Nährstoffhaushalt

Der Begriff "Nährstoffhaushalt" umfasst alle Prozesse und Vorgänge, die einem landwirtschaftlichen Betrieb Nährstoffe zuführen und entziehen. Entscheidend ist dabei die Bilanz zwischen Nährstoffzugang und -abgang. Bilanzüberschüsse sind ein Hinweis auf potentielle Nährstoffverluste in Gewässer, in die Luft und angrenzende Ökosysteme. Aufgabe der Landwirtschaft ist es, Bilanzüberschüsse zu minimieren und Nährstoffverluste abzuwenden. Die Forschung des Arbeitsschwerpunktes zeigt die Wege und Optimierungsmöglichkeiten der Nährstoffflüsse sowie deren Verflochtenheit im gesamtbetrieblichen Nährstoffhaushalt auf.

Gülleansäuerung

Luftbild eines Stalls

Mithilfe von pH-Wert senkenden Systemen wird versucht die Ammoniakemissionen von flüssigen Wirtschaftsdüngern im Stall und bei der Ausbringung zu mindern. Dadurch soll die umweltbelastende Wirkung von Ammoniak reduziert, sowie die Düngeeffizienz im gesamten Nährstoffkreislauf erhöht werden.  Mehr

Berechnung von Nährstoffkreisläufen

Traktor auf dem Feld

Die Basis für eine langfristig gesunde Entwicklung des Betriebs und der Umwelt ist die optimale Nährstoffnutzung im landwirtschaftlichen Betrieb. Der betriebliche Nährstoffkreislauf aus Nährstoffzufuhr und Nährstoffabfuhr muss dazu möglichst ausgewogen sein. Um zu prüfen, ob die Nährstoffe fehler- und verlustfrei fließen, schreibt die Düngeverordnung und das Düngegesetz die Bilanzierung der Nährstoffströme vor. Die sogenannte Nährstoffbilanz und die Stoffstrombilanz beschreiben verschiedene Nährstoffkreisläufe im Betrieb.  Mehr

"demonstration farms" – nährstoffangepasste Fütterung in schweinehaltenden Betrieben

Stallgebäude von außen

Im Fokus des Projekts steht die gesamtbetriebliche Betrachtung einer nährstoffangepassten Fütterung. Mit dem Projekt "demonstration farms" wird der Austausch zwischen schweinehaltenden Betrieben zum Thema nährstoffangepasste Fütterung und die damit verbundenen Auswirkungen auf den gesamtbetrieblichen Nährstoffhaushalt gefördert. Im Projekt werden hierfür neue Wege im Wissenstransfer durch Nutzung neuer Medien (Online-Datenplattform) beschritten.   Mehr

An der Landesanstalt werden mehrere Forschungsprojekte durchgeführt, deren Ergebnisse dazu beitragen sollen, den Nährstoffhaushalt landwirtschaftlicher Betriebe zu optimieren. Dazu zählen vor allem der effiziente Einsatz von Dünge- und Futtermitteln und die Vermeidung von Nährstoffverlusten.

Verbesserung der Nährstoffeffizienz von Hopfen durch Düngesysteme mit Fertigation

Im Rahmen des Projekts soll erforscht werden, wie bei Hopfen das standortspezifische Ertragspotential bei optimaler Wasserversorgung und maximaler Nährstoffeffizienz ausgeschöpft werden kann. Neben der reinen Bewässerung kommt hierbei der gezielten Düngung in Form von Nährstoffeinspeisung (Fertigation) eine besondere Bedeutung zu. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Positionierung der Tropfschläuche, um eine möglichst rasche Versorgung der Pflanze mit Nährstoffen zu gewährleisten; denn Ziel ist es, über die Wurzeln neben der Grundversorgung über den Boden gezielt die im Mangel befindlichen Nährstoffe bedarfsgerecht und zeitnah zur Verfügung zu stellen.   Mehr

Ökonomische und ökologische Folgenbewertung von Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen in der Landwirtschaft

Im Rahmen des Projekts „Ökonomische und ökologische Folgenbewertung von Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen (THG) in der Landwirtschaft" sollen Werkzeuge erstellt werden, mit denen THG-Vermeidungsoptionen sowohl von Praxisbetrieben als auch für mögliche zukünftige Produktions- und Betriebssystemen umfassend bewertet werden können.  Mehr

Optimierung der Gülleausbringung unter Berücksichtigung der Novellierung der Düngeverordnung und der NEC-Richtlinie

toller Alternativtext

Ammoniakemissionen bei der Gülleausbringung wirken umwelt- und klimarelevant. Emissionsmindernde Techniken und effiziente Düngestrategien können diese Verluste reduzieren. Beides wird auch in der novellierten Düngeverordnung und in der NEC-Richtlinie rechtlich vorgeschrieben. Das Forschungsprojekt erprobt Möglichkeiten zur Senkung der Ammoniakverluste bei der Gülleausbringung.  Mehr

Verbesserung der Proteinverwertung in der Schweinemast durch züchterische Optimierung der Aminosäurezusammensetzung von Wintergerste

Wintergerstenparzellen auf dem Feld

In der Schweinehaltung ist es sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht unabdingbar, dass Eiweißfuttermitteln effizient verwendet werden. Eine effiziente Verwendung setzt voraus, dass die Aminosäurezusammensetzung der eingesetzten Futtermittel dem Bedarf der Schweine entspricht. Ziel dieses Projektes ist es, die Aminosäurezusammensetzung von Wintergerste durch gezielte Züchtung zu verbessern und so die Nährstoffeffizienz in der Schweinehaltung zu erhöhen.   Mehr

Pflanzenbau

Ausgewogene Düngung

Weit stärker als bei anderen Nährstoffen bewirkt sowohl ein Zuwenig als auch ein Zuviel Mindererträge und Qualitätseinbußen. Geht die Stickstoffzufuhr weit über den Pflanzenbedarf und den Ausgleich für die unvermeidbaren Verluste hinaus, sind negative Folgen für die Umwelt, insbesondere das Grundwasser, nicht zu vermeiden. Ziel ist eine ausgewogene Düngung, die sich am Ertrag und den Standortbedingungen orientiert.   Mehr

Leitfaden für die Düngung von Acker- und Grünland

Der Leitfaden, das sogenannte Gelbe Heft, stellt komprimierte Informationen zur guten fachlichen Praxis bei der Düngung zur Verfügung. Er enthält Berechnungsanleitungen zur Düngebedarfsermittlung und die Nährstoffbilanzierung sowie das für die Berechnungen notwendige Zahlenmaterial.   Mehr

Nährstoffe werden durch Düngemittel, Futtermittel, Saatgut, Viehzukauf, Stickstoffbindung durch Leguminosen und die atmosphärischen Niederschläge in den Betrieb eingebracht. Die Abfuhr von Nährstoffen aus dem Betrieb erfolgt durch den Verkauf von pflanzlichen und tierischen Produkten sowie durch Verluste, insbesondere Ammoniakverluste, in die Luft.
Das Ungleichgewicht im Nährstoffhaushalt landwirtschaftlicher Betriebe, welches negative Auswirkungen auf die Ökologie (Wasser, Boden, Luft) sowie auf die betriebliche Ökonomie hat, gilt es zu minimieren. Zu den Maßnahmen zählen der effiziente Einsatz von Dünge- und Futtermitteln ebenso wie die Vermeidung von Stickstoffverlusten bei der Lagerung und Aufbringung von Wirtschaftsdüngern. Um die nachstehenden Ziele zu erreichen ist die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung aller Fachrichtungen der Landesanstalt für Landwirtschaft notwendig

Zielsetzung

  • Nährstoffhaushalt verstehen
  • Schwachpunkte in den Nährstoffkreisläufen aufdecken
  • gesamtbetriebliche Lösungsansätze aufzeigen

Ansatzpunkte

  • Management der organischer Dünger optimieren
  • Praxistaugliche Erfassungsmethoden von Erntemengen
  • Untersuchung der Nährstoffeffizienz verschiedener Düngestrategien
  • Züchterische Bearbeitung landwirtschaftlicher Kulturen
  • Bewertung der tierischen Nährstoffausscheidung und Gülleanfallsmenge
  • Bewusstsein für Gülle als wertvoller Wirtschaftsdünger stärken
  • Grobfuttermengen in wiederkäuerhaltenden Betrieben prüfen
  • Gestaltung der Futterkonservierung und -lagerung
  • Reduzierung der Emissionen
  • Analyse der Nährstoffgehalte in Boden, Pflanzen, Dünger, Futtermitteln sowie pflanzlichen und tierischen Produkten
  • Ökonomische Betrachtung der Kreisläufe

Beteiligte Institute und Abteilungen

Wichtige Partner in der Umsetzung der Erkenntnisse sind die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie das LKV Bayern und das LKP Bayern.

Ansprechpartner
Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft
Dr. Stephan Schneider
Tel.: 089 99141-420
E-Mail: stephan.schneider@lfl.bayern.de


Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz
Dr. Matthias Wendland
Tel.: 08161 71-4373
E-Mail: matthias.wendland@lfl.bayern.de