Jahresbericht der LfL 2018: Schwerpunktthema "Biodiversität"

Biodiversität in der Landwirtschaft fördern

Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) beleuchtet in ihrem Jahresbericht 2018 das Thema "Biodiversität" exemplarisch an verschiedenen Themen.
Wissenschaftliche Fakten ermöglichen eine sachliche und zielgerichtete Beurteilung aktueller Herausforderungen. Die angebotenen Lösungen fassen die Probleme an der Wurzel.

Ausgewählte Arbeitsfelder zur "Biodiversität" an der LfL

Vorwort LfL-Präsident Jakob Opperer
Mann steht in einem Gewächshaus mit WeizenZoombild vorhanden

LfL-Präsident Jakob Opperer

Das Wort "Biodiversität" ist in aller Munde. Es muss allerdings bezweifelt werden ob allen klar ist, was mit dem erst 30 Jahre alten Begriff gemeint ist. Viele verwenden ihn so, wie es ihnen gerade opportun erscheint. Oft wird er auch als Platzhalter für die Durchsetzung mehr oder weniger berechtigter Forderungen und Vorwürfe missbraucht.
Die Landwirtschaft hat Einfluss auf die Biodiversität
Richtig ist, dass sich die Landwirtschaft bei ihrem Tun in den Sphären von Biologie, Bioökonomie und Nachhaltigkeit bewegt. Sie hat Einfluss auf die Biodiversität, das heißt auf die Vielfalt der Gene, der Arten und der Lebensräume, nutzt und kontrolliert sie. Konkret geschieht dies in der Pflanzen- und Tierzucht, bei der Bodenbearbeitung, beim Pflanzenschutz und bei der Pflege der Kulturlandschaft.
Ursachen für den Rückgang der Biodiversität
Tatsache ist, dass die Biodiversität auch bei uns in Bayern in den letzten Jahrzehnten abgenommen und die Landwirtschaft diese Situation mit verursacht hat. Dafür gab es verschiedene Gründe: Den Strukturwandel der landwirtschaftlichen Betriebe aufgrund attraktiverer Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft, die Konzentration auf weniger Kulturarten aus Verarbeitungs-, Marktstruktur- und Preisgründen, das Verschwinden von Strukturelementen in der Landschaft durch öffentliche Infrastrukturmaßnahmen und die Technisierung in der Landwirtschaft.
Praktikable Lösungen
Die bäuerlichen Betriebe stellen sich der Verantwortung für diese Entwicklungen und die LfL unterstützt sie hierin. Dabei kommt es nicht nur darauf an, die Probleme zu beschreiben, sondern praktikable Lösungsvorschläge zu erarbeiten, zu verbreiten und eine objektive Diskussionsbasis vom Naturschutz bis zur Agro-Biodiversität zu schaffen.
Vielfältiger Arbeits-Fundus zur Artenvielfalt
In diesem Jahresbericht können Sie sehen, dass wir dabei nicht bei Null anfangen, sondern aus einem großen Fundus von Forschungs-, Untersuchungs- und Monitoring-Ergebnissen, Beratungshilfen und konkreten Beispielen schöpfen können. Wir mussten wieder aus einer großen Fülle von Vorschlägen unserer Institute und Abteilungen einige wenige Beispiele auswählen. Dabei ging es uns darum, die große Bandbreite unserer Arbeiten auf wenigen Seiten verständlich darzustellen. Weil sich die Verhältnisse durch Klimawandel, Technisierung und Digitalisierung aber in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit ändern, nehmen wir die Herausforderung, Agrarökosysteme weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Biodiversität zu fördern und zu nutzen, an.
Innovation nun in Ruhstorf a.d.Rott
Die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, in Ruhstorf eine neue Zweigstelle der LfL zu gründen und diese personell und finanziell gut auszustatten, gibt uns die Möglichkeit, die Aktivitäten noch weiter zu verstärken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LfL werden dort durch ein flexibles, daten- und werteorientiertes Forschungsprogramm innovative Wege beschreiten, vielfältige Praxiserfahrungen zusammenfassen, die neuen technischen Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategien weiterentwickeln und die interdisziplinäre Zusammenarbeit stärken.
Die Biodiversität soll in Ruhstorf zum Motor für die interne Vernetzung der interdisziplinären Zusammenarbeit werden. Für die Landwirtschaft soll sie, wie bei der Jahrestagung 2018 in Ruhstorf von unseren Referentinnen und Referenten gesagt, zum Vermögenswert werden.

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