Erläuterungen zur Düngeverordnung

Die folgenden Ausführungen erläutern die „Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen“. Die Verordnung wird kurz „Düngeverordnung“ bzw. „DüV“ genannt.
Für weitere Auskünfte stehen Ihnen die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gerne und kompetent zur Verfügung.

1. Düngeplanung (DÜV § 3 (2) und § 4), Stand: 17.01.2018

Vor der ersten Düngung von Ackerland und Grünland muss der Stickstoff- und Phosphatbedarf des Pflanzenbestands, der auf der Fläche steht/stehen wird, ermittelt werden. Diese Düngebedarfsermittlung muss für jede Kultur und für jeden Schlag bzw. Bewirtschaftungseinheit schriftlich durchgeführt werden.
Allgemeines zur Düngebedarfsermittlung
Die Düngebedarfsermittlung muss schriftlich nach einem vorgegebenen Schema erfolgen. Der Stickstoffdüngebedarf ist die Nährstoffmenge, die den Nährstoffbedarf einer Kultur nach Abzug sonstiger verfügbarer Nährstoffmengen und unter Berücksichtigung der Nährstoffversorgung des Bodens abdeckt. Der berechnete Stickstoffdüngebedarf ist die standortbezogene Obergrenze, die für die Kultur während der gesamten Vegetation gilt. Der Bedarf darf auf Teilgaben aufgeteilt und ausgebracht werden.
Die schriftliche Düngebedarfsermittlung ist aufzubewahren und im Falle einer Betriebskontrolle vorzuweisen. Bei der Durchführung der Düngung darf der ermittelte Düngebedarf in der Gesamtsumme (Summe der Teilgaben) grundsätzlich nicht überschritten werden.
Von der Düngebedarfsermittlung ausgenommen sind Betriebe, die weniger als 15 ha bewirtschaften und weniger als 2 ha Sonderkulturen und weniger als 750 kg N-Ausscheidung haben und keinen organischen Dünger aufnehmen sowie Betriebe, die auf keinem Schlag wesentliche Nährstoffmengen an Stickstoff oder/und Phosphat (mehr als 50 kg Stickstoff oder 30 kg Phosphat je ha und Jahr) ausbringen.

Für die folgenden Flächen muss keine Düngebedarfsermittlung gerechnet werden:

  • keine Düngung von wesentlichen Nährstoffmengen an Stickstoff und Phosphat (mehr als 50 kg Stickstoff oder 30 kg Phosphat je ha und Jahr)
  • Flächen mit ausschließlich Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen
  • Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen
  • nicht in Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- oder Obstbaus
  • Flächen mit schnellwüchsigen Forstgehölzen zur energetischen Nutzung sowie
  • reine Weideflächen, die jährlich nur über die tierischen Ausscheidungen mit maximal 100 kg Stickstoff je Hektar gedüngt werden.
GrafikZoombild vorhanden

Welche Düngebedarfsermittlung ist die richtige?

Bei der Düngebedarfsermittlung für Phosphat sind zusätzlich Schläge < 1 ha ausgenommen.
Welche Düngebedarfsermittlung für welche Kultur gilt, ist der Abbildung zu entnehmen.
Düngebedarfsermittlung Acker
Die „Düngebedarfsermittlung Acker“ (ohne mehrschnittigem Feldfutterbau) erfolgt für Hauptfrüchte (Frucht im Mehrfachantrag).
Das Berechnungsschema zur Stickstoffbedarfsermittlung (siehe Gelbes Heft) entspricht in wesentlichen Punkten dem bisherigen Düngeberatungssystems Stickstoff (DSN). Für die Berechnung ist ein Nmin Wert notwendig. Dieser kann durch eigene Untersuchungen gemessen oder den Veröffentlichungen im Wochenblatt oder Internet entnommen werden.
Im Gegensatz zur Stickstoffdüngung muss bei Phosphat nicht jeder Frucht zeitnah die Düngemenge gegeben werden, die sie entzieht. Es ist ausreichend, die Nährstoffabfuhr über die Fruchtfolge zu ersetzen. Die Düngebedarfsermittlung für Phosphat kann deshalb über eine Fruchtfolge von maximal 3 Jahren erfolgen.
Düngebedarfsermittlung Zweifrucht
Eine „Düngebedarfsermittlung Zweitfrüchte“ erfolgt z. B. für Winterroggen vor Silomais oder Weidelgras nach Wintergerste. Zweitfrüchte sind Kulturen, die vor dem 01.08. gesät und bis 31.12. geerntet werden oder im Herbst gesäte Kulturen, deren Ernte im darauffolgenden Frühjahr stattfindet.
Für die Berechnung ist ein Nmin Wert notwendig. Dieser kann durch eigene Untersuchungen gemessen oder den Veröffentlichungen im Internet entnommen werden.
Düngebedarfsermittlung Zwischenfrucht
Für eine Zwischenfrucht ist die Ermittlung des Düngebedarfs nicht vorgeschrieben.
Düngebedarfsermittlung mehrschnittiger Feldfutterbau
Mehrschnittigem Feldfutterbau ist der ein-, über- oder mehrjährige Anbau von Feldfutter auf Ackerflächen, der mehr als einmal im Jahr geschnitten wird (AL-Status). Bei dieser Bedarfsermittlung ist kein Nmin nötig.
Wird Feldfutter als Zweitfrucht (Saat vor 01.08. und Ernte bis 31.12. oder Saat im Herbst und Ernte im Frühjahr) angebaut, ist die „Düngebedarfsermittlung Zweitfrucht“ nötig.
Düngebedarfsermittlung Grünland
Die Düngebedarfsermittlung für Dauergrünland gilt für Dauergrünlandflächen (DG-Status). Bei dieser Bedarfsermittlung ist kein Nmin nötig.
Düngebedarfsermittlung Gemüse
Betriebe mit mehr als 2 Hektar Gemüse und Erdbeeren sind zu einer schriftlichen Stickstoffdüngebedarfsermittlung verpflichtet.
Für geschlossene oder bodenunabhängige Kulturverfahren gilt die DüV nicht.
Bei Gewächshauskulturen im gewachsenen Boden gilt sie ebenfalls nicht, wenn durch eine gesteuerte Wasserzufuhr auf Basis von Bodenfeuchte- oder Einstrahlungsmessungen eine Auswaschung von Nährstoffen verhindert wird.
Bei Fragen zur Düngebedarfsermittlung Gemüse wenden Sie sich bitte an Ihren Erzeugerring oder an das für Sie zuständige Gartenbauzentrum am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Informationen zur Düngebedarfsplanung bei Gemüsekulturen sowie ein passendes Berechnungsprogramm Externer Link

Düngebedarfsermittlung Trauben
Für Trauben wird noch ein Berechnungsschema bekannt geben.
Düngebedarfsermittlung Heil- und Gewürzpflanzen

Düngebedarfsermittlung Heil- und Gewürzpflanzen

Für Heil- und Gewürzpflanzen wird noch ein Berechnungsschema bekannt geben.

2. Regelungen zur Ausbringung, Stand: 17.01.2018

Bei der Düngung sind die Ausbringverbote aufgrund des Bodenzustands und die Abstandsregelungen zu Gewässern zu beachten. Zudem ist eine Ausbringung von organischen Düngemitteln nur mit einer zugelassenen Gerätetechnik und unter Einhaltung der Einarbeitungszeit möglich.
Aufbringungsverbote aufgrund des Bodenzustands (DüV § 5 (1)

Auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten Böden ist das Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln untersagt. Davon abweichend dürfen jedoch im Frühjahr auf gefrorenem Boden bis zu 60 kg/ha Gesamt-N gedüngt werden, wenn

  • der Boden tagsüber aufnahmefähig wird und
  • keine Abschwemmgefahr in oberirdische Gewässer oder benachbarte Flächen besteht und
  • der Boden durch Einsaat einer Winterkultur oder von Zwischenfrüchten im Herbst eine „grüne“ Pflanzendecke trägt oder es sich um Grünland oder Dauergrünland handelt.
Bei schneebedecktem Boden ist, unabhängig von der Schneehöhe, eine Düngung generell verboten.
Abstand zu Oberflächengewässern (DüV § 5 (2)+(3))
Bei der Düngung sind ein direkter Eintrag und ein Abschwemmen von Nährstoffen in Gewässer zu vermeiden. Aus diesem Grund gibt die Düngeverordnung Mindestabstände zu Oberflächengewässern vor. Die Mindestabstände gelten für die Ausbringung von stickstoff- und phosphathaltigen mineralischen und organischen Düngemitteln.
Die Breite des düngefreien Streifens zwischen Böschungsoberkante des oberirdischen Gewässers und Düngerausbringfläche hängt von der Geländeneigung und Ausbringtechnik ab.
Bei Flächen, die weniger als 10 % Neigung aufweisen, ist bei der Ausbringung ein Abstand von 4 Metern zur Böschungsoberkante einzuhalten (Abb. 1).

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Abbildung 1: Abstand zu Oberflächengewässer bei Flächen mit einer Neigung < 10 %
Dieser Abstand kann auf einen Meter reduziert werden, wenn Geräte benutzt werden, bei denen die Arbeitsbreite gleich der Streubreite ist. Bei der Ausbringung von flüssigem Wirtschaftsdünger trifft das für jede Technik zu, die die Gülle streifenförmig auf dem Boden ausbringt. Bei der Ausbringung von Mineraldünger ist das für Mineraldüngerstreuer mit einer Grenzstreueinrichtung der Fall.
Das Aufbringen von Düngemitteln innerhalb des letzten Meters zur Böschungsoberkante ist verboten. Es darf kein Dünger in dem 1 m Streifen liegen.
Bei Acker- und Grünlandflächen, die in den ersten 20 Metern zur Böschungsoberkante durchschnittlich eine Hangneigung von 10 % oder mehr aufweisen, darf in den ersten fünf Metern zur Böschungsoberkante kein Dünger ausgebracht werden. Es darf kein Dünger in dem 5 m Streifen liegen.

In den weiteren 15 Metern ist auf Ackerflächen eine Düngung nur unter folgenden Bedingungen erlaubt:

  • Auf unbestellten Ackerflächen wird der Dünger sofort eingearbeitet.
  • Auf bestellten Ackerflächen mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr, ist eine entwickelte Untersaat vorhanden oder der Dünger wird sofort eingearbeitet.
  • Auf bestellten Ackerflächen ohne Reihenkultur ist eine hinreichende Bestandsentwicklung vorhanden.
  • Auf der bestellten Ackerflächen wurde ein Mulch- oder Direktsaatverfahren angewendet.

Grafik

Abbildung 2: Abstandsbreite zu Gewässer, wenn die Hangneigung der Fläche größer gleich 10 %
Einarbeitungsfrist von organischen Düngemitteln (DüV § 6 (1)+(2))
Organische Düngemittel, die einen Trockensubstanzgehalt von über 2 % und einen wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff besitzen, müssen unverzüglich nach ihrer Ausbringung eingearbeitet werden. Dies trifft zum Beispiel auf Gülle und Biogasgärrest (fest und flüssig) zu.
Nach Beginn des Aufbringens muss die Einarbeitung spätestens nach vier Stunden erfolgen.

Von der Einarbeitungsfrist befreit sind folgende Düngemittel:

  • Festmist von Huftieren oder Klauentieren,
  • Kompost,
  • organische oder organisch-mineralische Düngemittel mit einem festgestellten TS-Gehalt von weniger als 2 %.
Harnstoff
Harnstoff ohne Ureasehemmer darf ab 2020 nur noch auf unbestelltes Ackerland ausgebracht werden und muss unverzüglich (4 Stunden) eingearbeitet werden. Auf bestellten Flächen darf nur noch Harnstoff mit Ureasehemmer verwendet werden.
Gerätetechnik (DüV § 6 (3))
Ab 2020 müssen flüssige organische Düngemittel, die einen wesentlichen Gehalt an verfügbarem Stickstoff haben (z. B. Gülle), auf bestelltes Ackerland streifenförmig aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden. Für Grünland oder mehrschnittigen Feldfutterbau gelten die Vorgaben ab 2025.
Ausnahmen für Grünland und mehrjährigem Feldfutterbau (streifenförmige Ablage nicht notwendig)
Wenn Grünland in mehr als 30 % der Fläche (FID) eine Hangneigung > 20 % aufweist, ist die Fläche von der bodennahen Ausbringung befreit.

Der Einsatz von Hochdruckseitenverteilern ist nur auf Grünland mit einer Hangneigung von mehr als 35 % erlaubt, wenn gleichzeitig folgende Bedingungen zutreffen:

  • maximal 2 Gaben pro Jahr,
  • maximal 5 % TS,
  • Abstandsauflage von 10 m zur Böschungsoberkante von Gewässern.
Ausnahmen für kleine Betriebe (streifenförmige Ablage nicht notwendig)
Betriebe mit weniger als 15 ha landwirtschaftliche genutzte Fläche sind von der bodennahen Ausbringung befreit. Bei der Grenze < 15 ha landwirtschaftliche genutzte Fläche bleiben folgende Flächen unberücksichtigt (DüV § 8 (6) 1 und 2):
  • Flächen, auf denen nur Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen angebaut werden, Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen, nicht im Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- oder Obstbaus sowie Flächen, die der Erzeugung schnellwüchsiger Forstgehölze zur energetischen Nutzung dienen,
  • Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung bei einem jährlichen Stickstoffanfall (Stickstoffausscheidung) an Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft von bis zu 100 Kilogramm Stickstoff je Hektar, wenn keine zusätzliche Stickstoffdüngung erfolgt,
  • Grünlandflächen mit einer Hangneigung > 20 % auf mehr als 30 % der Fläche.
Sonstige Ausnahmen:
Flächen mit Baumobst sind von der streifenförmigen Ausbringung befreit.

3. Obergrenze 170 kg N/ha und Jahr (DüV § 6 (4) – (7)), Stand: 17.01.2018

Über organische Düngemittel aller Art darf im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Fläche eines Betriebes maximal 170 kg Stickstoff je Hektar ausgebracht werden.
Regelungen zur 170 kg N/ha - Grenze

Nach „neuer“ Düngeverordnung sind bei der Berechnung der 170 kg Grenze alle organischen Düngemittel (auch Biogasgärreste, Kompost, Klärschlamm etc.) zu berücksichtigen. Mineraldünger, die in organische Dünger eingemischt werden, müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Bei Kompost darf die ausgebrachte Menge auf 3 Jahre verteilt werden. Für das Kalenderjahr 2017 (01.01. bis 31.12.) erfolgt die Berechnung noch nach den Vorgaben der „alten“ Düngeverordnung.   Mehr

Ab 2018 müssen bei der Berechnung der 170 kg Grenze die Vorgaben der "neuen" Düngeverordnung berücksichtigt werden.
Vorsicht:
Bei Schweinen hat sich die Verlustanrechnung der Stall- und Lagerverluste geändert. Bisher durften bei Haltung auf Gülle 30 % Verluste abgezogen werden, jetzt nur noch 20 %. Dadurch reduziert sich die mögliche Anzahl an Schweinen, die je Hektar gehalten werden dürfen. Wenn ein Betrieb bereits jetzt nahe an der 170 kg Grenze war, sollte er möglichst bald Berechnungen nach der neuen Düngeverordnung durchführen.

4. Sperrfristen – in diesen Zeiträumen ist eine Düngerausbringung verboten, (DüV § 6 (8) + (9)), Stand: 17.01.2018

Das Düngen von Acker- und Grünland ist nur in bestimmten Zeiträumen und zu bestimmten Kulturen erlaubt. In den sogenannten Sperrfristen ist das Düngen verboten.
Allgemeine Übersicht zu den Sperrfristen
Die Sperrfristen gelten für alle Dünger, die einen wesentlichen Gehalt an Stickstoff (> 1,5 % N in der TM) enthalten. Dies betrifft also nicht nur die organischen Dünger wie z. B. Gülle und Mist oder Klärschlamm, sondern auch die mineralischen Dünger.

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Abbildung: Sperrfristen für die Ausbringung von Düngemitteln
Gemüse
Für Feldgemüse ist die Sperrfrist von 1. Dezember bis 31. Januar.
Festmist und Kompost
Nur für Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost ist die Sperrfrist für alle Flächen von 15. Dezember bis zum 15. Januar. Für alle anderen Düngemittel, z. B. Geflügelfestmist, gilt diese Regelung nicht.
Sperrfrist im Ackerland

Auf Ackerland beginnt die Sperrfrist generell nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert bis einschließlich 31. Januar. Hauptfrucht ist grundsätzlich die Frucht, die im Mehrfachantrag angegeben ist. Es kann jedoch auch eine Kultur sein, die vor dem 1. August gesät wurde und noch im Ansaatjahr geerntet wird (z. B. Ackergras nach Getreidevorfrucht). Folgende Ausnahmen gibt es (wenn ein Düngebedarf gegeben ist):

  • Zu Zwischenfrüchten und Winterraps dürfen bis zu 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis 15. September erfolgt.
  • Zu Wintergerste nach einer Getreidevorfrucht dürfen bis zu 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis Ende September erfolgt.
  • Mehrjähriger Feldfutterbau hat die gleiche Sperrfrist wie Grünland, wenn die Aussaat bzw. Ernte der Deckfrucht vor 15. Mai stattgefunden hat.
Eine Verschiebung der Sperrfrist auf Ackerland ist nicht möglich.
Sperrfristen im Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau
Die Sperrfrist für Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau beginnt am 1. November und dauert bis einschließlich 31. Januar.
Definition mehrjähriger Feldfutterbau: Saat vor 15. Mai und mindestens zwei Hauptnutzungsjahre (nach Mehrfachantrag).
Nach dem letzten Schnitt des Grünlands und mehrschnittigen Feldfutterbaus darf max. 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff gedüngt werden.
Verschiebung der Sperrfrist auf Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau
Die Sperrfrist für Grünland und mehrjährigen Feldfutterbau kann um 2 oder 4 Wochen nach hinten verschoben werden. Die Dauer der Sperrfrist von drei Monaten bleibt dabei unverändert.
Sperrfrist bei 2 Wochen-Verschiebung: 15. November bis einschließlich 14. Februar
Sperrfrist bei 4 Wochen-Verschiebung: 29. November bis einschließlich 28. Februar
Die Vorgehensweise der Verschiebung ist wie folgt:
Die Verschiebung muss jährlich vom BBV-Kreisverband für den jeweiligen Landkreis beim zuständigen Fachzentrum für Agrarökologie beantragt werden. Das zuständige Fachzentrum für Agrarökologie entscheidet über die Verschiebung und den Verschiebungszeitraum nach regionaltypischen Gegebenheiten. Insbesondere Witterung oder Beginn und Ende des Pflanzenwachstums sowie Ziele des Boden- und des Gewässerschutzes werden dabei herangezogen.

5. Nährstoffvergleich (DüV §§ 8 und 9), Stand: 17.01.2018

Im Nährstoffvergleich werden die Nährstoffströme eines Betriebs dargestellt.
Alle Betriebe, die wesentliche Nährstoffmengen ausbringen, müssen i. d. R. bis spätestens 31. März einen betrieblichen Nährstoffvergleich (Feld-Stall-Bilanz) für Stickstoff und Phosphat für das abgelaufene Düngejahr erstellen.
Ausgenommen sind Betriebe, die weniger als 15 ha bewirtschaften und weniger als 2 ha Sonderkulturen und weniger als 750 kg N-Ausscheidung haben und keinen organischen Dünger aufnehmen sowie Betriebe, die auf keinem Schlag wesentliche Nährstoffmengen an Stickstoff oder Phosphat ausbringen.

Für die folgenden Flächen muss kein Nährstoffvergleich gerechnet werden:

  • Flächen mit ausschließlich Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen
  • Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen
  • nicht in Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- oder Obstbaus
  • Flächen mit schnellwüchsigen Forstgehölzen zur energetischen Nutzung sowie
  • reine Weideflächen, die jährlich nur über die tierischen Ausscheidungen mit maximal 100 kg Stickstoff je Hektar gedüngt werden.

Hinweis:

  • Die erlaubten Bilanzüberschüsse werden ab 2018 bei Stickstoff auf 50 kg/ha/Jahr und bei Phosphat auf 10 kg/ha/Jahr gesenkt.
  • Ab 2018 müssen viehstarke Betriebe und manche Biogasbetriebe nach der Stoffstrombilanzverordnung eine Stoffstrombilanz rechnen.
Schema

Übersicht zur den verschiedenen Bilanztypen

Bild in höherer Auflösung

6. Lagerkapazität (DüV § 12), Stand: 16.02.2018

Wirtschaftsdünger und Gärreste müssen über festgesetzte Zeiten gelagert werden können. Der Betrieb benötigt dazu nachweisbar eine entsprechend große und ordnungsgemäße Lagerkapazität.
Falls die notwendige Lagerkapazität im eigenen Betrieb nicht vorhanden ist, können Lagerstätten durch schriftliche vertragliche Vereinbarungen gepachtet und nachgewiesen werden.
Lagerkapazität für flüssige Wirtschaftsdünger und flüssige und feste Gärreste (bis 2019)
Flüssige Wirtschaftsdünger und flüssige und feste Gärreste benötigen 6 Monate Lagerkapazität. Das Fassungsvermögen des Lagerraums berechnet sich zum einen aus dem Anfall an flüssigen Wirtschaftsdünger bzw. festen und flüssigen Gärresten, zum anderen aus den anfallenden Mengen an Silagesickersäften und Niederschlagswasser, soweit diese in die Lagerstätte eingeleitet werden.
  • Zugepachteter Lagerraum wird anerkannt, wenn ein gültiger schriftlicher Vertrag vorliegt, aus dem zumindest das Volumen des gepachteten Lagerraums und die Vertragslaufzeit hervorgehen. Der Pächter muss ganzjährig über den zugepachteten Lagerraum verfügen können und die Entfernung zwischen dem angepachteten Lagerraum und der Anfallstätte des Wirtschaftsdüngers muss noch betriebswirtschaftlich sinnvoll sein.
  • Abnahmeverträge für Gülle, Jauche oder Festmist werden anerkannt, wenn sichergestellt ist, dass die im aufnehmenden Betrieb vorhandene Lagerkapazität für eine sechsmonatige Lagerung der eigenen und aufgenommenen Wirtschaftsdünger ausreicht.
Für Tiere, die im Zeitraum von 1. Oktober bis 1. April des Folgejahres nicht im Stall stehen, fällt (zeitweise) kein flüssiger Wirtschaftsdünger an.
Die notwendige Lagerkapazität für Gülle und Jauche kann für tierhaltende Betriebe mit dem von der LfL bereitgestelltem Excelprogramm berechnet werden. Derzeit stehen nur die Programme bis zum Kalenderjahr (01.01. - 31.12.) 2017 zur Verfügung. Ab Frühjahr 2018 wird das Programm für das Kalenderjahr 2018 in Internet bereitgestellt.
Für flüssige und feste Gärreste wird ebenfalls ab Frühjahr 2018 ein Programm verfügbar sein.
Lagerkapazität für Festmist von Huf- und Klauentiere (bis 2019)
Betriebe mit Festmist müssen für Festmist eine Lagerkapazität von mindestens 1 Monat nachweisen können.
Für Festmist steht derzeit kein Berechnungsprogramm zur Lagerkapazität zur Verfügung. Ab Frühjahr 2018 wird von der LfL auch für Festmist ein Programm zur Berechnung der Lagerkapazität angeboten. Eine Feldrandlagerung ist weiterhin möglich, wird jedoch nicht als Lagerkapazität anerkannt.
Leere Siloanlagen und Festmistställe können, wenn sie die Voraussetzungen einer gesicherten Lagerung erfüllen, für Festmist, feste Gärreste und Komposte verwendet werden.
Lagerkapazitäten ab 2020 Frühjahr

Betriebe mit mehr als 3 GV/ha oder ohne eigene Ausbringflächen müssen für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste (flüssig und fest) 9 Monate Lagerkapazitäten nachweisen.
Bei gewerblichen Biogasanlagen, bei denen die Verfügungsberechtigten über eigene Ausbringflächen verfügen, werden diese bei der Berechnung der Lagerkapazitäten berücksichtigt. Wenn eine Anlage z. B. 50 % des anfallenden Gärrestes auf eigenen Flächen verwerten kann, sind dafür nur 6 Monate Lagerkapazität notwendig. Für den Gesamtbetrieb würden sich somit 7,5 Monate Lagerraum ergeben.
Für Festmist und Komposte beträgt die notwendige Lagerkapazität mindestens 2 Monate.
Die entsprechenden Berechnungsprogramme stehen ab Frühjahr 2018 im Internet zur Verfügung.
Definition eigene Aufbringungsflächen: Eigene Flächen + gepachtete Flächen + Flächen von anderen Betrieben, die über Abnahmeverträge dem Betrieb zur Ausbringung zur Verfügung stehen.
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