Arbeitsschwerpunkt
Tierwohl

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat im Jahr 2012 den Arbeitsschwerpunkt Tierwohl – "Gesunde Tiere für sichere Lebensmittel" gegründet. Wir wollen damit die Lebensbedingungen der landwirtschaftlichen Nutztiere durch Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer auf den Gebieten Gesundheit, Auslebung tiergerechten Verhaltens und Wohlbefinden der Tiere verbessern.

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Institut für Tierzucht
Tierwohl aus der Sicht von Gesellschaft, Wissenschaft und Praxis

Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung in den vergangenen dreißig Jahren ist im Grunde genommen eine großartige Erfolgsgeschichte. Bei fast allen Produkten konnte die Produktion ausgeweitet werden und im Rahmen des Strukturwandels wurden leistungsfähigere Einheiten geschaffen, die heute bei den meisten Produkten auf dem Weltmarkt konkurrieren können.  Mehr

Hintergrund

Die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere trägt zu 76% zum Einkommen bayerischer landwirtschaftlicher Betriebe bei. Die vergangenen Jahrzehnte haben zu großen technischen und züchterischen Fortschritten geführt und somit der deutschen Landwirtschaft eine wichtige Rolle im internationalen Vergleich gesichert. Objektiv gesehen sind viele Haltungsverfahren in den letzten zwanzig Jahren freiwillig oder auf Grund gesetzlicher Vorschriften verbessert worden. Dennoch gerät die Nutztierhaltung immer mehr in die Kritik von Organisationen, Medien und Bevölkerung. Diese Kritik entzündet sich häufig an der für heutige Einkommenserwartungen erforderlichen Bestandsgröße, daraus resultierenden Umweltbelastungen und hohen Einzeltierleistungen, aber auch an routinemäßigen Eingriffen an den Nutztieren, die in modernen Haltungsverfahren zum Standard geworden sind. Offensichtlich ist der Wandel der gesellschaftlichen Ansichten hier schneller vorangeschritten als die Verbesserung der Haltungsverfahren.
Die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat dies bereits frühzeitig erkannt und in den Jahren 2003 bis 2008 die Entwicklung tiergerechter Haltungsverfahren durch die fachliche Begleitung von Modellvorhaben vorangetrieben. Auch in den Zuchtzielen von Rindern und Schweinen werden Merkmale der Gesundheit, Langlebigkeit und Stressresistenz schon seit vielen Jahren berücksichtigt. Da mittlerweile andere Aspekte des Tierwohls gleichrangig neben den Haltungsbedingungen stehen, wurde der Arbeitsschwerpunkt "Tiergerechte Haltungsverfahren" im Jahr 2012 durch den neuen Arbeitsschwerpunkt "Tierwohl – Gesunde Tiere für sichere Lebensmittel" abgelöst.

Zielsetzung

Ziel des Arbeitsschwerpunkts ist die weitere Verbesserung der Lebensbedingungen der landwirtschaftlichen Nutztiere durch Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer auf den Gebieten Gesundheit, Auslebung tiergerechten Verhaltens und Wohlbefinden der Tiere.

Themen

  • Erfüllung der physiologischen Ansprüche von Tieren in verschiedenen Haltungs- bzw. Produktionssystemen
  • Verbesserung der Tiergesundheit
  • Charakterisierung von Verfahren in Bezug auf die Tiergerechtheit
  • Optimierung der Produktionssysteme im Hinblick auf die Unversehrtheit der Tiere

Beteiligte Institute und Abteilungen

Wichtige Partner in der Umsetzung der Erkenntnisse sind die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie das LKV Bayern.
Runder Tisch "Tiergerechte Haltung von Nutztieren"
Die Mitglieder des Arbeitsschwerpunkts engagieren sich im Rahmen des von Staatsminister Helmut Brunner initiierten Runden Tisches zur tiergerechten Haltung. Sie übernehmen den Vorsitz der drei Arbeitsgruppen und transformieren die Ideen und Ansätze in neue Projekte. Der Arbeitsschwerpunkt „Tierwohl – Gesunde Tiere für sichere Lebensmittel“ existiert jedoch unabhängig vom Runden Tisch-Prozess, ist stärker forschungsorientiert und auf Dauer angelegt.

Häufige Fragen

Die LfL hat Antworten auf häufige Fragen zur Zucht, Haltung und Fütterung von Nutztieren im Rahmen des Arbeitsbereiches Tierwohl zusammengestellt.
Kühe auf der Weide

Rind

Die Rinderhaltung wird im allgemeinen von der Bevölkerung recht positiv beurteilt. Dennoch gibt es auch beim Rind Bereiche, in denen immer wieder kritische Fragen gestellt werden. Relativ intensiv wird in letzter Zeit das Thema Erbfehler diskutiert. Auch wird von Landwirten und Laien häufig diskutiert, dass die Langlebigkeit der Kühe unzureichend sei und dass sie sich laufend verschlechtert. Auch ist wenig bekannt, dass in der Rinderzucht schon seit zwanzig Jahren Merkmale der Gesundheit und Fitness züchterisch berücksichtigt werden. Was geht und wo die Grenzen liegen zeigen unsere Beiträge.

Ferkel der LPA Grub

Schwein

Schweine werden häufig mit "Massentierhaltung" in Verbindung gebracht. Insbesondere die Kastration und das Kupieren der Schwänze bei Ferkeln werden intensiv diskutiert. Warum es diese Verfahren (noch) gibt und welche Lösungsansätze gesucht werden zeigen unsere Beiträge auf. Ebenso beantworten wir Fragen nach dem Leistungsniveau und nach den Grenzen der Leistungsselektion.

Regenbogenforellen in der Aquakultur

Fische

Bei Fischen erscheint dem Laien die hohe Besatzdichte in Teichen oder Anlagen oft unangebracht. Wir erklären, warum die Fische das vermutlich anders sehen. Ebenso gehen wir der Frage nach, wie man Fische in der Aquakultur artgerecht ernähren kann.

Was konkret bedeutet der Begriff Tierwohl?

Unter Tierwohl verstehen wir eine Haltungsform, die über den gesetzlich vorgeschriebenen Tierschutz hinaus geht und es den Tieren ermöglicht, alle relevanten Verhaltensweisen möglichst ungehindert ausgeübt werden können. Tierwohl ist aber immer noch zu unterscheiden von sehr komfortablen Haltungsformen. Es geht also darum, eine Position in der Mitte zwischen Tierschutz und Tierkomfort einzunehmen.

Es geht um die Haltung, aber natürlich auch um alle anderen Bereiche. Es geht auch um züchterische Fragen.

Die Frage nach der Weidehaltung von Kühen wird oft gestellt in diesem Zusammenhang. Dazu muss man sagen, dass Kühe in modernen Haltungen sehr viel bewegen können. Sie können selbst entscheiden, wann sie zum fressen gehen, wann sie sich hinlegen wollen, wann sie gemolken werden möchten.
Wenn man Kühe mal auf der Weide beobachtet, dann sieht man, dass Kühe nicht über die Weide tobe, sondern eher schreiten. Kühe sind von Natur aus eher ausgeglichene Tiere.

Ansprechpartnerin
Institut für Landtechnik und Tierhaltung
Dr. Christina Jais
Prof.-Dürrwaechter-Platz 2
85586 Poing/Grub
Tel.: 08161 8640-7340
Fax: 089 99141-303
E-Mail: TierundTechnik@LfL.bayern.de

Porträtbild einer Frau

Dr. Christina Jais