Nmin-Wert-Bodenuntersuchung

Ziehen einer Nmin-Bodenprobe

Nmin – für Pflanzen verfügbarer mineralisierter Stickstoff im Boden

Die Düngeverordnung sieht vor dem Aufbringen wesentlicher Nährstoffmengen eine Ermittlung der im Boden verfügbaren Stickstoff- und Phosphatmengen vor. Für verfügbaren Stickstoff gilt dies im Ackerbau für den Zeitpunkt der Düngung, mindestens aber jährlich. Die aktuellen Nmin-Werte fließen in die Düngedarfsermittlung bei Stickstoff für Ackerkulturen ohne mehrschnittigen Feldfutterbau ein.
Nmin-Werte können durch das Ziehen eigener repräsentativer Bodenproben ermittelt, aus den Veröffentlichungen entnommen oder simuliert werden.

Nmin-Untersuchung in Auftrag geben

Vom Auftrag zur Bodenprobenahme bis zum Erhalt der Laborergebnisse und der Stickstoff-Düngeempfehlung ist jeder Schritt zeitnah über das Internet möglich. Hierzu steht ein Programm zur Verfügung:

Programm DSNonline - Düngeberatungssystem Stickstoff

Nmin-Probenahme

Wie zieht man eine Nmin-Bodenprobe?
Voraussetzung für ein verwertbares Untersuchungsergebnis der Bodenuntersuchung ist eine korrekte und repräsentative Bodenprobenahme. Dabei sind insbesondere die Anzahl der Einstiche, die Probenahmetiefe und der sachgerechte Probentransport zu beachten. Die Untersuchung auf pflanzenverfügbaren Stickstoff (Nmin) ist nur auf Acker sinnvoll und erfolgt i.d.R. bis auf eine Tiefe von 60 cm (0 - 30 cm, 30 - 60 cm). Die Tiefe von 60 - 90 cm wird gegebenenfalls berechnet.
Zwischen der Nmin-Probennahme und der letzten Bodenbearbeitung und Düngung müssen mindestens sechs Wochen liegen.
Wann zieht man eine Nmin-Bodenprobe?
Die Nmin-Proben werden zu den bisher bekannten Terminen im Frühjahr und künftig auch im Herbst gezogen (siehe Tabelle).
Für die Düngesaison 2020 können Nmin-Probene erstmals bereits ab dem 1. November gezogen werden.
Aufbauend auf dem Untersuchungsergebnis findet eine Nmin-Simulation statt (Nmin-Probe mit Nmin-Simulation).
Termine der Bodenprobenahme
KulturNmin im Frühjahr
Probenahmezeitraum
ohne Simulation
Herbst-Nmin
Probenahmezeitraum
mit Simulation
Bereitstellung
simulierter Nmin-Wert
Wintergetreide, Raps10. Jan. - 30. Apr.1. Nov. - 09. Jan.25. Jan. - 01. Mrz.
Sommergetreide, sonstige Kultur*10. Jan. - 15. Mai1. Nov. - 09. Jan.15. Feb. - 30. Mrz.
Zuckerrüben10. Jan. - 30. Apr.1. Nov. - 09. Jan.1. Mrz - 30. Mrz.
Kartoffeln, Sonnenblumen15. Feb. - 15. Mai1. Nov. - 14. Feb.1. Mrz - 30. Mrz.
Mais05. Mrz. - 15. Jun.1. Nov. - 04. Mrz.5. Mrz - 30. Mrz.
* Bei einigen Hauptfrüchten sowie Vorfrüchten ist keine Simulation möglich!! Hierzu bitte die Hinweise im Programm beachten!
Die Abbildung gibt je Kultur einen Überblick, über die in der Tabelle genannten Zeiträume. Der gelbe Bereich zeigt den Probenahamezeitraum ohne Simulation, in dem die Nmin-Wert-Bereitstellung wie in den vergangenen Jahren erfolgt.

Veröffentlichungen zu diesem Thema

Nmin-Probe mit Nmin-Simulation

Aufgrund der Erfahrungen im Frühjahr 2019 wird der Zeitraum für die Probeziehung erweitert. Dies ist möglich, da auf Grundlage der über die gezogenen Nmin-Bodenprobe ermittelten Nmin-Werte die Stickstoffbewegungen im Boden über die Wintermonate simuliert wird.
Der zu Vegetationsende gezogene Nmin-Wert liefert für die Bewirtschafter gleichzeitig wertvolle Informationen über den Reststickstoff, der über den Winter einem Auswaschungsrisiko unterliegt.
Die Nmin-Probe mit Nmin-Simulation ist auch für rote Gebiete möglich.
Für die Düngesaison 2020 können auf grünen, weißen und roten Flächen Nmin-Proben bereits ab dem 1. November gezogen und nachfolgend im Labor untersucht werden. Der analysierte Nmin-Wert wird mit Datum der Probeziehung im Programm erfasst und daraus im Frühjahr für den jeweiligen Schlag der Nmin-Wert simuliert. Für die Nmin-Probe mit anschließender automatischer Nmin-Simulation ist die Probeziehung kulturabhängig bis zu den in der Tabelle 1 aufgeführten Zeiten möglich.
Später gezogene Proben werden im DSN-System wie in den vergangen Jahren behandelt und unverändert für die Bedarfsermittlung verwendet, d.h. es findet keine Simulation statt.
Die simulierten Nmin-Werte stehen ab den in der Tabelle 1 Spalte 4 genannten Terminen rechtzeitig zum ersten Düngetermin zur Verfügung.

Drei Wege von einer Nmin-Probe zu einem Nmin-Wert und einer Düngebedarfsermittlung

Weg 1: Nmin-Probenahme im Herbst + DSN-System

  • Anmeldung der Proben im Bodenportal (www.boden-bayern.de) des LKP
    • Anmeldung für jeden Landwirt frei zugänglich
    • Organisation der Beprobung in gewohnter Weise durch das LKP mit seinen Ringwarten
  • Probenahme ab dem 01.11.2019 möglich
  • Übermittlung des im Labor festgestellten Untersuchungsergebnis der Nmin-Beprobung zeitnah durch das LKP
  • Bereitstellung und Übermittlung des rechtlich gültigen Nmin-Werts zu dem in der Tabelle 1 genannten Probenahmezeitraum mit Simulation
    • Nmin-Wert im Frühjahr zur Verwendung in der Düngebedarfsermittlung
    • Dieser Wert entsteht durch das im Labor festgestellten Untersuchungsergebnis der Nmin-Beprobung in Verrechnung mit der Nmin-Simulation.
  • Versendung der bekannten DSN-Empfehlung der LfL an die Landwirte

Weg 2: Nmin-Probenahme im Winter/Frühjahr + DSN-System

  • Anmeldung der Proben im Bodenportal (www.boden-bayern.de) des LKP
    • Anmeldung für jeden Landwirt frei zugänglich
    • Organisation der Beprobung in gewohnter Weise durch das LKP mit seinen Ringwarten
  • Frühestmöglicher Termin der Bodenprobenahme im Winter/Frühjahr zu dem in Tabelle 1 genannten Probenahmezeitraum ohne Simulation
  • Ablauf der Beprobung hier wie in den vergangenen Jahren
  • Ausgabe der Nmin-Untersuchungsergebnisse und der DSN-Empfehlung der LfL an die Landwirte durch das LKP

Weg 3: Nmin-Probenahme im Herbst + Dienstleister

  • Probenahme ab dem 01.11.2019 möglich
  • Übermittlung des Untersuchungsergebnisses der Nmin-Beprobung zeitnah durch das Labor oder den Dienstleister
  • Möglichkeit zur Übernahme des Nmin-Wertes bzw. des auf die untersuchte Bodenprobe basierenden simulierten Nmin-Wertes in die Programme des Dienstleisters

Nmin-Werte der LfL

Zu den nachfolgenden Terminen werden die Nmin-Gehalte veröffentlicht
Veröffentlichte Nmin-Werte der LfLVorläufige WerteEndgültige Werte
Wintergetreide, Raps30. Januar1. März
Zweitfrüchte30. Januar1. März
Sommergetreide, sonstige Fruchtarten28. Februar15. März
Rüben28. Februar15. März
Kartoffeln10. März1. April
Mais15. März10. April
Bei Grünland und mehrschnittigem Feldfutterbau sind keine Nmin-Gehalte notwendig.

Veröffentlichte Nmin-Werte der LfL (am Seitenende)

Nmin-Artikelserie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt
Der Ausdruck der hier veröffentlichten Nmin-Werte oder des entsprechenden Wochenblattartikels erfüllt die Aufzeichnungspflicht zur Ermittlung des Nmin-Wertes.

Aktuelle Nmin-Artikelserie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW)

Nmin-Proben in roten und grünen Gebieten

Für die Düngebedarfsermittlung auf weißen und grünen Flächen können die von der LfL veröffentlichten Nmin-Werte vergleichbarer Standorte benutzt werden.
Bei roten Flächen darf der veröffentlichte Nmin-Wert nicht herangezogen werden. Auf roten Flächen ist je Kultur mindestens auf einem Schlag oder einer Bewirtschaftungseinheit eine Probe zu ziehen und das Untersuchungsergebnis für die Bedarfsermittlung dieses Schlages oder dieser Bewirtschaftungseinheit zu verwenden. Für weitere Schläge dieser Kultur im roten Gebiet kann die Probenahme durch die Simulation des Nmin-Wertes ersetzt werden (außer Hopfen, Spargel, Wein und die meisten Sonderkulturen). Wie auch im Jahr 2019 kann mit dem Online-Programm LfL Düngebedarf der Nmin-Wert simuliert werden.

Ausführungsverordnung DüV – Rote Gebiete, grüne Gebiete

Düngebedarfsermittlung

Auf Flächen, bei denen kein Nmin-Wert gezogen werden muss, kann der veröffentlichte Nmin-Wert verwendet werden oder im Online-Programm LfL Düngebedarf der Nmin-Wert simuliert werden. Bei dieser probenunabhängigen Simulation des Nmin-Werts handelt es sich um eine integrierte Funktion im Onlineprogramm.
Für die Düngebedarfsermittlung stehen mehrere Programme zur Verfügung:

Programme zur Düngebedarfsermittlung

Weitere Informationen