linienführung sowie auf die Entwicklung von Inzucht- und Verwandtschaftskoeffizienten eingegangen. Daneben wurden die aktuellen Topbullen in den verschiedenen Merkmalen (z. B. genomischer Gesamtzuchtwert, Milchwert, Fitness- und Exterieurmerkmale), getrennt nach nachkommengeprüften Vererbern und genomischen Jungvererbern, besprochen.

Besamungsinformationstagung für Fleckvieh

Fleckviehbulle stehend nach rechts gedrehtZoombild vorhanden

Hutera: meiste Söhne im Angebot, Foto: Besamungsstation Neustadt/Aisch

Auch wenn die Zahl der eingestellten Bullen an den Besamungsstationen in den letzten Jahren rückläufig war, ist das Angebot an verfügbaren Bullen immer größer und breiter. Derzeit können die Fleckviehhalter unter 178 geprüften Bullen und 169 genomischen Jungvererbern (GJV) den passenden Anpaarungspartner finden. Die züchterische Qualität ist ansteigend, sowohl bei den nach Anzahl gewichteten Erstbesamungen als im Mittel aller Bullen. Bemerkenswert ist der deutliche Anstieg im Gesamtzuchtwert (GZW) bei den hornlosen genomischen Jungvererbern. In diesem Segment besteht fast kein Unterschied zu den Gehörnten. Darüber hinaus steigt das Angebot bei den Hornlosen kontinuierlich. Aktuelle sind Hutera und Reumut die am stärksten vertretenen Bullenväter. Der Trend zu extrem hohen Erstbesamungen (EB) bei einzelnen Bullen ist jetzt nicht mehr erkennbar. Die meisten Besamungen erzielte Votary PS, also zum ersten Mal ein hornloser Bulle, gefolgt von Wendlinger und Villeroy.

Besamungsinformationstagung für Braunvieh

Braunviehbulle stehend nach links gedrehtZoombild vorhanden

Puck: Führung der Liste mit knapp 40.000 Erstbesamungen, Foto: Besamungsstation Memmingen

Weiter entwickelt hat sich das Angebot der genomischen Jungvererber (GJV), auf Kosten der geprüften Vererber. Während im letzten Jahr das Verhältnis 14:18 war, hat es sich diesmal genau umgekehrt.
Bemerkanswert ist aber vor allem der Zuwachs an genetisch hornlosen Bullen. 40 Prozent der jungen Genetik geht bereits auf diese Zuchtrichtung zurück. Bei den gewichteten Zuchtwerten der geprüften Vererber ist ein Rückgang im GZW festzustellen. Dafür sind die Exterieurzuchtwerte leicht angestiegen. Die mit Abstand am meisten durchgeführten EB absolvierte Puck, gefolgt von Harley und Hacker. Im Rahmen des Projekts Braunvieh-Vision wurden 1363 Erstlingskühe in 95 Betrieben bewertet. In diesen Betrieben werden im Mittel 60 Prozent GJV eingesetzt.