Getreide

Produktionstechnik und Sorten

Der Anbau von Getreide nimmt in Bayern eine zentrale Stellung im Ackerbau ein. Der Arbeitsbereich Getreide forscht in Zusammenarbeit mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie mit universitären und außeruniversitären Instituten zu Pflanzenbau und Züchtung. Ein bayernweites Netz von Getreideversuchen und spezifische Forschungsprojekte sind Grundlage für Beratung und Wissenstransfer.

Kontakt
Arbeitsbereich Getreide
Koordination: Dr. Lorenz Hartl
Tel.: 08161 8640-3814
E-Mail: Pflanzenbau@LfL.bayern.de

Aktuell

Winterweizen – Überblick aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Winterweizen Zuchtgarten in Freising

Mit im Schnitt 69 dt/ha verfehlte die Praxis heuer in Bayern das sehr gute Ertragsergebnis des Vorjahres um rund 8 dt/ha, liegt aber nur wenig unter dem mehrjährigen Schnitt. Zwischen den Regionen war eine sehr große Differenzierung vorhanden. Der Rohproteingehalt war mit 13,0 % überdurchschnittlich hoch, spät abreifende Sorten hatten mit der Hitze und Trockenheit zur Kornfüllung größere Probleme.  Mehr

Winterroggen – Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

überstehende Roggenähren im Feldbestand vor blauem Himmel

Nach derzeitigem Stand ernteten die bayerischen Landwirte mit rund 48 dt/ha bei Winterroggen rund 6 dt/ha weniger als im Vorjahr, auch das langjährige Mittel von 52 dt/ha wurde deutlich verfehlt. Bei der Sortenwahl sollte neben der Ertragsleistung besonders auf Standfestigkeit, Krankheitsresistenz und insbesondere die Anfälligkeit für Mutterkorn geachtet werden. Das Lebensmittelrecht schreibt bei Roggen seit Juli 2025 niedrigere Mutterkorn-Grenzwerte vor. Sorten mit guter Widerstandsfähigkeit gegen Mutterkorn helfen das Befallsrisiko zu senken.  Mehr

Triticale – Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Wintertriticale-Feld.

Mit rund 57 dt/ha fuhren die bayerischen Landwirte heuer bei Wintertriticale auf rund 56.100 Hektar nach bisher bekanntem Stand eine leicht unterdurchschnittliche Ernte ein. Aufgrund der Frühjahrstrockenheit war der Krankheitsdruck außerordentlich gering. Trotzdem sollte bei der Sortenwahl neben dem Ertrag grundsätzlich auf Standfestigkeit und Resistenzausstattung geachtet werden.   Mehr

Wintergerste – Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Sechszeilige Wintergerste, grüne Ähren.

In Bayern stand heuer auf etwa 204 000 Hektar Wintergerste zum Drusch. Die bis jetzt erfassten Kornerträge liegen in der Praxis mit mittleren 68 dt/ha auf mehrjährigem Niveau, allerdings gut 6 dt unter dem Vorjahresergebnis. Hektolitergewicht, Marktware- und Vollgerstenanteil fallen etwas geringer aus als im vergangenen Jahr.  Mehr

Neue virulente Gelbrost-Rasse im Winterweizen in Großbritannien und Frankreich

Orange-gelbe Pusteln, streifenförmig entlang der Blattadern eines grünen Weizenblattes

In Großbritannien und Frankreich wurden neue Gelbrost Rassen festgestellt, die speziell Winterweizensorten mit ausschließlicher Yr15 Resistenz befallen können. Nach aktuellem Kenntnisstand ist das Risiko in Deutschland durch diese Rassen gering, da Sorten mit dem Yr15-Resistenzgen hier im Anbau nicht verbreitet sind.  Mehr

Wintergerste: Leistungsvergleich von Hybrid- und Liniensorten bei unterschiedlicher Stickstoffdüngung

Bestand mit Mehrzeiliger Wintergerste

Im Mittelpunkt des Versuchs stand die Frage, ob Hybridwintergersten bei reduzierter Stickstoffversorgung Vorteile gegenüber Liniensorten aufweisen. Dazu wurden zwei Hybridsorten, die mit "stärkerem Wurzelwachstum" und "höherem Ertrag" pro Kilogramm Stickstoff' beworben werden, mit zwei Liniensorten bei optimaler sowie bei reduzierter Stickstoffdüngung getestet.   Mehr

Sommerweizen – Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Weizenähre mit Marienkäfer

In der Praxis wurden heuer im Frühjahr rund 6.300 ha Sommerweizen in Bayern angebaut, etwas weniger als im Vorjahr. Sein Anteil an der Getreidefläche liegt in Bayern nach wie vor unter einem Prozent. Nicht erfasst wird bei dieser Flächenerhebung der im Spätherbst ausgebrachte Sommerweizen (Wechselweizen). Dieser wird in der Statistik in der Regel zu den Winterweizen gezählt. Unter bestimmten Umständen ist Sommerweizen in manchen Jahren als Lückenfüller sehr gefragt.  Mehr

Hafer – Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Haferähren

Die Haferfläche ist heuer wieder deutlich angestiegen. In Bayern standen auf rund 32 400 ha Sommerhafer und auf 2 700 ha Winterhafer. Ein beträchtlicher Teil wird seit Jahren ökologisch bewirtschaftet. Mit durchschnittlich 52 dt/ha erzielte die Praxis einen überdurchschnittlichen Haferertrag. Bei der Sortenwahl sollte grundsätzlich auf hohe und stabile Erträge, Standfestigkeit sowie Strohstabilität geachtet werden. Bei der Vermarktung spielt das Hektolitergewicht eine entscheidende Rolle.  Mehr

Sommergerste – Aktuelle Ergebnisse aus der Praxis und den Landessortenversuchen

Sommergerstenähren im Feldbestand.

Die Sommergerstenfläche ist heuer in Bayern im Vergleich zum Vorjahr um ca. 7.000 Hektar auf rund 84.600 Hektar angestiegen. Trotz langanhaltender Trockenheit konnte die Praxis mit im Mittel 56 dt/ha ein überdurchschnittliches Ergebnis bei meist guter Qualität erzielen. Der Krankheitsdruck war witterungsbedingt auffallend niedrig. Mit zwei Drittel Anbauanteil führte die Sorte Amidala deutlich vor den Sorten Avalon, LG Caruso und Lexy.   Mehr

Video zur Eiablage der Orangeroten Weizengallmücke auf Winterweizen

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In Gebieten mit viel Weizen kann die Orangerote Weizengallmücke stark schädigen. Dies ist vor allem in Jahren der Fall, wo kurz vor der Weizenblüte feuchte Bodenbedingungen herrschen. Regelmäßig tritt sie in den unterfränkischen Landessortenversuchen auf.
In Gegenden, in denen es in letzter Zeit stärker geregnet hat, sollten deshalb abends die Weizenbestände begangen werden. Bodennah schwirren auf Befallsflächen, insbesondere nach Vorfrucht Weizen, die etwa 2 mm großen, deutlich orangeroten Mücken und belegen an windstillen Abenden die Ährchen mit ihren Eiern. Besonders schädigend sind die Larven dieser Mücken an Durum, weil sie zur Dunkelfleckigkeit/Stippen am Korn führen und somit den Durum für Pasta ungeeignet machen. Wird in den Abendstunden massenhaft die Orangerote Weizengallmücke festgestellt (Orientierungswert ist 1 Mücke pro Pflanze), sollte zeitnah eine Insektizidbehandlung erfolgen, weil nach der Eiablage keine Wirkung mehr erzielt werden kann. Oft reicht auch eine Randbehandlung in Richtung eines Vorjahresweizens. Die Spritzung sollte in den Abendstunden erfolgen. Mit Blühbeginn kann die Orangerote Weizengallmücke die Ährchen nicht mehr belegen, eine Spritzung nach Blühbeginn ist deshalb zwecklos.
Folgende Sorten sind gegen die Orangerote Weizengallmücke resistent und brauchen nicht behandelt werden: Komponist (E) Lemmy, LG Character, LG Initial (A), Sheriff (B) und KWS Keitum (C). Gegen die ebenfalls häufiger vorkommende Gelbe Weizengallmücke gibt es dagegen derzeit keine Sortenresistenzen.