Ferkelaufzucht mit unterschiedlichem Vermahlungsgrad von Getreide

Zwei Häufchen gemahlenes Getreide

Fein und grob vermahlenes Getreide

Bei der Futterherstellung für Ferkel stellt sich immer wieder die Frage nach der „idealen“ Schrotfeinheit des Getreides. Eine eindeutige Aussage ist schwierig, es kommt dabei auf die Rahmenbedingungen im Einzelbetrieb an. Egal ob feiner oder gröber geschrotet werden soll, der Landwirt muss seine Schrotanlage kennen und die für seine Tiere passende Mahlfeinheit gezielt herstellen. So wurden bei gröberer Futterstruktur bzw. bei einer weniger intensiven Vermahlung des Futters weniger Magenulcera in der drüsenlosen oberen Magenregion, eine Verminderung des Salmonellen-Druckes sowie ein günstiger Einfluss auf die Kotbeschaffenheit beobachtet. Grundsätzlich kann mit gröberem Futter gastroenteralen Erkrankungen vorgebeugt und damit der Antibiotikaeinsatz reduziert werden.
Ein Fütterungsversuch mit grob oder fein vermahlenem Getreide soll die Auswirkungen des Vermahlungsgrades von Getreide auf die Leistung und Tiergesundheit von Ferkeln näher beleuchten.

Versuchsdurchführung

Ferkelfütterungsversuch in Schwarzenau mit 96 Tieren pro Versuchsgruppe:

  • Kontrollgruppe: Ferkelaufzuchtfutter „fein“, ca. 50 % der Futterpartikel < 1 mm
  • Testgruppe: Ferkelaufzuchtfutter „grob“, ca. 30 % der Futterpartikel < 1 mm

Die Ferkel wurden in 16 Buchten mit jeweils 12 Tieren gehalten. Die Futterzufuhr erfolgte für jede Behandlungsgruppe über eine separate Spot-Mix-Fütterungsanlage. Die Futtermengen wurden täglich pro Bucht, die Lebendmassen wöchentlich am Einzeltier erfasst. Die Futtermischung mit einem Ferkelaufzuchtfutter I bis 18 kg und einem Ferkelaufzuchtfutter II bis 30 kg waren mit Ausnahme der Schrotfeinheit in beiden Versuchsgruppen gleich.

Ergebnisse

Zusammenfassung der Ergebnisse des Versuches relativ zur Kontollgruppe

Säulendiagramm Vermahlungsgrad von Getreide

  • Weder bei den Zunahmen noch beim Futteraufwand oder den Futterkosten waren die mit grobem Schrot gefütterten Ferkel im Nachteil – sie waren im Trend sogar voraus
  • Die Kotbonitur zeigte im Versuchsdurchschnitt einen geringfügig härteren Kot bei dem groben Futter. In der 1. Versuchswoche war ein Trend zu weniger Durchfall durch das gröbere Schroten zu erkennen.
  • Man kann davon ausgehen, dass ein Ferkelfutter mit „Biss“ von Vorteil für das Tierwohl und auch die Tiergesundheit ist.
Projektinformation
Projektleitung: Dr. H. Lindermayer
Projektbearbeitung: Dr. W. Preißinger; G. Propstmeier, L. Pitzner
Laufzeit: Februar bis Juli 2012