Datenmanagement im bundesweiten Soja-Netzwerk

Im Rahmen der Erhebung und Auswertung betriebswirtschaftlicher und pflanzenbaulicher Kennwerte von Ackerschlägen mit Sojabohnen, Vergleichsfrüchten und deren Nachfrüchten vergleicht die LfL die Wettbewerbsfähigkeit von Sojabohnen gegenüber anderen Feldfrüchten. Das Vorhaben ist ein Teilprojekt des „Modellhaften Demonstrationsnetzwerks zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Sojabohnen in Deutschland“ im Rahmen der Bundeseiweißpflanzenstrategie.
Ziele
Methoden
Von den 111 Betrieben wirtschaften 47 in Bayern, davon 24 nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus. 4 Betriebe befinden sich in Umstellung. Darüber hinaus werden die Themen aus bundesweit 48 Demonstrationsanlagen mit Sojabohnen sowie die darin gemachten Beobachtungen dokumentiert. 17 Leuchtturmbetriebe mit Demonstrationsanlage wirtschaften in Bayern, davon 8 nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus.
Ergebnisse
Betriebe
Im Erntejahr 2017 wirtschaften 52 Betriebe konventionell und 54 nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus (siehe Tabelle 1). 5 Betriebe befinden sich in Umstellung. 48 Leuchtturmbetriebe vergleichen darüber hinaus in einer Demonstrationsanlage verschiedene Bewirtschaftungsvarianten. Ein deutlicher Schwerpunkt ist klimatisch bedingt in Bayern und Baden-Württemberg zu verzeichnen.
| Betriebstyp | BW | BY | BB | HE | NI | NW | RP | SL | SN | ST | TH | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Leuchtturmbetrieb konv. | 5 | 9 | 0 | 1 | 2 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 2 | 24 |
| Leuchtturmbetrieb ökolog. | 4 | 8 | 2 | 2 | 2 | 2 | 1 | 1 | 1 | 0 | 1 | 24 |
| Datenerfassungsbetrieb konv. | 10 | 10 | 0 | 3 | 0 | 3 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 28 |
| Datenerfassungsbetrieb ökolog. | 5 | 16 | 0 | 1 | 3 | 2 | 2 | 0 | 0 | 1 | 0 | 30 |
| Datenerfassungsbetrieb Umstel. | 1 | 4 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 5 |
| Summe | 25 | 47 | 2 | 7 | 7 | 8 | 6 | 2 | 2 | 2 | 3 | 111 |
Zoombild vorhanden
Abbildung 1
Der Sojaanbau im Netzwerk
Von den im Netzwerk beteiligten konventionellen Betrieben nahmen die ersten die Sojabohne bereits 1986 in ihre Fruchtfolge auf. 11 Jahre später folgten die Pioniere im ökologischen Landbau. Wie aus Abbildung 2 ersichtlich, wurde dieses Niveau ohne weitere Zuwächse bis ins Jahr 2003 gehalten. Erst in den darauffolgenden Jahren stiegen zunächst im Öko-Bereich, ab 2004 auch im konventionellen Bereich weitere Betriebe in die Sojabohnenproduktion ein. Zunächst war das Wachstum jedoch eher zögerlich, sodass bis 2010 für beide Bewirtschaftungsformen lediglich 25 % der heute im Netzwerk integrierten Landwirte die Körnerleguminose auf den hofeigenen Feldern anbauten. Der wesentliche Zuwachs erfolgte erst in den Jahren 2011 bis 2014, in denen die restlichen 75 % der Betriebe mit dem Anbau begannen. Rund 15 % der Betriebe stiegen erst mit Beginn des Demonstrationsnetzwerkes in die Sojaproduktion ein.
Deutschlandweite Entwicklung der Sojafläche
Ein Blick in die Einzeljahre zeigt für 2014 in den ökologischen Betrieben eine durchschnittliche Sojafläche von 10,5 ha. Damit lag diese im Mittel um etwa 1 ha über dem Niveau der konventionell wirtschaftenden Betriebe (9,4 ha). Im darauffolgenden Jahr kam es zu einem leichten Anstieg der ökologischen Anbaufläche auf 11 ha. Im konventionellen Bereich fand dagegen mit etwa 2,5 ha eine deutlich stärkere Ausdehnung der Fläche auf ein Durchschnittslevel von etwa 12 ha statt. Im Erntejahr 2016 pendelte sich die mit Sojabohnen bewirtschaftete Fläche in den beiden Bewirtschaftungsformen auf durchschnittlich etwa 13 ha ein. Ein wesentlicher Grund für die Steigerung im konventionellen Bereich könnten die ab dem Jahr 2015 für konventionelle Betriebe geforderten Greeningmaßnahmen sein. Der Verpflichtung zur Bereitstellung einer ökologischen Vorrangfläche in Höhe von 5 % der Ackerfläche dürfen die Landwirte mit dem Anbau von Leguminosen nachkommen, wobei jedes Hektar dieser Fläche auf die Stilllegungsverpflichtung seit 2018 nicht mehr mit nur 0,7 sondern mit 1 ha angerechnet wird. Ökologische und Umstellungs-Betriebe sind von der Verpflichtung zur Flächenstilllegung generell befreit. Im Erntejahr 2017 zeigt sich in den konventionellen Betrieben mit 12,1 ha, wie bereits kurz erwähnt, ein Rückgang der mittleren Anbaufläche. Anders schaut es dagegen bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben aus. Hier lässt sich mit einem durchschnittlichen Flächenzuwachs von 3 ha eine deutliche Ausdehnung des Anbauumfangs erkennen. Noch höher fiel die mittlere Sojafläche in den Umstellungsbetrieben aus. Diese lag 2017 bei knapp 18 ha. Drei der fünf Betriebe bauten die Sojabohne auf mehr als 20 ha an.
Regionale Entwicklung der Sojafläche
Bei den ökologisch wirtschaftenden Betrieben ist die Entwicklung von 2014 auf 2015 in den Regionen unterschiedlich. Während in Bayern und Baden-Württemberg die mittlere Anbaufläche leicht rückläufig war, stieg diese in der Region Mitte und Nord vergleichsweise deutlich an. Ab 2015 zeigt sich für fast alle Regionen eine Ausweitung der Anbaufläche. Lediglich in der Mitte Deutschlands nahm diese von 2015 auf 2016 ab, um anschließend erneut um durchschnittlich etwa 6 ha anzusteigen (Abbildung 5). Eine Unterteilung der Umstellungsbetriebe ist aufgrund der geringen Anzahl nicht möglich. Wie bereits aus der zuvor beschriebenen Abbildung 4 hervorgeht, bewegte sich die durchschnittliche Sojafläche für diese Gruppe auf einem Niveau von etwa 18 ha.
Beweggründe für den Sojaanbau auf dem eigenen Betrieb
Einordnung der beteiligten Betriebe
In Bezug auf die wirtschaftliche Ausrichtung ergeben sich im Vergleich zu den Vorjahren leichte Änderungen. Ungeachtet der Bewirtschaftungsform sind auf alle Betriebe gesehen mit 44 % weniger reine Ackerbaubetriebe zu verzeichnen, wie Betriebe, bei denen neben der Pflanzenproduktion auch die Tierhaltung eine wesentliche Rolle spielt. Mit einem Anteil von etwa 54 % wirtschaften viele der ökologischen Betriebe weiterhin viehlos (Abbildung 7).
Konventionelle Betriebe halten nach wie vor am häufigsten Mastschweine. Diesem Betriebszweig folgen die Milchkuhhaltung sowie die Rindfleischproduktion und Legehennenhaltung. Zuchtsauen und Schafe spielen mit je 3 Betrieben eine untergeordnete Rolle. Im Gegensatz zu den Öko-Betrieben gibt es im Netzwerk nach 2014, 2015 und 2016 auch im Jahr 2017 keinen konventionell wirtschaftenden Betrieb mit Masthähnchenhaltung. Die Umstellungsbetriebe haben Milchkühe oder Mastrinder und Legehennen.
Details zu den Praxisschlägen 2017
Details zu den Praxisschlägen 2016
Details zu den Praxisschlägen 2015
Details zu den Praxisschlägen 2014
- Böden und Nährstoffversorgung
233 KB
- Sortenwahl und Impfung
376 KB
- Aussaat
102 KB
- Pflanzenschutz und Präparate
104 KB
- Düngung der Praxisschläge
86 KB
- Ernte
329 KB
- Nach der Ernte
99 KB
- Wirtschaftlichkeit des Sojabohnenanbaus
273 KB
- Wettbewerbsfähigkeit der Sojabohne gegenüber Vergleichsfrüchten
351 KB
Sowohl auf ökologisch als auch auf konventionell wirtschaftenden Leuchtturmbetrieben werden Demonstrationsanlagen zu unterschiedlichen Anbauvarianten für Sojabohnen installiert. Dabei ist in der Regel für jede Variante ein Bewirtschaftungsstreifen angelegt. In den Streifenanlagen lässt sich der Erfolg der jeweils durchgeführten Maßnahme beobachten und veranschaulichen. Variiert werden verschiedene Themen, wie z.B. Impfung, Sorten oder Regulierung des Beikrauts.
In den Anlagen findet keine Durchführung von Exaktversuchen statt. Deshalb können Beobachtungen in den Streifen keine allgemeingültigen, wissenschaftlich abgesicherten Ergebnisse liefern. Die Streifenanlagen dienen lediglich der Veranschaulichung und lassen, wenn überhaupt, nur Tendenzen erkennen. Aus diesem Grund werden hier auch keine Ertragsermittlungen durchgeführt. Gegen eine Verallgemeinerung der Beobachtungen spricht auch, dass die Bonituren zu den jeweiligen Themen durch verschiedene Personen vorgenommen werden.
Zoombild vorhanden
Abb. 9 Themen der Demonstrationsanlagen im Erntejahr 2017
Wie 2016 waren auch im Erntejahr 2017 in den meisten Teilen Deutschlands über die gesamte Vegetationsperiode gute Anbaubedingungen für die Sojabohne gegeben. Allerdings berichten manche Betriebsleiter/innen von einem trockenen Frühjahr, welches in seltenen Fällen für ausgedünnte Bestände sorgte. In anderen Regionen war die Witterung im April dagegen kühl und feucht, so dass mancher Landwirt seine Aussaat auf einen späteren Termin verschieben musste. In der Regel entstanden durch diese äußeren Einflüsse jedoch keine Nachteile für die Sojabohnen, wodurch sich insgesamt eine gute Jugendentwicklung der Pflanzen beobachten ließ. Vereinzelt traten im weiteren Verlauf der Vegetationsperiode Starkniederschlagsereignisse auf, welche teilweise zur Verschlämmung des Bodens führten. In zwei anderen Betrieben kam es zu Wildschäden, die in einem Fall einen hundertprozentigen Ertragsausfall zur Folge hatten.
Die Ernte der Sojabohnen verlief optimal. In der Datenerfassung wurden diesbezüglich keine Probleme gemeldet. Hülsenplatzen oder andere Schwierigkeiten, wie nasse Witterung, welche in den vorangegangenen Jahren immer wieder einmal zu Verzögerungen im Drusch der Bohnen führte, traten 2017 nicht auf.
Aufgrund der insgesamt guten Vegetationsbedingungen für die Sojabohne, ließen sich auch in diesem Jahr wiederum einige interessante Beobachtungen in den Themen der Demonstrationsanlagen machen.
Gesamtauswertung zu den Demonstrationsanlagen
Details zu den Demonstrationsanlagen 2017
Details zu den Demonstrationsanlagen 2016
Details zu den Demonstrationsanlagen 2015
Details zu den Demonstrationsanlagen 2014
Projektinformation
Datenmanagement im Projekt „Modellhaftes Demonstrationsnetzwerk zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Sojabohnen in Deutschland“
Projektleiter: Dr. Robert Schätzl
Bearbeiter: Lukas Wolf, Tabea Pfeiffer
Laufzeit: 2013 - 2018
Förderung: Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen der BMEL Eiweißpflanzenstrategie.



