Artenreiches Grünland: Ergebnisorientierte Grünlandnutzung – Bestimmungshilfe
5. Auflage

Titelblatt der Publikation

Artenreiches Grünland kann einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft leisten. Im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) und des Vertragsnaturschutzprogrammes (VNP) wird in Bayern ab 2015 die ergebnisorientierte Honorierung für artenreiches Grünland eingeführt. Hier werden anders als bei den bisherigen Programmen keine Maßnahmen wie Düngeverzicht oder Schnitttermine vorgegeben, sondern das Ergebnis "artenreiches Grünland" honoriert. Auf der Fläche müssen dabei bestimmte Kennarten nachgewiesen werden, um die Förderung zu erhalten.
 (32 Seiten)

Erscheinungsdatum: Juni 2018

Preis: 1 €

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Ergebnisorientierte Grünlandnutzung

Umweltschonende Grünlandwirtschaft
Im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) und Vertragsnaturschutzprogrammes (VNP) werden in Bayern seit 1988 Programme für eine umweltschonende Grünlandwirtschaft angeboten. Dazu gehören Maßnahmen wie der Verzicht auf Mineraldünger und flächendeckenden Pflanzenschutz bzw. ein später Schnitttermin (15. Juni oder 1. Juli). Die Maßnahmen sollen sich insgesamt positiv auf Boden (Erosion), Wasser und Artenvielfalt (Biodiversität) auswirken.
Ergebnisorientierte Honorierung
Ein anderer Ansatz ist die ergebnisorientierte Honorierung. Hier liegt der Fokus auf dem Ergebnis, z.B. der Artenvielfalt. Es werden keine einschränkenden Maßnahmen oder starre Termine vorgegeben, sondern das Ergebnis festgestellt. Der Landwirt kann hier selbstständig entscheiden welche Bewirtschaftung zum gewünschten Effekt führt. Es liegt allerdings auch in der Verantwortung des Landwirtes, dass das Ergebnis erreicht wird.
Agrarumweltprogramme auf der Basis der ergebnisorientierten Honorierung werden z.B. in Baden-Württemberg seit mehr als zehn Jahren angeboten und erfahren eine hohe Akzeptanz bei den Landwirten. Seit 2007 gibt es solche Programme in weiteren Bundesländern (z.B. Thüringen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen). Für die Förderperiode 2014 bis 2020 ist auch in Bayern eine ergebnisorientierte Honorierung für artenreiches Grünland im Rahmen des KULAP - und mit einer höheren Artenzahl im Vertragsnaturschutz - geplant.
Prinzip der Indikatoren
Um das Feststellen der Artenvielfalt zu erleichtern, wird hier das Prinzip der Indikatoren, das auch in anderen Bereichen Anwendung findet, verwendet. Indikatoren sind gut erkennbare Zeiger für mit großem Aufwand messbare Größen. Pflanzenarten, die vor allem in artenreichem Grünland vorkommen, eignen sich als Zeiger (Indikator) für artenreiches Wirtschaftsgrünland.
Neben der Eigenschaft, auf artenreichem Grünland vorzukommen, sollten die Kennarten auch während der Blütezeit auffällig und leicht erkennbar sein, so dass auch ein Laie die in der Fläche vorkommenden Arten in einem farbigen Katalog finden kann.
Bewertung der Fläche
Zur Bewertung der Fläche werden die gefundenen Kennarten gezählt. Um eine Förderung zu erhalten müssen nach derzeitigem Planungsstand auf der jeweiligen Grünland-Fläche vier (KULAP) bzw. sechs (VNP) Arten der Kennartenliste vorkommen.
Aufgaben des Landwirtes
Aufgabe des Landwirtes ist es, den Artenreichtum eigenverantwortlich durch eine geeignete Bewirtschaftung über die gesamte Förderperiode zu gewährleisten. Es wird empfohlen, sich an der bisherigen Nutzungsweise zu orientieren.

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