LfL-Forschungsschwerpunkte
Innovative Lebensmittel vom Acker

Unsere Ernährung hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Es wird öfter außer Haus gegessen und für die Zubereitung zuhause werden mehr Halbfertigprodukte gekauft. Gleichzeitig nimmt der Verzehr von Fleisch und Wurst ab, während vegetarische und vegane Produkte zunehmend gefragt sind. Laufend kommen neue Produkte aus pflanzlichen Rohstoffen auf den Markt.

Damit verändern sich die Anforderungen an pflanzliche Rohstoffe. Pflanzenarten, die bisher in Bayern nur wenig angebaut wurden, werden vermehrt nachgefragt. Neue Produkte in den Supermarktregalen eröffnen zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten für Ernteerzeugnisse.
Um Landwirte dabei zu unterstützen, geeignete und hochwertige pflanzliche Rohstoffe für innovative Lebensmittel bereitstellen zu können, gründete die LfL im Jahr 2022 den Forschungsschwerpunkt "Innovative Lebensmittel vom Acker". Nach mehr als vier Jahren intensiver Arbeit endete der Forschungsschwerpunkt im Oktober 2026. Seitdem wird das Thema in einer institutsübergreifenden Arbeitsgruppe weitergeführt.

Aktuell

Forschungsprojekte

Kichererbsen auf einem Holzbrett.

Marktpotenzial

Die Chancen für den Anbau innovativer Ackerfrüchte entscheiden sich unter anderem daran, welche Potenziale die Märkte dafür bieten. Wir haben zusammen mit einem Projektpartner für eine ganze Reihe von Fruchtarten die Marktpotenziale analysiert sowie Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Herausforderungen ermittelt.

Augenbohne

Future Crops

Weltweit gibt es einige Kulturarten, die in Zukunft eventuell auch in Bayern größere Bedeutung erlangen könnten als heute. Einige davon werden von der LfL geprüft, ob sie anbauwürdig sind. Sorten- und Anbauempfehlungen werden erarbeitet.

Flintmais Barbara Eder

Mais und Hirse

Für Speisemais und Speisehirse aus Deutschland besteht Wachstumspotenzial. Mais ist ein wertvolles Nahrungsmittel: glutenfrei & mineralstoffreich. Hirse hat den Vorteil auch unter vergleichsweise trockenen Bedingungen verlässliche Erträge zu liefern.

Emmer Sorte Weihenstephan Ulla Konradl

Alte Getreidesorten

Der Anbau von regionalen Getreide-Landsorten erhöht die Vielfalt auf den Äckern. Mit dem daraus gemahlenen Mehl lassen sich schmackhafte und gesunde Brotspezialitäten herstellen.

Bayerische Ernährungsstudie KErn

Ernährung

Wissensbasierte Informationen zur Ernährung tragen zu einem gesundheitsfördernden und nachhaltigen Lebensstil bei.

Praxisinformationen

Hintergrund

Zielsetzung

Die LfL möchte

  • Informationen bereitstellen
    • zur Eignung von Pflanzensorten für die Verarbeitung zu verschiedenen Lebensmittelprodukten wie z. B. von Sojasorten für die Herstellung von Tofu
    • zum Anbau bisher nur wenig oder nicht angebauter Kulturarten wie z. B. Kichererbsen, Trockenbohnen, Linsen und Erdnüsse
    • zur Verwendung von Resten aus der Lebensmittelverarbeitung als Tierfutter
    • zur Rentabilität des Anbaus der unterschiedlichen Kulturen
    • zu Wertschöpfungsketten und zu Marktaussichten für bisher nur wenig oder nicht angebaute Kulturarten
  • die Züchtung geeigneter Pflanzensorten zur Herstellung von Lebensmittel unterstützen
    • z. B. kühletolerante Sojasorten mit guter Tofueignung
    • z. B. antraknosetolerante Weiße Lupinen mit niedrigem Alkaloidgehalt

Wichtige Ansatzpunkte sind

  • Sortenversuche
  • Anbauversuche
  • Züchtungsforschung
  • Betriebswirtschaftliche Bewertungen
  • Marktanalysen
  • Fütterungsversuche
Hierzu vernetzen wir uns innerhalb der LfL sowie mit Forschungs-, Beratungs- und Bildungseinrichtungen, mit der landwirtschaftlichen Praxis und Partnern aus der Wirtschaft.

Ergebnisse

Moderne Forschungsinfrastruktur
Durch den Aufbau eines spezialisierten Tofu-Labors und die Ausweiterung der Aminosäure-Analyse auf Sortenversuche können Sorten nun noch präziser auf ihre Eignung für die Lebensmittelverarbeitung geprüft werden.
Vielfältige Forschungsprojekte
Von der Züchtung alkaloidarmer Lupinen über die Marktanalyse pflanzlicher Erzeugnisse bis hin zur Erprobung neuer Kulturen wie Sorghumhirse konnten wichtige Projekte mit Themen entlang der Wertschöpfungskette gestartet werden.
Starke Vernetzung und Wissenstransfer
Durch Stakeholder-Foren, Messen (z. B. BIOFACH), Online-Expertentalks und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wurde ein Netzwerk zwischen Forschung, Wirtschaft und Landwirtschaft geschaffen.
Fazit
Der Forschungsschwerpunkt „Innovative Lebensmittel vom Acker“ endete zwar zeitlich bedingt, hinterlässt jedoch ein starkes Fundament, um die bayerische Landwirtschaft nachhaltig bei der Transformation hin zu einer klimafitten und zukunftsorientierten Produktion zu unterstützen.

Ansprechpartner
Dr. Robert Schätzl
Forschungskoordinator für Nachhaltigkeit
Menzinger Straße 54
80638 München
Tel.: 08161 8640-1118
E-Mail: fok@LfL.bayern.de

Fotonachweis: Weiße Lupine:Robert Schätzl, Augenbohne: Klaus Fleißner, Sojabohne: Robert Schätzl, Maiskolben: Barbara Eder, Emmer: Ulla Konradl