Forschungs- und Innovationsprojekt
Emissionsarmer Gülleeinsatz Grünland Franken

Nahaufnahme Grünland

Streifenförmige Gülleausbringung im Grünland

Untersucht wird, ob eine Gülleausbringung auf Grünland durch Schleppschlauch, Schleppschuh oder Gülleinjektion auch in trockneren bayerischen Regionen gut und nachhaltig gelingt. Dazu werden in Exaktversuchen diese emissionsarmen Verfahren mit der in der Praxis noch oft eingesetzten Breitverteilungstechnik verglichen. Wichtige Beurteilungskriterien hierbei sind der Ertrag, die Stickstoffausnutzung, die Entwicklung des Pflanzenbestandes, etwaige Verletzungen der Grasnarbe und die Futterqualität. Ebenfalls werden Güllezusätze in Hinblick auf ihre Möglichkeiten zur Reduzierung von Ammoniakemissionen untersucht. Die Untersuchungsergebnisse sowie die Erfahrungen von Praxisbetrieben, welche die emissionsarmen Techniken bereits seit Jahren einsetzen, fließen in einen Leitfaden für die Praxis ein.

Hintergrund

Ammoniakemissionen tragen unter anderem zur Eutrophierung von Ökosystemen bei, wirken klimarelevant und haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Sie sind daher so weit wie möglich zu reduzieren. Hierbei kommt der Wahl der Ausbringtechnik von flüssigem Wirtschaftsdünger (z.B. Gülle) eine große Bedeutung zu.
Emissionsmindernde Techniken (Schleppschlauch, Schleppschuh, Injektion) können Ammoniakverluste stark gegenüber der bislang in der bayerischen Landwirtschaft weit verbreiteten Breitverteilungstechnik reduzieren.
Die neue Gesetzgebung im Düngerecht trägt diesen Anforderungen bereits Rechnung. Durch die Novellierung der Düngeverordnung, welche die gute fachliche Praxis beim Düngen beschreibt und die NEC-Richtlinie (Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe), die für Ammoniak (NH3) eine Emissionshöchstmenge vorgibt, müssen die Düngestrategien unabdingbar auf eine möglichst verlustarme Ausbringung angepasst werden. Die neuen Techniken werden in der Praxis im In- und Ausland schon von vielen Betrieben erfolgreich eingesetzt.

Zielsetzung – offene Fragen

  • Klärung offener Fragen zum optimalen Einsatz der nach Düngeverordnung künftig geforderten neuen Ausbringtechnik. Diese betreffen u.a. Fragen zu realisierbaren Ertragseffekten, Nährstoffeinsparung, eventuellen Veränderungen des Pflanzenbestandes und der Grünlandnarbe bzw. Fragen zur nachhaltigen Qualitätssicherung hochwertigen Futters für die Milchviehhaltung.
  • Untersuchungen zur Wirkung von Güllezusatzstoffen auf mögliche Effekte zur Verminderung der Ammoniakemission.
  • Erstellung eines Leitfadens für Praktiker. Hierbei fließen, neben den Versuchsergebnissen, auch die Erfahrungen von bayerischen Betrieben mit ein, die bereits seit Jahren die o.g. Ausbringtechniken im Grünland erfolgreich einsetzen.

Methoden

  • Umfangreiche Grünlandversuche auf drei Standorten in Franken mit ca. 550-650 mm mittlerem Jahresniederschlag. Dazu wurden verschiedenste Ausbringtechniken sowie ein neues Trägerfahrzeug angeschafft.
  • Literurauswertung und Test von Güllezusätzen (EM, Kohle, Gesteinsmehl, Wasser, Säure)
  • Anwendung und Weiterentwicklung von Testmethoden zur Messung der Ammoniakemission
  • Befragung von "Best practice" Betrieben
Projektinformation
Projektleitung: Dr. M. Diepolder
Projektbearbeitung: S. Raschbacher, Dr. M. Diepolder
Laufzeit: 2018 bis 2024
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Projektpartner: IAB, ILT, AVB, AQU, AELF, Versuchszentren Nordost und Nordwest, TUM, HSWT
Förderkennzeichen: A/18/21