Bayerische Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2019/20
Wirtschaftlichkeit im Marktfruchtbau

Foto Getreideähren im Gegenlicht

Das Wirtschaftsjahr 2019/20 brachte für die meisten bayerischen Marktfruchtbaubetriebe kaum Veränderungen zum durchwachsenen Vorjahr. Insbesondere die Erzeugerpreise waren weiterhin unbefriedigend. Die Kostenseite war kaum verändert.

Auf Basis der bayerischen Buchführungsergebnisse erstellt das Institut für Betriebswirtschaft und Agrarstruktur der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft eine jährliche Auswertung zur wirtschaftlichen Situation bayerischer Marktfruchtbaubetriebe.

Kaum Veränderungen bei den Kartoffelbaubetrieben

Die Gewinne der Kartoffelbaubetriebe veränderten sich in den letzten drei Wirtschaftsjahren kaum und lagen in der Größenklasse 30 bis 60 ha bei durchschnittlich 770 €/ha und in der Größenklasse 60 bis 150 ha bei 615 €/ha. Der Gewinnunterschied zwischen den Größenklassen lässt sich durch die höheren Aufwendungen bei Pachten und Maschinen (AfA und Unterhalt) bei annähernd gleichen monetären Erträgen erklären.

Getreidebaubetriebe weiterhin schwach

Während die kleineren (10 bis 30 ha) und mittleren (30 bis 60 ha) Getreidebaubetriebe gegenüber 2018/19 erneut Gewinneinbußen hinnehmen mussten, besserte sich die Situation der Betriebe mit 60 bis 150 ha. Mit Gewinnen von 180 bis 294 €/ha bilden die Getreidebaubetriebe erneut das Schlusslicht der Marktfruchtbaubetriebe.

Mittelgroße Zuckerrübenbaubetriebe mit deutlichen Gewinnzuwächsen

Von den Zuckerrübenbaubetrieben konnten vor allem die mittelgroßen Betriebe (30 bis 60 ha) deutliche Gewinnzuwächse gegenüber 2018/19 verzeichnen: Ihr Gewinn stieg von 321 auf 753 €/ha. Der Grund hierfür sind deutliche Mehrerlöse in der Pflanzenproduktion (von 1.562 auf 2.463 €/ha). Sowohl höhere Erträge (842 zu 729 dt/ha) als auch gestiegene Erzeugerpreise (3,51 zu 2,86 €/dt) der Zuckerrübe machten sich hier bemerkbar. Die Gewinne der kleineren (10 bis 30 ha) und auch größeren Betriebe (60 bis 150 ha) blieben 2019/20 auf annähernd gleichem Niveau (314 bzw. 658 €/ha) im Vergleich zum Vorjahr.


Die Erwartungen für 2020/21 sehr unterschiedlich

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2020/21 ist von stabilen bis leicht fallenden Preisen für Betriebsmittel auszugehen. Die Naturalerträge der Ernte 2020 lagen sowohl für Mähdrusch- als auch für Hackfrüchte im Mittel bei ca. 105 bis 110 % über dem fünfjährigen Durchschnitt. Allerdings war auch 2020 trockenheitsbedingt ein Süd-Nord-Gefälle zu verzeichnen. Im Gegensatz zum Vorjahr stiegen nach der Ernte 2020 die Getreidepreise (außer Braugerste).
Bei den Zuckerrüben ist eine Preiserholung zu erwarten. Bei Speise- und Verarbeitungskartoffeln trat im Vergleich zur Ernte 2019 erneut ein deutlicher Preisrückgang ein: Der Durchschnittspreis bei Speiseware liegt ca. 9 € unter dem Vorjahresniveau, ebenso bei der freien Veredelungsware.
Die Prognosen für das wirtschaftliche Ergebnis 2020/21 sehen daher je nach Betriebstyp sehr unterschiedlich aus.

Mehr zum Thema

Bayerische Buchführungsstatistik
Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2018/2019

Im Wirtschaftsjahr 2018/2019 weisen die hochgerechneten Buchführungsergebnisse der bayerischen Haupterwerbsbetriebe im Mittel insgesamt zufriedenstellende Wirtschaftsergebnisse aus. Der Gewinn ist um 17 Prozent gegenüber dem sehr guten Vorjahresergebnis zurückgegangen, auch bedingt durch geringere Ernteerträge 2018 infolge der Trockenheit. In den Futterbau- und Veredlungsbetrieben traten dadurch zum Teil erhebliche Futterlücken auf. Mehr