Forschungsprojekte
Validierung der genomisch-optimierten Zuchtwertschätzung beim Schwein (ValPigGS)

Piétrain-Eber stehend nach links gedreht

Piétrain-Eber Pablura, Foto: Bayern-Genetik Kumhausen

In diesem Projekt sollen insgesamt 50 Piétrain-Eber intensiv nachkommengeprüft werden, um die genomisch-optimierte Zuchtwertschätzung zu validieren. Nur mit einem funktionierenden Verfahren kann das Potential der Genomischen Selektion für die bayerische Schweinezucht genutzt werden.

Motivation

Seit 2016 werden in Bayern sowohl bei Vater- als auch bei Mutterrassen genomisch-optimierte Zuchtwertschätzungen mit Single-Step-Modellen durchgeführt. Die Akzeptanz der Zuchtwerte bei Zucht und Besamung ist sehr hoch. Allerdings gibt es bisher keine Möglichkeit zu prüfen, wie gut die zum Zeitpunkt der Selektion geschätzten Zuchtwerte mit den wahren Zuchtwerten übereinstimmen. Dazu wäre eine relativ große Anzahl von Ebern mit möglichst sicher geschätzten Zuchtwerten erforderlich. Die Leistungsprüfung bei Piétrain findet ausschließlich in den Leistungsprüfanstalten statt. Etwa 200 Besamungseber pro Jahr werden mit 14 bis 16 Nachkommen je Eber geprüft. Damit werden Sicherheiten der geschätzten Zuchtwerte von 70 bis 75 Prozent erreicht. Die gegenüber den traditionellen pedigree-basierten Verfahren um 15 bis 30 Prozent höhere Sicherheit der genomisch-optimierten Zuchtwertschätzung kann nur in höhere Zuchtfortschritte umgesetzt werden, wenn das Verfahren funktioniert.

Methode

In diesem Projekt sollen über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 50 Piétrain-Eber so intensiv nachkommengeprüft werden, dass die Sicherheit ihrer geschätzten Zuchtwerte mindestens 95 Prozent beträgt. Dafür sind etwa 100 anstelle der üblichen 14 bis 16 Prüftiernachkommen je Eber erforderlich. Auf der Grundlage dieser sicher geprüften Eber soll das Verfahren der genomisch-optimierten Zuchtwertschätzung unter den folgenden Gesichtspunkten überprüft werden:
  • Auswertungen der genetischen Trends der genomisch-optimierten Zuchtwerte
  • Auswertungen zur Variation sowohl der konventionellen als auch der genomisch-optimierten Zuchtwerte
  • Vergleich der zum Zeitpunkt der Selektion geschätzten genomisch-optimierten Zuchtwerte mit den auf der Basis der 100 Nachkommen sehr sicher geschätzten Zuchtwerten
Das Projekt stellt sehr hohe organisatorische Anforderungen an alle an der Nachkommenprüfung von Besamungsebern beteiligten Organisationen und Einrichtungen. Ferkelerzeuger, Besamungsstationen und Fleischerzeugerringe sind gefordert, die zusätzlich benötigten Prüftiere zur Verfügung zu stellen. Die Leistungsprüfanstalten müssen die Prüfung so steuern, dass jederzeit auch für die Routine-Prüfung ausreichende Kapazitäten bereitstehen.
Projektinformation
Projektleitung: Dr. Jörg Dodenhoff
Projektbearbeiter: Dr. Malena Erbe
Laufzeit: 01.11.2019 bis 31.10.2022
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten