Programm
Berechnung des Lagerraumes für Gülle, Jauche und Stallmist

Lagerbehälter für Gülle

Güllegrube im Frühjahr

Mindestanforderungen bei der Lagerkapazität

Die neue Düngeverordnung schreibt für die meisten Betriebe eine Lagerkapazität von 6 Monaten für Gülle und Jauche vor. Für Stallmist von Huf- und Klauentieren ist eine Mindestlagerkapazität von 1 Monat notwendig. Seit 2020 ist für Stallmist von Huf- und Klauentieren 2 Monate Lagerkapazität vorzuhalten. Betriebe mit mehr als 3 GV/ha oder Betriebe, die über keine eigenen Aufbringflächen verfügen, müssen seit 2020 für flüssige Wirtschaftsdünger 9 Monate Lagerkapazität nachweisen

Aktuelles zur Programmversion 2022

Berechnung des Lagerraums und der betriebsbezogene Grenze 170 kg N/ha in einem Programm möglich
Für Betriebe mit Mastschweinen bzw. Ferkeln gibt es ab diesem Jahr die Möglichkeit, die Ausscheidungen in Abhängigkeit des Einstall- und Ausstallgewichtes, sowie der täglichen Zunahme stufenlos zu berechnen. Bei Betrieben mit Zuchtsauen erfolgt die stufenlose Berechnung in Abhängigkeit der erzeugten Ferkel und des Ausstallgewichtes der Ferkel. Neben den Ausscheidungen werden für Ferkel und Mastschweine auch die benötigte Futtermenge und Futterverwertung, sowie Rohprotein- und Phosphorgehalte im Futter berechnet.
Diese Angaben können im Arbeitsblatt „Abweichende Werte“ zusammen mit dem Fütterungsverfahren erfasst werden. Anschließend werden die berechneten Ausscheidungswerte ausgegeben und die Tiergruppe kann im Arbeitsblatt „Berechnung Nährstoffe und Lager“ am Ende der Dropdown-Liste ausgewählt werden.
Die Verwendung dieser stufenlosen Berechnung ist ein freiwilliges Angebot. Die Berechnung mit den Standardverfahren ist wie bisher gleichwertig weiterhin möglich. Durch die stufenlose Berechnung lässt sich aber die einzelbetriebliche Situation genauer abbilden.

Beratungsempfehlung

Blick in die Güllegrube im Winter

Blick in die Güllegrube im Winter

Die in der Düngeverordnung genannten und zur Berechnung der Mindestanforderungen im Programm verwendeten Anfallszahlen dürften in der Praxis in den meisten Fällen überschritten werden. Es wird daher empfohlen, bei der Errichtung von neuem Lagerraum die notwendige Lagerkapazität nach den betriebstypischen Anfallsmengen zu berechnen. Nur so können in Jahren mit ungünstiger Herbst- und Frühjahrswitterung auch tatsächlich 6 Monate überbrückt werden. Bei Ackerbaubetrieben ist in manchen Fällen je nach Fruchtfolge für eine optimale Gülleverwertung eine Lagerkapazität von über 6 Monaten sinnvoll.

EDV-Programm zum Herunterladen

Berechnung des Lagerraums und des Nährstoffanfalls für tierhaltende Betriebe (ohne Biogas)
Mit dem bereitgestellten EDV-Programm können Sie den Lagerraum berechnen, den Sie benötigen, um die Mindestanforderungen nach Düngeverordnung zu erfüllen. Über die Berechnung des Lagerraums kann die vorhandene Lagerkapazität belegt werden.
Das Programm ist in xlsx-Dateiformat und nur mit Excelversionen ab 2010 umfassend funktionsfähig.

Erläuterungen zum Programm

  • Die Anfallsmengen an Jauche, Gülle und Stallmist sind bundeseinheitlich für Tierarten und Haltungsformen in der Düngeverordnung festgelegt und bezogen auf die bayerischen Tierklassen nach Mehrfachantrag in den „Basisdaten zur Umsetzung der Düngeverordnung“ nachzulesen.
  • Die Programme ab dem Jahr 2020 berechnen den Nährstoffanfall auf der Weide und erfüllen die Aufzeichnungspflicht Weide nach DüV 2020.
  • Eine Separierung flüssiger Wirtschaftsdünger kann im Programm berücksichtigt werden.
  • Zusätzlich zu den Anfallmengen von Gülle und Jauche sind weitere Einleitungen (z. B. Hausabwässer, Niederschlagswasser) zu berücksichtigen, wenn sie in den Gülle- bzw. Jauchebehälter eingeleitet werden.
  • Die Vorgaben der Anlagenverordnung (AwSV) sind im Programm berücksichtigt.
  • Neben der vorhanden Lagerkapazität im Betrieb können im Programm die Grenze 170 kg N/ha (betriebsbezogen) und die Nährstoffgehalte der eigenen Wirtschaftsdünger berechnet werden.
  • Für Betriebe, bei denen sich der Tierbestand bzw. Weideanteil von 2022 auf 2023 um weniger als 15 % verändert, können die berechneten Nährstoffgehalte Wirtschaftsdüngeruntersuchungen ersetzen
    • für anfallenden Wirtschaftsdünger,
    • für separierten Wirtschaftsdünger,
    • für Stallmist in Abhängigkeit von der Einstreuart und Einstreumenge.
  • Die berechneten Nährstoffgehalte dürfen (bei Veränderung von Tierbestand bzw. Weideanteil von weniger als 15 %) verwendet werden für:
    • Düngebedarfsermittlung aller Flächen (inkl. roten Flächen)
    • Deklaration von Wirtschaftsdünger, wenn diese abgegeben werden
  • In die Berechnung müssen Flächen mit Verbot der organischen Düngung einbezogen werden.
  • Die Berechnung des Nährstoffanfalls auf Weideflächen erfolgt in Abhängigkeit der Weideintensität.
  • Die Landkreis- sowie Gemarkungsniederschläge für den Zeitraum 2011 – 2020 sind hinterlegt.
  • Die oben genannten Programme sind für die Lagerraumberechnung von Biogasbetrieben ungeeignet. Für die Biogasbetriebe stehen separate Programme zur Verfügung.

Das Programm 2022 enthält gegenüber dem Vorjahr folgende Neuerungen

  • Separates Tabellenblatt „Abgabebeleg“ mit den Nährstoffgehalten der Wirtschaftsdünger
  • Optionale stufenlose Berechnung der Ausscheidungen für schweinehaltende Betriebe:
    • für Ferkel und Mastschweine in Abhängigkeit von Einstallgewicht, Ausstallgewicht und täglicher Zunahme
    • bei Zuchtsauen in Abhängigkeit von der Anzahl abgesetzter Ferkel und dem Verkaufsgewicht
    • für Ferkel und Mastschweine wird die für die angegebenen Werte benötigte Futtermenge und Futterverwertung, sowie Rohprotein- und Phosphorgehalte im Futter berechnet
  • Berechnung der durchschnittlichen organischen Düngung
  • Separates Tabellenblatt zur Erstellung einer detaillierten Aufnehmer- bzw. Abgeberliste mit Summenbildung

Verträge über Bereitstellung von Ausbringflächen sind anerkannt

Verträge über Zupacht von Lagerraum für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste sind anerkannt

Lagerkapazität alle Betriebe

Güllegrube
Vertrag für Zupacht von Lagerraum
In Bayern ist die Zupacht von Lagerraum für die notwendige Lagerkapazität anerkannt, wenn ein gültiger schriftlicher Vertrag vorliegt. Dies gilt für Betriebe, die bis 6 Monate Lagerkapazität sowie für Betriebe, die mehr als 6 Monate Lagerkapazität benötigen. Aus dem „Vertrag über Lagerraum von Wirtschaftsdüngern“ müssen zumindest der Verpächter, das Volumen des gepachteten Lagerraums und die Vertragslaufzeit hervorgehen. Der Pächter muss ganzjährig über den zugepachteten Lagerraum verfügen können und die Entfernung zwischen dem angepachteten Lagerraum und der Anfallstätte des Wirtschaftsdüngers muss noch betriebswirtschaftlich sinnvoll sein.

Mustervertrag über Lagerraum von Wirtschaftsdüngern pdf 105 KB

Abnahmeverträge für Gülle, Jauche oder Festmist werden anerkannt, wenn zusätzlich ein gültiger "Vertrag über Lagerraum von Wirtschaftsdünger" vorgewiesen werden kann.

Betriebe mit Lagerkapazität über 6 bis 9 Monaten

Betriebe mit mehr als 3 GV/ha oder Biogasbetriebe müssen für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste (flüssig und fest) 9 Monate Lagerkapazitäten nachweisen. Betriebe mit ausreichenden Ausbringflächen können die notwendige Lagerkapazität reduzieren.
Landschaft mit landwirtschaftlichen Betrieb im Hintergrund
Vertrag über die Bereitstellung von Flächen zur Aufbringung von Gärresten und flüssigen Wirtschaftsdünger
Wenn ein Betrieb (oder eine Biogasanlage) z.B. 50 % der anfallenden Gülle/Gärreste auf eigenen/zusätzlichen Ausbringflächen verwerten kann, ist für diese organische Düngermenge nur 6 Monate Lagerkapazität notwendig. Für den Gesamtbetrieb würden sich somit statt 9 nur 7,5 Monate Lagerraum ergeben.
Zu den Aufbringungsflächen zählen die Flächen im Mehrfachantrag und Flächen von anderen Betrieben, die vertraglich gesichert zur Ausbringung von Gärresten und flüssigen Wirtschaftsdüngern bereitgestellt werden.

Mustervertrag über die Bereitstellung von Flächen zur Aufbringung von Gärresten und flüssigen Wirtschaftsdünger pdf 122 KB

Die Flächen des Mehrfachantrags sind im Programm anzugeben. Die zusätzliche Ausbringfläche ist im Programm in der Zelle „ha zusätzliche Ausbringfläche“ zu erfassen.
Rinder auf der Weide vor einem neuen Außenklimastall
Erleichterungen nach AV DüV für rinderhaltende Betriebe in Grünen Gebieten
Rinderhaltende Betriebe > 3 GV/ha mit ausreichend Grünland brauchen auch ab 2020 nur sechs Monate Gülle-Mindestlagerkapazität. Die genaue Berechnung der erforderlichen Lagerkapazität erfolgt auf Basis der Anteile der Rinderhaltung sowie des Grünlandes der Betriebe im Rahmen des Lagerraumprogrammes der LfL. Rinderhaltende Betriebe im Grünen Gebiet wählen im Programm „ja“ im Eingabefeld „Betrieb mit Erleichterungen“ aus.

Fragen?

Bei Fragen zum Programm wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:

Bei Fragen zur Anlagenverordnung (AwSV) wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Landratsamt:

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