Düngung
Erläuterungen zur Düngeverordnung

Die folgenden Ausführungen erläutern die "Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen". Die Verordnung wird kurz "Düngeverordnung" bzw. "DüV" genannt.
Für weitere Auskünfte stehen Ihnen die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gerne und kompetent zur Verfügung.

1. Düngeplanung (DÜV § 3 (2) und § 4), Stand: 01.05.2020

Vor der ersten Düngung von Ackerland und Grünland muss der Stickstoff- und Phosphatbedarf des Pflanzenbestands, der auf der Fläche steht/stehen wird, ermittelt werden. Diese Düngebedarfsermittlung muss für jede Kultur und für jeden Schlag bzw. Bewirtschaftungseinheit schriftlich durchgeführt werden.
Allgemeines zur Düngebedarfsermittlung
Die Düngebedarfsermittlung muss schriftlich nach einem vorgegebenen Schema erfolgen. Der Stickstoffdüngebedarf ist die Nährstoffmenge, die den Nährstoffbedarf einer Kultur nach Abzug sonstiger verfügbarer Nährstoffmengen und unter Berücksichtigung der Nährstoffversorgung des Bodens abdeckt. Der berechnete Stickstoffdüngebedarf ist die standortbezogene Obergrenze, die für die Kultur während der gesamten Vegetation gilt und darf nicht überschritten werden. Der Bedarf darf auf Teilgaben aufgeteilt werden.
Die schriftliche Düngebedarfsermittlung ist aufzubewahren und im Falle einer Betriebskontrolle vorzuweisen.

Betriebe, die von der Düngebedarfsermittlung ausgenommen sind:

  • Betriebe, die weniger als 15 ha bewirtschaften und weniger als 2 ha Sonderkulturen (Gemüse, Hopfen, Wein, Erdbeeren) und weniger als 750 kg N-Ausscheidung haben und keinen Wirtschaftsdünger oder Biogasgärrest aufnehmen sowie
  • Betriebe, die auf keinem Schlag wesentliche Nährstoffmengen an Stickstoff oder/und Phosphat (mehr als 50 kg Stickstoff oder 30 kg Phosphat je ha und Jahr) ausbringen.

Flächen, für die keine Düngebedarfsermittlung nötig ist:

  • Flächen, auf die keine wesentlichen Nährstoffmengen an Stickstoff und Phosphat (mehr als 50 kg Stickstoff oder 30 kg Phosphat je ha und Jahr) ausgebracht werden
  • Flächen mit ausschließlich Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen
  • Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen
  • nicht in Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- oder Obstbaus
  • Flächen mit schnellwüchsigen Forstgehölzen zur energetischen Nutzung sowie
  • reine Weideflächen, die jährlich nur über die tierischen Ausscheidungen mit maximal 100 kg Stickstoff je Hektar gedüngt werden.
  • Bei der Düngebedarfsermittlung für Phosphat sind zusätzlich Schläge < 1 ha ausgenommen.
Bei der Düngebedarfsermittlung für Phosphat sind zusätzlich Schläge < 1 ha ausgenommen.
Welche Düngebedarfsermittlung für welche Kultur gilt, ist der Abbildung zu entnehmen.
Schema Bedarfsermittlung

Welche Düngebedarfsermittlung ist die richtige?

Bildansicht im Detail

Düngebedarfsermittlung Acker
Die „Düngebedarfsermittlung Acker“ (ohne mehrschnittigem Feldfutterbau) erfolgt für Hauptfrüchte (Frucht im Mehrfachantrag).
Für die Berechnung ist ein Nmin Wert notwendig. Dieser kann durch eigene Untersuchungen gemessen, über die N-Simulation simuliert oder den Veröffentlichungen im Wochenblatt oder Internet entnommen werden (Vorgaben Rote Gebiete beachten!).
Im Gegensatz zur Stickstoffdüngung muss bei Phosphat nicht jeder Frucht zeitnah die Düngemenge gegeben werden, die sie entzieht. Es ist ausreichend, die Nährstoffabfuhr über die Fruchtfolge zu ersetzen. Die Düngebedarfsermittlung für Phosphat kann deshalb über eine Fruchtfolge von maximal 3 Jahren erfolgen.
Düngebedarfsermittlung Zweitfrucht und Zwischenfrucht
Zweitfrucht
Eine „Düngebedarfsermittlung Zweitfrucht“ erfolgt z. B. für Winterroggen vor Silomais oder Weidelgras nach Wintergerste. Zweitfrüchte sind Kulturen, die vor dem 01.08. gesät und bis 31.12. geerntet werden oder im Herbst gesäte Kulturen, deren Ernte im darauffolgenden Frühjahr stattfindet.
Für die Berechnung ist ein Nmin Wert notwendig. Dieser kann durch eigene Untersuchungen gemessen oder den Veröffentlichungen im Internet entnommen werden.
Zwischenfrucht
Für eine Zwischenfrucht ist die Ermittlung des Düngebedarfs nicht vorgeschrieben. Sie ist aber bei der Erstellung der Düngebedarfsermittlung mit dem LfL-Programm zu empfehlen. Denn nur so zeigt die Kalkulation in der Betriebsübersicht die Kenngrößen und die geplanten mineralischen und organischen Düngemengen korrekt an.
Düngebedarfsermittlung Grünland und mehrschnittiger Feldfutterbau
Grünland
Die Düngebedarfsermittlung für Dauergrünland gilt für Dauergrünlandflächen (DG-Status). Bei dieser Bedarfsermittlung ist kein Nmin nötig.
Mehrschnittiger Feldfutterbau
Mehrschnittiger Feldfutterbau ist der ein-, über- oder mehrjährige Anbau von Feldfutter auf Ackerflächen, der mehr als einmal im Jahr geschnitten wird (AL-Status). Bei dieser Bedarfsermittlung ist kein Nmin nötig.
Wird Feldfutter als Zweitfrucht (Saat vor 01.08. und Ernte bis 31.12. oder Saat im Herbst und Ernte im Frühjahr) angebaut, ist die „Düngebedarfsermittlung Zweitfrucht“ nötig.
Düngebedarfsermittlung Gemüse, Trauben und Heil- und Gewürzpflanzen
Das „Excel-Programm zur Berechnung der Düngebedarfsermittlung für Trauben, Heil- und Gewürzpflanzen und sonstige Ackerkulturen“ ermöglicht die Berechnung des Düngebedarfs dieser Kulturen.
Gemüse
Betriebe mit mehr als 2 Hektar Gemüse und Erdbeeren sind zu einer schriftlichen Stickstoffdüngebedarfsermittlung verpflichtet.
Für geschlossene oder bodenunabhängige Kulturverfahren gilt die DüV nicht.
Bei Gewächshauskulturen im gewachsenen Boden gilt sie ebenfalls nicht, wenn durch eine gesteuerte Wasserzufuhr auf Basis von Bodenfeuchte- oder Einstrahlungsmessungen eine Auswaschung von Nährstoffen verhindert wird.
Bei Fragen zur Düngebedarfsermittlung Gemüse wenden Sie sich bitte an Ihren Erzeugerring oder an das für Sie zuständige Gartenbauzentrum am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Weitere Informationen zur Düngebedarfsplanung bei Gemüsekulturen sowie ein passendes Berechnungsprogramm finden Sie auf der Internetseite der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Externer Link

Trauben
Bei Fragen zur Düngebedarfsermittlung bei Trauben wenden Sie sich bitte an den Weinbauring Franken e.V. oder an das Institut für Weinbau und Önologie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Kitzingen.

Weitere Informationen zur Düngebedarfsermittlung bei Rebenanbau Externer Link

Heil- und Gewürzpflanzen
Die Feldkulturen der Arznei-, Tee-, Gewürz- und Kosmetikpflanzen (kurz: Arznei- und Gewürzpflanzen) müssen wie alle anderen Feldfrüchte gedüngt werden. Die Düngung entsprechend des Bedarfs und des Entzugs der Pflanzen entspricht der bisherigen guten fachlichen Praxis. Die Kulturen der Arznei- und Gewürzpflanzen werden in Bayern den Ackerkulturen zugeordnet. Für die Düngebedarfsermittlung dieser Kulturen stehen die erforderlichen Basisdaten und ein Excelprogramm zur Verfügung.

Weitere Informationen zur Düngebedarfsermittlung bei Heil- und Gewürzpflanzen Externer Link

2. Regelungen zur Ausbringung, Stand: 01.05.2020

Bei der Düngung sind die Ausbringverbote aufgrund des Bodenzustands und die Abstandsregelungen zu Gewässern zu beachten. Zudem ist eine Ausbringung von organischen Düngemitteln nur mit einer zugelassenen Gerätetechnik und unter Einhaltung der Einarbeitungszeit möglich.
Aufbringungsverbote aufgrund des Bodenzustands (DüV § 5 (1)
Auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten Böden ist das Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln untersagt.
Davon abweichend dürfen jedoch Kalkdünger mit einem Gehalt von weniger als 2 % Phosphat auf gefrorenen Boden aufgebracht werden, soweit keine Abschwemmgefahr in oberirdische Gewässer oder auf benachbarte Flächen besteht.
Bei schneebedecktem Boden ist, unabhängig von der Schneehöhe, eine Düngung generell verboten.
Abstand zu Oberflächengewässern (DüV § 5 (2)+(3))
Bei der Düngung sind ein direkter Eintrag und ein Abschwemmen von Nährstoffen in Gewässer zu vermeiden. Aus diesem Grund gibt die Düngeverordnung Mindestabstände zu Oberflächengewässern vor. Die Mindestabstände gelten für die Ausbringung von stickstoff- und phosphathaltigen mineralischen und organischen Düngemitteln.
Die Breite des düngefreien Streifens zwischen Böschungsoberkante des oberirdischen Gewässers und Düngerausbringfläche hängt von der Geländeneigung und Ausbringtechnik ab sowie von der Gebietskulisse (rote/grüne Fläche).

Gewässerabstände in Abhängigkeit von der Neigung der grünen Fläche

Abbildung 1: Abstand zu Oberflächengewässer bei der Düngung "grüner" Flächen (AL/GL) in Abhängigkeit von der Hangneigung
Hangneigung < 5 %
Bei Flächen, die weniger als 5 % Neigung aufweisen, ist bei der Ausbringung ein Abstand von 4 Metern zur Böschungsoberkante einzuhalten (Abb. 1). Dieser Abstand kann auf einen Meter reduziert werden, wenn Geräte benutzt werden, bei denen die Arbeitsbreite gleich der Streubreite ist. Bei der Ausbringung von flüssigem Wirtschaftsdünger trifft das für jede Technik zu, die die Gülle streifenförmig auf dem Boden ausbringt. Bei der Ausbringung von Mineraldünger ist das für Mineraldüngerstreuer mit einer Grenzstreueinrichtung der Fall.
Das Aufbringen von Düngemitteln innerhalb des letzten Meters zur Böschungsoberkante ist verboten. Es darf kein Dünger in dem 1 m Streifen liegen.
Hangneigung von 5 % bis < 10 %
Bei Acker- und Grünlandflächen, die in den ersten 20 Metern zur Böschungsoberkante durchschnittlich eine Hangneigung von 5 % bis < 10 % aufweisen, darf in den ersten drei Metern zur Böschungsoberkante kein Dünger ausgebracht werden. Es darf kein Dünger in dem 3 m Streifen liegen. Im Abstand von 3 bis 20 Meter ist auf Ackerflächen eine Düngung nur mit zusätzlichen Anforderungen erlaubt (siehe Abbildung 1).

In Anschluss an den düngerfreien Streifen ist auf Ackerflächen mit 5 % Neigung oder mehr eine Düngung nur unter folgenden Bedingungen erlaubt:

  • Auf unbestellten Ackerflächen wird der Dünger sofort eingearbeitet.
  • Auf bestellten Ackerflächen mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr, ist eine entwickelte Untersaat vorhanden oder der Dünger wird sofort eingearbeitet.
  • Auf bestellten Ackerflächen ohne Reihenkultur ist eine hinreichende Bestandsentwicklung vorhanden.
  • Auf der bestellten Ackerflächen wurde ein Mulch- oder Direktsaatverfahren angewendet.
Hangneigung von 10 % bis < 15 %
Bei Acker- und Grünlandflächen, die in den ersten 20 Metern zur Böschungsoberkante durchschnittlich eine Hangneigung von 10 % bis < 15 % aufweisen, darf in den ersten fünf Metern zur Böschungsoberkante kein Dünger ausgebracht werden. Es darf kein Dünger in dem 5 m Streifen liegen.
Je Düngegabe dürfen max. 80 kg N/ha ausgebracht werden. Im Abstand von 5 bis 20 Meter ist auf Ackerflächen eine Düngung nur mit zusätzlichen Anforderungen erlaubt (siehe Abbildung).
Hangneigung > 15 %
Bei Acker- und Grünlandflächen, die in den ersten 30 Metern zur Böschungsoberkante durchschnittlich eine Hangneigung 15 % und mehr aufweisen, darf in den ersten 10 Metern zur Böschungsoberkante kein Dünger ausgebracht werden. Es darf kein Dünger in dem 10 m Streifen liegen.
Je Düngegabe dürfen max. 80 kg N/ha ausgebracht werden. Im Abstand von 10 bis 30 Meter ist auf Ackerflächen eine Düngung nur mit zusätzlichen Anforderungen erlaubt (siehe Abbildung).
Einarbeitungsfrist von organischen Düngemitteln (DüV § 6 (1)+(2))
Organische Düngemittel, die einen Trockensubstanzgehalt von über 2 % und einen wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff besitzen, müssen unverzüglich nach ihrer Ausbringung eingearbeitet werden. Dies trifft zum Beispiel auf Gülle und Biogasgärrest (fest und flüssig) zu.
Nach Beginn des Aufbringens muss die Einarbeitung spätestens nach vier Stunden erfolgen. Ab 2025 muss die Einarbeitung innerhalb einer Stunde erfolgen.

Von der Einarbeitungsfrist befreit sind folgende Düngemittel:

  • Festmist von Huftieren oder Klauentieren,
  • Kompost,
  • organische oder organisch-mineralische Düngemittel mit einem festgestellten TS-Gehalt von weniger als 2 %.
Harnstoff
Harnstoff ohne Ureasehemmer darf ab 2020 nur noch auf unbestelltes Ackerland ausgebracht werden und muss unverzüglich (4 Stunden) eingearbeitet werden. Auf bestellten Flächen darf nur noch Harnstoff mit Ureasehemmer verwendet werden.
Gerätetechnik (DüV § 6 (3))
Entscheidungsschema zur bodennahe Ausbringung flüssiger organischer DüngerZoombild vorhanden

Entscheidungsschema zur Gerätetechnik

Ab 2020 müssen flüssige organische Düngemittel, die einen wesentlichen Gehalt an verfügbarem Stickstoff haben (z. B. Gülle), auf bestelltes Ackerland streifenförmig aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden. Für Grünland oder mehrschnittigen Feldfutterbau gelten die Vorgaben ab 2025.

Bodennahe Gülleausbringung - ab jetzt gilt's (BLW, 210 Jg. (2020), Heft 06, Seite 44) mit Entscheidungsschema pdf 309 KB

Ausnahmen für Grünland (streifenförmige Ablage nicht notwendig)
Wenn Grünland in mehr als 30 % der Fläche (FID) eine Hangneigung > 20 % aufweist, ist die Fläche von der bodennahen Ausbringung befreit.

Der Einsatz von Hochdruckseitenverteilern ist nur auf Grünland mit einer Hangneigung von mehr als 35 % erlaubt, wenn gleichzeitig folgende Bedingungen zutreffen:

  • maximal 2 Gaben pro Jahr,
  • maximal 5 % TS,
  • Abstandsauflage von 10 m zur Böschungsoberkante von Gewässern.
Ausnahmen für kleine Betriebe (streifenförmige Ablage nicht notwendig)
Betriebe mit weniger als 15 ha landwirtschaftliche genutzte Fläche sind von der bodennahen Ausbringung befreit. Bei der Grenze < 15 ha landwirtschaftliche genutzte Fläche bleiben folgende Flächen unberücksichtigt (DüV § 10 (3) 1 und 2):
  • Flächen, auf denen nur Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen angebaut werden, Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen, nicht im Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- oder Obstbaus sowie Flächen, die der Erzeugung schnellwüchsiger Forstgehölze zur energetischen Nutzung dienen,
  • Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung bei einem jährlichen Stickstoffanfall (Stickstoffausscheidung) an Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft von bis zu 100 Kilogramm Stickstoff je Hektar, wenn keine zusätzliche Stickstoffdüngung erfolgt,
  • Grünlandflächen mit einer Hangneigung > 20 % auf mehr als 30 % der Fläche.

Bilder schneebedeckter und nicht schneebedeckter Flächen, Stand: 26.03.2019

3. Obergrenze 170 kg N/ha und Jahr (DüV § 6 (4) – (7)), Stand: 01.05.2020

Über organische Düngemittel aller Art darf im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Fläche eines Betriebes maximal 170 kg Stickstoff je Hektar ausgebracht werden.
Regelungen zur 170 kg N/ha - Grenze
Nach Düngeverordnung sind bei der Berechnung der 170 kg Grenze alle organischen Düngemittel (auch Biogasgärreste, Kompost, Klärschlamm etc.) zu berücksichtigen. Mineraldünger, die in organische Dünger eingemischt werden, müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Bei Kompost darf die ausgebrachte Menge auf 3 Jahre verteilt werden.

Ab 01.01.2021 sind folgende Flächen von der landwirtschaftlichen Fläche abzuziehen:

  • Flächen, die nicht gedüngt und nicht genutzt werden
  • Flächen, auf denen die Aufbringung von stickstoffhaltigen Düngern, einschließlich Wirtschaftsdüngern, nach anderen als düngerechtlichen Vorschriften oder vertraglich verboten ist (z.B. WSG Zone II, AUM und VNP)
Für das Kalenderjahr 2020 (01.01. bis 31.12.) erfolgt die Berechnung noch nach den Vorgaben der „alten“ Düngeverordnung.
Ab 2021 müssen bei der Berechnung der 170 kg Grenze die Vorgaben der "neuen" Düngeverordnung berücksichtigt werden.

4. Sperrfristen – in diesen Zeiträumen ist eine Düngerausbringung verboten, (DüV § 6 (8) + (9)), Stand: 01.05.2020

Das Düngen von Acker- und Grünland ist nur in bestimmten Zeiträumen und zu bestimmten Kulturen erlaubt. In den sogenannten Sperrfristen ist das Düngen verboten.
Allgemeine Übersicht zu den Sperrfristen
Die Sperrfristen gelten für alle Dünger, die einen wesentlichen Gehalt an Stickstoff (> 1,5 % N in der TM) enthalten. Dies betrifft also nicht nur die organischen Dünger wie z. B. Gülle und Mist oder Klärschlamm, sondern auch die mineralischen Dünger.
Gemüse
Für Feldgemüse ist die Sperrfrist von 1. Dezember bis 31. Januar.
Festmist und Kompost
Nur für Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost ist die Sperrfrist für alle Flächen von 1. Dezember bis zum 15. Januar. Für alle anderen Düngemittel, z. B. Geflügelfestmist, gilt diese Regelung nicht.
Phosphat-Dünger
In der Zeit vom 1. Dezember bis zum Ablauf des 15. Januar dürfen Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Phosphat (> 0,5% Phosphat in der TM) auf keiner Fläche aufgebracht werden.
Sperrfrist im Ackerland

Auf Ackerland beginnt die Sperrfrist generell nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert bis einschließlich 31. Januar. Hauptfrucht ist grundsätzlich die Frucht, die im Mehrfachantrag angegeben ist. Es kann jedoch auch eine Kultur sein, die vor dem 1. August gesät wurde und noch im Ansaatjahr geerntet wird (z. B. Ackergras nach Getreidevorfrucht). Folgende Ausnahmen gibt es (wenn ein Düngebedarf gegeben ist):

  • Zu Zwischenfrüchten und Winterraps dürfen bis zu 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis 15. September erfolgt.
  • Zu Wintergerste nach einer Getreidevorfrucht dürfen bis zu 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis 30. September erfolgt.
  • Mehrjähriger Feldfutterbau hat die gleiche Sperrfrist wie Grünland, wenn die Aussaat bzw. Ernte der Deckfrucht vor 15. Mai stattgefunden hat.
Eine Verschiebung der Sperrfrist auf Ackerland ist nicht möglich.
Sperrfristen im Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau
Die Sperrfrist für Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau beginnt am 1. November und dauert bis einschließlich 31. Januar.
Definition mehrjähriger Feldfutterbau: Saat vor 15. Mai und mindestens zwei Hauptnutzungsjahre (nach Mehrfachantrag).
Ab 1. September bis zum Sperrfristbeginn dürfen max. 80 kg N/ha ausgebracht werden.
Verschiebung der Sperrfrist auf Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau:
Die Sperrfrist für Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau kann um 2 oder 4 Wochen nach hinten verschoben werden. Die Dauer der Sperrfrist von drei Monaten bleibt dabei unverändert.
Sperrfrist bei 2 Wochen-Verschiebung: 15. November bis einschließlich 14. Februar
Sperrfrist bei 4 Wochen-Verschiebung: 29. November bis einschließlich 28. Februar
Die Vorgehensweise der Verschiebung ist wie folgt:
Die Verschiebung muss jährlich vom BBV-Kreisverband für den jeweiligen Landkreis beim zuständigen Fachzentrum für Agrarökologie beantragt werden. Das zuständige Fachzentrum für Agrarökologie entscheidet über die Verschiebung und den Verschiebungszeitraum nach regionaltypischen Gegebenheiten. Insbesondere Witterung oder Beginn und Ende des Pflanzenwachstums sowie Ziele des Boden- und des Gewässerschutzes werden dabei herangezogen.

5. Nährstoffvergleich (DüV §§ 8 und 9), Stand: 01.05.2020

Im Nährstoffvergleich werden die Nährstoffströme eines Betriebs dargestellt. Die Erstellung eines Nährstoffvergleichs ist nicht mehr Inhalt der Düngeverordnung.
Im Hinblick auf die Stoffstrombilanz empfiehlt sich für alle Betriebe, die Nährstoffe jährlich zu bilanzieren. Die Erstellung der Stoffstrombilanz ist schon jetzt für bestimmte Betriebe Pflicht.

Nährstoffbilanzen und Zugang zum Programm „Nährstoffbilanz Bayern“

Schema

Übersicht zur den verschiedenen Bilanztypen

Bild in höherer Auflösung

6. Lagerkapazität (DüV § 12), Stand: 01.05.2020

Wirtschaftsdünger und Gärreste müssen über festgesetzte Zeiten gelagert werden können. Der Betrieb benötigt dazu nachweisbar eine entsprechend große und ordnungsgemäße Lagerkapazität. Falls die notwendige Lagerkapazität im eigenen Betrieb nicht vorhanden ist, können Lagerstätten durch schriftliche vertragliche Vereinbarungen gepachtet und nachgewiesen werden.

Die entsprechenden Berechnungsprogramme für die Berechnung der Lagerkapazität von Gülle, Jauche und Festmist stehen zur Verfügung.

Lagerkapazitäten ab 2020 Frühjahr

Mögliche Vereinbarungen:

  • Zugepachteter Lagerraum wird anerkannt, wenn ein gültiger schriftlicher Vertrag vorliegt, aus dem zumindest das Volumen des gepachteten Lagerraums und die Vertragslaufzeit hervorgehen. Der Pächter muss ganzjährig über den zugepachteten Lagerraum verfügen können und die Entfernung zwischen dem angepachteten Lagerraum und der Anfallstätte des Wirtschaftsdüngers muss noch betriebswirtschaftlich sinnvoll sein.
  • Abnahmeverträge für Gülle, Jauche oder Festmist sind möglich, wenn sichergestellt ist, dass die im aufnehmenden Betrieb vorhandene Lagerkapazität für eine sechsmonatige Lagerung der eigenen und aufgenommenen Wirtschaftsdünger ausreicht. Die Abnahmeverträge für Gülle, Jauche oder Festmist werden anerkannt, wenn zusätzlich ein gültiger "Vertrag über Lagerraum von Wirtschaftsdünger" vorgewiesen werden kann.
Für Tiere, die im Zeitraum von 1. Oktober bis 1. April des Folgejahres nicht im Stall stehen, fällt (zeitweise) kein flüssiger Wirtschaftsdünger an.

6 Monate Lagerkapazität für flüssige Wirtschaftsdünger und flüssige und feste Gärreste

Flüssige Wirtschaftsdünger und flüssige und feste Gärreste benötigen 6 Monate Lagerkapazität. Das Fassungsvermögen des Lagerraums berechnet sich zum einen aus dem Anfall an flüssigen Wirtschaftsdünger bzw. festen und flüssigen Gärresten, zum anderen aus den anfallenden Mengen an Silagesickersäften und Niederschlagswasser, soweit diese in die Lagerstätte eingeleitet werden.

2 Monate Lagerkapazität für Festmist von Huf- und Klauentiere

Betriebe mit Festmist müssen für Festmist eine Lagerkapazität von mindestens 2 Monat nachweisen können.
Eine Feldrandlagerung von Festmist von Huf- und Klauentieren ist weiterhin möglich, wird jedoch nicht als Lagerkapazität anerkannt.
Leere Siloanlagen und Festmistställe können, wenn sie die Voraussetzungen einer gesicherten Lagerung erfüllen, für Festmist, feste Gärreste und Komposte verwendet werden.

9 Monate Lagerkapazität

Betriebe mit mehr als 3 GV/ha oder ohne eigene Ausbringflächen müssen ab 2020 für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste (flüssig und fest) 9 Monate Lagerkapazitäten nachweisen.
Bei gewerblichen Biogasanlagen, bei denen die Verfügungsberechtigten über eigene Ausbringflächen verfügen, werden diese bei der Berechnung der Lagerkapazitäten berücksichtigt. Wenn eine Anlage z. B. 50 % des anfallenden Gärrestes auf eigenen Flächen verwerten kann, sind dafür nur 6 Monate Lagerkapazität notwendig. Für den Gesamtbetrieb würden sich somit 7,5 Monate Lagerraum ergeben
Definition eigene Aufbringungsflächen:
Zu den Aufbringungsflächen zählen die Flächen im Mehrfachantrag und Flächen von anderen Betrieben, die vertraglich gesichert zur Ausbringung von Gärresten und flüssigen Wirtschaftsdüngern bereit gestellt werden.

7. Aufzeichnung der Düngemaßnahmen (DüV § 10 (2)), Stand: 01.05.2020

Innerhalb von zwei Tagen müssen erfolgte Düngemaßnahmen aufgezeichnet werden. Die Dokumentation der Düngung erfolgt für jeden gedüngten Schlag/ jede Bewirtschaftungseinheit. Die Aufzeichnungen umfassen neben der Schlagbezeichnung und der Schlaggröße die Düngerart, die Ausbringmenge und die Gesamtmenge des ausgebrachten Stickstoffs und des Phosphats. Bei Weidehaltung ist die Zahl der Weidetage sowie die Art und Zahl der Tiere nach Abschluss der Weidehaltung aufzuzeichnen.

Zur Aufzeichnung der Düngergaben stehen Formblätter zur Verfügung:

Die aufgebrachten Nährstoffmengen sind bis zum Ablauf des 31. März des der Aufbringung folgenden Kalenderjahres zu einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des Nährstoffeinsatzes zusammenzufassen. Die gebildete jährliche Gesamtsumme der ausgebrachten Nährstoffe im Betrieb wird der Summe der geplanten Düngung gegenübergestellt.

Betriebe, die von der Aufzeichnungspflicht der Düngemaßnahmen befreit sind:

  • Betriebe, die weniger als 15 ha bewirtschaften und weniger als 2 ha Sonderkulturen (Gemüse, Hopfen, Wein, Erdbeeren) und weniger als 750 kg N-Ausscheidung haben und keinen Wirtschaftsdünger oder Biogasgärrest aufnehmen sowie
  • Betriebe, die auf keinem Schlag wesentliche Nährstoffmengen an Stickstoff oder/und Phosphat (mehr als 50 kg Stickstoff oder 30 kg Phosphat je ha und Jahr) ausbringen.

8. Länderregelung (DüV § 13 und § 13 a) – Rote Gebiete, Stand: 01.05.2020

Durch die Düngeverordnung werden die Landesregierungen verpflichtet, in Gebieten mit einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers (sogenannte "rote Gebiete") per Landesverordnung Auflagen bei der Düngung zu erlassen. Betriebe in wenig belasteten Gebieten (sogenannte "grüne Gebiete") können im Gegenzug Erleichterungen erhalten. Bayern ist dieser Verpflichtung mit der "Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV)" nachgekommen.
Abstand zu Oberflächengewässer bei der Düngung "roter" FlächenZoombild vorhanden

Gewässerabstand bei roten Flächen

Neue zusätzliche Vorgaben für die roten Gebiete gelten ab 01.01.2021. Diese werden mit einer neuen Ausführungsverordnung Düngeverordnung Ende 2020 ausgewiesen. Dann ändern sich unter Umständen auch die roten Gebiete.

Ausführungsverordnung DüV – Rote Gebiete, grüne Gebiete