Bayerische Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2024/25
Wirtschaftlichkeit im Marktfruchtbau Wirtschaftsjahr 2024/2025
Das Wirtschaftsjahr 2024/25 war aus Sicht der bayerischen Buchführungsergebnisse für die meisten Marktfruchtbaubetriebe wirtschaftlich herausfordernd. Nach stabilen oder steigenden Gewinnen im Vorjahr 2023/24 mussten viele Betriebe deutliche Rückgänge des bereinigten Gewinns je Hektar landwirtschaftlicher Fläche (LF) verkraften.
Auf Basis der bayerischen Buchführungsergebnisse erstellt das Institut für Agrarökonomie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft eine jährliche Auswertung zur wirtschaftlichen Situation bayerischer Marktfruchtbaubetriebe.
Zuckerrübenbaubetriebe: Bis zu 72 % Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr
Zuckerrübenbaubetriebe waren vom allgemeinen Gewinnrückgang besonders stark betroffen. In der Größenklasse 10 bis 30 ha LF sank der Gewinn von 848 Euro je ha LF im Wirtschaftsjahr 2023/24 auf 250 Euro je ha LF (-72 %). Bei 30 bis 60 ha LF ging der Gewinn von 1.050 Euro je ha LF auf 292 Euro je ha LF zurück, in der größten Größenklasse 60 bis 150 ha LF von 1.150 Euro je ha LF auf 544 Euro je ha LF (-53 %). Diese Entwicklung zeigt, dass der Rückgang absolut besonders drastisch war, während die prozentualen Einbußen in den größeren Betrieben leicht geringer ausfielen.
Deutliche Gewinnrückgänge bei den Kartoffelbaubetrieben
Auch die Kartoffelbaubetriebe verzeichneten deutliche Rückgänge. In der Größenklasse 30 bis 60 ha LF sank der durchschnittliche bereinigte Gewinn von 851 Euro je ha LF im Jahr 2023/24 auf 535 Euro je ha LF im Jahr 2024/25 (-37 %). Bei den größeren Betrieben mit 60 bis 150 ha LF lag der Gewinn 2024/25 bei 829 Euro je ha LF (-31 % gegenüber 1.201 Euro je ha LF 2023/24). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass seit 2016/17 ein tendenzieller Gewinnrückgang zu beobachten war, der lediglich durch die erfolgreichen Jahre 2022/23 und 2023/24 unterbrochen wurde.
Nur noch 213 Euro je ha LF Gewinn bei den großen Getreidebaubetrieben
Die Getreidebaubetriebe mussten einen besonders starken Rückgang hinnehmen. Während die bereinigten Gewinne 2022/23 noch zwischen 400 und 480 Euro je ha LF lagen, konnten 2024/25 nur noch 48 Euro je ha LF (10 bis 30 ha LF), 162 Euro je ha LF (30 bis 60 ha LF) und 213 Euro je ha LF (60 bis 150 ha LF) erzielt werden.
Die Ursachen für die Gewinneinbußen liegen weniger in gestiegenen Betriebsmittelkosten, sondern vor allem in gesunkenen Erträgen und Erzeugerpreisen. Mähdruschfrüchte wiesen sowohl bei den Erträgen als auch bei den Erzeugerpreisen rund 6 % Rückgang auf. Bei Kartoffeln und Zuckerrüben lagen die Erträge zwar um etwa 10 % höher, die Erzeugerpreise fielen jedoch deutlich: bei Kartoffeln -30 % und bei Zuckerrüben -50 %.
Noch schlechtere Erwartungen für das Wirtschaftsjahr 2025/26
Für das Wirtschaftsjahr 2025/26 zeichnen sich leicht steigende Betriebsmittelkosten ab: Treib- und Heizstoffe +5 %, Düngemittel +9 %, Pflanzenschutzmittel auf Vorjahresniveau. Aufgrund des niedrigen Preisniveaus des Erntematerials des Vorjahres sanken die Kosten für Saat- und Pflanzgut um etwa 10 %. Die Aufwendungen für Maschinen liegen weitgehend auf Vorjahresniveau.
Trotz um rund 10 % höherer Ernteerträge gegenüber 2024 wird bei Getreide- und Zuckerrübenbaubetrieben ein weiterer Gewinnrückgang erwartet, da die Erzeugerpreise weiterhin auf niedrigem Niveau verharren bzw. nochmals zurückgehen. Besonders stark betroffen sind die Kartoffelbaubetriebe: Die Preise für freie Ware sanken um rund 50 % bei Speisekartoffeln und 70 % bei Veredelungskartoffeln, was die wirtschaftliche Lage deutlich verschärft. Ein höherer Anteil an Vertragsware oder Stärkekartoffeln kann die Folgen teilweise abmildern.
Insgesamt ist für 2025/26 für die Mehrheit der Marktfruchtbaubetriebe mit einer niedrigeren Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu 2024/25 zu rechnen.
Detaillierte Ergebnisse zur wirtschaftlichen Situation bayerischer Marktfruchtbaubetriebe im WJ 2024/25 (Tabellen und Grafiken)
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Das Institut für Agrarökonomie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft erfasst jährlich rund 2.500 Buchführungsabschlüsse von landwirtschaftlichen Betrieben, wertet diese aus und erstellt daraus die bayerische Buchführungsstatistik.
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