Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität in der Landwirtschaft

Bunte Raupe an einem Stängel auf einer blühenden Wiese

Die Kulturlandschaft ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Doch gerade hier haben die Anzahl und Qualität unterschiedlicher Lebensräume als Grundlage für die Artenvielfalt abgenommen. Ein wichtiger Beitrag des ökologischen Landbaus ist die Erhaltung der Biodiversität.

Die LfL engagiert sich für die Steigerung der Biodiversität mit zahlreichen Forschungs- und Umsetzungsprojekten, Informationsschriften und Beratungsmaterialien. In den bayernweiten Biodiversitätsjahren 2019 und 2020 der Landwirtschaft unterstützt die LfL Veranstaltungen zu entsprechenden Themen und berät zur konkreten Umsetzung.

Schwerpunktthemen

Acker

Ein Acker dient der direkten Nahrungsmittelerzeugung. Ackerlebensräume bieten den unterschiedlichsten Pflanzen und Tieren Lebensraum. Die natürlichen Standortfaktoren Boden, Klima und Relief prägen diesen Lebensraum. Durch die Bewirtschaftungsintensität und den jährlichen Fruchtwechsel sind Äcker sehr dynamische Lebensräume. Die Art der Landbewirtschaftung entscheidet durch Schlaggröße, Technikeinsatz, Fruchtfolge, Düngung und Pflanzenschutzmittel darüber, für welche Pflanzen und Tiere der Acker Lebensraum ist

Grünland

Grünland kann nur von pflanzenfressenden Tieren verwertet werden und trägt dadurch auch zur Nahrungsmittelerzeugung bei. Meistens existiert Grünland dort, wo es zu nass, zu trocken, zu steil oder die Bodentiefe nicht ausreichend für eine Ackerbauliche Nutzung ist. Grünland ist eine Dauerkultur, die aus mehrjährigen Gräsern und Kräutern besteht. Neben den natürlichen Standortfaktoren entscheiden Bewirtschaftungsform, Wiese oder Weide, Schnitthäufigkeit und Düngung über die Artenzusammensetzung im Grünland. Es wird zwischen Intensiv- und Extensivgrünland unterschieden.

Bienen und Wildtiere

In Bayern sind rund 520 der ca. 580 in Deutschland vorkommenden Bienenarten zu finden. Während Honigbienen als staatenbildende Insekten in einem Volk zusammenleben, sind Wildbienen weitgehend Einzelgänger. Bienen sind für die Ökologie und die Ökonomie aufgrund ihrer Bestäubungsleistung von zentraler Bedeutung und stellen vielfältige Ansprüche an ihren Lebensraum. Dies gilt auch für unsere Wildtiere wie Feldhase, Rebhuhn oder Feldlerche. Es stehen vielfältige Maßnahmen zur Verfügung, um diese Wildlebensräume aufzuwerten.

Strukturen in der Kulturlandschaft

Unsere Kulturlandschaft hat sich über lange Zeiträume entwickelt. Natürliche Strukturen wie Hecken, Feldgehölze, Streuobst und Säume prägen das Landschaftsbild und machen unsere Heimat unverwechselbar. Diese Strukturen bieten unseren Pflanzen und Tieren einen Lebensraum und sind wichtige Achsen für die Vernetzung von Vorkommen. Um die Artenvielfalt in der freien Landschaft zu sichern und zu fördern, sind die Strukturen in unserer Kulturlandschaft zu erhalten und zu entwickeln.

Sorten und Rassen

Alte Sorten von Kulturpflanzen leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und steigern zugleich die pflanzengenetische Vielfalt in der Landwirtschaft. Daher ist es wichtig, diese Sorten wieder zu nutzen und zu etablieren, um so die Agrobiodiversität zu bewahren und zu fördern. Unter einem Motto wie "Heimischer Genuss mit alten Sorten" können sie durch regionale, innovative Produkte die Agro-Biodiversität in Bayern fördern und neue Nischen für die regionale Landwirtschaft öffnen.
In alten Nutztierrassen steckt ein wertvolles Potenzial für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität. Einerseits bilden die Landrassen selbst einen genetischen Pool für gesunde, robuste Tiere, der in Zukunft für die Tierzüchtung wertvoll sein kann. Andererseits können gerade alte Nutztierrassen die Vielfalt der heimischen Flora und Fauna wirksam fördern.